{"id":1339627,"date":"2009-03-28T15:59:17","date_gmt":"2009-03-28T14:59:17","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1339627"},"modified":"2024-10-21T10:25:44","modified_gmt":"2024-10-21T08:25:44","slug":"nierenerkrankungen-diagnostik-aus-blut-und-harn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/nierenerkrankungen-diagnostik-aus-blut-und-harn\/","title":{"rendered":"Nierenerkrankungen &#8211; Diagnostik aus Blut und Harn"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die glomerul\u00e4re Filtrationsrate (GFR) reflektiert als Basisfunktion der Niere fr\u00fchzeitig und am deutlichsten eine Funktionseinschr\u00e4nkung des Organs. Insbesondere bei der Katze ist es notwendig die GFR zu ermitteln, da sie meist erst sp\u00e4t einen Verlust des Konzentrationsverm\u00f6gens des Harnes zeigt. Eine Sch\u00e4digung der Glomeruli kann zum anderen einen Barriereverlust f\u00fcr Proteine bedeuten, sodass diese vermehrt mit dem Harn ausgeschieden werden <b>(Proteinurie).<\/b><\/p>\n<p>Die\u00a0<b>GFR<\/b> gibt das Gesamtvolumen des Prim\u00e4rharns an, das von allen Glomeruli beider Nieren zusammen in einer definierten Zeiteinheit gefiltert wird. Diese sinkt pathologisch bei Nierenerkrankungen verschiedenster Art. Im Routinelabor wird zur Absch\u00e4tzung der GFR die Untersuchung auf Kreatinin und Cystatin C im Serum durchgef\u00fchrt. Bei einer reduzierten GFR kommt es zu einem Anstieg der genannten Parameter im Serum. Die modifizierte Plasma-Clearance von exogenem Kreatinin zeigt sich in der Praxis als praktikabler Funktionstest der Niere.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b><u>Kreatinin<\/u><\/b>\u00a0ist ein physiologisches Endprodukt des Muskelstoffwechsels. Ein ann\u00e4hernd konstanter Teil des Kreatins (Vorstufe des Kreatinins) wird laufend umgewandelt, der Kreatininspiegel wird somit vor allem durch die Muskelmasse bestimmt. Die Konzentration im Serum ist weitgehend von Stoffwechsellage und Di\u00e4t unabh\u00e4ngig. Durch Muskelfleisch in der Nahrung kann eine Zunahme bis 10% hervorgerufen werden. In der Niere wird Kreatinin vollst\u00e4ndig glomerul\u00e4r filtriert, tubul\u00e4r findet bei Hund und Katze nur eine untergeordnete R\u00fcckresorption statt. Daraus ergibt sich, dass Kreatinin eine geeignete Messgr\u00f6\u00dfe der glomerul\u00e4ren Filtration ist. Kreatinin wei\u00dft eine hohe Spezifit\u00e4t auf, jedoch k\u00f6nnen erh\u00f6hte Werte erst gemessen werden, wenn 3\/4 der Nierenfunktion ausgefallen ist. Bei muskelarmen Tieren (z.B.: auszehrenden Allgemeinerkrankungen, Muskelerkrankungen) k\u00f6nnen trotz verminderter GFR Kreatininwerte im Normalbereich bestimmt werden. In solchen F\u00e4llen kann ein erh\u00f6htes Cystatin C dieser Patienten als diagnostische Hilfestellung dienen.<\/p>\n<p><b><u>Cystatin C<\/u><\/b> ist ein sehr kleines Protein (Cystein-Proteasen-Inhibitor). Es wird in nahezu allen kernhaltigen K\u00f6rperzellen relativ konstant gebildet. Die Produktion wird nur durch wenige extrarenale Faktoren beeinflusst. Bei Tieren mit manifester Hyperthyreose oder durch hochdosierter Glukokortikoidgabe kann der Cystatin C Wert im Serum erh\u00f6ht sein. Eine Reduktion der Bildungsrate durch konsumierende Erkrankungen findet nicht statt. Cave: Postprandial kann Cystatin C stark abfallen und bis zu neun Stunden erniedrigt bleiben.<br \/>\nCystatin C wird in den Glomeruli vollst\u00e4ndig filtriert. Beim Menschen wird es zur Nierenfunktionsdiagnostik im \u201eKreatinin-blinden\u201c Bereich eingesetzt, da schon bei moderaten Einschr\u00e4nkungen der GFR erh\u00f6hte Werte messbar sind.<br \/>\nUntersuchungen bei Hunden mit einer renalen Malfunktion im subklinischen \u201eKreatinin-blinden\u201c Bereich (40%&lt;GFR&lt;100%) haben f\u00fcr Cystatin C und Kreatinin \u00e4hnlich gute diagnostische Qualit\u00e4t ausgestellt (Hartmann 2007). Eine neuere Studie von Wehner 2008 zeigt f\u00fcr Cystatin C eine bessere Korrelation mit der GFR und eine h\u00f6here Sensitivit\u00e4t als f\u00fcr Serum-Kreatinin. Bei der Katze gibt es derzeit keine Studien, die den Wert des Cystatins belegen. Mehrmalige Messungen von Cystatin C (im Rahmen von geriatrischen Vorsorgeuntersuchungen) k\u00f6nnen nach unseren Beobachtungen eine beginnende Problematik darstellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Abkl\u00e4rung von verd\u00e4chtigen F\u00e4llen ist die\u00a0<b>Bestimmung der GFR \u00fcber eine Clearance Messung<\/b>\u00a0zu empfehlen. Die Indikationen sind der Verdacht auf renale Malfunktion bei nicht azot\u00e4mischen Tieren, grenzwertige bzw. leicht erh\u00f6hte Kreatininwerte, eine morphologisch ver\u00e4nderte Niere, Rassedisposition und Vorsorgeuntersuchung \u00e4lterer Patienten. Bei existierender Malfunktion oder bei akutem Nierenversagen kann mit der Clearance das Ausma\u00df des Schadens bestimmt werden. Die Ergebnisse k\u00f6nnen zur Prognoseeinsch\u00e4tzung, Therapiekontrolle und <strong>Korrektur von Dosierungen niereng\u00e4ngiger Medikamente<\/strong> genutzt werden.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1339627 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; relative terminale Kreatinin-Clearance bei einer Katze\" data-large_image_width=\"569\" data-large_image_height=\"414\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_40-min.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"569\" height=\"414\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_40-min.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: relative terminale Kreatinin-Clearance bei einer Katze\" aria-describedby=\"gallery-1-1339628\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_40-min.png 569w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_40-min-300x218.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339628'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> relative terminale Kreatinin-Clearance bei einer Katze\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; relative Verteilung von endogenen Kreatinin und GFR bei 25 Hunden\" data-large_image_width=\"569\" data-large_image_height=\"472\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-17.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"569\" height=\"472\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-17.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: relative Verteilung von endogenen Kreatinin und GFR bei 25 Hunden\" aria-describedby=\"gallery-1-1339632\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-17.png 569w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-17-300x249.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339632'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> relative Verteilung von endogenen Kreatinin und GFR bei 25 Hunden\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3: &lt;\/b&gt; relative Verteilung von Mikroalbumin und U-P\/C positiven Harnen von Hunden\" data-large_image_width=\"571\" data-large_image_height=\"441\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-11.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"571\" height=\"441\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-11.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: relative Verteilung von Mikroalbumin und U-P\/C positiven Harnen von Hunden\" aria-describedby=\"gallery-1-1339636\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-11.png 571w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-11-300x232.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339636'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3: <\/b> relative Verteilung von Mikroalbumin und U-P\/C positiven Harnen von Hunden\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 4: &lt;\/b&gt; Harnelektrophorese mit relativer Darstellung des Albuminverlusts\" data-large_image_width=\"473\" data-large_image_height=\"340\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-8.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"473\" height=\"340\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-8.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Harnelektrophorese mit relativer Darstellung des Albuminverlusts\" aria-describedby=\"gallery-1-1339640\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-8.png 473w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-min-8-300x216.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 473px) 100vw, 473px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339640'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4: <\/b> Harnelektrophorese mit relativer Darstellung des Albuminverlusts\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 5: &lt;\/b&gt; Harnelektrophorese mit relativer Darstellung der tubul\u00e4rer Proteinurie\" data-large_image_width=\"477\" data-large_image_height=\"345\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-6.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"477\" height=\"345\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-6.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Harnelektrophorese mit relativer Darstellung der tubul\u00e4rer Proteinurie\" aria-describedby=\"gallery-1-1339644\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-6.png 477w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-6-300x217.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339644'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5: <\/b> Harnelektrophorese mit relativer Darstellung der tubul\u00e4rer Proteinurie\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1712743161644{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei LABOKLIN testen wir die modifizierte\u00a0<u>Plasma-Clearance von exogenem Kreatinin<\/u>.<br \/>\nDamit \u00fcberpr\u00fcft man die Filtrationsleistung der Niere mittels Messung der Ausscheidungsgeschwindigkeit von exogenem Kreatinin als Markersubstanz. Abh\u00e4ngig von der K\u00f6rperoberfl\u00e4che (KOF) des Tieres (Umrechnungstabelle: kg KGW in m2 KOF) wird eine genaue Menge der 5%igen Kreatininl\u00f6sung verabreicht, nachdem die Serumprobe f\u00fcr den Ausgangswert (= Probe 0) entnommen wurde. Kreatinin verteilt sich unabh\u00e4ngig von der Verabreichungsform (i.v., s.c) sehr rasch im K\u00f6rper, zeitgleich setzt bereits die renale Ausscheidung ein. Im Zeitfenster von 3 bis 8 Stunden nach der Kreatininapplikation wird die Blutabnahme f\u00fcr die Proben 1, 2 und 3 im Mindestabstand von einer Stunde durchgef\u00fchrt. Zwei der Werte sind f\u00fcr die Berechung der GFR ausreichend, der dritte sichert die Richtigkeit der Testdurchf\u00fchrung ab. Wichtig ist die minutengenaue Zeitangabe der Probennahme, die einfach durch Einschalten einer Stoppuhr zu Beginn (=Kreatininapplikation) ermittelt werden kann. Eine Verschlechterung der Niereninsuffizienz durch die Durchf\u00fchrung des Funktionstest ist nicht zu erwarten, da der erh\u00f6hte Kreatininspiegel nur kurz anh\u00e4lt und keine echte Mehrbelastung f\u00fcr die Niere entsteht. Die gewonnenen Ergebnisse werden rechnerisch und grafisch ausgewertet und interpretiert. Abbildung 1 zeigt ein Beispiel der relativen terminalen Ausscheidung einer Katze. Die terminale Kreatinin-Clearance liegt f\u00fcr dieses Tier mit 75.7 ml\/min\/m\u00c7 KOF innerhalb des Referenzbereiches (50-90 ml\/min\/m\u00c7 bei der Katze). Daraus leitet sich eine GFR von 62-73 % der Norm ab (GFR ab &gt;70% der Norm gilt als normal. Die gr\u00fcne Patientenkurve ist gerade noch innerhalb des 95 %-Konfidenzintervalls). Die mit diesem Funktionstest ermittelte grenzwertig normale glomerul\u00e4re Filtrationsrate kann bereits ein Hinweis auf eine fr\u00fche beginnende Insuffizienz sein kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die\u00a0<b>Proteinurie<\/b>\u00a0ist ein Leitsymptom fast aller Nierenerkrankungen, diese kann zur Diagnostik sehr vielf\u00e4ltig genutzt werden. Die Proteinurie kann als transient (Fieber, starke k\u00f6rperliche Anstrengung) eingestuft werden oder als pathologischer nicht transienter Eiwei\u00dfverlust, welcher pr\u00e4renalen, renalen oder auch postrenalen Ursprungs sein kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei 25 von LABOKLIN untersuchten Hunden, zeigt sich sehr anschaulich, dass bei leicht erh\u00f6hten Kreatininwerten (106-144\u00b5mol\/l) die Filtrationsleistung der Niere in den meisten F\u00e4llen beeintr\u00e4chtig ist. Die Malfunktion verschlechtert sich erwartungsgem\u00e4\u00df mit der Zunahme des endogenen Serum-Kreatinins.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Postrenale Ursachen wie Entz\u00fcndungen und Blutungen im Harntrakt sind h\u00e4ufige Ursachen f\u00fcr eine Proteinurie und sollten mittels Harnsediment und Kultur erfasst (bzw. behandelt) werden.<\/p>\n<p>Pr\u00e4renaler- und renaler Eiwei\u00dfverlust kann \u00fcber die Bestimmung des U-P\/C &#8211; Quotienten quantifiziert werden. Eine genauere Klassifizierung der Proteine gelingt mit der Harnelektrophorese.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der erste und einfache diagnostische Test ist schnell und in der Praxis durchf\u00fchrbar:<br \/>\nDer\u00a0<u>Harnteststreifen<\/u>\u00a0reagiert empfindlich vor allem auf Albumine und erfasst Globuline weniger verl\u00e4sslich. F\u00fcr eine positive Reaktion am Teststreifen muss die Albuminkonzentration im Harn 30 mg\/dl \u00fcberschreiten. Da die F\u00e4rbung am Teststreifen jedoch pH-Wert-abh\u00e4ngig ist, kann es bei alkalischen Harnen zu falsch positiven Befunden kommen.<\/p>\n<p>Eine Albuminkonzentration gr\u00f6\u00dfer als normal und unter dieser Schwelle wird als Mikroalbuminurie (1 &#8211; 30mg\/dl) definiert. Beim Hund und Katze steht seit geraumer Zeit die Untersuchung auf\u00a0<u>Mikroalbumin (MA)<\/u>\u00a0im Harn zur Verf\u00fcgung. Mikroalbumin gilt als sehr sensitiver Fr\u00fcherkennungsmarker der glomerul\u00e4ren Sch\u00e4digung und Einschr\u00e4nkung der tubul\u00e4ren R\u00fcckresorption. Eine Studie von 38 R\u00fcden mit einer genetisch determinierten glomerul\u00e4ren Sch\u00e4digung hat gezeigt, dass Mikroalbumin bis zu 16 Wochen fr\u00fcher als der Urin-Protein\/- Kreatinin-Quotient positiv getestet werden kann. Die von Laboklin 2008 untersuchten Harne von Hunden mit erh\u00f6htem MA (n=54) zeigen in 1\/3 der F\u00e4lle einen erh\u00f6hten Urin-Protein\/-Kreatinin- Quotienten (n=22).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">MA eignet sich jedoch wegen einer geringen Spezifit\u00e4t nicht gut als Screeningparameter, wie Studien an gesunden Tieren zeigen. Wie auch in der Humanmedizin bekannt (\u201emarschinduzierte\u201c MA), kann es durch k\u00f6rperliche Belastung zu erh\u00f6hten Albuminwerten im Harn kommen. Die Testung auf MA sollte deshalb auf die folgenden Indikationen beschr\u00e4nkt werden, sodass aus der gewonnenen Information Therapie und Prognose ver\u00e4ndert werden kann.<br \/>\nBei Diagnosen wie Diabetes mellitus, Hypertension, Hyperthyroidismus, Neoplasien, aber auch bei chronischen Entz\u00fcndungen und Infektionen (Stomatititen, Dirofilaria immitis-Infektionen, Ehrlichiose, Leishmaniose, Borreliose,&#8230;) ist die \u00dcberpr\u00fcfung der MA eine sinnvolle M\u00f6glichkeit fr\u00fchzeitig Nierensch\u00e4den zu erkennen.<\/p>\n<p>Der\u00a0<u>Urin-Protein\/-Kreatinin (U-P\/C)-Quotient<\/u> dient zur Quantifizierung der Proteinurie. Da beim Tier eine 24-Stunden-Urinproteinbestimmung im Gegensatz zum Menschen nicht praxisgerecht durchf\u00fchrbar ist, wird der U-P\/C-Quotient bestimmt. Die Kreatininexkretion ist ann\u00e4hernd konstant, sodass eine \u00e4hnlich zuverl\u00e4ssige Information \u00fcber den Quotienten erstellt werden kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <u>Harnelektrophorese<\/u>\u00a0vermittelt einen qualitativen \u00dcberblick \u00fcber die ausgeschiedenen Proteine. Durch die Ermittlung der Zusammensetzung der Proteine kann die Pathogenese der vorliegenden Proteinurie erfasst werden. Prognose und Therapie k\u00f6nnen somit pr\u00e4zisiert werden. Bei ver\u00e4ndertem Proteinmuster besteht eine sehr sichere Aussage, da die Elektrophorese eine hohe Spezifit\u00e4t aufweist und kaum falsch positive Befunde liefert. Eine quantitative Beurteilung des Stadiums der Erkrankung wird jedoch schwierig. Weiterhin schlie\u00dfen normale Muster eine St\u00f6rung der glomerul\u00e4ren Filtrationsrate nicht aus.<\/p>\n<p>Bei der selektiven glomerul\u00e4ren Proteinurie kommt es zu einem reinen Albuminverlust. Die Basalmembran des Glomerulums stellt sich als elektrisches Maschengitter dar. Albumin w\u00e4re auf Grund der Gr\u00f6\u00dfe (ca. 67kDa) frei filtrierbar, ist aber stark negativ geladen. Diese Barriere wird durch Hyperglyk\u00e4mie, Hypertonie und Endothelsch\u00e4den aufgehoben. Ein selektiver Albuminverlust kann z.B. im Fr\u00fchstadium einer hypertensiven und diabetischen Nephropathie oder auch bei Autoimmunerkrankungen mit Nierenbeteiligung im Anfangsstadium auftreten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Werden zus\u00e4tzlich zum Albumin auch IgG und Mikroglobuline im Urin nachgewiesen spricht man von einer unselektiven glomerul\u00e4ren Proteinurie. Sie kann als Hinweis auf einen progedienten Verlauf gedeutet werden. Ursachen sind u.a. eine akute Glomerulitis, systemischen Lupus und fortgeschrittene hypertensive und diabetische Nephropathien.<br \/>\nFamili\u00e4r geh\u00e4uftes Auftreten von Glomerulopathie ist beim Dobermann Pinscher, Samoyede, Rottweiler, Greyhound, Soft Coated Wheaten Terrier, Bullterrier und Berner Sennenhund bekannt.<br \/>\nDie Famili\u00e4re Nephropathie beim Englischen Cocker Spaniel ist eine der erblich bedingten Erkrankungen, bei welcher ein Gentest verf\u00fcgbar ist. Diese progressive Erkrankung ist durch einen Collagen Typ IV Defekt verursacht (Struktur der Basalmembran der Glomeruli) und wird autosomal-rezessiv vererbt. Klinische Zeichen treten erstmals ab dem 6. Lebensmonat oder im zweiten Lebensjahr auf.<br \/>\nEine tubul\u00e4re Proteinurie entsteht durch eine verminderte R\u00fcckresorption niedermolekul\u00e4rer Proteine (\u03b1-1-Mikroglobuline, Cystatin\u2026), welche von der Trockenchemie nicht erfasst werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ursachen hierf\u00fcr sind die interstitielle Nephritis, Pyelonephritis, Analgetika-Nephropathien und tubulotoxische Nephropathien.<br \/>\nErbliche Ursache f\u00fcr einen tubul\u00e4ren Eiwei\u00dfverlust ist z.B. das Fanconi-Syndrom, eine zentrale Regulationst\u00f6rung des Calcium-Phospat-Stoffwechsels. Die entstehende Hypercalc\u00e4mie verursacht eine Nephrocalcinose.<\/p>\n<p>Das Bild einer tubul\u00e4ren Proteinurie kann auch bei ungest\u00f6rter, aber unzureichender R\u00fcckresorption auftreten. \u00dcberschreitet das Plasmaprotein einen Wert von \u00fcber 90g\/l f\u00fchrt dies durch \u00dcberlastung der tubul\u00e4ren R\u00fcckresorption zur Proteinurie (Hyperglobinurin\u00e4mie bei chron. Entz\u00fcndung: z.B. FIP, Ehrlichiose, Leishmaniose&#8230;).<\/p>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">03 \/ 2009<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1712742147404{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729499118285{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1729499124667{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_03_2009_Nierenerkrankungen-min.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729499134700{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1729499142247{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_03_2009_Nierenerkrankungen-min.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Nierenerkrankungen &#8211; Diagnostik aus Blut und Harn<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die glomerul\u00e4re Filtrationsrate (GFR) reflektiert als Basisfunktion der Niere fr\u00fchzeitig und am deutlichsten eine Funktionseinschr\u00e4nkung des Organs.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1339644,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Die Glomerul\u00e4re Filtrationsrate (GFR) reflektiert als Basisfunktion der Niere fr\u00fchzeitig und am deutlichsten eine Funktionseinschr\u00e4nkung des Organs","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[411],"tags":[],"class_list":["post-1339627","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2009","category-411","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1339627"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339627\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1490152,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339627\/revisions\/1490152"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1339644"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1339627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1339627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1339627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}