Ridge
LABOKLIN Leistungs-ID: 8970
Charakteristisches Merkmal der Rasse Rhodesian Ridgeback ist der Ridge (Rückenkamm): ein deutlich abgegrenzter Streifen auf dem Rücken, bei dem die Haare in entgegengesetzter Richtung zum übrigen Fell wachsen, also von hinten nach vorne ausgerichtet sind.
Das Aussehen des Ridge wird durch die jeweiligen Rassestandards klar definiert. Beim Rhodesian Ridgeback sollte der Ridge unmittelbar hinter den Schultern beginnen und mittig über den Rücken bis etwa zur Höhe der Hüfthöcker verlaufen, dabei nach hinten hin etwas schmaler werden. Er sollte sich klar vom übrigen Fell abgrenzen und im Schulterbereich idealerweise eine Breite von etwa 4–5 cm aufweisen. Innerhalb des Ridges können sich zwei Haarwirbel (sogenannte Crowns) ausbilden, die sich idealerweise spiegelbildlich gegenüberstehen.
Die Ausprägung des Ridge wird durch eine genetische Variante im Ridge-Gen auf Chromosom 18 verursacht. Bei dieser Variante handelt es sich um eine Duplikation eines 133 kb langen DNA-Abschnittes, der mehrere Gene aus der FGF-Familie (FGF3, FGF4, FGF19, ORAOV1) sowie angrenzende Bereiche umfasst. Es handelt sich um eine autosomal-dominante Variante mit unvollständiger Penetranz. Die folgenden Genotypen können vorliegen:
- r/r: ohne Ridge (ridgeless); die Ridge-Variante ist nicht vorhanden und kann nicht an die Nachkommen vererbt werden
- R/r: heterozygot; eine Kopie der Ridge-Variante ist vorhanden und kann mit 50 % Wahrscheinlichkeit an die Nachkommen vererbt werden; 95 % der R/r-Hunde tragen einen Ridge, bei ca. 5 % der R/r-Hunde ist das dominante R-Allel stillgelegt (silenced), sodass diese Hunde keinen Ridge aufweisen
- R/R: homozygot; zwei Kopien der Ridge-Variante sind vorhanden, die Ridge-Variante wird zu 100 % an die Nachkommen weitervererbt
Anhand des Gentests kann ermittelt unterschieden werden, ob das Ridge-Gen heterozygot (R/r) oder homozygot (R/R) vorliegt. So lässt sich anhand der Genotypen der Verpaarungspartner vorhersagen, ob bei den Nachkommen auch Welpen ohne Ridge zu erwarten sind.
Es gibt Hinweise darauf, dass Abweichungen vom gewünschten Aussehen des Ridges, wie beispielsweise ein verkürzter oder partieller Rückenkamm oder das Vorliegen von mehr als zwei Haarwirbeln (Crowns), möglicherweise gehäuft bei Hunden mit dem Genotyp R/R vorkommen. Die genauen Zusammenhänge wurden jedoch noch nicht abschließend untersucht.
| Methode | droplet digital PCR |
| Rasse | Rhodesian Ridgeback |
| Erbgang | autosomal-dominant mit unvollständiger Penetranz |
| Dauer | 1 - 2 Wochen nach Erhalt der Probe |