{"id":1442340,"date":"2023-07-04T11:49:08","date_gmt":"2023-07-04T09:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1442340"},"modified":"2024-08-28T09:20:40","modified_gmt":"2024-08-28T07:20:40","slug":"coronaviren-bei-kleinsaeugern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/coronaviren-bei-kleinsaeugern\/","title":{"rendered":"Coronaviren bei Kleins\u00e4ugern \u2013 mehr als SARS-CoV-2"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Schon lange sind Coronaviren aufgrund der weltweiten Verbreitung und Empf\u00e4nglichkeit verschiedenster Spezies ein wichtiges Thema in der Tiermedizin. Und seit der Covid-19-Pandemie stellen Tierbesitzer immer wieder die Fragen, ob ihre Haustiere empf\u00e4nglich f\u00fcr SARS-CoV-2 sind und ob eine \u00dcbertragung von Menschen auf Tiere und umgekehrt stattfinden kann. Im Folgenden soll ein \u00dcberblick gegeben werden, welche Coronaviren beim Kleins\u00e4uger eine Rolle spielen.<\/p>\n<h2>Coronaviren allgemein<\/h2>\n<p>Die Familie der <em>Coronaviridae <\/em>(Ordnung <em>Nidovirales<\/em>) wird in die vier Genera <em>Alpha<\/em>-, <em>Beta<\/em>-, <em>Delta<\/em>&#8211; und <em>Gammacoronaviren <\/em>eingeteilt. W\u00e4hrend Alpha- (z. B. enterales und systemisches Coronavirus bei Frettchen) und Betacoronaviren (z. B. SARS-CoV) ausschlie\u00dflich bei S\u00e4ugetieren vorkommen (Tabelle 1), findet man Delta- und Gammacoronaviren vor allem bei V\u00f6geln. Coronaviren sind beh\u00fcllte RNA-Viren und zumeist wirtsspezifisch, die Speziesbarrieren werden jedoch in Einzelf\u00e4llen \u00fcberwunden. Infektionen verursachen v. a. enterale oder respiratorische Erkrankungen, asymptomatische Verl\u00e4ufe oder schwere systemische Erkrankungen sind jedoch auch m\u00f6glich.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1442340 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Frettchen bei der klinischen Untersuchung  &lt;br&gt;Bildquelle: Dr. Jutta Hein\" data-large_image_width=\"771\" data-large_image_height=\"1000\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LABOKLIN_Frettchen-bei-der-klinischen-Untersuchung_07.23.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"771\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LABOKLIN_Frettchen-bei-der-klinischen-Untersuchung_07.23.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"LABOKLIN | Frettchen bei der klinischen Untersuchung\" aria-describedby=\"gallery-1-1442361\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LABOKLIN_Frettchen-bei-der-klinischen-Untersuchung_07.23.jpg 771w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LABOKLIN_Frettchen-bei-der-klinischen-Untersuchung_07.23-231x300.jpg 231w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LABOKLIN_Frettchen-bei-der-klinischen-Untersuchung_07.23-768x996.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1442361'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Frettchen bei der klinischen Untersuchung  <br>Bildquelle: Dr. Jutta Hein\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1657177034207{margin-top: 20px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Severe acute respiratory syndrome Coronavirus (SARS-CoV-1 &amp; SARS-CoV-2)<\/h2>\n<p>SARS-CoV-1 tauchte erstmals im November 2002, SARS-CoV-2 im Dezember 2019 bei Menschen auf, die Kontakt zu lebenden Wildtieren auf chinesischen M\u00e4rkten hatten.<br \/>\nPhylogenetische Analysen zeigten gro\u00dfe \u00c4hnlichkeiten der beiden Viren zueinander sowie zu Coronaviren in Schleichkatzen und Flederm\u00e4usen. Sie wurden den Betacoronaviren zugeordnet, die genaue Herkunft und m\u00f6gliche Zwischenwirte sind jedoch weiterhin unklar.<\/p>\n<p><strong>Tabelle 1:<\/strong> Kleins\u00e4uger- und humanmedizinisch relevante Alpha- und Betacoronaviren<\/p>\n<table>\n<tbody valign=\"top\">\n<tr style=\"color: #ffffff;\" bgcolor=\"#e51e1e\">\n<td width=\"84\"><strong>Spezies<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\"><strong>Alphacoronaviren<\/strong><\/td>\n<td width=\"261\"><strong>Betacoronaviren<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Frettchen<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\">Enterales Coronavirus (FrECoV),<br \/>\nSystemisches Coronavirus (FrSCoV)<\/td>\n<td width=\"261\">SARS-CoV-1, SARS-CoV-2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Nerz<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\">Nerz-Coronavirus (MCoV)<\/td>\n<td width=\"261\">SARS-CoV-1, SARS-CoV-2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Hamster<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"261\">SARS-CoV-1, SARS-CoV-2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Maus<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"261\">Maus-Hepatitisvirus (MHV)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Ratte<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\">&#8211;<\/td>\n<td width=\"261\">Sialodacryoadenitits Virus (SDAV)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Kaninchen<\/strong><\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"498\">Rabbit Enteric Coronavirus (RECV), Pleural Effusion Disease Virus (PEDV) (noch nicht zugeordnet)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"84\"><strong>Mensch<\/strong><\/td>\n<td width=\"237\">Humane Coronaviren (z. B. HCoV-229E, HCoV-NL63)<\/td>\n<td width=\"261\">Severe Acute Respiratory Syndrome-related Coronavirus (SARS-CoV-1, SARS-CoV-2), Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV), Saisonale humane Coronaviren (HCoV-OC43, HCoV-HKU1)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><em> Quelle: Laboklin<\/em><\/p>\n<p>Ein zoonotischer Ursprung ist aber wahrscheinlich. SARS-CoV binden an ACE-2-Rezeptoren.<br \/>\nNeben nicht-menschlichen Primaten und Katzen zeigen v. a. Frettchen, syrische Goldhamster und Kaninchen eine \u00e4hnliche Rezeptorverteilung wie der Mensch und werden daher als <strong>Tiermodelle <\/strong>verwendet. Mit Ausnahme \u00e4lterer Tiere zeigen Frettchen und Hamster in Infektionsversuchen mit SARS-CoV-1 und SARS-CoV-2 nur milde Symptome. F\u00fcr SARS-CoV-1 wurden au\u00dferdem junge M\u00e4use, Meerschweinchen und Ratten als Modelle eingesetzt. Sie bilden, trotz Virusreplikation im Gewebe, aber keine oder nur sehr milde Symptome aus. F\u00fcr SARS-CoV-2 scheinen nur transgene M\u00e4use mit angepassten Rezeptoren empf\u00e4nglich zu sein.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr nat\u00fcrliche Infektionen <\/strong>mit SARS-CoV-2 sind v. a. <strong>Nerze <\/strong>empf\u00e4nglich. In Nerzfarmen in den USA, den Niederlanden, D\u00e4nemark und Spanien gab es gr\u00f6\u00dfere, durch Mitarbeiter eingeschleppte SARS-CoV-2 Ausbr\u00fcche mit Todesf\u00e4llen aufgrund schwerer Pneumonien. Bewiesene R\u00fcck\u00fcbertragungen von Nerzen auf den Menschen f\u00fchrten zur Keulung von unz\u00e4hligen Nerzbest\u00e4nden und zeitweiligem Zuchtverbot in einigen L\u00e4ndern. Frettchen scheinen deutlich weniger empf\u00e4nglich zu sein. Nat\u00fcrliche Infektionen mit SARS-CoV-2 wurden in asymptomatischen Heimtier-<strong>Frettchen <\/strong>in Spanien (8,7 % von 71 Tieren mittels PCR, 1,57 % von 127 Tieren serologisch) und in einem Fall in Slowenien nachgewiesen.<\/p>\n<p>SARS-CoV-1 und -2 wurden auch bei freilebenden <strong>Ratten <\/strong>in China und New York isoliert. Die \u00dcbertragung erfolgte sehr wahrscheinlich durch den Menschen \u00fcber kontaminierte Oberfl\u00e4chen sowie die Kanalisation. Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Ratten zur Ausbreitung des Virus f\u00fchrten. Nat\u00fcrliche Infektionen mit SARS-CoV mit klinischer Symptomatik sind also auch bei Kleins\u00e4ugern (v. a. Frettchen, Ratte, Hamster) m\u00f6glich, aber selten. SARS-CoV-1 spielt seit 2004 keine Rolle mehr.<\/p>\n<p><strong>Infektionen mit SARS-CoV-2 <\/strong>erfolgen vor allem durch engen Kontakt zu infizierten Menschen im selben Haushalt. Die Inkubationszeit betr\u00e4gt meist zwei Tage. Kleins\u00e4uger sind asymptomatisch oder zeigen milde <strong>Symptome <\/strong>(erh\u00f6hte Temperatur, reduzierte Aktivit\u00e4t, Durchfall, v. a. Frettchen und Hamster: Husten, Rhinitis, Tracheitis, bei \u00e4lteren Tieren ausgepr\u00e4gter). Die <strong>Diagnose <\/strong>erfolgt, wie beim Mensch, \u00fcber eine <strong>PCR aus Rachenabstrichen<\/strong>. Der serologische Nachweis von Antik\u00f6rpern ist ab zwei Wochen nach der Infektion m\u00f6glich.<br \/>\nEine antivirale <strong>Therapie <\/strong>steht nicht zur Verf\u00fcgung. Die Tiere genesen i. d. R. innerhalb von zwei Wochen. Prophylaktisch sollten infizierte Menschen auch bei ihren Haustieren strikte Hygienema\u00dfnahmen einhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Berichte zu Infektionen von Menschen durch ihre Haustiere fehlen bisher, was vermutlich auf die geringe Virusausscheidung bei Tieren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<h2>Enterales (FrECoV) und systemisches \u00adCoronavirus der Frettchen (FrSCoV)<\/h2>\n<p>Die epizootisch katarrhalische Enteritis (ECE, Synonym \u201egreen slime disease\u201c) wurde 1993 erstmals beim Frettchen in den USA beschrieben. Verursacht wird die Erkrankung durch das <strong>enterale<\/strong> <strong>Coronavirus<\/strong> <strong>der<\/strong> <strong>Frettchen<\/strong> <strong>(FrECoV)<\/strong>. ECE zeigt sich typischerweise in schleimig gr\u00fcnem, \u00fcbelriechendem Durchfall. Erste Symptome k\u00f6nnen aber recht unspezifisch sein (Lethargie, Anorexie und Erbrechen). Die Virusausscheidung erfolgt \u00fcber Faeces und Speichel.<br \/>\nDie Morbidit\u00e4t liegt bei 100 %, die Mortalit\u00e4t ist mit unter 5 % aber recht gering. Vor allem \u00e4ltere Frettchen erkranken schwer und k\u00f6nnen versterben, junge Frettchen zeigen nur milde Formen oder sind subklinisch infiziert (Abbildung 1). Jungtiere stellen somit ein m\u00f6gliches Erregerreservoir dar.<\/p>\n<p>Das <strong>systemische Coronavirus der Frettchen (FrSCoV) <\/strong>f\u00fchrt zu einer Erkrankung, die zun\u00e4chst als \u201eFIP-like disease\u201c bezeichnet wurde, da sie viele \u00c4hnlichkeiten zur FIP (feline infekti\u00f6se Peritonitis) der Katze aufweist.<br \/>\nErstbeschreibungen gab es 2006 in Spanien und den USA. Betroffene Tiere zeigen zuerst unspezifische Symptome (Durchfall, Anorexie, Gewichtsverlust, Vomitus, z. T. Fieber).<br \/>\nWeitere Symptome sind abh\u00e4ngig von den betroffenen Organen. Bei ZNS-Beteiligung treten zentralnerv\u00f6se St\u00f6rungen auf (v. a. Schw\u00e4che\/L\u00e4hmung der Hinterbeine). H\u00e4ufig sind Lymphknoten vergr\u00f6\u00dfert. Vor allem die Mesenteriallymphknoten sind dann deutlich palpierbar. Spleno- und Renomegalie liegen oft vor. Pathologisch zeigen sich (pyo-) granulomat\u00f6se Entz\u00fcndungen im Mesenterium, Peritoneum und betroffenen Organen. Ser\u00f6se Erg\u00fcsse wie bei FIP sind jedoch sehr selten.<br \/>\nVer\u00e4nderungen der Blutparameter sind sehr variabel (nicht regenerative An\u00e4mie, Hypergammaglobulin\u00e4mie, Hypalbumin\u00e4mie, Thrombozytopenie). Jungtiere (&lt; 2 Jahre) sind am empf\u00e4nglichsten. FrSCoV konnte auch bei asymptomatischen Tieren nachgewiesen werden. Der Ausbruch einer systemischen Erkrankung nach einer Infektion mit FrSCoV ist vermutlich durch ein multifaktorielles Geschehen bedingt. Bei klinischer Manifestation ist der Verlauf immer progressiv, die meisten Tiere versterben nach einigen Monaten oder werden euthanasiert.<\/p>\n<p>Die Seropr\u00e4valenzen von Coronaviren bei Frettchen in den USA, Japan, den Niederlanden und der Schweiz liegen zwischen 32 \u2013 89 % (bisher keine Unterscheidung zwischen FrECoV und FrSCoV m\u00f6glich). Erregernachweise mittels PCR aus Faecesproben ergaben Pr\u00e4valenzen von \u00fcber 60 %. FrECoV wurde h\u00e4ufiger nachgewiesen als FrSCoV. Mischinfektionen sind beschrieben. H\u00e4ufig konnte keine Korrelation zwischen Erregernachweis und Klinik festgestellt werden. Trotz hoher Pr\u00e4valenzen werden beide Krankheitsbilder immer weniger gesehen. Pr\u00e4valenzstudien aus Deutschland gibt es bisher nicht.<\/p>\n<p>Eine <strong>Diagnose <\/strong>erfolgt durch den direkten Erregernachweis mittels PCR. Faecesproben bzw. Rektalabstiche eignen sich f\u00fcr Tiere mit Durchfall und symptomlose Tiere zur Identifikation von Carriern, Lymphknotenpunktate oder Gewebeproben f\u00fcr systemisch erkrankte Tiere. Laboklin bietet eine PCR an, bei der sowohl die enteralen als auch die systemischen Coronaviren abgedeckt werden. Der Nachweis von <strong>Antik\u00f6rpern <\/strong>mittels ELISA ist beschrieben, eine Unterscheidung von FrECoV und FrSCoV ist jedoch nicht m\u00f6glich. Da die Titerh\u00f6he nicht mit den Symptomen korreliert, ist die Serologie f\u00fcr die Diagnostik ungeeignet.<\/p>\n<p>Die Therapie erfolgt symptomatisch. Bei ECE eignen sich Antiemetika, Antidiarrhoika, Infusionen, Breitbandantibiose, leicht verdauliche Nahrung und Magen-Darm-Protektiva. Bei systemischen Coronavirusinfektionen wird Prednisolon empfohlen, um die immunmediierten Entz\u00fcndungen abzumildern und den Appetit zu steigern. Doxyzyklin kann helfen, Sekund\u00e4rinfektionen zu reduzieren und wirkt zus\u00e4tzlich antiinflammatorisch. Zur Unterst\u00fctzung des Immunsystems k\u00f6nnen Vitamine (Vitamin B), Mineralstoffe und Antioxidantien verabreicht werden. Immuntherapien, abgeleitet von der FIP-Therapie der Katze, k\u00f6nnen versucht werden. Prophylaktisch stehen strikte Hygienema\u00dfnahmen im Vordergrund sowie das Testen von Tieren, die neu in einen Bestand aufgenommen werden.<\/p>\n<h2>Weitere Coronaviren bei Labortieren<\/h2>\n<p>Weitere tierartspezifische Coronaviren sind v. a. bei Labortieren beschrieben. Welche Rolle sie in Heimtierbest\u00e4nden spielen, ist unklar, da auf diese Erreger nur selten getestet wird.<\/p>\n<p>Das <strong>Maus-Hepatitisvirus (MHV) <\/strong>f\u00fchrt bei <strong>M\u00e4usen <\/strong>je nach Virusstamm zu Enteritis, Hepatitis, Atemwegserkrankungen oder demyelinisierender Enzephalomyelitis, kann aber auch komplett inapparent verlaufen. In der Humanmedizin ist es vor allem f\u00fcr die Erforschung von z. B. Hepatitis, Multipler Sklerose und SARS interessant.<\/p>\n<p>Das <strong>Sialodacryoadenitits-Virus <\/strong>(SDAV, Ratten-Coronavirus) verursacht bei <strong>Ratten <\/strong>Atemwegserkrankungen (Rhinitis, Tracheobronchitis, Pneumonie) verbunden mit Entz\u00fcndungen der Speichel- und Tr\u00e4nendr\u00fcsen.<\/p>\n<p>Auch <strong>Kaninchen <\/strong>k\u00f6nnen an Coronaviren erkranken. Das <strong>Pleural Effusion Disease Virus (PEDV) <\/strong>f\u00fchrt zu Pleuraerg\u00fcssen, Kardiomyopathie, mesenterialer Lymphadenopathie und multifokalen Nekrosen verschiedenster Organe. Der Erreger wurde bisher nur bei Labortieren in Nordamerika und Europa gefunden. Das <strong>Rabbit Enteric Coronavirus (RECV) <\/strong>verursacht vor allem bei jungen Kaninchen Enteritis. Au\u00dfer bei Laborkaninchen spielt es auch in Kaninchenzuchten in Europa und den USA eine Rolle. In Nordamerika liegt die Seropr\u00e4valenz zwischen 3 \u2013 40 %.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>F\u00fcr den Tierarzt sind vor allem FrECoV und FrSCoV relevant und sollten beim Frettchen als Differentialdiagnose bei Durchfall und\/ oder systemischen Erkrankungen in Betracht gezogen werden. SARS-CoV-2 Infektionen sollten ber\u00fccksichtigt werden, wenn in Haushalten mit aktuell Corona-infizierten Personen pl\u00f6tzlich Atemwegsinfektionen bei Frettchen, Ratten oder Goldhamstern auftreten, da die Ansteckung \u00fcber den Menschen erfolgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Ekaterina Salzmann, <\/em><br \/>\n<em>Dr. Jutta Hein, Jana Liebscher<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1657177034207{margin-top: 20px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Hobbs EC, Reid TJ. Animals and SARS-CoV-2: Species susceptibility and viral transmission in experimental and natural conditions, and the potential implications for community transmission. Transbound Emerg Dis. 2021; 68(4): 1850-1867. doi:10.1111\/tbed.13885.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Murray J, Kiupel M, Maes RK. Ferret coronavirus-associated diseases. Vet Clin North Am Exot Anim Pract 2010; 13(3): 543-560. doi:10.1016\/j.cvex.2010.05.010.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Stout AE, Guo Q, Millet JK, de Matos R, Whittaker GR. Coronaviruses Associated with the Superfamily Musteloidea. mBio 2021; 12(1): e02873-20. doi:10.1128\/mBio.02873-20.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Van den Brand JM, Haagmans BL, van Riel D, Osterhaus AD, Kuiken T. The pathology and pathogenesis of experimental severe acute respiratory syndrome and influenza in animal models. J Comp Pathol 2014; 151(1): 83-112. doi:10.1016\/j.jcpa.2014.01.004.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713778071999{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/5&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713778086862{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713778106729{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F07%2FLA_KLeinsaeuger_Juli_2023_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;4\/5&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713778096245{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713778115117{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LA_KLeinsaeuger_Juli_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Coronaviren bei Kleins\u00e4ugern \u2013 mehr als SARS-CoV-2<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon lange sind Coronaviren aufgrund der weltweiten Verbreitung und Empf\u00e4nglichkeit verschiedenster Spezies ein wichtiges Thema in der Tiermedizin. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1442344,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[490],"tags":[],"class_list":["post-1442340","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2023","category-490","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1442340","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1442340"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1442340\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1482974,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1442340\/revisions\/1482974"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1442344"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1442340"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1442340"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1442340"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}