Leistungsspektrum

Aktuelle Informationen

Bei Laboklin konnten wir den Erreger bei einem Pferd bereits erfolgreich mittels PCR aus Liquor nachweisen.
Beim Rind gilt EDTA-Blut (oder Serum) als geeignetes Material, ein positiver Nachweis beim Pferd konnte bisher in unserem Labor nicht erbracht werden. Nach aktuellem Kenntnisstand wird eine kurze Virämiephase beim Pferd vermutet, wodurch der Erregernachweis im Blut zeitlich limitiert zu sein scheint. Ein negatives PCR-Ergebnis aus EDTA-Blut schließt eine Infektion daher nicht aus.

Allgemeine Informationen

Das Shamonda-Virus (SHAV) gehört zu den Orthobunyaviren und ist mit dem bereits bekannten Schmallenbergvirus (SBV) verwandt. Das Virus wurde in Deutschland sowie in Frankreich, der Schweiz und Österreich nachgewiesen und breitet sich weiter aus. In Deutschland erfolgte der erste Nachweis Anfang August 2026. Es wird durch Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen, betroffen sind bisher hauptsächlich Rinder. Hier löst es insbesondere Fieber, Durchfall, Fressunlust und einen Rückgang der Milchleistung aus, der bis zu 3 Wochen anhalten kann. In Anlehnung an die Erkenntnisse vom SBV ist davon auszugehen, dass bei einer Infektion in bestimmten Phasen der Trächtigkeit es zu fetalen Schäden kommen kann. Die Infektion breitet sich rasant in den Beständen aus. Als Probenmaterial wird bei Tieren mit klinischen Symptomen EDTA-Blut benötigt, insbesondere bei Fieber, da die Virämie 3–5 Tage andauert. Pro Herde sollten mindestens 2–3 Tiere getestet werden. Das Virus wurde bei Schafen und Ziegen sowie beim Alpaka nachgewiesen, aber bislang keine Berichte über klinische Symptome (Stand 01.09.2026) .

Zeitgleich kam es zu ungeklärten neurologischen Fällen bei Pferden in der Schweiz und in Süddeutschland. Bei 3 von diesen Pferden konnte Shamonda-like Virus im Hirngewebe gefunden werden. In einem Fall wurde eine hohe Viruslast festgestellt, was auf einen Zusammenhang mit den klinischen neurologischen Symptomen hindeutet.

Als Prophylaxe ist bisher für alle Tierarten nur die Gnitzen-Bekämpfung möglich, ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung.