{"id":1470629,"date":"2024-04-15T12:40:24","date_gmt":"2024-04-15T10:40:24","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1470629"},"modified":"2024-04-16T12:50:29","modified_gmt":"2024-04-16T10:50:29","slug":"hautprobleme-pferd-hilfreiche-diagnostik-aus-dem-labor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/hautprobleme-pferd-hilfreiche-diagnostik-aus-dem-labor\/","title":{"rendered":"Hautprobleme Pferd \u2013 hilfreiche Diagnostik aus dem Labor"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Pferde sind zwar keine gro\u00dfen Hunde, dennoch gibt es viele Dinge, wie z. B. dermatologische Untersuchungsmethoden, die nahezu identisch mit denen f\u00fcr den Hund sind.<\/p>\n<p>Der sicherlich wichtigste Beitrag ist die ausf\u00fchrliche Anamnese, da diese oft 70 % Anteil an der Diagnose hat. Gerade beim Pferd oft schwierig, denn wer ist der richtige Ansprechpartner? Der Besitzer, der Reiter, der Trainer, der Stallbursche?<\/p>\n<p>Nach einer ausf\u00fchrlichen Anamnese kommt es zum klinischen Untersuchungsgang, bei dem das Pferd von vorne bis hinten, von oben bis unten untersucht wird. Schleimh\u00e4ute und mukokutane \u00dcberg\u00e4nge, Hufe, Kastanien, ventrale Bauchnaht und Ganaschen, nichts sollte vergessen werden.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend erstellt man die Liste der Differentialdiagnosen, die daraufhin mit dermatologischen Untersuchungen ausgeschlossen oder erh\u00e4rtet werden. Laboklin bietet eine sch\u00f6ne, ausf\u00fchrliche Brosch\u00fcre zum Thema dermatologische Untersuchungen an, in der alle Untersuchungen detailliert und bebildert erkl\u00e4rt werden. Einige dieser hier beschriebenen Untersuchungen k\u00f6nnen selbst in der Praxis untersucht werden, alle k\u00f6nnen jedoch selbstverst\u00e4ndlich ins Labor eingesandt werden!<\/p>\n<h2>Das oberfl\u00e4chliche Hautgeschabsel<\/h2>\n<p>Zur Durchf\u00fchrung eines Hautgeschabsels ben\u00f6tigen wir einen scharfen L\u00f6ffel oder eine Skalpellklinge (gebrauchte haben sich bew\u00e4hrt, da dadurch die Verletzungsgefahr minimiert wird), Paraffin\u00f6l, einen Objekttr\u00e4ger inklusive Deckgl\u00e4schen und ein Mikroskop in guter Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das oberfl\u00e4chliche Geschabsel kommt beim Pferd haupts\u00e4chlich bei der Suche nach Parasiten wie Chorioptes, in seltenen F\u00e4llen auch f\u00fcr Psoroptes, Sarcoptes oder die rote Vogelmilbe zum Einsatz.<\/p>\n<p>Skalpellklinge und\/oder Haut m\u00fcssen mit Paraffin\u00f6l gut angefeuchtet werden. Nun wird sehr oberfl\u00e4chlich geschabt, um die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Menge an Schuppen\/Material zu gewinnen. Das auf der Klinge haftende Material bringt man vorsichtig auf einen Objekttr\u00e4ger mit einem Tropfen Paraffin\u00f6l auf, vermengt es gut und deckt mit einem Deckgl\u00e4schen ab. Anschlie\u00dfend erfolgt die mikroskopische Beurteilung mit dem 4er-Objektiv, indem man die gesamte Oberfl\u00e4che des Objekttr\u00e4gers systematisch (m\u00e4anderf\u00f6rmig) absucht.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1470629 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Pferd mit einem Pemphigus foliaceus &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1230\" data-large_image_height=\"816\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pferd_mit_Pemphigus_foliaceus.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"679\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pferd_mit_Pemphigus_foliaceus-1024x679.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1470316\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pferd_mit_Pemphigus_foliaceus-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pferd_mit_Pemphigus_foliaceus-300x199.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pferd_mit_Pemphigus_foliaceus-768x510.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Pferd_mit_Pemphigus_foliaceus.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1470316'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Pferd mit einem Pemphigus foliaceus <br><i>Bildquelle: Dr. Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Bei der Abklatschzytologie wird der Objekttr\u00e4ger auf die Hautver\u00e4nderung \u201egeklatscht\u201c. &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1237\" data-large_image_height=\"816\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Geschabsel-5a.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"675\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Geschabsel-5a-1024x675.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1470333\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Geschabsel-5a-1024x675.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Geschabsel-5a-300x198.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Geschabsel-5a-768x507.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Geschabsel-5a.jpg 1237w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1470333'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Bei der Abklatschzytologie wird der Objekttr\u00e4ger auf die Hautver\u00e4nderung \u201egeklatscht\u201c. <br><i>Bildquelle: Dr. Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Die markierte Stelle wird bei der Hautbiopsie mit Lidocain unterspritzt. &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1230\" data-large_image_height=\"816\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Biopsie4.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"679\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Biopsie4-1024x679.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1470350\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Biopsie4-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Biopsie4-300x199.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Biopsie4-768x510.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Biopsie4.jpg 1230w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1470350'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Die markierte Stelle wird bei der Hautbiopsie mit Lidocain unterspritzt. <br><i>Bildquelle: Dr. Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1657177034207{margin-top: 20px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Da ein Chorioptes-Befall meist juckende Ver\u00e4nderungen an den Fesseln verursacht, kann man auch eine Petrischale unter den betroffenen Bereich halten und mit einer Skalpellklinge Material hineinschaben.<\/p>\n<h2>Das Trichogramm<\/h2>\n<p>Man ben\u00f6tigt eine Mosquitoklemme, einen Objekttr\u00e4ger, \u00d6l und ein Mikroskop. Die Haare werden in Richtung des Haarstriches ausgezogen und auf einen Objekttr\u00e4ger mit einem Tropfen Paraffin\u00f6l gelegt. Die Proben bedeckt man mit einem Deckgl\u00e4schen und bewertet sie mit dem 4er- und 10er-Objektiv.<\/p>\n<p>Mittels Trichoskopie ist es z. B. m\u00f6glich eine Dermatophytose zu diagnostizieren. Dies setzt jedoch eine gewisse Routine des Untersuchers voraus. Die infizierten Haare sind oft mit Sporen \u00fcberzogen und von Hyphen durchsetzt. Sie haben daher eine unregelm\u00e4\u00dfige (\u201eschmutzig\u201c ausschauende) Oberfl\u00e4che und sind an einem Ende abgebrochen. Das Anlegen einer Pilzkultur oder PCR ist jedoch in allen F\u00e4llen notwendig, um die Art des Dermatophyten zu bestimmen.<\/p>\n<p>Manchmal finden sich an den Haaren auch Haarlinge oder deren Nissen.<\/p>\n<p>Auch bei der Diagnose von nicht-entz\u00fcndlichen Alopezien kann das Trichogramm von Nutzen sein. Missgebildete Wurzeln kann man bei Follikeldystrophien\/-dysplasien und bei der Alopecia areata vorfinden.<\/p>\n<h2>Pilzuntersuchung<\/h2>\n<p>Hierf\u00fcr ben\u00f6tigt man eine Mosquitoklemme, kleine Papiert\u00fcten zum Transport des Untersuchungsmaterials und Petrischalen mit Sabouraud-Agar und DTM (Dermatophyte Test Medium) Doppeln\u00e4hrboden.<\/p>\n<h2>Pilzkultur und PCR<\/h2>\n<p>Bei Dermatophytose-Verdacht werden Haarproben ins Labor eingesandt. Im Labor kann eine Pilzkultur und\/oder ein PCR-Nachweis durchgef\u00fchrt werden. Die Haare werden vom Rand der verd\u00e4chtigen L\u00e4sion ausgezupft.<\/p>\n<h2>Zytologische Untersuchung<\/h2>\n<p>Die zytologische Untersuchung ist eine der wichtigsten und in der Dermatologie am h\u00e4ufigsten durchgef\u00fchrten Untersuchungen. Man ben\u00f6tigt: Objekttr\u00e4ger mit mattiertem Rand zum Beschriften der Proben, Injektionsnadel, Spritzen, Wattest\u00e4bchen, Skalpellklingen, Klebestreifen, F\u00e4rbel\u00f6sung, Mikroskop in guter Qualit\u00e4t mit 100er-Immersionsobjektiv und ein Immersions\u00f6l.<\/p>\n<p>Die zytologische Untersuchung von Proben ist eine n\u00fctzliche, rasche und preisg\u00fcnstige Methode, um innerhalb von wenigen Minuten wichtige Informationen \u00fcber eine Effloreszenz zu erhalten. Je nach Hautver\u00e4nderung und Lokalisation gibt es verschiedene Techniken der Probengewinnung.<\/p>\n<h2>Feinnadelaspiration<\/h2>\n<p>Diese Technik kommt bei Umfangsvermehrungen aller Art in Frage. Prinzipiell k\u00f6nnen 20 \u2013 25 G Kan\u00fclen und 2 \u2013 20 ml Spritzen verwendet werden. Grunds\u00e4tzlich gilt, je weicher das zu aspirierende Gewebe ist, eine desto feinere Kan\u00fcle sollte gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p>Es wird mit der armierten Spritze in das zu untersuchende Gewebe eingestochen und ein Vakuum erzeugt. Dann wird die Kan\u00fcle bis unter die Oberfl\u00e4che des Gewebes zur\u00fcckgezogen und zus\u00e4tzlich mindestens zweimal in verschiedene Richtungen wieder eingestochen, um verschiedene Lokalisationen der L\u00e4sion zu aspirieren. Um zu verhindern, dass das aspirierte Material aus der Kan\u00fcle in die Spritze gelangt, wird das Vakuum aufgehoben, w\u00e4hrend die Kan\u00fcle noch im Gewebe steckt. Die Kan\u00fcle wird wieder entfernt, Luft in die Spritze aspiriert, die Nadel wieder aufgesetzt und der Kan\u00fcleninhalt auf die Mitte eines oder mehrerer Objekttr\u00e4ger ausgepresst. Das Ausstreichen sollte direkt nach der Entnahme erfolgen.<\/p>\n<h2>Abklatsch<\/h2>\n<p>Diese Technik kommt bei allen exsudativen Effloreszenzen, bei fettig-schuppigen Hautoberfl\u00e4chen, bei Pusteln und Krusten, bei Schnittfl\u00e4chen von Hautstanzen oder bei Exzisionsbiopsien, nachdem man das entnommene Kn\u00f6tchen halbiert hat, zum Einsatz. Prinzipiell \u201eklatscht\u201c man einen Objekttr\u00e4ger auf die Stelle, von der die Probe gewonnen werden soll. Bei einer krust\u00f6sen Hautver\u00e4nderung dr\u00fcckt man entweder die Unterseite der Kruste auf den Objekttr\u00e4ger oder man entfernt die Kruste und dr\u00fcckt den Objekttr\u00e4ger auf die nun freiliegende Stelle unter der Kruste.<\/p>\n<h2>F\u00e4rbetechniken<\/h2>\n<p>Zuerst m\u00fcssen die Pr\u00e4parate luftgetrocknet werden. Am h\u00e4ufigsten wird in der Praxis eine modifizierte Schnellf\u00e4rbung nach Wright verwendet (z. B. Diff Quik\u00ae oder Hemacolor\u00ae). Der Objekttr\u00e4ger wird f\u00fcr jeweils 5 Sekunden in die Fixierung bzw. in das rote und blaue F\u00e4rbemittel getaucht. Anschlie\u00dfend sp\u00fclt man ihn entweder unter Leitungswasser oder destilliertem Wasser ab und l\u00e4sst ihn lufttrocknen. Die Qualit\u00e4t der F\u00e4rbung reicht, um entz\u00fcndliches Exsudat und grob neoplastisches Gewebe zu beurteilen.<\/p>\n<h2>Beurteilung<\/h2>\n<p>Zuerst verschafft man sich mit der kleinen Vergr\u00f6\u00dferung am Mikroskop einen \u00dcberblick. Danach sucht man sich eine vorteilhafte Stelle, an der die Zellen m\u00f6glichst gut angef\u00e4rbt sind und sch\u00f6n nebeneinander liegen. Im Anschluss geht man in die gro\u00dfe Vergr\u00f6\u00dferung, in der man die Zellen und auch Bakterien am besten beurteilen kann. Ein besonders eindrucksvolles Bild liefert hier das 100er-Objektiv mit \u00d6limmersion.<\/p>\n<h2>Die Hautbiopsie<\/h2>\n<p>Die Biopsie ist bei manchen Hauterkrankungen die einzige Methode, um zu einer definitiven Diagnose zu gelangen. Prinzipiell gilt, je mehr Proben und je gr\u00f6\u00dfer die Proben umso wahrscheinlicher ist ein aussagekr\u00e4ftiges Resultat zu erhalten. Es muss zuvor immer bedacht werden, alle sekund\u00e4ren Infektionen zu therapieren, da es sonst zu keinem aussagekr\u00e4ftigen Ergebnis kommen kann. Au\u00dferdem ist es sehr hilfreich, dem Pathologen einen ausf\u00fchrlichen Vorbericht zur Verf\u00fcgung zu stellen, da dieser ohne eine genaue Anamnese oft keine endg\u00fcltige Diagnose stellen kann.<\/p>\n<p>Man ben\u00f6tigt, neben einem handels\u00fcblichen kleinen OP-Besteck, eine Schere zum K\u00fcrzen der Haare \u00fcber den Effloreszenzen, einen Farbstift zum Kennzeichnen der zu entnehmenden Effloreszenzen, 2%iges Lidocain ohne Adrenalin, Spritzen, Biopsie-Punch mit 6 und 8 mm Durchmesser, Tupfer und einen Beh\u00e4lter mit 4- bis 10%igem Formalin.<br \/>\nEine Biopsie ist immer dann indiziert, wenn Effloreszenzen ein ungew\u00f6hnliches Aussehen haben, der gew\u00fcnschte Therapieerfolg ausbleibt, die Biopsie die einzige Diagnosem\u00f6glichkeit darstellt oder man einen Tumorverdacht hegt und eine pr\u00e4operative Abkl\u00e4rung des Gewebes haben will.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Probenentnahme ist es sehr wichtig, die oberfl\u00e4chlichen Hautschichten unber\u00fchrt zu belassen. Aus diesem Grund darf das K\u00fcrzen der Haare nur sehr schonend vorgenommen und die Haut auf gar keinen Fall mit chirurgischen Desinfektionsmitteln vorbehandelt werden. Die Haare werden mit einer Haarschere auf eine L\u00e4nge von 0,5 cm gek\u00fcrzt. Dabei m\u00fcssen die zu untersuchenden Effloreszenzen erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Die Biopsie-Entnahme wird im Allgemeinen unter Lokalan\u00e4sthesie durchgef\u00fchrt. Nachdem man die Stelle gekennzeichnet hat, injiziert man zwischen 0,5 und 1 ml eines 2%igen Lidocains. Man verteilt das Mittel gleichm\u00e4\u00dfig in mehrere Richtungen und wartet einige Minuten ab.<\/p>\n<p>Danach werden mittels Biopsy-Punch mehrere Stanzen (mindestens 3 St\u00fcck) entnommen. Die Anzahl richtet sich auch nach der Verschiedenartigkeit der L\u00e4sionen, um ein m\u00f6glichst repr\u00e4sentatives Spektrum des Krankheitsbildes abzudecken. Dabei zu bedenken ist, dass frische Ver\u00e4nderungen wesentlich aussagekr\u00e4ftiger als alte sind. Die Hautoberfl\u00e4che wird zwischen Daumen und Zeigefinger gespannt und mit der Stanze durch eine drehende und dr\u00fcckende Bewegung durchsto\u00dfen. Jetzt zieht man die Stanze zur\u00fcck, fasst mit einer Pinzette den Stanzzylinder an der Unterhaut, hebt ihn hoch und schneidet die Biopsie am noch haftenden Gewebefaden ab. Man sollte den Gewebezylinder nicht mit der Pinzette an Epidermis oder Dermis festhalten, da es sonst zu Artefakten kommen und die Beurteilung erschwert werden kann.<\/p>\n<p>Nach Entnahme werden die Biopsien auf einem St\u00fcck Gaze vorsichtig abgetupft, um das Blut, das bei einer histopathologischen Beurteilung st\u00f6rend ist, zu entfernen. Im Anschluss wird der gewonnene Zylinder in das Formalin gelegt.<\/p>\n<p>Die Wundr\u00e4nder der Stanze werden mit ein oder zwei N\u00e4hten adaptiert oder offen gelassen.<\/p>\n<h2>Die bakteriologische Untersuchung<\/h2>\n<p>Eine bakteriologische Untersuchung ist dann notwendig, wenn es sich um eine rezidivierende Pyodermie handelt, eine nach 4 \u2013 6 Wochen Antibiotikatherapie resistente Pyodermie vorliegt, in der zytologischen Untersuchung St\u00e4bchen gefunden wurden bzw. bei nicht heilenden Wunden und pyogranulomat\u00f6sen Entz\u00fcndungen oder wenn es die Gesetzeslage erfordert.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entnahme der Probe darf die Hautver\u00e4nderung vorab nicht desinfiziert werden. Hautstellen unter einer Kruste eignen sich f\u00fcr eine Tupferprobenentnahme. Danach kommt der Tupfer in das Transportmedium und wird bis zum Abtransport im K\u00fchlschrank gelagert.<\/p>\n<h2>PCR-Untersuchungen<\/h2>\n<p>Einerseits kann man viele Infektionserreger \u00fcber eine PCR-Untersuchung nachweisen, andererseits auch <strong>zahlreiche Gentests f\u00fcr Erberkrankungen <\/strong>oder Farben durchzuf\u00fchren. Das Probenmaterial richtet sich bei der Infektionsdiagnostik nach dem Erreger und dem Infektionsstadium, bei Gentests eignen sich EDTA-Blut (au\u00dfer bei Graying) oder ca. 20 M\u00e4hnen-\/Schweifhaare mit Wurzel. Auf unserer Homepage und im Kompendium finden Sie unser umfassendes Angebot.<\/p>\n<h2>Allergietests f\u00fcr Pferde<\/h2>\n<p>Die Diagnose Allergie sollte immer eine klinische Diagnose sein, welche sich aus gr\u00fcndlicher Anamnese und klinischer Untersuchung zusammensetzt. Der Allergietest dient lediglich dazu, die ausl\u00f6senden Allergene zu identifizieren, um sie dann gezielt vermeiden zu k\u00f6nnen oder \u2013 im Falle der atopischen Dermatitis, Insektenhypersensitivit\u00e4t (Sommerekzem) oder allergisch bedingter respiratorischer Erkrankungen (equines Asthma) \u2013 eine Allergen-spezifische Immuntherapie (ASIT, Hyposensibilisierung) durchzuf\u00fchren. Das Testergebnis muss daher auch immer im Zusammenhang mit Klinik und Anamnese interpretiert werden. Glukokortikoidgaben k\u00f6nnen das Allergietestergebnis verf\u00e4lschen, insbesondere sind dadurch falsch negative Ergebnisse zu erwarten. Die Absetzfristen von Steroiden vor einem Allergietest betragen generell bei Depot-Injektionspr\u00e4paraten bis zu 3 Monate, bei oralem Prednisolon 6 &#8211; 8 Wochen und bei topischen Formulierungen (lokale Salben, Sprays, Otika etc.) 2 &#8211; 4 Wochen.<\/p>\n<p>Wir bieten eine kosteng\u00fcnstige Stufendiagnostik mit Allergie-Vortest und den Haupttests an (saisonale und ganzj\u00e4hrige Allergene, Insekten) und auch einen Futtermittelallergietest. Ganz neu haben wir auch den Test PAX complete (Umweltallergene und\/ oder Futtermittel) f\u00fcrs Pferd im Programm, bei dem Allergenextrakte und rekombinante Allergene getestet werden. Details entnehmen Sie bitte der Homepage, dem Kompendium oder dem Allergieauftrag. In der Folge ist nat\u00fcrlich auch die Allergen-spezifische Immuntherapie direkt \u00fcber uns zu beziehen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Dermatologie ist Detektivarbeit oder ein Puzzle-Spiel, man muss viele \u201eIndizien\u201c oder \u201ePuzzlesteine\u201c sammeln, um zur Diagnose zu kommen. Die ausf\u00fchrliche Anamnese, der klinische Untersuchungsgang der Haut des Pferdes und das Ein- oder Ausschlie\u00dfen der Differentialdiagnosen durch die verschiedensten dermatologischen Untersuchungen f\u00fchren schlussendlich zur Enddiagnose der Hauterkrankung.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Regina Wagner<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713176106434{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Laboklin. Laboruntersuchungen bei dermatologischen Problemen. Brosch\u00fcre; 2021.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Peters S. DermaSkills: Dermatologie in der Kleintierpraxis \u2013 Diagnostik mit System. Stuttgart: Schattauer; 2015. (nur Hund und Katze)<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Littlewood JD, Lloyd DH, Mark CJ. Practical Equine Dermatology. Hoboken: Wiley Blackwell; 2021.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713261981007{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713262002651{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2024%2F04%2FLA_Derma_April_2024_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713261993213{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713262011750{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/LA_Derma_April_2024_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hautprobleme<\/strong> <strong>Pferd<\/strong> <strong>\u2013<\/strong> <strong>hilfreiche<\/strong> <strong>Diagnostik<\/strong> <strong>aus<\/strong> <strong>dem<\/strong> <strong>Labor<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pferde sind zwar keine gro\u00dfen Hunde, dennoch gibt es viele Dinge, wie z. B. dermatologische Untersuchungsmethoden, die nahezu identisch mit denen f\u00fcr den Hund sind.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1470316,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[90],"tags":[],"class_list":["post-1470629","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-allergie","category-90","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1470629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1470629"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1470629\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1470632,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1470629\/revisions\/1470632"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1470316"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1470629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1470629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1470629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}