Intestinale Lipid-Malabsorption (ILM)
LABOKLIN Leistungs-ID: 9133
Die intestinale Lipid-Malabsorption beim Australian Kelpie ist eine erbliche Stoffwechselstörung, bei der die Aufnahme und Verarbeitung von Nahrungsfetten im Darm gestört ist. Betroffene Hunde können vor allem langkettige Fettsäuren, also wichtige Bestandteile der Nahrung, nicht richtig verwerten. Dadurch kommt es trotz normaler oder sogar erhöhter Futteraufnahme zu einer unzureichenden Nährstoffversorgung.
Typische Symptome zeigen sich bereits im sehr frühen Welpenalter, teilweise schon vor der 6. Lebenswoche. Betroffene Welpen wirken zunächst unauffällig, entwickeln jedoch rasch ein deutlich vermindertes Wachstum. Sie erreichen oft nur etwa ein Drittel bis die Hälfte der Größe ihrer Wurfgeschwister und nehmen kaum an Gewicht zu. Häufig treten fettiger, hellgelber und schlecht geformter Kot (Steatorrhoe), häufiges Absetzen großer Kotmengen sowie ein aufgeblähter Bauch auf. Auch ein struppiges, drahtiges Fell und eine allgemein schlechte Körperkondition sind ebenfalls typisch. Im Gegensatz zu anderen ähnlichen Störungen des Energiestoffwechsels zeigen die Welpen jedoch keine Lethargie.
Mit zunehmendem Alter kann sich das klinische Bild abschwächen. Ab etwa dem 6. Lebensmonat zeigen viele Hunde weniger ausgeprägte Symptome, insbesondere wenn sie feste Nahrung erhalten und gegebenenfalls unterstützende Verdauungsenzyme eingesetzt werden. Dennoch bleiben die Tiere meist kleiner, setzen weiterhin größere Kotmengen ab und vertragen dauerhaft fettreiches Futter schlechter.
Ursache der Erkrankung ist eine Variante im ACSL5-Gen (Acyl-CoA Synthetase Long Chain Family Member 5). Dieses Gen liefert die Bauanleitung für ein Enzym, das eine zentrale Rolle bei der Aufnahme und Verarbeitung von langkettigen Fettsäuren im Dünndarm spielt. Fehlt diese Funktion, können Fette im Darm nicht richtig aufgenommen werden.
| Rasse | Australian Kelpie |
| Erbgang | autosomal-rezessiv |
| Dauer | 1 - 2 Wochen nach Erhalt der Proben |