Zwergwuchs (hypophysäre Form)

LABOKLIN Leistungs-ID: 8142

Zwergenwuchs zeichnet sich normalerweise durch einen stark verkleinerten Körperbau mit veränderten Proportionen bei den Gliedmaßen aus. Bei Schäferhunden existiert hingegen eine Form des Zwergenwuchses, bei der perfekt proportionierte jedoch stark miniaturisierte Hunde entstehen. Dem liegt ein genetischer Defekt zu Grunde, der zu einer Fehlfunktion der Hypophyse führt. Dadurch werden geringere Mengen Wachstumshormone und Thyroxin ins Blut abgegeben, was zum Stillstand des Wachstums mit etwa drei bis acht Lebenswochen führt. Betroffene Hunde zeigen ein Fuchs-ähnliches Aussehen mit weit auseinander stehenden Ohren, einer spitzen Schnauze und leichtem Überbiss, zusätzlich blinzeln sie verstärkt in hellem Sonnenlicht. Unbehandelte Hunde behalten ihren Welpen-flaum oder verlieren ihr Fell komplett. Deckfell bildet sich meist nur an Kopf- und Fußregionen, was zum Aussehen eines chinesischen Schopfhundes führt. Das Fehlen oder die Missbildung der Geschlechtsorgane kann eine weitere Folge der veränderten Hormonzusammenstellung sein. Mit der Gabe von Wachstumshormonen und Thyroxin kann den Hunden ein relativ normales Leben ermöglicht werden.
Betroffene Karelische Bärenhunde, Tibet Terrier und Lappländische Rentierhunde erscheinen bei der Geburt zunächst normal, nehmen aber langsamer an Gewicht zu als ihre Wurfgeschwister. Die Hunde behalten ihr Welpenfell anstatt des typischen Erwachsenenfells. Andere leiden im Alter von 2-3 Jahren an starkem Haarausfall, zum Teil mit relativ dünner Haut und Anzeichen von Hautentzündungen.

Methode

Fragmentlängenanalyse (Deutscher Schäferhund, Saarlooswolfhund, Tibet Terrier, Tschechoslowakischer Wolfshund, Weißer Schweizer Schäferhund) bzw. Sequenzierung (Karelischer Bärenhund, Lappländischer Rentierhund)

Rasse

Deutscher Schäferhund, Karelischer Bärenhund, Lappländischer Rentierhund, Saarlooswolfhund, Tibet-Terrier, Tschechoslowakischer Wolfhund, Weißer Schweizer Schäferhund

Erbgang

autosomal-rezessiv

Dauer

1 - 2 Wochen nach Erhalt der Probe