{"id":1339374,"date":"2011-07-11T08:36:24","date_gmt":"2011-07-11T06:36:24","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?p=1339374"},"modified":"2024-10-21T11:08:05","modified_gmt":"2024-10-21T09:08:05","slug":"schilddruese-hund-katze-pferd-und-co-eine-interpretationshilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/schilddruese-hund-katze-pferd-und-co-eine-interpretationshilfe\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcse Hund, Katze, Pferd und Co, eine Interpretationshilfe"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Wissen \u00fcber die Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bei Hund und Katze geh\u00f6rt bei den meisten Praktikern mit Schwerpunkt Kleintiere zum Standard. Inzwischen werden Fehlfunktionen der Schilddr\u00fcse oder des Jodstoffwechsels auch bei kleinen Heimtieren aber auch Pferden immer h\u00e4ufiger als Grundursache verschiedener Symptomenkomplexe untersucht und diagnostiziert. H\u00e4ufig schon Teil der Routinediagnostik bei \u00e4lteren Hunden und Katzen ist die Interpretation der Laborbefunde in einigen F\u00e4llen schwierig und kann bei den seltener auf Schilddr\u00fcsenerkrankungen untersuchten kleinen Heimtieren und Pferden zu echten Problemen f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Klassisch sind klinisch manifeste Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bei Hund, Katze aber auch den meisten Heimtieren Erkrankungen mittelalter und \u00e4lterer Patienten und somit h\u00e4ufig Patienten mit einer Krankengeschichte. Diese Krankengeschichte ist es, die die Diagnose erschwert, da die Sekretion der Schilddr\u00fcsenhormone von anderen Grunderkrankungen stark beeinflusst werden kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine neuere Variante stellt die aliment\u00e4r bedingte Hyperthyreose bei Hund und Katze dar, die auch vermehrt bei jungen Tieren beobachtet werden kann. Die Gabe von rohem Fleisch wie es z.B. beim Barfen verwendet wird, f\u00fchrt auch zur Verf\u00fctterung von Schlund. Da nicht immer darauf geachtet wird, dass die Schilddr\u00fcsen entfernt werden (auch bei den kommerziellen Anbietern nicht) und einige F\u00fctterungsprotokolle in der t\u00e4glichen Ration Schlund enthalten, kann dies zur \u201cHyperthyreose\u201d mit gleichzeitig niedrigen TSHKonzentrationen und folgender Schilddr\u00fcsenatrophie f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Anders ist das Pferd einzustufen, bei denen Probleme der Schilddr\u00fcsenfunktion h\u00e4ufig urs\u00e4chlich in der Jodversorgung zu suchen sind und diese auch schon bei jungen Tieren und Fohlen oder sogar intrauterin auftreten k\u00f6nnen. Es sind mehrere Wege, die zur Verdachtsdiagnose Schilddr\u00fcsenfehlfunktion f\u00fchren:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">die klinische Symptomatik der Hyper- und Hypothyreose<\/li>\n<li class=\"bodytext\">ein Laborbefund, der im Rahmen einer Screening-Untersuchung erstellt wurden<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Untersuchungen bei Hunden bestimmter Rassen zur Zuchtzulassung<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Bei der klinischen Verdachtsdiagnose einer Schilddr\u00fcsenfehlfunktion werden Hormonkonzentrationen zur Diagnosesicherung gemessen. Dabei unterscheidet sich das Ranking der Parameter erster Wahl von Tierart zu Tierart, ist zudem vom klinischen Allgemeinzustand, vom Alter und dem Auftreten von Begleiterkrankungen abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1339374 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Wichtiges in K\u00fcrze zur Schilddr\u00fcse Hund,  Katze, Pferd und Co, Interpretationshilfe\" data-large_image_width=\"247\" data-large_image_height=\"632\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_19.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"247\" height=\"632\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_19.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Wichtiges in K\u00fcrze zur Schilddr\u00fcse Hund, Katze, Pferd und Co, Interpretationshilfe\" aria-describedby=\"gallery-1-1339375\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_19.png 247w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1_19-117x300.png 117w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339375'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Wichtiges in K\u00fcrze zur Schilddr\u00fcse Hund, Katze, Pferd und Co, Interpretationshilfe\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Gesamt T4<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">wird zumeist als Parameter erster Wahl zur Diagnostik der Schilddr\u00fcsenfehlfunktion eingesetzt. TT4 (=T4 gesamt) ist das proteingebundene T4 und stellt den zirkulierenden Reservepool dar. Erst die Bindung an Transportproteine erm\u00f6glicht die Verteilung der lipophilen und wasserunl\u00f6slichen Thyroxinmolek\u00fcle. Tierartlich unterschiedlich bindet T4 bei Hund, Katze und Kaninchen ausschlie\u00dflich an Pr\u00e4albumin und Albumin anders beim Pferd und Wiederk\u00e4uer, bei denen T4 zus\u00e4tzlich an Thyroxin bindendes Globulin (TBG) gebunden transportiert wird. Bei Thyroxin-bindenden Globulinen handelt es sich um spezifische Bindungsglobuline, die in der Leber synthetisiert werden. \u00c4hnlich dem Albumin wird auch die Synthese und die Verstoffwechselung von diversen Erkrankungen beeinflusst. Allerdings steigt die TBG-Konzentration bei akuten Lebererkrankungen aufgrund vermehrter Sialisierung und verminderter Clearance an. Aufgrund der unterschiedlichen &#8211; auch Spezies spezifischen &#8211; Halbwertszeit der Transportproteine unterscheidet sich auch die Halbwertszeit im zirkulierenden Blut von TT4 und TT3. So wird die HWZ von TT4-Albumin mit 16 h angegeben und von TT4-TGB mit 7 Tagen. Die Albuminbindung ist die phylogenetisch \u00e4ltere; die Bindung an TGB bietet den Vorteil der h\u00f6heren Speicherkapazit\u00e4t, die v.a. bei Pflanzenfressern von gr\u00f6\u00dferer Bedeutung zu sein scheint. Die meisten Fleischfresser k\u00f6nnen \u00fcber die Nahrung ausreichend Jod aufnehmen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Schwierig wird die Interpretation bei Erkrankungen, die Proteinsynthese und -stoffwechsel beeinflussen. Hypalbumin\u00e4mien in Folge von Proteinverlusten, verminderter Synthese (z.B. bei &lt; 25 % Leberfunktion, Entz\u00fcndung) vermehrtem Verlust (Enteropathien, Nephropathien), Umverteilung in den Extravasalraum (Vasculitis) sowie Hyperalbumin\u00e4mien (selten bei Dehydratation oder Morbus Cushing) k\u00f6nnen zu gemessenen TT4-Konzentrationen f\u00fchren, die der tats\u00e4chlichen Schilddr\u00fcsenleistung nicht entsprechen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">TT4 ist etwas unabh\u00e4ngiger von der Probenqualit\u00e4t (Lip\u00e4mie und H\u00e4molyse kann zu Problemen bei der Bestimmung der freien Hormone f\u00fchren) als fT4.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Verschiedene Medikamente k\u00f6nnen die Bindung an die Transportproteine ver\u00e4ndern und die Messergebnisse fraglich werden lassen v.a. Barbiturate, Salicylate und Penicillin verdr\u00e4ngen Thyroxine aus der Albuminbindung und die Bindung an TBG wird von Salicylaten, Heparin, Diazepam, Sulfonylharnstoffen, Phenylbutazon und Diphenylhydantoin kompetitiv gehemmt<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Tierartspezifisches:<br \/>\nKaninchen<\/strong> und ev. auch <strong>Meerschweinchen<\/strong> haben aufgrund einer kaum vorhandenen TBG-Konzentration eine sehr kurze HWZ von TT4 und TT3. Es hat sich gezeigt dass fT4 die Schilddr\u00fcsensituation v.a. bei Hyperthyreose eindeutiger widerspiegelt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>V\u00f6gel<\/strong> haben sehr niedrige Schilddr\u00fcsenhormonkonzentrationen. Die Messung ist problematisch, da viele Testsysteme so geringe Konzentrationen nicht erfassen. Auch hier kann die Bestimmung der fT4-Konzentration hilfreich sein.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Fazit:<\/b> TT4 ist nur im geringen Ma\u00dfe von der aktuellen Stoffwechsellage abh\u00e4ngig und spiegelt so zum einen die Schilddr\u00fcsenleistung \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum wider zum anderen aber auch das euthyreot sick syndrom.<br \/>\nTT4 ist sehr gut geeignet bei Patienten, bei denen kein Hinweis auf Ver\u00e4nderungen im Proteinstoffwechsel vorliegt z.B. reine Hautpatienten mit Verdacht auf Endokrinopathie nach Ausschluss eines Cushings und bei denen die vorangegangene Medikation genau \u00fcberpr\u00fcft wurde.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">TSH<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die Bestimmung der TSH-Konzentration ist im Humanbereich Parameter erster Wahl. Bei den Tierspezies ist TSH bisher allerdings nur bei Hund und Katze mittels validierter Testsysteme bestimmbar. Bei Patienten mit Hyperthyreose-Verdacht &#8211; vor allem demnach Katzen &#8211; ist es ein Parameter erster Wahl und kann bei entsprechender Symptomatik die Bestimmung der TT4-Konzentration sinnvoll erg\u00e4nzen oder sogar ersetzen und folglich bei zus\u00e4tzlichen Ver\u00e4nderungen im Proteinhaushalt die Diagnose sichern.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Messung der TSH-Konzentration im Serum ist auch beim Hund h\u00e4ufig Parameter erster Wahl. Einschr\u00e4nkend ist, dass mit zunehmender Krankheitsdauer TSH-Konzentrationen innerhalb des Referenzbereiches gemessen werden. Durch neuere Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die cTSH-Konzentration bei 13 bis 40 % der hypothyreoten Hunde innerhalb des Referenzbereiches liegt. Gr\u00fcnde f\u00fcr die niedrigen Messergebnisse k\u00f6nnen eine Ersch\u00f6pfung der Hypophyse bei langbestehender Hypothyreose sein oder in Krankheitsverlauf steigt durch beschleunigte Aussch\u00fcttung der Anteil von TSH-Isomeren, die vom Testsystem nicht erkannt werden. Anders als in der humanen Diagnostik ist die Bestimmung der TSH-Konzentration alleine beim Hund nur im positiven Falle aussagekr\u00e4ftig. Eine alleinige Bestimmung dieses Parameters wird nicht empfohlen. Die TSH-Konzentration ver\u00e4ndert sich schon bei klinisch latenten Funktionsst\u00f6rungen, bei denen die Messergebnisse der Schilddr\u00fcsenhormone noch innerhalb des Referenzbereiches liegen, aber das Sekretionsmuster nicht mit dem Bedarf korreliert. Es gibt wenig pathophysiologische Situationen in denen erh\u00f6hte TSH-Konzentrationen nicht direkt die Schilddr\u00fcsensituation widerspiegeln. TSH ist z.B. zeitweise erh\u00f6ht in der Regenerationsphase nach einer Erkrankung oder in der Tr\u00e4chtigkeit.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Beachte:<\/strong> Zahlreiche Medikamente k\u00f6nnen hypophys\u00e4r die TSH-Sekretion hemmen z.B.: Glucocorticoide, Dopaminagonisten, Dopamin, Somatostatin. Zur Erh\u00f6hung des basalen und stimulierten TSH kann es durch Metoclopramid und Domperidon als potente Stimulatoren der TSH-Sekretion (starker Effekt) und durch Chlorpromazin (geringerer Effekt) kommen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Fazit:<\/strong> TSH stellt bei der Katze auf jeden Fall einen Parameter erster Wahl dar. Beim Hund ist TSH nicht als Einzelparameter geeignet und nur im positiven Falle beweisend. TSH geh\u00f6rt dennoch mit zur Einstiegsdiagnostik und ist vor allem in der Therapiekontrolle ein Parameter erster Wahl.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Freies T4 (fT4)<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Freie Schilddr\u00fcsenhormone zirkulieren im Blut in nur sehr geringen Konzentrationen (fT4 0,1-0,3% des Gesamt-T4). Aufgrund des lipophilen Charakters der freien Schilddr\u00fcsenhormone spielt der Transport \u00fcber das Blut keine entscheidende Rolle.<br \/>\nNur ungebundene Schilddr\u00fcsenhormone k\u00f6nnen in den Zielzellen die hormonelle Wirkung entfalten (free-hormone-hypothesis), so dass der K\u00f6rper versucht die Konzentration vor der Zelle m\u00f6glichst lange in ausreichenden Konzentrationen aufrecht zu halten und der Stoffwechsellage anzupassen. (Reaktion z.B. auf K\u00e4lteexposition). fT4 wird \u00fcber die Galle ausgeschieden und zum Teil \u00fcber den enterohepatischen Kreislauf tierartlich in unterschiedlichen Anteilen (Hund nur 20% andere Tierarten &gt; 80%) r\u00fcckresorbiert, so dass auch Enteropathien direkten Einfluss auf den Thyroxinhaushalt haben k\u00f6nnen. Die Aufnahme in die Zielzelle kann u.a. von nichtsteroidalen Antiphlogistika negativ beeinflusst werden. vorliegen. Bei l\u00e4ngerer Gabe k\u00f6nnen fT4 und T4 im oberen Grenzbereich liegen und gleichzeitig TSH erh\u00f6ht sein, ohne dass ein hypophys\u00e4res oder thyroidales Problem vorliegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Fazit<\/b>: fT4 ist ein Parameter, der unabh\u00e4ngig von Proteinsynthese und -metabolismus ist und stellt somit den Parameter erster Wahl bei Patienten mit der Differenzierung zu Euthyreot Sick Syndrom (Patienten mit anderer Grunderkrankung, aufgrund derer die TT4 und TSHKonzentrationen ver\u00e4ndert sind).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Einige Worte zur Bestimmung: Es stehen verschiedene Methoden zur Verf\u00fcgung. Lange wurde die Messung mit einer speziellen Probenaufarbeitung \u2013 equilibrium Dialyse (einem Verfahren aus den 1960ger Jahren) \u2013 propagiert. Dies war lange Zeit die einzige M\u00f6glichkeit die extrem geringen Konzentrationen ohne Beeinflussung durch TT4 exakt zu bestimmen. Aufgrund der hochmodernen Techniken unter Verwendung von hochspezifischen monoklonalen Antik\u00f6rpern ist es nach Best\u00e4tigung durch neuere Ver\u00f6ffentlichungen m\u00f6glich die fT4 Konzentration zuverl\u00e4ssig zu bestimmen ohne den aufw\u00e4ndigen Schritt der Dialyse.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Thyreoglobulin Antik\u00f6rper<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">(TgAk; Bestimmung ist nur beim Hund m\u00f6glich)<br \/>\nDie Bestimmung der Thyreoglobulin Ak ist nicht Parameter erster Wahl zur Diagnose von Schilddr\u00fcsenfehlfunktionen, da die Konzentrationen keine Aussage \u00fcber die aktuelle Schilddr\u00fcsenfunktion und auch keine Prognose bez\u00fcglich einer Hypothyreose erlauben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Nachweis von TgAk stellt schon die Grundursache f\u00fcr eine sich sp\u00e4ter evtl. entwickelnde Hypothyreose dar. TgAK werden bei der autoimmun bedingten chronisch lymphozyt\u00e4ren Thyreoiditis nachgewiesen. Im Verlauf dieser Erkrankung, die \u00fcber mehrere Jahre andauern kann, kommt es zu einer fortschreitenden Zerst\u00f6rung der Schilddr\u00fcsen Follikel. Es ist allerdings erst mit klinischen Symptomen zu rechnen, wenn nur noch 25 % funktionales Gewebe vorhanden ist. Zu diesem Zeitpunkt ist die TgAk Konzentration h\u00e4ufig schon wieder in einem unauff\u00e4lligen Bereich. In vielen F\u00e4llen sind gleichzeitig zu TgAk auch Autoantik\u00f6rper gegen T3, seltener gegen T4 nachweisbar.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Fazit:<\/b>\u00a0Die Bestimmung der TgAk Konzentration ist bei Patienten sinnvoll, die sehr jung klinisch auff\u00e4llig werden und bei Patienten die aus zuchthygienischen Gr\u00fcnden auf Autoimmun Thyreoiditis untersucht werden (genetische Komponente vermutet).<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Gesamt-T3 (TT3)<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Der zirkulierende TT3 Pool wird v.a. durch Dejodierung von fT4. in der Leber und Niere gestellt, nur ein geringer Teil wird von der Schilddr\u00fcse direkt sezerniert (Verh\u00e4ltnis 4:1 beim Menschen). Bei sinkender Schilddr\u00fcsenfunktion oder einem Joddefizit wird kompensatorisch vermehrt T3 synthetisiert und das Verh\u00e4ltnis T4 zu T3 ver\u00e4ndert sich zu Gunsten von T3. Bei funktionellen St\u00f6rungen von Leber oder Niere kann es kurzfristig zur Verminderung der zirkulierenden T3-Konzentration bei T4-Konzentrationen im Referenzbereich kommen. Die Schilddr\u00fcse reagiert mit vermehrter T3 Synthese und &#8211; Sekretion. Gleiches gilt bei einem bestehenden Jod- und Selenmangel. Selen ist elementarer Bestandteil der Deiodinasen in der Peripherie, auch hier reagiert die Schilddr\u00fcse mit einer Verminderung der T4 und Erh\u00f6hung der T3 Synthese.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Plasma-Halbwertszeit wird bei ausschlie\u00dflicher Bindung an Albumin mit 5 bis 6 Stunden (beim Mensch mit sowohl TBG und Albumin Bindung auf 24 bis 36 Stunden) angegeben und ist somit deutlich k\u00fcrzer als von TT4 und reagiert dadurch wesentlich schneller auf Ver\u00e4nderungen im Proteinhaushalt als TT4.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Fazit:<\/b>\u00a0Da der K\u00f6rper in kritischen Situationen die T3 &#8211; Synthese forciert, ist T3 zur Diagnose der Hypothyreose nicht Parameter erster Wahl. Auch die Hyperthyreose kann in der Fr\u00fchphase durch eine Reduktion der Dejodierung versp\u00e4tet erkannt werden, wenn nur TT3 bestimmt wird.<\/p>\n<h4 class=\"bodytext\">fT3<\/h4>\n<p class=\"bodytext\">Die Bestimmung der fT3 Konzentration spiegelt nicht die Funktionalit\u00e4t der Schilddr\u00fcse wider, da T3 nur an Transportproteine gebunden in relevanten Mengen zirkuliert. fT4 wird in der Peripherie je nach Bedarf zu fT3 und rfT3 (einer inaktiven Isoform des fT3, die \u00fcber weitere Schritte abgebaut wird) dejodiert. \u00dcber die Dejodierung zu rfT3 werden erh\u00f6hte fT4-Konzentrationen inaktiviert ohne Einfluss auf den Stoffwechsel zu nehmen.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Jod und Selen<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die Jod und Selenversorgung wird bei Fleischfressern als grunds\u00e4tzlich ausreichend eingestuft. Bei vielen Omnivoren und vor allem bei Herbivoren wie dem Pferd spielt die \u00dcberund Unterversorgung mit diesen beiden Spurenelementen eine zentrale Rolle bei den Schilddr\u00fcsenhormon-assoziierten Erkrankungen. Jod ist Baustein der Schilddr\u00fcsenhormone und Selen fungiert in Form von Selenocystein als zentrales Element der Deiodinasen. Pflanzenfresser wirken mit speziellen Mechanismen den schwankenden und h\u00e4ufig niedrigen Konzentrationen der nat\u00fcrlichen Nahrung entgegen. Zu diesen geh\u00f6ren u.a. Bindung an TBG, ausgepr\u00e4gte Resorption des mit der Nahrung aufgenommenen Jod und Selens und R\u00fcckresorption; der \u00fcber die Galle ausgeschiedenen Jodverbindungen im Darm (bis zu 80 % beim Herbi- und Omnivoren).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei reiner hofeigener F\u00fctterung kann es trotzdem in vielen Gegenden zu einer Mangelversorgung kommen und damit zu einer aliment\u00e4r bedingten Hypothyreose. Da dies vielen Pferdebesitzern bekannt ist und durch die Futtermittelindustrie darauf hingewiesen wird, mehren sich eher die F\u00e4lle einer \u00dcberversorgung z.B. einer Jodtoxikose, da diese Tiere kaum Mechanismen einer forcierten Ausscheidung besitzen.<\/p>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">07 \/ 2011<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1729500224244{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729500244875{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1729500257738{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_07_2011Schilddruese_Hund__Katze__Pferd_und_Co_-min.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1729500270016{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1729501678137{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_07_2011Schilddruese_Hund__Katze__Pferd_und_Co_-min.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Schilddr\u00fcse Hund, Katze, Pferd und Co, eine Interpretationshilfe<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wissen \u00fcber die Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bei Hund und Katze geh\u00f6rt bei den meisten Praktikern mit Schwerpunkt Kleintiere zum Standard. <\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1429557,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Das Wissen \u00fcber die Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bei Hund und Katze geh\u00f6rt bei den meisten Praktikern mit Schwerpunkt Kleintiere zum Standard.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[409],"tags":[],"class_list":["post-1339374","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2011","category-409","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339374","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1339374"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339374\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1490178,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339374\/revisions\/1490178"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1429557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1339374"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1339374"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1339374"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}