{"id":1428523,"date":"2017-07-20T11:15:25","date_gmt":"2017-07-20T09:15:25","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1428523"},"modified":"2024-10-30T13:36:29","modified_gmt":"2024-10-30T12:36:29","slug":"mikrobiologie-und-antibiogramm-was-der-praktiker-von-seinem-labor-erwarten-darf-und-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/mikrobiologie-und-antibiogramm-was-der-praktiker-von-seinem-labor-erwarten-darf-und-soll\/","title":{"rendered":"Mikrobiologie und Antibiogramm &#8211; Was der Praktiker von seinem Labor erwarten darf und soll"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Wichtige Standards in der Mikrobiologie im Zeichen einer neuen T\u00c4HAV<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Der verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika ist f\u00fcr die Veterin\u00e4rmedizin schon lange ein bedeutendes Thema. Der Erhalt der Wirksamkeit dieser f\u00fcr Menschen und Tiere so wichtigen Substanzgruppen vor dem Hintergrund zunehmender multiresistenter Keime sollte allen Veterin\u00e4rmedizinern ein starkes Anliegen sein, da die Auswirkungen von Resistenzen alle betreffen. Deshalb sollte der praktizierende Tierarzt sein mikrobiologisches Labor danach ausw\u00e4hlen, wie ernst das Labor diese \u00fcbergeordnete Aufgabe des Kampfes gegen (multi-)resistente Keime nimmt und den Tierarzt bei der Umsetzung dieser Aufgabe unterst\u00fctzt. Im Moment handelt es sich hierbei noch um freiwillige Vorgaben f\u00fcr den Tierarzt. Mit den Neuerungen, die z. Zt. f\u00fcr die T\u00c4HAV diskutiert werden, wird es f\u00fcr den Tierarzt allerdings zur Pflicht, ein Labor auszuw\u00e4hlen, das nach bestimmten Standards arbeitet. Der Tierarzt muss sich somit mit den Inhalten dieser Standards auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Praktiker sollte grunds\u00e4tzlich eine gute Beziehung zu seinem Labor f\u00fchren und sich wohl f\u00fchlen k\u00f6nnen, Fragen zu stellen oder unerwartete Ergebnisse zu besprechen. Das beginnt bereits im Vorfeld, indem das Labor den Praktiker auf Wunsch bei der Auswahl der geeigneten Lokalisation und Art der Probenentnahme sowie der Transportbedingungen ber\u00e4t. Es macht beispielsweise einen erheblichen Unterschied, ob man bei einer Katze mit Katzenschnupfen einen einfachen Nasentupfer gewinnt oder die Keime aus einer Nasensp\u00fclprobe oder einer bronchoalveol\u00e4ren Lavage bestimmen l\u00e4sst oder wom\u00f6glich sogar auf andere Testmethoden &#8211; wie die PCR &#8211; f\u00fcr spezielle Keime zur\u00fcckgreifen muss. Hier kann im Einzelfall eine Beratung sinnvoll sein. Der Tierarzt sollte also jederzeit in seinem Labor anrufen k\u00f6nnen, um sich bereits vor einer m\u00f6glichen Probenentnahme mit einem Mikrobiologen beraten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1428523 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Ergebnisse von Resistenztests\" data-large_image_width=\"365\" data-large_image_height=\"223\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-5.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"365\" height=\"223\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-5.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Ergebnisse von Resistenztests\" aria-describedby=\"gallery-1-1428524\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-5.jpg 365w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-5-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1428524'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Ergebnisse von Resistenztests\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; Interpretation von Resistenztests, Anlegen von Break- Points an das Ergebnis\u2003\" data-large_image_width=\"367\" data-large_image_height=\"252\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-4.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"367\" height=\"252\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-4.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Interpretation von Resistenztests, Anlegen von Break- Points an das Ergebnis\u2003\" aria-describedby=\"gallery-1-1428541\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-4.jpg 367w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-4-300x206.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1428541'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> Interpretation von Resistenztests, Anlegen von Break- Points an das Ergebnis\u2003\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein weiteres Beispiel f\u00fcr die Wichtigkeit der Auswahl eines Labors sind fehlende Standards in der Veterin\u00e4rmedizin, welche Keime als Kontaminanten oder physiologische Flora zu betrachten sind. Dies kann also nur ein erfahrener klinischer Mikrobiologe, der auch Tierarzt ist, entscheiden. Eine Therapie solcher Keime ist fast nie sinnvoll und tr\u00e4gt langfristig zur Resistenzentwicklung bei.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wichtig ist, dass sich das Labor f\u00fcr die mikrobiologische Untersuchung und insbesondere f\u00fcr die Resistenztestung internationalen Standards unterwirft, was bisher f\u00fcr die Veterin\u00e4rmedizin nur empfohlen wird und keinesfalls Pflicht ist. Dies kann sich allerdings mit Einf\u00fchrung der neuen T\u00c4HAV \u00e4ndern: die bisherigen Empfehlungen werden dann zur Vorschrift, der TA wiederum wird in die Pflicht genommen, sich zu versichern, dass das von ihm ausgew\u00e4hlte Labor nach diesen Standards arbeitet.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Wie sehen diese Standards aus?<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Zun\u00e4chst einmal ist es wichtig, dass das Labor, wenn es nach einem bestimmten Standard arbeitet, sich diesem Standard vollst\u00e4ndig unterwirft. Das bedeutet, dass Abweichungen von den vorgegebenen Methoden, Materialien, Grenzwerten etc. nicht m\u00f6glich sind. Dies ist z.B. bei Leitlinien anders, die immer nur Empfehlungen darstellen, von denen aber in begr\u00fcndeten F\u00e4llen abgewichen werden kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Verfahren zur Probenentnahme und Resistenztestung sollen auch laut Entwurf der neuen T\u00c4HAV (\u00a712d) national oder\u00a0 international anerkannt sein. Solche anerkannten Standards finden sich entweder beim European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing (EUCAST) oder beim Clinical and Laboratory Standards Institute (CLSI, USA). Leider fehlen beim EUCAST aber Standards, die speziell auf die Veterin\u00e4rmedizin zugeschnitten sind. Diese gibt es z. Zt. nur beim CLSI, weshalb Laboklin nach den Standards des CLSI arbeitet.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Worum geht es im Einzelnen?<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Als geeignete Methode zur Resistenztestung gilt seit Langem die Bestimmung der minimalen Hemmkonzentration (MHK, englisch MIC). Nur mit diesem Testverfahren sind quantitative Messungen und damit eine Einteilung der Keime in sensibel (S), intermedi\u00e4r (I) oder resistent (R) m\u00f6glich. Der fr\u00fcher \u00fcbliche Agardiffusionstest liefert dagegen nur ein qualitatives Ergebnis, ist schlechter zu standardisieren und \u00fcbersch\u00e4tzt manchmal die Sensibilit\u00e4t der Keime. Als Standardverfahren f\u00fcr die Bestimmung der MHK gilt in der Veterin\u00e4rmedizin der Bouillon-Mikrodilutionstest. Dabei wird das Antibiotikum in aufsteigenden Konzentrationen (jeweils verdoppelt) in den Vertiefungen einer Mikrotiterplatte aufgebracht. Die Platte wird dann mit einer Suspension des zu testenden Keims bef\u00fcllt, inkubiert und das Wachstum photometrisch ausgewertet. Alle diese Schritte unterliegen genau festgelegten Bedingungen bez\u00fcglich Medium, Dichte des Inokulums, Bebr\u00fctungstemperatur, Inkubationszeit etc. Genau das stellt eben den Standard dar, von dem nicht abgewichen werden darf. Die Standards k\u00f6nnen sich je nach Keim oder Tierart deutlich unterscheiden. Als MHK gilt dann die kleinste Verd\u00fcnnungsstufe eines Antibiotikums (AB), bei dem kein Wachstum auftritt, man erh\u00e4lt ein Ergebnis in \u00b5g\/ml Antibiotikum. Hier ein Beispiel f\u00fcr 2 verschiedene Isolate von E. coli, die gegen das gleiche Antibiotikum (Ampicillin) getestet werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die MHK Werte alleine geben noch keine ausreichende M\u00f6glichkeit, den getesteten Keim in S, I und R einzuteilen. Die MHK des Keims muss mit Grenzwerten (Breakpoints) verglichen werden, die f\u00fcr jedes Antibiotikum, den isolierten Keim, die Tierart und z.T. sogar f\u00fcr das Gewebe spezifisch sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Diese Breakpoints sind sehr aufw\u00e4ndig zu erstellen, es handelt sich um einen mehrj\u00e4hrigen Prozess. F\u00fcr die Veterin\u00e4rmedizin gibt es passende Breakpoints bislang nur beim CLSI. In den meisten F\u00e4llen differieren die Breakpoints des jeweiligen Antibiotikums nur f\u00fcr die Keim- und Tierart. Gewebespezifische Breakpoints wurden bislang nur f\u00fcr Urin und die Antibiotika Ampicillin und Amoxicillin ermittelt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Betrachten wir das Beispiel von oben: Ohne einen Breakpoint w\u00fcrde man zun\u00e4chst davon ausgehen, dass Isolat 2 resistenter ist, da eine wesentlich h\u00f6here Konzentration des Antibiotikums gebraucht wird, um den Keim im Wachstum zu hemmen. Die MHK von Isolat 2 ist gr\u00f6\u00dfer. Legt man nun aber die Breakpoints der CLSI an, kommt man zu folgendem Ergebnis (siehe Abb. 2).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Es zeigt sich, dass durch die Einbeziehung des Herkunftsgewebes des Keims in die Auswertung, Isolat 2 als S einzustufen ist, Isolat 1 dagegen als R.<br \/>\nDies soll verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass das ausgew\u00e4hlte Labor diese Standards anwendet, damit die Ergebnisse eines Resistenztests richtig interpretiert werden k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite verpflichtet es auch den einsendenden Praktiker, dem Labor genau mitzuteilen, woher die Probe stammt, die untersucht werden soll. Bei der Einsendung von Urin sollte sogar die Art der Harngewinnung mitgeteilt werden, da die Relevanz der ermittelten Keimzahl von der Art der Harngewinnung abh\u00e4ngt. Leider bekommen wir als Labor immer noch viel zu oft bakteriologische Proben ohne genau Herkunftsbezeichnung.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Unerwartete Ergebnisse<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">S bedeutet, dass der Keim mit der Standarddosis bzw. der niedrigsten im Beipackzettel angegebenen Dosis des AB gut zu erreichen ist, ein Therapieerfolg gilt als sehr wahrscheinlich. R bedeutet, dass man den Keim nicht mit diesem AB therapieren sollte, da er schon In-vitro resistent gegen das AB ist. I gilt als Pufferzone: die Standarddosis w\u00e4re zu gering, aber durch eine Dosisanpassung oder eine topische Therapieform mit entsprechend h\u00f6heren Konzentrationen am Wirkort kann trotzdem ein Therapieerfolg m\u00f6glich sein. Solche Dosisanpassungen sind teilweise in der Zulassung der AB vorgesehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In diesem Zusammenhang gibt es eine wichtige Bitte auch der zust\u00e4ndigen Institutionen: Wenn Sie h\u00e4ufiger feststellen, dass Erreger mit der Standarddosis eines AB nicht mehr therapierbar sind, stellt dies einen Wirkungsverlust des AB da. Auch dies gilt als Unerw\u00fcnschte Arzneimittelwirkung (UAW). Bitte melden Sie diese UAW an das Amt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin. Nur mit solchen R\u00fcckmeldungen k\u00f6nnen m\u00f6gliche \u00c4nderungen der Zulassungsbedingungen initiiert werden. Wenn es keine R\u00fcckmeldungen \u00fcber Wirkungsverluste gibt, kann auch keine zust\u00e4ndige Stelle t\u00e4tig werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei der Interpretation von Resistenztests bleiben einige Dinge zu beachten: es handelt sich bei der Resistenztestung um In-vitro-Ergebnisse, wir behandeln aber lebende Systeme. Unerwartete Therapieergebnisse sind also m\u00f6glich. Diese finden ihren Niederschlag auch in der 90\/60 Regel: bei 90% der Patienten erreicht man mit einem AB mit dem Ergebnis S im Resistenztest einen guten Therapieerfolg (bei 10% aber eben nicht). Bei 60% der Patienten gibt es einen Therapieerfolg, obwohl ein AB im Test als R eingestuft wurde. Woran liegt das?<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Einige AB haben bereits unterhalb der MHK antibakterielle Effekte (postantibiotischer Effekt), was aber im Labor nicht messbar ist. Ebenso wenig k\u00f6nnen AB-Kombinationen, die u.U. synergistische Effekte verursachen, getestet werden (Ausnahme: die fixen Kombinationen von Amoxicillin mit Clavulans\u00e4ure und Sulfonamiden mit Trimethoprim). Au\u00dferdem f\u00fchrt eine topische Anwendung zu vielfach erh\u00f6hten Konzentrationen am Wirkort.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf der anderen Seite beziehen sich die Ergebnisse der Resistenztests auf erreichbare Plasmaspiegel, was i.d.R. auch ausreichend ist. Nur wenige Gewebe besitzen Lipidmembranen, die eine Barriere f\u00fcr die Diffusion des AB ins Gewebe darstellen. Es handelt sich um das ZNS, das Auge, die Prostata und das Bronchialgewebe. Hier muss ein AB ausgew\u00e4hlt werden, das ausreichend fettl\u00f6slich ist, um sich in diesen Geweben anzureichern. Daneben kann es aber auch in anderen Geweben zu \u201eTherapieversagern\u201c kommen: der Patient ist evtl. nicht ausreichend immunkompetent f\u00fcr ein bakteriostatisch wirkendes AB, es liegen pathologische Ver\u00e4nderungen am Wirkort wie mangelnde Durchblutung, niedrige Sauerstoffspannung, Eiter, Abszessbildung vor. Diese Faktoren bewirken eine mangelnde Anreicherung des AB am Wirkort.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Unerwartete Therapieausg\u00e4nge oder auch unerwartete Ergebnisse im Resistenztest (z.B. multiresistente Keime) sollte der Praktiker jederzeit mit seinem Mikrobiologen diskutieren k\u00f6nnen, um gemeinsam nach einer L\u00f6sung des Problems zu suchen.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Auswahl der zu testenden Antibiotika<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Es ist wichtig, dass das Labor die zu testenden AB so ausw\u00e4hlt, dass sie sinnvoll in der Veterin\u00e4rmedizin einsetzbar sind. Im besten Fall sollten tierartspezifische Antibiogramme angeboten werden. Bei Laboklin erhalten Sie spezifische Antibiogramme f\u00fcr Gro\u00dftiere, Kleintiere, Kaninchen und Nager, V\u00f6gel, Reptilien und in absehbarer Zeit auch f\u00fcr Fische. Wir passen diese Antibiogramme regelm\u00e4\u00dfig gem\u00e4\u00df dem Stand der Wissenschaft an.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei Nachweis von multiresistenten Keimen bieten wir ein \u201eerweitertes Antibiogramm\u201c an, welches nur zum Einsatz kommen sollte, wenn die g\u00e4ngigen AB nicht mehr wirken, da die hier getesteten AB nur nach strenger Indikationsstellung eingesetzt werden d\u00fcrfen. Wir f\u00fchren auch bei anaeroben Keimen ein Antibiogramm im Bouillon-Mikrodilutionsverfahren durch. Im Einzelfall besteht die M\u00f6glichkeit, ein bestimmtes AB nach Absprache nachtesten zu lassen. Bei der Nachtestung einzelner AB m\u00fcssen wir dann aber den Agar-Diffusionstest durchf\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">ESBL(extented spectrum of \u00df-lactamase)-Bildner sind gramnegative Keime, welche Enzyme produzieren, die fast alle \u00df-lactam AB inaktivieren k\u00f6nnen. Sie kommen bei verschiedenen Keimarten vor, besonders aber bei E. coli, Klebsiellen, Proteus spp. und Salmonellen. Es gibt 200 verschiedene Typen, die ganz unterschiedliche Resistenzmuster zeigen k\u00f6nnen. Daher ist es wichtig, dass ein Labor m\u00f6glichst eine breite Palette von \u00df-lactam-AB testet, damit trotz unterschiedlicher Auspr\u00e4gung der Resistenz ein ESBL-Bildner erkannt wird. Vorsorglich sollte man n\u00e4mlich einen solchen Keim nicht mit einem \u00df-lactam-AB therapieren, auch wenn das Ergebnis im Antibiogramm S lautet.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Wann sind Mikrobiologie und Antibiogramm sinnvoll?<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Mit der Mikrobiologie wollen wir die Anwesenheit eines pathogenen Agens best\u00e4tigen, die Spezies identifizieren und eine Therapieanleitung bekommen. Bei vielen Infektionen bietet sich au\u00dferdem die anschlie\u00dfende \u00dcberpr\u00fcfung des Therapieerfolges an. Bei allen Problemgeweben (z.B. OP Situs Knochen, nach OP ist das Gewebe nicht mehr erreichbar), bei unklarer Resistenzlage (St\u00e4bchen in der Ohrzytologie gesehen), bei komplizierten Infektionen (eine Grunderkrankung ist wahrscheinlich) oder bei der Vermutung einer nosokomialen Infektion sollte eine Mikrobiologie durchgef\u00fchrt werden. Verpflichtend nach den Antibiotikaleitlinien ist die Mikrobiologie bei einem Wechsel des AB, beim wiederholten Einsatz, bei der Kombination von AB und bei einer Umwidmung. Sollte die neue T\u00c4HAV in der bisher vorliegenden Fassung in Kraft treten, sind Antibiogramme zus\u00e4tzlich zwingend erforderlich beim Einsatz von Fluorchinolonen (Gyrasehemmer) und Cephalosporinen der 3. und 4. Generation.<\/p>\n<h3 class=\"bodytext\">Mikrobiologie bei Laboklin bedeutet<\/h3>\n<ul>\n<li>schnelles Ergebnis durch modernste Technologien (MALDI TOF-Identifizierung und Bouillon-Mikrodilutionstest), Ergebnis bei Standarduntersuchungen 2 Tage nach Probeneingang (bei Notwendigkeit einer Anreicherung nach 3 Tagen)<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>International anerkannte, standardisierte Verfahren und Anwendung von veterin\u00e4rmedizinischen Breakpoints nach CLSI<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Gro\u00dfe, veterin\u00e4rmedizinisch abgestimmte Auswahl an Antibiotika<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>auf die Tierart zugeschnittene Resistenztests<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>erweiterte Antibiogramme m\u00f6glich<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Antibiogramm f\u00fcr Anaerobier mit Bouillon-Mikrodilutionstest<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Gro\u00dfes Team an klinischen Mikrobiologen f\u00fcr Ihre Fragen<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Berechnung unabh\u00e4ngig von der Anzahl der isolierten Keime (Pauschalpreis)<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">09 \/ 2017<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1729768687361{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729768697534{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1729768724205{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_Oktober_09_2017_Mikrobiologie_und_Antibiogramm_01.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20Oktober%202022|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729768707409{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1729768735392{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_Oktober_09_2017_Mikrobiologie_und_Antibiogramm_01.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Mikrobiologie und Antibiogramm &#8211; Was der Praktiker von seinem Labor erwarten darf und soll<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der verantwortungsvolle Umgang mit Antibiotika ist f\u00fcr die Veterin\u00e4rmedizin schon lange ein bedeutendes Thema.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1428541,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[189],"tags":[],"class_list":["post-1428523","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2017","category-189","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1428523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1428523"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1428523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1492039,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1428523\/revisions\/1492039"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1428541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1428523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1428523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1428523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}