{"id":1621838,"date":"2026-06-30T13:48:17","date_gmt":"2026-06-30T11:48:17","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1621838"},"modified":"2026-06-30T14:04:29","modified_gmt":"2026-06-30T12:04:29","slug":"praeanalytik-in-der-endokrinologie-bei-hund-und-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/praeanalytik-in-der-endokrinologie-bei-hund-und-katze\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4analytik in der Endokrinologie bei Hund und Katze"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Pr\u00e4analytik? Was ist das \u00fcberhaupt und wie kann sie meine Ergebnisse beeinflussen?<\/h2>\n<p>Die Pr\u00e4analytik umfasst alle Bereiche VOR der eigentlichen Analyse des Probenmaterials. Hierzu geh\u00f6rt die Indikationsstellung f\u00fcr die jeweilige Analyse, welche sich aus Anamnese und klinischer Untersuchung ergibt, die Patientenvorbereitung, Auswahl der korrekten Probe und Probengef\u00e4\u00dfe, die Probenentnahme und Probenvorbereitung, der Probentransport, die Probenlagerung und Probenaufarbeitung, kurz: der gesamte Weg der Probe bis hin zur Analyse.<\/p>\n<p>Diverse Studien haben sich mit dem Thema Fehlerquellen bei Laboruntersuchungen besch\u00e4ftigt.<br \/>\nDabei zeigt sich, wie extrem wichtig das \u201eDavor\u201c ist. Angefangen bei der richtigen Testauswahl \u00fcber Probenentnahme und Transportbedingungen haben wir viele Einflussfaktoren bei der Pr\u00e4analytik (Abb. 1). Gerade beim Thema Endokrinologie sind die Anforderungen an die Probe aufgrund der vielfach kaprizi\u00f6sen Eigenschaften der Hormone im Hinblick auf ihre Stabilit\u00e4t und die Beeinflussbarkeit der Messung durch die Probenqualit\u00e4t hoch.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1621838 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Die gr\u00f6\u00dfte Fehlerquelle bei der Untersuchung von\nLaborproben liegt in der Pr\u00e4analytik (nach Nordin et al. 2024)\n&lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"814\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/fehlerquellen_laborproben.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"695\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/fehlerquellen_laborproben-1024x695.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Die gr\u00f6\u00dfte Fehlerquelle bei der Untersuchung von Laborproben liegt in der Pr\u00e4analytik (nach Nordin et al. 2024)\" aria-describedby=\"gallery-1-1621908\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/fehlerquellen_laborproben-1024x695.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/fehlerquellen_laborproben-300x204.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/fehlerquellen_laborproben-768x521.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/fehlerquellen_laborproben.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1621908'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Die gr\u00f6\u00dfte Fehlerquelle bei der Untersuchung von\nLaborproben liegt in der Pr\u00e4analytik (nach Nordin et al. 2024)\n<br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1756890211651{margin-top: 30px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Die im Folgenden angegebenen Angaben zum Probenmaterial beziehen sich auf aktuell gebr\u00e4uchliche Messmethoden f\u00fcr verschiedene Analyte bei Laboklin. Aufgrund von Weiterentwicklungen k\u00f6nnen sich die Anforderungen mit der Zeit \u00e4ndern. Im Zweifelsfall ist ein schneller Anruf im Labor vor der Probenentnahme empfehlenswert.<\/p>\n<p>Ganz grunds\u00e4tzlich gilt: Starke H\u00e4molyse oder Lip\u00e4mie von Blutproben sollten vermieden werden. H\u00e4ufige Gr\u00fcnde f\u00fcr eine h\u00e4molytische Probe sind langes Stauen, schwierige Punktionen, Koagulation des Serums im K\u00fchlschrank statt bei Raumtemperatur und insbesondere fehlendes Abtrennen von Serum\/Plasma vor dem Versand. Viele Hormontests wurden mit n\u00fcchtern entnommenem Blut validiert. Daher empfiehlt sich f\u00fcr Hormonmessungen generell die N\u00fcchternblutentnahme. Dies reduziert gleichsam das Auftreten lip\u00e4mischer Proben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Schilddr\u00fcse<\/h2>\n<p><strong>T4 (gesamt \u2013 TT4, freies \u2013 fT4) und T3<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Screening Hypothyreose, Screening und Diagnose Hyperthyreose<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> T4-Konzentrationen k\u00f6nnen durch nicht-thyreoidale Erkrankungen (non-thyroidal illness, NTI) und verschiedene Medikamente reduziert sein. Freies T4 ist etwas weniger stark von diesen Einfl\u00fcssen betroffen, die Konzentration kann aber ebenfalls durch NTI und Medikamente vermindert sein. Eine Differenzierung zu einer tats\u00e4chlichen Schilddr\u00fcsenunterfunktion bedarf weiterer Diagnostik.<\/p>\n<p><u>Messmethoden:<\/u> Die Bestimmung ist mit zwei verschiedenen Methoden m\u00f6glich.<\/p>\n<ol>\n<li>CLIA (Chemilumineszenz-Immuno-Assay) \u2013 der Test basiert auf einer immunologischen Bindung des T4-Molek\u00fcls. F\u00fcr das initiale Screening ist diese (kosteng\u00fcnstigere) Methode oft ausreichend.<\/li>\n<li>LC-MS\/MS (Liquid Chromatography \u2013 Tandem Mass Spectrometry). Diese setzt sich zunehmend als Goldstandard durch. Sie gilt als besonders pr\u00e4zise, da ausschlie\u00dflich das T4-Molek\u00fcl gemessen wird und somit keine Interferenzen durch Metabolite oder Antik\u00f6rper entstehen. Die LC-MS\/MS-Messung steht bei Laboklin f\u00fcr T4, T3 und rT3 (s. ) zur Verf\u00fcgung.<\/li>\n<\/ol>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum (LC-MS\/MS zwingend, CLIA pr\u00e4feriert).<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> TT4 und fT4 bleiben bei Raumtemperatur f\u00fcr drei bis f\u00fcnf Tage stabil. Bei fT4 kann es nach &gt; 5 Tagen und\/oder bei hohen Umgebungstemperaturen (2 Tage) zu einer Dissoziation des T4 von den Bindungsproteinen kommen, was zu falsch hohen fT4- Konzentrationen f\u00fchrt. Freie Fetts\u00e4uren k\u00f6nnen einen \u00e4hnlichen Effekt haben. fT4 steigt dann in der Blutprobe an, was zu Fehlinterpretationen f\u00fchren kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>TSH<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Abkl\u00e4rung einer Hypothyreose, Therapiekontrolle<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Bei einer niedrigen T4-Konzentration und passender klinischer Symptomatik best\u00e4tigt ein erh\u00f6htes TSH in der Regel das Vorliegen einer Hypothyreose. Allerdings liegen bei ca. 30 % der hypothyreoten Hunde niedrige TSH-Konzentrationen vor. In diesem Fall ist eine weitere Diagnostik zur Differenzierung von NTI und Hypothyreose notwendig.<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> CLIA<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> TSH ist bei Raumtemperatur 24 Stunden, gek\u00fchlt (2\u20138 \u00b0C) sieben Tage stabil.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Reverses T3 (rT3)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Hilfestellung zur Differenzierung von NTI und Hypothyreose bei reduzierter T4-Konzentration ohne Erh\u00f6hung von TSH beim Hund; Hilfestellung bei Hyperthyreose-Verdacht bei der Katze wenn T4 nicht erwartungsgem\u00e4\u00df erh\u00f6ht ist<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> rT3 ist ein sehr vielversprechender Parameter. Den-noch muss die Interpretation im klinischen Kontext und in Kombination mit weiteren Schilddr\u00fcsenparametern erfolgen.<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> LC-MS\/MS<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen<\/u>: rT3 ist bei Raumtemperatur 14 Tage stabil.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Autoantik\u00f6rper (gegen Thyreoglobulin, T3, T4)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Verdacht auf Interferenzen mit T4-CLIA Messung, Zuchthygiene\/Zuchtzulassung<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Immunsuppression (Medikamente) und Immunstimulation (z. B. Impfungen) k\u00f6nnten zu ver\u00e4nderten Antik\u00f6rperkonzentrationen f\u00fchren, was bei der Befundinterpretation ber\u00fccksichtigt werden sollte.<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> ELISA. Es wird entweder ein quantitatives (prozentualer Anteil in der Probe) oder qualitatives (positiv\/negativ) Ergebnis angegeben.<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Antik\u00f6rper sind relativ stabil. Bei Transportzeiten &gt; 48 Stunden sollte die Probe jedoch gek\u00fchlt versandt werden. F\u00fcr die Antik\u00f6rper-Bestimmung ist die Probenqualit\u00e4t besonders wichtig (Probe zwingend sauber trennen, keine H\u00e4molyse, keine Lip\u00e4mie).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Nebenschilddr\u00fcse (Parathyroidea)<\/h2>\n<p><strong>Parathormon (PTH)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Abkl\u00e4rung eines Hyper- oder Hypoparathyroidismus<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Da f\u00fcr die Interpretation die Korrelation mit der Calcium-Konzentration im Blut zum Zeitpunkt der Blutentnahme f\u00fcr PTH entscheidend ist, sollte die Bestimmung von PTH und Calcium aus derselben Serumprobe bzw. aus Serum, das zum selben Entnahmezeitpunkt gewonnen wurde, erfolgen.<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> CLIA<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> PTH ist instabil. Die pr\u00e4analytische Handhabung ist daher von gro\u00dfer Bedeutung. Probe koagulieren lassen (nicht l\u00e4nger als 30 Minuten) dann sofort abzentrifugieren und abpipettieren. Das abgetrennte Serum muss tiefgefroren gelagert und versandt werden. Mindestens erfolgt der Versand mit vorgefrorenen K\u00fchlakkus, optimal mit Trockeneis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Nebenniere<\/h2>\n<p><strong>Cortisol<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen<\/u>: Screening-Parameter zum Ausschluss eines Hypoadrenokortizismus, Messung im Rahmen von ACTH-Stimulationstest und Dexamethason-Suppressionstest<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Cortisol wird bei Stress (emotional und k\u00f6rperlich) vermehrt ausgesch\u00fcttet. Dies wirkt sich auf die Funktionstests aus. Insbesondere der Dexamethason-Suppressionstest sollte nach Behebung von Begleiterkrankungen und so stressarm wie m\u00f6glich durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> CLIA; LC-MS\/MS bei besonderen Fragestellungen m\u00f6glich. In der Routinediagnostik wird Cortisol mittels immunologischer Messverfahren (CLIA) bestimmt. In der Humanmedizin setzt sich auch beim Cortisol die Messung mittels LC-MS\/MS als eine hochspezifische und pr\u00e4zise Messmethode mehr und mehr durch.<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Bestimmung im Plasma m\u00f6glich. Im Sinne der Standardisierung von Hormonmessungen wird jedoch Serum bevorzugt. Insbesondere sollte aber f\u00fcr Verlaufsuntersuchungen und Funktionstests immer das gleiche Probenmaterial verwendet werden.<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Cortisol ist in Serumproben grunds\u00e4tzlich bei Raumtemperatur \u00fcber einen Zeitraum von 3\u20135 Tagen stabil. Eine deutliche Lip\u00e4mie kann die Cortisol-Messung mittels immunologischer Verfahren beeinflussen. Auch wenn es an sich nicht notwendig ist, dass der Patient f\u00fcr einen Funktionstest n\u00fcchtern ist, kann es daher ratsam sein, vor der Testdurchf\u00fchrung nur eine kleine und\/oder fettreduzierte Mahlzeit f\u00fcttern zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Urin-Cortisol-Kreatinin-Quotient (UCCR)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikation:<\/u> Screening f\u00fcr ein m\u00f6gliches Cushing-Syndrom<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Urinproben zur Bestimmung des UCCR werden idealerweise morgens und in stressfreier Umgebung mit mindestens zwei Tagen Abstand zum Tierarztbesuch gewonnen. Vor der Einsendung sollte ein Harnwegsinfekt ausgeschlossen werden (Harnstatus mit Sedimentuntersuchung).<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> Bei der Bestimmung von Cortisol im Urin ist es bei einem der in der Tiermedizin weit verbreitetem Test Teste (CLIA, Immulite 2000\u00ae, Siemens, Deutschland) durch Ver\u00e4nderungen am Substrat seitens des Herstellers zu Problemen bzgl. der Zuverl\u00e4ssigkeit der Messergebnisse f\u00fcr Hundeurin gekommen. Das bei Laboklin eingesetzte Assay betrifft dies nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Endogenes ACTH (eACTH)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Zur weiteren Differenzierung bei Cushing-Syndrom oder Hypoadrenokortizismus (Morbus Addison)<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> CLIA<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> EDTA-Plasma<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Endogenes ACTH ist\u00a0 insbesondere beim Hund im Probenmaterial instabil. Es wird durch endogene Enzyme im Blut schnell abgebaut, was zu falsch niedrigen Ergebnissen f\u00fchren kann. Bei -20 \u00b0C im separierten Plasma eingefroren ist eACTH \u00fcber l\u00e4ngere Zeiten stabil. Das Blut muss daher in vorgek\u00fchlten EDTA-R\u00f6hrchen abgenommen (R\u00f6hrchen am besten vor der Entnahme bei -20 \u00b0C im Gefrierschrank k\u00fchlen) und sofort zentrifugiert und getrennt werden. Das Plasma wird in ein unbeschichtetes R\u00f6hrchen \u00fcberf\u00fchrt und tiefgefroren versandt. Die Probe sollte optimal gefroren im Labor eintreffen. Probengef\u00e4\u00dfe aus Glas eignen sich nicht, da eACTH an Glas bindet, was die gemessene Konzentration reduziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aldosteron<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikation:<\/u> Abkl\u00e4rung Hyperaldosteronismus<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Der Patient sollte ausreichend hydriert sein, da das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) durch Hypovol\u00e4mie\/Dehydratation beeinflusst wird. Bei azot\u00e4mischen Patienten ist die alleinige Bestimmung von Aldosteron zur Diagnose eines prim\u00e4ren Hyperaldosteronismus nicht ausreichend, weil dieses auch bei Nierenerkrankungen ansteigen kann. Die F\u00fctterungszeit kann einen wesentlichen Einfluss auf das RAAS haben, daher wird eine N\u00fcchternblutentnahme explizit empfohlen.<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> LC-MS\/MS. Diese Methode gilt als sehr pr\u00e4zise und den immunologischen Messverfahren \u00fcberlegen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu wissen, dass bei der Analyse mittels LC-MS\/MS niedrigere Aldosteron-Konzentrationen gemessen werden als bei anderen Verfahren. Dies ist bei den von Laboklin angegebenen Referenzwerten ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Die Probe sollte so frisch wie m\u00f6glich (nicht \u00e4lter als 48 Stunden) sein. Nicht l\u00e4nger als 30 Minuten koagulieren lassen, dann sofort abzentrifugieren und abpipettieren. Die abgetrennte Probe muss schnellstm\u00f6glich gek\u00fchlt werden und gek\u00fchlt im Labor ankommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>RAAS-Profil (Berechnung der Renin-Aktivit\u00e4t, ACE-Aktivit\u00e4t und der AA2-Ratio)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikation:<\/u> Abkl\u00e4rung eines Hyperaldosteronismus bei Patienten mit gleichzeitiger Azot\u00e4mie<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Der Patient sollte ausreichend hydriert sein, da das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System durch Hypovol\u00e4mie\/Dehydratation beeinflusst wird. Die F\u00fctterungszeit kann einen wesentlichen Einfluss auf das RAAS haben, daher wird eine N\u00fcchternblutentnahme explizit empfohlen.<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> Berechnung der Renin-Aktivit\u00e4t nach Messung von Aldosteron, Angiotensin I und Angiotensin II mittels LC-MS\/MS. Die Methode ist f\u00fcr die Katze und den Hund validiert.<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Angiotensin I + II sind instabil, insbesondere d\u00fcrfen sie keinen Temperaturen von 4\u20138 \u00b0C ausgesetzt sein. Die Probe muss daher zwingend tiefgefroren im Labor ankommen. Nicht l\u00e4nger als 30 Minuten koagulieren lassen, dann sofort abzentrifugieren und abpipettieren. Serum danach sofort bei -20 \u00b0C einfrieren. Die Probe darf nicht im K\u00fchlschrank zwischengelagert werden und nach dem Einfrieren bis zum Eintreffen im Labor nicht antauen. Versand auf Trockeneis (!). Das Trockeneis kann von Laboklin bereitgestellt werden. Bitte nehmen Sie vorab Kontakt zur Fachberatung auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Katecholamine (Metanephrin, Normetanephrin)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Abkl\u00e4rung eines Ph\u00e4ochromozytoms \/ Katecholamin-produzierenden Paraganglioms<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Katecholamine werden bei Stress ausgesch\u00fcttet. Somit k\u00f6nnen Stresssituationen zu einer vermehrten Freisetzung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Bestimmung im Urin ist weniger stark von der episodischen Katecholaminfreisetzung beeinflusst als die im Blut. Uringewinnung per Zystozentese oder aufgefangen m\u00f6glich. Eine Probenentnahme im h\u00e4uslichen Umfeld ist nicht zwingend erforderlich. Vor der Einsendung sollte jedoch ein Harnwegsinfekt ausgeschlossen werden (Harnstatus mit Sedimentuntersuchung).<\/p>\n<p>Medikamente wie Phenoxybenzamin, Metoclopramid, \u03b2-Blocker, Calciumkanalblocker oder Sympathomimetika (Epinephrin, Dopamin, Dobutamin, Phenylpropanolamin, Terbutalin) k\u00f6nnen falsch-hohe Werte verursachen. Insbesondere sollte beachtet werden, dass die Probengewinnung vor Start einer m\u00f6glichen Therapie mit Phenoxybenzamin erfolgt.<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> LC-MS\/MS<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> EDTA-Plasma oder Urin (spontan oder Zystozentese)<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Im Blut instabil. Die Blutprobe muss sofort abzentrifugiert und das Plasma abgetrennt werden. Nach \u00dcberf\u00fchrung in ein unbeschichtetes Probengef\u00e4\u00df gek\u00fchlt lagern (4 \u00b0C, max. 3 Tage stabil) oder bei -20 \u00b0C einfrieren. Gek\u00fchlter Versand (muss gek\u00fchlt im Labor ankommen: vorgefrorene K\u00fchlakkus, optimal Trockeneis).<\/p>\n<p>Im Urin auch bei Raumtemperatur f\u00fcr mehrere Tage stabil. Auf die fr\u00fcher durchgef\u00fchrte Ans\u00e4uerung wird mittlerweile verzichtet. Sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin durchgef\u00fchrte Studien zeigen, dass sie nicht notwendig ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Hypophyse<\/h2>\n<p><strong>Insulin-Like-Growth-Factor-1 (IGF-1)<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikationen:<\/u> Akromegalie (Hypersomatotropismus), Zwergwuchs (Hyposomatotropismus)<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> CLIA<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Probe koagulieren lassen (nicht l\u00e4nger als 30 Minuten) dann sofort abzentrifugieren und abpipettieren. Das abgetrennte Serum sollte sofort gek\u00fchlt werden. Der Versand erfolgt gek\u00fchlt. Wenn das Blut schnell abzentrifugiert und getrennt wird, ist IGF-2 bei Raumtemperatur 24 Stunden und bei +4 \u00b0C bis zu sieben Tage stabil.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Endokrines Pankreas<\/h2>\n<p><strong>Insulin<\/strong><\/p>\n<p><u>Indikation:<\/u> Insulinom<\/p>\n<p><u>Wichtige \u00dcberlegungen vor der Probenentnahme:<\/u> Blutentnahme w\u00e4hrend dokumentierter Hypoglyk\u00e4mie (Blutzucker &lt; 3,3 mmol\/l bzw. &lt; 60 mg\/dl).<\/p>\n<p>Glukose- und Insulinmessung m\u00fcssen aus dem zum selben Zeitpunkt abgenommen Serum erfolgen. Optimal erfolgt die Blutprobengewinnung aus einem gr\u00f6\u00dferen Gef\u00e4\u00df (z. B. Vena jugularis) mit einer gro\u00dfvolumigen Nadel (relativ gro\u00dfe Blutmenge ben\u00f6tigt, Vermeidung von H\u00e4molyse, z\u00fcgige Blutentnahme m\u00f6glich).<\/p>\n<p><u>Messmethode:<\/u> CLIA (Hund), ELISA (Katze)<\/p>\n<p><u>Probenmaterial:<\/u> Serum<\/p>\n<p><u>Gut zu wissen:<\/u> Insulin ist im Serum bei Raumtemperatur instabil und kann innerhalb weniger Stunden signifikant degradiert werden. Blut koagulieren lassen (nicht l\u00e4nger als 30 Minuten) dann sofort abzentrifugieren und abpipettieren, um einen Abbau m\u00f6glichst zu verhindern. K\u00fchl lagern (4 \u00b0C). Wenn die Analyse nicht innerhalb von 24 h erfolgt, einfrieren bei -20 \u00b0C (f\u00fcr l\u00e4ngere Lagerung -80 \u00b0C).<br \/>\nGek\u00fchlter Versand (vorgefrorene K\u00fchlakkus, bei l\u00e4ngerer Transportdauer Trockeneis) muss sichergestellt sein \u2013 die Probe muss gek\u00fchlt (4\u20138\u00b0 C) im Labor eintreffen. Da es bei H\u00e4molyse zur Freisetzung Insulin-abbauender Enzyme kommen kann, sollte diese auf jeden Fall vermieden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Jennifer von Luckner, Ruth Klein<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><strong>Unsere<\/strong> <strong>Leistungen<\/strong> <strong>rund<\/strong> <strong>um<\/strong> <strong>die<\/strong> <strong>Endokrinologie<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Einzelhormonbestimmungen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">Funktionsstests<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\">spezielle Profile<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713769814380{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\"><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/span><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Aus der Humanmedizin: Nordin N, Ab Rahim SN, Wan Omar WFA, Zulkarnain S, Sinha S, Kumar S, Haque M. Preanalytical Errors in Clinical Laboratory Testing at a Glance: Source and Control Measures. Cureus. 2024 Mar 30;16(3):e57243.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Spezielle Literatur wird sehr gerne auf Nachfrage zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1761741256523{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1733824634434{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fa fa-solid fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1782821055621{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F06%2Fpraeanalytik_in_der_endokrinologie_hund_katze.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%2006.2026|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1733824644825{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1782821066227{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 0px !important;padding-top: 35px !important;padding-bottom: 0px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/praeanalytik_in_der_endokrinologie_hund_katze.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Pr\u00e4analytik in der Endokrinologie bei Hund und Katze<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4analytik in der Endokrinologie bei Hund und Katze: Tipps zur Probenentnahme, Lagerung und Diagnostik f\u00fcr verl\u00e4ssliche Laborergebnisse.<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":1621908,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"both","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":301,"_seopress_analysis_target_kw":"Pr\u00e4analytik Endokrinologie Hund Katze,Hormonuntersuchung Hund Katze,Endokrinologie Veterin\u00e4rmedizin,Probenentnahme Hormondiagnostik,Laboruntersuchung Hund Katze","footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-1621838","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell","category-28","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1621838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1621838"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1621838\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1621968,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1621838\/revisions\/1621968"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1621908"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1621838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1621838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1621838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}