ACTH-Stimulationstest

LABOKLIN Leistungs-ID: 141


Diagnose

  • Diagnostik Hypoadrenokortizismus (M. Addison)
  • Abklärung von iatrogenem Cushing-Syndrom
  • Verdacht auf Cushing-Syndrom
  • Pferd: Abklärung eines Hypoadrenokortizismus (M. Addison)/iatrogenen Cushing-Syndroms

Material

Serum 2 x 0,5 ml (siehe auch Anmerkung)

Testdurchführung

  • erste Blutentnahme = Basalwert
  • Hund: Injektion von 5 μg ACTH/kg als Cosacthen® i.v./(i.m.)
  • Katze: Injektion von 5 μg/kg Cosacthen® i.v./(i.m.)
  • zweite Blutentnahme (= Stimulationswert) bei Hund und Katze: 1 Std. nach ACTH-Injektion
  • Meerschweinchen: Basalcortisol, 2 I.E. ACTH/kg, i.v./i.m.; 2. Probenentnahme nach 4 Stdn.
  • Pferd: Injektion von 100 I.E. ACTH i.v. (nur Hypoadrenokortizismus)
  • zweite Blutentnahme 2 Stdn. nach ACTH-Gabe = Stimulationswert beim Pferd

Parameter

Cortisol

Methode

Chemoluminiszenzassay (CLIA)

Tierart(en)

Hund, Katze, Pferd, Meerschweinchen, weitere auf Anfrage

Dauer

Befundübermittlung am Tag des Probeneingangs (Mo.-Sa.)

Bewertung

  • Zur Beurteilung der Cortisol-Konzentration sollte eine vorangegangene Glukokortikoid Behandlung ausgeschlossen werden (außer bei Abklärung von iatrogenem Cushing-Syndrom).
  • Fragestellung Diagnose Hypoadrenokortizismus (M. Addison): In der Regel liegen bei Hunden mit Hypoadrenokortizismus die Konzentrationen im unteren Referenzintervall oder darunter. Eine Stimulation führt im typischen Fall zu keinem oder nur geringfügigen Anstieg des Cortisolspiegels. Die Aufnahme von Steroiden kann ähnliche Resultate ergeben.
  • Fragestellung Diagnose Cushing-Syndrom: Bei passender Klinik und erhöhten Stimulationswerten kann ein Cushing-Syndrom in Betracht gezogen werden. Beim Hund gilt der ACTH-Stimulationstest als spezifischer, aber weniger sensitiv als der Low-Dose-Dexamethason-Suppressionstest zur Diagnostik eines Cushing-Syndroms. Insbesondere bei durch einen adrenalen Tumor ausgelostem Cushing-Syndrom sind falsch negative Ergebnisse häufig.
  • Andere Grunderkrankungen (z. B. Diabetes mellitus) können ebenfalls zu erhöhten Stimulationswerten führen.
  • Fragestellung Therapiekontrolle Cushing-Syndrom: Bei einer Therapie mit Trilostan (Vetoryl®) wird ein Stimulationswert zwischen 20 ng/ml und 50 ng/ml angestrebt. Zur Beurteilung dieser Therapie steht auch die „Therapiekontrolle Trilostan“ (siehe Rubrik Endokrinologie) zur Verfügung.
  • Pferd: Bei gesunden Tieren steigt der Cortisolwert um ca. 80% an; Pferde mit einem Hypoadrenokortizismus (M. Addison) haben sehr niedrige Basalwerte, die nach Stimulation nicht oder nur gering ansteigen.
  • Meerschweinchen: Zur Therapiekontrolle des Cushing-Syndroms; bei der Diagnosestellung keine Unterscheidung zwischen hypophysärem und adrenalem Cushing-Syndrom möglich; Referenzwerte sind nicht vorhanden.

Anmerkung

Ein ACTH-Stimulationstest kann beim Meerschweinchen auch aus Speichel erfolgen (Leistungs-ID: 1329 Speichelcortisol-Stimulationstest). Probengefäße werden gestellt; die Speichelproben werden mittels ELISA untersucht.