{"id":1429307,"date":"2015-08-16T08:44:40","date_gmt":"2015-08-16T06:44:40","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1429307"},"modified":"2025-02-25T11:32:38","modified_gmt":"2025-02-25T10:32:38","slug":"zytologische-diagnostik-leitfaden-zur-systematischen-beurteilung-zytologischer-praeparate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/zytologische-diagnostik-leitfaden-zur-systematischen-beurteilung-zytologischer-praeparate\/","title":{"rendered":"Zytologische Diagnostik \u2013 Leitfaden zur systematischen Beurteilung zytologischer Pr\u00e4parate"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ziel der zytologischen Untersuchung ist, die Art pathologischer Ver\u00e4nderungen von Geweben oder K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten zu erkennen oder zumindest eine zweckm\u00e4\u00dfige Planung des weiteren diagnostischen Vorgehens zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Makroskopische Beurteilung<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die Ausstriche werden vor dem F\u00e4rben makroskopisch beurteilt und auf das Vorliegen von Fetttr\u00f6pfchen, die nicht trocknen, gepr\u00fcft. Diese werden durch die Alkoholfixierung und die Eosin-\u00adFarbl\u00f6sung der Schnellf\u00e4rbungen teilweise abgeschwemmt, und falls nur wenig fettiges Material punktiert wurde, ist dieses am gef\u00e4rbten Pr\u00e4parat unter Umst\u00e4nden nicht mehr vorhanden. Bei der mikroskopischen Beurteilung findet man meist noch einzelne, nur bei halbgeschlossener Blende sichtbare Fetttr\u00f6pfchen. Der gef\u00e4rbte Ausstrich wird auf seinen Zellgehalt und das F\u00e4rbeergebnis gepr\u00fcft.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Mikroskopische Beurteilung<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Das Pr\u00e4parat wird zun\u00e4chst bei kleiner Ver\u00adgr\u00f6\u00dferung (100x oder 200x) durchge mustert. Hierbei wird beurteilt, ob die gew\u00fcnschte Struktur \u00fcberhaupt getroffen wurde und ob der Gehalt an diagnostisch auswertbaren Zellen ausreichend ist. Weiters wird der vor\u00adherrschende Zelltyp bestimmt und nach den optimalen Ausschnitten f\u00fcr die weitere Be\u00adurteilung gesucht. Nachdem ein \u00dcberblick \u00fcber das Pr\u00e4parat gewonnen und das Mate\u00adrial f\u00fcr beurteilbar befunden wurde (Abb.1), werden die vorhandenen Zellen mit 400\u00ad-facher Vergr\u00f6\u00dferung n\u00e4her beurteilt. Das \u00d6l\u00adImmersions-\u00adObjektiv (meistens 1000x) wird nur verwendet, wenn die zellul\u00e4ren und hier vor allem die nukle\u00e4ren Details mit 400\u00adfacher Vergr\u00f6\u00dferung nicht genau genug zu erkennen sind oder wenn nach Mikro\u00adorganismen gesucht wird.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Klassifikationskriterien<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Prinzipiell wird zwischen Entz\u00fcndungszellen und Gewebszellen unterschieden (Abb.1).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <strong>Einteilung von Entz\u00fcndungen<\/strong> erfolgt einerseits nach dem vorherrschenden Zelltyp und andererseits nach der Beteiligung von Mikroorganismen.<br \/>\nHandelt es sich bei mehr als 80% der Zellen um neutrophile Granulozyten, liegt eine <strong>eitrige Entz\u00fcndung<\/strong> vor. Eitrige Entz\u00fcndungen k\u00f6nnen steril sein (z.B. immun\u00admediierte Erkrankungen, Begleitentz\u00fcndung von Neoplasien) oder erregerbedingt. Im Fall von bakteriellen Infektionen zeigen die Neutrophilen h\u00e4ufig degenerative Ver\u00e4nderungen. Die Kerne sind aufgequollen und nur blass gef\u00e4rbt, in Extremf\u00e4llen sind die Zellen kaum noch als Neutrophile zu erkennen. Meistens sind zugleich intra zellul\u00e4re Bakterien nachweisbar, die im Gegensatz zu extrazellul\u00e4r gelegenen beweisend f\u00fcr das Vorliegen eines septischen Geschehens sind, sofern das Probenmaterial nicht fl\u00fcssig gelagert wurde, z.B. K\u00f6rperh\u00f6hlenpunktate, Zystenfl\u00fcssigkeit \u2013 hier kann es durch Kontamination w\u00e4hrend der Probenent\u00adnahme zur In\u00ad-vitro\u00ad-Vermehrung und Phagozytose von Bakterien kommen. Auch Pilze und Protozoen k\u00f6nnen eitrige Entz\u00fcndungen verursachen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Liegen neben Neutrophilen auch bis zu 50% Makrophagen vor, besteht eine<strong> pyogranulomat\u00f6se Entz\u00fcndung<\/strong>, bei mehr als 50% Makrophagen wird die Entz\u00fcndung als <strong>granulomat\u00f6s<\/strong> klassifiziert. F\u00fcr die Entstehung dieser beiden Typen von Entz\u00fcndung sind die gleichen Ursachen verantwortlich, i.A. handelt es sich um chronische Prozesse. Typisch sind Reaktionen auf Fremdk\u00f6rper, Mykosen, Infektionen mit Protozoen und einige Bakterien (z.B. Mykobakterien, Aktinomyzeten &#8211; \u00ad Abb.2).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <b>eosinophile Entz\u00fcndung<\/b>\u00a0ist durch einen Anteil von mehr als 10% eosinophilen Granulozyten neben anderen Entz\u00fcndungszellen gekennzeichnet. Sind bei eosinophilen Entz\u00fcndungen intrazellul\u00e4re Bakterien nachweisbar, so stellen diese meistens eine Sekund\u00e4rinfektion dar. Prim\u00e4rursachen dieser Entz\u00fcndungen sind Erkrankungen des Eosinophilen-\u00adGranulom\u00ad-Komplexes, Neoplasien (v.a. Mastzelltumore und Lymphome), Allergien und Parasiten. H\u00e4ufig sind Mastzellen und manchmal auch basophile Granulozyten in unterschiedlicher Menge zwischen den Eosinophilen zu finden. Ist der Gehalt an Mastzellen sehr hoch, kommt ein Mastzelltumor (Abb. 3) als Differentialdiagnose in Frage.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Lymphozyt\u00e4re, plasmazellul\u00e4re und\u00a0<b>lymphoplasmazellul\u00e4re Entz\u00fcndungen<\/b> (mehr\u00a0 als 50% Lymphozyten\/Plasmazellen) treten meistens im Zuge von chronischen Prozessen auf, bei immunmediierten Geschehen, viralen Infektionen und auch bei Hypersensitivit\u00e4tsreaktionen. Ist der Gehalt an Plasmazellen sehr hoch, muss differentialdiagnostisch ein Plasmazelltumor in Betracht gezogen werden. Sind vermehrt mittelgro\u00dfe Lymphozyten, lymphoide Blasten oder eine monomorphe Population von Lymphozyten vorhanden, ist das Vorliegen eines Lymphoms abzukl\u00e4ren.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1429307 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Qualit\u00e4t des Pr\u00e4parats\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"368\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-20.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"368\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-20.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Qualit\u00e4t des Pr\u00e4parats\" aria-describedby=\"gallery-1-1429327\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-20.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-20-300x187.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429327'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Qualit\u00e4t des Pr\u00e4parats\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Pyothorax, Aktinomyzeten\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"442\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-19.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"442\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-19.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1429344\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-19.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-19-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429344'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Pyothorax, Aktinomyzeten\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Mastzelltumor\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"442\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-13.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"442\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-13.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Mastzelltumor\" aria-describedby=\"gallery-1-1429361\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-13.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-13-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429361'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Mastzelltumor\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 4:&lt;\/b&gt; Malignit\u00e4tskriterien (Sarkom); Anisokaryose, Mehrkernigkeit, Satellitenkern, prominente, multiple und irregul\u00e4re Nukleoli, Anisonukleoliose\" data-large_image_width=\"591\" data-large_image_height=\"481\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-10.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"591\" height=\"481\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-10.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Malignit\u00e4tskriterien (Sarkom); Anisokaryose, Mehrkernigkeit, Satellitenkern, prominente, multiple und irregul\u00e4re Nukleoli, Anisonukleoliose\" aria-describedby=\"gallery-1-1429378\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-10.png 591w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-10-300x244.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 591px) 100vw, 591px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429378'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4:<\/b> Malignit\u00e4tskriterien (Sarkom); Anisokaryose, Mehrkernigkeit, Satellitenkern, prominente, multiple und irregul\u00e4re Nukleoli, Anisonukleoliose\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 5:&lt;\/b&gt; Lymphom, 2 Mitosefiguren\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"442\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-8.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"442\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-8.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Lymphom, 2 Mitosefiguren\" aria-describedby=\"gallery-1-1429395\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-8.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-8-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429395'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5:<\/b> Lymphom, 2 Mitosefiguren\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 6:&lt;\/b&gt; Adenokarzinom der Analbeuteldr\u00fcsen, zytologisch relativ benignes Erscheinungsbild\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"442\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min-5.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"442\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min-5.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Adenokarzinom der Analbeuteldr\u00fcsen, zytologisch relativ benignes Erscheinungsbild\" aria-describedby=\"gallery-1-1429412\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min-5.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min-5-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429412'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 6:<\/b> Adenokarzinom der Analbeuteldr\u00fcsen, zytologisch relativ benignes Erscheinungsbild\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1730362423837{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Gewebszellen <\/b>werden zytomorphologisch in vier Kategorien eingeteilt (Abb. 1).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Rundzellen <\/b>exfoliieren als Einzelzellen mit deutlichen Zellgrenzen, die Zellkerne sind rund bis oval. Der Zellgehalt der Pr\u00e4parate ist meistens hoch. Zytoplasmatische Charakteristika geben oft Aufschluss \u00fcber den Zellursprung (z.B. Granula der Mastzellen, juxtanukle\u00e4re Zytoplasmaaufhellung von Plasmazellen).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Epitheliale Zellen<\/b> exfoliieren in Zellverb\u00e4nden, manchmal sind Desmosomen in Form einer ungef\u00e4rbten Linie zwischen den einzelnen Zellen erkennbar. Die Zellen sind polygonal bis abgerundet und weisen deutlich erkennbare Zellgrenzen auf. Die Kerne sind rund.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Mesenchymale Zellen<\/b> liegen normalerweise einzeln oder in lockeren Verb\u00e4nden, insgesamt ist der Zellgehalt oft gering. Vor allem in F\u00e4llen schlecht differenzierter mesenchymaler Neoplasien k\u00f6nnen jedoch auch dichte Cluster gefunden werden. Die Zellform ist variabel, sie kann spindelf\u00f6rmig, rundlich\u00adoval bis zu sternf\u00f6rmig sein. Die Zellgrenzen sind undeutlich, die Kerne oval bis rund.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Endokrines \/ neuroendokrines Gewebe<\/b> zeigt auf zytologischen Pr\u00e4paraten das typische Bild der \u201enackten Kerne im Zytoplasmasee\u201c. Die Zellkerne sind rund und befinden sich in lockeren Zellclustern, die keine Zellgrenzen erkennen lassen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bisweilen ist es nicht m\u00f6glich das zu untersuchende Gewebe in eine dieser vier Kategorien einzuteilen. Meistens liegt in diesen F\u00e4llen eine schlecht differenzierte Neoplasie vor, die am besten durch eine patho histologische Untersuchung einer Stanzbiopsie oder der gesamten Umfangsvermehrung diagnostiziert wird.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Malignit\u00e4tskriterien<\/h2>\n<p>Ist der Gewebetyp identifiziert, bleibt noch abzukl\u00e4ren, ob normales Gewebe, eine Hyperplasie, eine benigne oder eine maligne Neoplasie vorliegt. Die Unterscheidung der ersten drei \u201egutartigen\u201c Befunde ist zytologisch im Allgemeinen nicht m\u00f6glich, f\u00fcr die klinische Vorgangsweise ist aber ohnehin am relevantesten, ob es sich um ein malignes Geschehen handelt. Zur Diagnose eines solchen werden die Malignit\u00e4tskriterien herangezogen (Abb. 4).<\/p>\n<p><b>Allgemeine Malignit\u00e4tskriterien<\/b>\u00a0sind z.B. Anisozytose (unterschiedliche Zellgr\u00f6\u00dfe), Pleomorphismus (variable Zellgestalt) und Makrozytose (Riesenzellen). Am wichtigsten f\u00fcr die Diagnose von Malignit\u00e4t sind die\u00a0<b>nukle\u00e4ren Malignit\u00e4tskriterien:<\/b> erh\u00f6hte Kern\/Zytoplasma\u00ad-Ratio (erh\u00f6htes Kern volumen in Relation zum Zytoplasma), variable Kern\/Zytoplasma\u00ad-Ratio, Anisokaryose (ungleich gro\u00dfe Kerne), Riesenkerne, Mehrkernigkeit, Mehrkernigkeit mit Anisokaryose, eine erh\u00f6hte Mitoserate oder atypische Mitosen, grobscholliges Kernchromatin, gro\u00dfe, prominente und multiple Nukleoli, irregul\u00e4re Nukleoli (z.B dreieckig), Anisonukleoliose (ungleich gro\u00dfe Nukleoli) und Kerndeformationen.<\/p>\n<p>Zeigt die Mehrzahl der Zellen drei oder\u00a0 mehr nukle\u00e4re Malignit\u00e4tskriterien, wird ein malignes Geschehen diagnostiziert, vor\u00adausgesetzt es liegt keine Entz\u00fcndung vor. Denn als Reaktion auf eine Entz\u00fcndung ent\u00adwickeln Gewebszellen h\u00e4ufig ausgepr\u00e4gte\u00a0 Dysplasien, die nicht eindeutig von den\u00a0 Malignit\u00e4tskriterien neoplastischer Zellen unterschieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In <b>K\u00f6rperh\u00f6hlenpunktaten\u00a0<\/b>sind mindestens f\u00fcnf nukle\u00e4re Malignit\u00e4tskriterien Voraussetzung f\u00fcr die Diagnose einer malignen Neoplasie. Vor allem epitheliale Tumorzellen sind im Punktat kaum von reaktiven Mesothel zellen zu unterscheiden. Diese weisen, im Besonderen wenn eine Entz\u00fcndung vorliegt oder der Erguss chronisch ist, hochgradige Dysplasien auf, die Malignit\u00e4tskriterien vort\u00e4uschen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch bei der Beurteilung von <b>lymphatischem Gewebe<\/b> kann die Faustregel der drei nukle\u00e4ren Malignit\u00e4tskriterien nicht angewendet werden. Normales und hyperplastisches Lymphgewebe zeigen ein polymorphes Zellbild. Es liegt eine gemischte Population aus kleinen Lymphozyten, mittelgro\u00dfen Lymphozyten, wenigen lymphoiden Blasten und bei Hyperplasie auch Plasma zellen vor. Im Fall eines Lymphoms (Abb. 5) zeigt sich ein monomorphes Zellbild gleichartiger lymphoider Zellen. D.h. ein monomorphes Bild weist auf das Vorliegen eines Lymphoms hin, auch wenn es sich um morphologisch unauff\u00e4llige kleine Lymphozyten handelt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gibt es Tumore, die trotz zyto\u00adlogisch benigne erscheinendem Zellbild ein malignes biologische Verhalten zeigen. Hierzu geh\u00f6ren alle endokrinen \/ neuro\u00adendokrinen Neoplasien, melanozyt\u00e4re Tumore sowie Karzinome der Analbeutel\u00addr\u00fcsen (Abb. 6) und anderer Hautanhangs\u00addr\u00fcsen.<\/p>\n<p>Die zytologische Diagnostik ist eine mini\u00admal invasive, kosteneffektive und jederzeit verf\u00fcgbare Untersuchungsmethode zur Abkl\u00e4rung der Ursache von Umfangsvermehrungen, Gewebever\u00e4nderungen und Ver\u00e4nderungen von K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten.<\/p>\n<p>Liegt eine gemischte Population von Gewebs\u00ad und Entz\u00fcndungszellen vor, kann oft keine eindeutige Diagnose hinsichtlich der Dignit\u00e4t der Ver\u00e4nderung gestellt wer\u00adden, weil Gewebszellen hochgradige ent\u00adz\u00fcndungsbedingte Dysplasien entwickeln k\u00f6nnen und dann morphologisch nicht mehr von neoplastischen Zellen zu unterschie\u00adden sind. In diesen F\u00e4llen oder wenn der klinische Verlauf nicht zum zytologischen Befund passt, ist eine Abkl\u00e4rung durch eine pathohistologische Untersuchung indiziert.<\/p>\n<footer>\n<p class=\"bodytext\" style=\"text-align: right;\">(Ver\u00f6ffentlicht im Vet-Journal, Dezember 2013)<\/p>\n<\/footer>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">08 \/ 2015<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1730362443575{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1730362472178{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1730362493287{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2Flab_akt_1508.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20Oktober%202022|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1730362482844{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1730362503409{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/lab_akt_1508.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Zytologische Diagnostik \u2013 Leitfaden zur system. Beurteilung zytologischer Pr\u00e4parate<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie haben Ausstrichpr\u00e4parate hergestellt? \u2013 Erhalten Sie hier einen \u00dcberblick \u00fcber die systematische Auswertung zytologischer Pr\u00e4parate in der Tiermedizin.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1429412,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Sie haben Ausstrichpr\u00e4parate hergestellt? \u2013 Erhalten Sie hier einen \u00dcberblick \u00fcber die systematische Auswertung zytologischer Pr\u00e4parate in der Tiermedizin.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[200],"tags":[],"class_list":["post-1429307","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2015","category-200","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1429307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1429307"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1429307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1510641,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1429307\/revisions\/1510641"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1429412"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1429307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1429307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1429307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}