Allgemeine Informationen

Rabbit Haemorrhagic Disease (RHD, Synonyme: hämorrhagische Kaninchenkrankheit, Chinaseuche, virale Kaninchen-Hepatitis) ist eine hochansteckende, meist tödlich verlaufende Viruskrankheit der europäischen Wild- und Hauskaninchen. Erreger sind Caliciviren (unbehüllte RNA-Viren), hauptsächlich die Varianten RHDV-1 („klassische“ Variante, 1984 aus China) und seit 2010 RHDV-2 (Frankreich), das sich weltweit ausgebreitet hat. RHDV-2 befällt zudem sehr junge Kaninchen (ab dem 7. Lebenstag) und teils auch Hasenarten und zeigt eine etwas niedrigere, aber stark schwankende Sterblichkeitsrate.
Seit 2019 gibt es eine neue, hochvirulente Virusvariante (RHD2hV) in Belgien und Frankreich. In Deutschland wurden bisher noch keine Fälle bekannt (Stand 2025).

Die Übertragung erfolgt vor allem oral über kontaminiertes Futter und direkten Kontakt sowie durch Vektoren (Mücken und bei RHDV-2 auch über Fliegen). Die Inkubationszeit ist kurz (1–3 Tage). Der Krankheitsverlauf ist meist perakut mit plötzlichen Todesfällen und ist durch nekrotisierende Hepatitis und Gerinnungsstörung gekennzeichnet. Klinisch treten u. a. Anorexie, Lethargie, neurologische Symptome, Atemnot, Nasenausfluss und z. T. Blutungen auf. In seltenen chronischen Fällen entwickelt sich ein Ikterus.
Eine Differenzierung von RHDV-1 und -2 erfolgt routinemäßig, die von RHD2hv bisher nicht (Stand Dezember 2025).
Eine Behandlung erfolgt symptomatisch. Die wichtigste Maßnahme ist die Impfung gegen beide Varianten, da in Deutschland derzeit vor allem RHDV-2, aber auch weiterhin klassische Stämme vorkommen.

Die RHD ist derzeit im Animal Health Law (AHL) der EU nicht gelistet (Stand Oktober 2026), jedoch in Deutschland gemäß § 4 TierSeuchMeldV meldepflichtig (betroffene Tierarten siehe dort).