{"id":1339742,"date":"2008-04-24T11:37:12","date_gmt":"2008-04-24T09:37:12","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1339742"},"modified":"2024-10-21T10:07:59","modified_gmt":"2024-10-21T08:07:59","slug":"harnsteinbefunde-bei-der-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/harnsteinbefunde-bei-der-katze\/","title":{"rendered":"Harnsteinbefunde bei der Katze (5 Jahre Diagnostik)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Mit dem\u00a0LABOKLIN aktuell 6\/2007\u00a0berichteten wir im vergangenen Jahr \u00fcber Harnsteinbefunde beim Hund. Viele allgemeine Aussagen gelten ebenso f\u00fcr die Katze. Zur Erinnerung:<br \/>\nDie Urolithiasis ist eine Form der FLUTD (feline lower urinary tract disease). Hinter diesem Begriff verbergen sich vielf\u00e4ltige Erkrankungen, deren Symptomatik sehr \u00e4hnlich ist und daher keinen eindeutigen R\u00fcckschluss auf die zugrunde liegende Form der FLUTD gibt. Aus diesem Grund sollte man immer ein einheitliches diagnostisches Schema inklusive weiterf\u00fchrender Untersuchungen wie Urinanalyse und R\u00f6ntgen\/Ultraschall fahren sowie den isolierten Stein auf seine Zusammensetzung untersuchen. Hierdurch erh\u00e4lt man wichtige Hinweise zu Therapie, Rezidivgefahr und Prophylaxe. Eine rein adspektorische Untersuchung des Steins kann leicht in die Irre f\u00fchren, da man zum einen verschiedenartige Mineralien innerhalb eines Steines nicht erkennen kann und zum anderen gleichartige Steine sehr unterschiedliches Aussehen annehmen k\u00f6nnen. Soweit zur kurzen Wiederholung der Thematik.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nach Daten aus Nordamerika reichen die Raten der Katzen, die in Praxen mit einer Form von FLUTD vorgestellt werden, je nach Studie von 6 bis fast 10%. F\u00fcr Europa lagen Zahlen von um die 4% vor. Innerhalb der FLUTD spielt die Urolithiasis nach der idiopathischen Zystitis die zweitwichtigste Rolle und ist f\u00fcr bis zu knapp einem Drittel der F\u00e4lle von FLUTD verantwortlich. Ebenso wie beim Hund ist auch bei der Katze die H\u00e4ufigkeit der nachgewiesenen Harnsteintypen einem stetigen Wandel unterworfen. Mit der vorliegenden Arbeit vervollst\u00e4ndigen wir f\u00fcr Sie das Bild der derzeitigen Verteilung von Harnsteintypen im deutschsprachigen Raum, so dass Sie jetzt f\u00fcr die beiden am h\u00e4ufigsten betroffenen Tierarten Hund und Katze einen aktuellen \u00dcberblick aus 5 Untersuchungsjahren (06\/01 bis 06\/06) erhalten. In diesem Zeitraum wurden in unserem Labor die Harnsteine von 1947 Katzen untersucht. <b>Abb. 1<\/b>\u00a0zeigt die Verteilung der h\u00e4ufigsten Harnsteintypen, mit deren Therapie und Prophylaxe sich der Praktiker haupts\u00e4chlich auseinandersetzen muss. Der Anteil anderer Steine lag bei unter 0,1% (Calciumcarbonat, Apatit). Mischsteine konnten keinem bestimmten Material zugeordnet werden, dazu z\u00e4hlten auch die 0,3% aller Steine, die alle oder fast alle Steinkomponenten enthielten.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1339742 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; H\u00e4ufigkeit der Harnsteintypen (n=1947)\" data-large_image_width=\"567\" data-large_image_height=\"433\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-2.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"567\" height=\"433\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-2.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: H\u00e4ufigkeit der Harnsteintypen (n=1947)\" aria-describedby=\"gallery-1-1339743\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-2.jpg 567w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-2-300x229.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339743'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> H\u00e4ufigkeit der Harnsteintypen (n=1947)\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; Altersverteilung bei Harnsteinen (n=1657) im Vergleich zur Normalpopulation\" data-large_image_width=\"572\" data-large_image_height=\"430\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-1.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"572\" height=\"430\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-1.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Altersverteilung bei Harnsteinen (n=1657) im Vergleich zur Normalpopulation\" aria-describedby=\"gallery-1-1339747\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-1.jpg 572w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-1-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339747'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> Altersverteilung bei Harnsteinen (n=1657) im Vergleich zur Normalpopulation\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3: &lt;\/b&gt; Katzen: Verh\u00e4ltnis der H\u00e4ufigkeit von Harnsteinen zur Rassenh\u00e4ufigkeit bei Rassen mit h\u00e4ufigen Harnsteinbefunden \" data-large_image_width=\"571\" data-large_image_height=\"429\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-1.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"571\" height=\"429\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-1.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Katzen: Verh\u00e4ltnis der H\u00e4ufigkeit von Harnsteinen zur Rassenh\u00e4ufigkeit bei Rassen mit h\u00e4ufigen Harnsteinbefunden\" aria-describedby=\"gallery-1-1339751\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-1.jpg 571w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339751'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3: <\/b> Katzen: Verh\u00e4ltnis der H\u00e4ufigkeit von Harnsteinen zur Rassenh\u00e4ufigkeit bei Rassen mit h\u00e4ufigen Harnsteinbefunden \n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1712649967823{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Signalement &#8211; Welche Katzen neigen am ehesten zu Harnsteinen?<\/h2>\n<h5 class=\"bodytext\">Geschlecht (n = 1865)<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Die Verteilung der Geschlechter unserer Patienten mit Harnsteinen lag bei 58% m\u00e4nnlicher Tiere und 42% weiblicher Tiere, was exakt der Verteilung der Normalpopulation von Katzen in Deutschland entspricht (Kraft und Danckert, 1997). Somit l\u00e4sst sich aus unseren Daten keine besondere Neigung eines Geschlechts zu Harnsteinen ablesen. Auch die Rate der kastrierten Tiere entsprach in etwa der Verteilung in der normalen Population.<\/p>\n<h5>Alter (n = 1657)<\/h5>\n<p class=\"bodytext\"><b>Abb. 2<\/b>\u00a0stellt die H\u00e4ufigkeit von Katzen mit Harnsteinen in bestimmten Altersgruppen der Altersverteilung der Normalpopulation von Katzen gegen\u00fcber. Harnsteine kommen grunds\u00e4tzlich bei Tieren aller Alterstufen vor, treten aber besonders zahlreich im mittleren Alter auf. Auff\u00e4llig ist die H\u00e4ufung in der Altersgruppe 2 bis 7 Jahre. Nach unseren Daten setzt bei Katzen im Vergleich zu Hunden die Harnsteinbildung bereits geh\u00e4uft in j\u00fcngeren Lebensjahren ein. Altersabh\u00e4ngigkeit bestimmter Steinarten: s. dort.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\">Rassen (n = 1724)<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Harnsteine werden bei vielen Rassen gebildet. Die Steine der von uns untersuchten Tiere stammten von ca. 25 verschiedenen Rassen. In\u00a0<b>Abb. 3<\/b>\u00a0sind die Rassen mit h\u00e4ufigen Harnsteinbefunden im Verh\u00e4ltnis zu ihrer H\u00e4ufigkeit in der Normalpopulation dargestellt (Berechnung s. auch Info 6\/2007). Dabei bedeutet ein Wert von 1, dass die Rasse genauso h\u00e4ufig in der Population vorkommt, wie sie auch Harnsteine bildet. Hieraus l\u00e4sst sich somit keine Neigung zur Harnsteinbildung ablesen. Ein gutes Beispiel hierf\u00fcr ist die Europ\u00e4ische Kurzhaar (EKH), die die h\u00e4ufigste Rasse in der deutschen Katzenpopulation darstellt. Nach unseren Daten bilden Kart\u00e4user, Britisch Kurzhaar und Maine Coon noch deutlich vor den Persern \u00fcberproportional h\u00e4ufig Harnsteine.<\/p>\n<p>EKH und Perser waren die einzigen Rassen mit ausreichenden Fallzahlen f\u00fcr weitere Aufschl\u00fcsselungen nach einzelnen Steinarten oder nach Geschlecht. Bei beiden Rassen ergaben sich hierbei keine (EKH) bzw. allenfalls tendenzielle (Perser: leichte Tendenz zu Calcium-Oxalat (CaOx)) Abweichungen von den Gesamtergebnissen bei allen Katzen. In der Literatur gibt es viele verschiedene Angaben bez\u00fcglich Rassedispositionen f\u00fcr bestimmte Steinarten, einige Studien kommen dabei sogar zu gegens\u00e4tzlichen Ergebnissen. Hieran zeigt sich, wie wichtig Fallstudien mit gro\u00dfen Tierzahlen sind: selbst bei der hier vorliegenden Fallzahl von fast 2000 Tieren werden nur bei 2 Rassen ausreichende Tierzahlen f\u00fcr genauere Berechnungen erreicht.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Steinarten<\/h2>\n<h5 class=\"bodytext\">Calciumoxalate (CaOx mit den Formen Whewellit und Whedellit) und CaOx-Struvit Mischsteine<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Bei den von uns untersuchten Katzen lag, ebenso wie schon bei den Hunden, der Nachweis von CaOx deutlich \u00fcber dem von Struvit, wobei der Mischstein aus CaOx und Struvit auch hier den gr\u00f6\u00dften Anteil einnahm. Dieser Mischstein ist bei uns h\u00e4ufiger vertreten als in anderen Studien, da wir im Vergleich mit anderen Untersuchern auch geringere Mineralanteile innerhalb eines Steins im Befund angeben. So kann fr\u00fchzeitig ein m\u00f6glicherweise abwechselndes Auftreten von CaOx und Struviten erkannt und die Therapie entsprechend angepasst werden. CaOx wurden in den fr\u00fchen 1980er Jahren bei Katzen in den USA nur zu ca. 3% aller Steine nachgewiesen, um dann kontinuierlich auf \u00fcber 50% Anfang dieses Jahrhunderts zu steigen. In den letzten Jahren ist wieder eine r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz zu beobachten, so dass 2005 wieder etwas mehr Struvite als CaOx nachgewiesen wurden. Frenk (2006) ermittelte in ihrer Dissertation f\u00fcr Deutschland und das angrenzende europ\u00e4ische Ausland einen Anstieg von CaOx von 2,2% auf 33% zwischen 1981 und 2000. CaOx sind medizinisch besonders interessant, da sie nur operativ entfernt und nicht durch Di\u00e4ten aufgel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Sie neigen au\u00dferdem eher als Struvite zum Feststecken oder zur Verletzung des Harntrakts. Die Zunahme von CaOx kann nicht allein durch eine relative H\u00e4ufigkeitsverschiebung wegen Aufl\u00f6sung der Struvitsteine erkl\u00e4rt werden. Es gibt Hinweise, dass Di\u00e4ten zur Unterdr\u00fcckung von Struvit \u00fcber verschiedene Mechanismen wiederum das CaOx- Risiko steigern k\u00f6nnen, weshalb gerade bei F\u00fctterung einer solchen harnans\u00e4uernden Di\u00e4t auch geringen Anteilen von CaOx in einem Stein Bedeutung beigemessen werden sollte.<\/p>\n<p>Bewegungsarmut und Adipositas, zwei Probleme, die eine zunehmende Zahl von Hauskatzen betrifft, sollen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung dieser Steine spielen. CaOx nehmen, wie beim Hund, mit zunehmendem Alter zu. Nach unseren Daten ist diese Zunahme allerdings sprunghaft bereits ab dem Alter von 2 Jahren zu erkennen, um dann auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu bleiben. Da sich die Alterspyramide bei den Hauskatzen kontinuierlich in Richtung \u201e\u00e4lter\u201c verschiebt, ist ein Teil der Zunahme von CaOx wohl auch damit zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\">Struvite (Tripelphosphat, Magnesium-Ammonium-Phosphat)<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Entsprechend der Zunahme der Rate von CaOx-Steinen haben die Struvitsteine \u00fcber die Jahre kontinuierlich abgenommen: in den USA sank die Nachweisrate von 90% in den fr\u00fchen 1980er Jahren auf 34% in 2001 um sich jetzt bei um die 50% wieder einzupendeln. Frenk (2006) ermittelte in ihrer Dissertation f\u00fcr Deutschland und angrenzende europ\u00e4ische L\u00e4nder einen kontinuierlichen R\u00fcckgang von 80% auf 58% zwischern 1981 und 2000. Der Grund hierf\u00fcr liegt sicherlich darin, dass Struvitsteine teilweise di\u00e4tetisch kontrolliert werden k\u00f6nnen und Futtermittelhersteller sich darauf eingestellt haben. Wir fanden reine Struvitsteine nur bei 20% aller Katzen. W\u00e4hrend beim Hund Struvite besonders im Zusammenhang mit Harnwegsinfektionen zu finden sind, sind die Mehrzahl der Struviturolithen von Katzen steril.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Infektionen mit struvitf\u00f6rdernden Mikroorganismen treten allerdings h\u00e4ufiger bei Katzen unter einem Jahr oder bei \u00e4lteren, immungeschw\u00e4chten Tieren auf. Auf diesen Zusammenhang k\u00f6nnte die deutliche altersabh\u00e4ngige Verteilung der Struvite in unserer Studie zur\u00fcckzuf\u00fchren sein:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Tiere der Altersgruppe 0 bis 1 Jahre hatten zu 34% Struvite (fast 3fach mehr als CaOx).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Nachweisrate der Struvite fiel dann mit steigendem Alter kontinuierlich auf minimal 18% in der Altergruppe 12 bis 15 Jahre, um bei den ganz alten Katzen nochmals auf 25% anzusteigen. Weitere Zusammenh\u00e4nge z.B. zu Geschlecht oder Rasse konnten in unseren Daten nicht gefunden werden.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\">Harns\u00e4ure<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Harns\u00e4uresteine entstehen bei Katzen im Zusammenhang mit einem portosystemischen Shunt oder einer anderen schweren Leberdysfunktion. Sie sind daher nicht wie beim Hund einer bestimmten Rasse zuzuordnen. Die Nachweisrate von Uraten hat sich weder in den USA noch in Deutschland \u00fcber die Jahre signifikant ver\u00e4ndert und liegt zwischen 2 und 6 %. Bei unseren F\u00e4llen wurden Urate lediglich bei 1% der Katzen gefunden.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\">Cystin<\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Cystinsteine werden in der Literatur bei Katzen sehr selten beschrieben. Frenk (2006) gab f\u00fcr Deutschland die H\u00e4ufigkeit mit 1% an, f\u00fcr Italien jedoch mit 3,8%. Es zeigt sich, dass l\u00e4nderspezifische Populationen einen Einfluss auf die\u00a0Nachweisrate verschiedener Steine haben kann. In unseren eigenen Daten findet sich Cystin, meist in Kombination mit anderen Komponenten, bei 3% der untersuchten Steine.<\/p>\n<p>Cystine entstehen wie beim Hund aufgrund eines angeborenen Stoffwechseldefektes. Eine Disposition f\u00fcr bestimmte Rassen l\u00e4ge somit nahe. In der Literatur wird die Siamkatze als eine Rasse mit geh\u00e4uftem Auftreten von Cystinen beschrieben. Da die Siamkatze eine selten gehaltene Katze ist (in Deutschland weniger als 1% der Katzenpopulation), ist es schwierig ausreichende Fallzahlen f\u00fcr eine solide Statistik zu erreichen. Tendenziell l\u00e4sst aber das Datenmaterial bei Frenk (2006) und bei uns eine Disposition dieser Rasse f\u00fcr Cystine vermuten.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Zusammenfassung<\/h2>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Harnsteine sollten immer einer qualitative Analyse unterzogen werden, da das Erscheinungsbild auch gleichartiger Steine sehr unterschiedlich sein kann (vergleiche auch Abbildung in LABOKLIN <a id=\"link_id_1\" href=\"http:\/\/www.laboklin.de\/pages\/html\/de\/VetInfo\/aktuell\/pages\/html\/de\/VetInfo\/aktuell\/lab_akt_0706.htm\">aktuell 6\/2007<\/a>).<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Harnsteine kommen bei Katzen bei vielen Rassen und in jedem Alter &#8211; mit einer besonderen H\u00e4ufung in der Altersgruppe 2 bis 7 Jahre &#8211; vor. Nach unseren Daten ist kein Geschlecht h\u00e4ufiger betroffen als das andere. Kart\u00e4user, Britisch Kurzhaar und Maine Coon zeigen noch vor der Perserkatze eine Neigung zur Harnsteinbildung.<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Der h\u00e4ufigste Stein bei Katzen ist nach unseren Daten der Mischstein aus CaOx und Struvit, gefolgt vom reinen CaOx- Stein. Die H\u00e4ufigkeit von CaOx steigt ab einem Alter von 2 Jahren sprunghaft an. Laut Literatur neigen Perserkatzen zu CaOx, unser Datenmaterial konnte nur eine Tendenz in diese Richtung best\u00e4tigen. Struvite werden in den letzten Jahren oft di\u00e4tetisch kontrolliert und sind daher nur noch der dritth\u00e4ufigste Stein in unserer Studie. Sie kommen bei sehr jungen Katzen unter 1 Jahr fast 3mal so h\u00e4ufig vor wie CaOx, um dann mit steigendem Alter zunehmend seltener zu werden. Cystine kommen bei uns bei 3% der Katzen und damit h\u00e4ufiger als nach Literaturangaben vor. Tendenziell scheint die Siamkatze hier eine Disposition zu besitzen. Harns\u00e4uresteine sind bei der Katze i.d.R. durch portosystemische Shunts und schwere Leberdysfunktionen bedingt und nach unseren Daten die seltensten Steine (1%).<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">04 \/ 2008<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1709555617954{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729498049404{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1729498059314{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_04_2008_Harnsteinbefunde_bei_der_Katze-min.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729498069676{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1729498077581{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_04_2008_Harnsteinbefunde_bei_der_Katze-min.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Harnsteinbefunde bei der Katze<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem LABOKLIN aktuell 6\/2007 berichteten wir im vergangenen Jahr \u00fcber Harnsteinbefunde beim Hund. Viele allgemeine Aussagen gelten ebenso f\u00fcr die Katze.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1339751,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Die Urolithiasis ist eine Form der FLUTD - feline lower urinary tract disease","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[412],"tags":[],"class_list":["post-1339742","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2008","category-412","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1339742"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339742\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1490127,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339742\/revisions\/1490127"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1339751"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1339742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1339742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1339742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}