Allgemeine Informationen
Beim West Nile Virus (WNV) handelt es sich um ein in verschiedenen, v. a. tropischen Regionen der Welt endemisch vorkommendes RNA-Virus der Familie Flaviviridae. Das Virus breitet sich seit Jahren weiter nach Norden aus und wird seit 2018 auch in Deutschland nachgewiesen.
Das Virus wird von blutsaugenden Insekten übertragen. Als Fehlwirte („dead-end hosts“; nicht infektiös) empfänglich sind Pferde, Reptilien, Menschen und andere Säugetiere; Vögel können selbst erkranken und stellen das Erregerreservoir dar.
Das West-Nil-Fieber ist im Animal Health Law (AHL) der EU gelistet und in Deutschland gemäß § 3 TierSeuchMeldV bereits bei Verdacht meldepflichtig (betroffene Tierarten siehe dort).
Erkrankte Pferde zeigen Symptome einer Enzephalitis, aber auch Ataxien, Zitterkrämpfe und Lähmungen können auftreten. Etwa 10 % der infizierten Pferde entwickeln eine neurologische Symptomatik. Etwa 30 % dieser erkrankten Pferde erleiden nach anfänglicher Besserung der Symptome einen Rückfall, bei welchem die Letalität dann hoch ist (30–50 %).
Beim Vogel verläuft eine Infektion je nach Art symptomlos bis tödlich. Besonders empfänglich für eine Erkrankung sind Sperlingsvögel, Greifvögel und Eulenarten. Bei diesen kann es zu schweren Epidemien mit zentralnervöser Symptomatik (z. B. Gleichgewichtsstörung, Zittern, Unfähigkeit zu fliegen) sowie gehäuften Todesfällen kommen.