{"id":1320334,"date":"2023-01-10T12:37:26","date_gmt":"2023-01-10T11:37:26","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/de\/?p=1320334"},"modified":"2024-04-19T12:38:41","modified_gmt":"2024-04-19T10:38:41","slug":"update-zur-felinen-infektioesen-peritonitis-fip","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/update-zur-felinen-infektioesen-peritonitis-fip\/","title":{"rendered":"UPDATE zur felinen infekti\u00f6sen Peritonitis (FIP)"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>UPDATE zur felinen infekti\u00f6sen Peritonitis (FIP)<\/h2>\n<p>Mehrmals im Jahr laden wir zu einer spannenden Diskussion unter Experten ein. Eine Runde, in der die jeweiligen Themen wissenschaftlich fundiert diskutiert und Antworten auf spannende Fragen gegeben werden. \u00a0Die wichtigsten Ausz\u00fcge zum Thema FIP haben wir hier f\u00fcr Sie zusammengestellt.<\/p>\n<p>Teilnehmer der Expertenrunde zum Thema FIP waren: Prof. Katrin Hartmann aus der LMU M\u00fcnchen, ihre zahlreichen Studien zur FIP und insbesondere die Publikation zur oralen Therapie mit dem GS-441524 beinhaltenden Xraphconn\u00ae (Fa. Mutian) haben Aufmerksamkeit erregt. Als Expertin auf dem Gebiet Labordiagnostik hat Prof. Regina Hofmann-Lehmann von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich wertvolle Hinweise gegeben. Sie hat sich eingehend mit dem Thema PCR im Rahmen der FIP-Diagnostik besch\u00e4ftigt. Prof. Wolfgang B\u00e4umer, Pharmakologe der FU Berlin, hat das Thema Therapie aus arzneimittelrechtlicher Sicht beleuchtet. Vanessa Steppuhn ist ehrenamtlich bei #gemeinsamgegenfip t\u00e4tig. Die Gruppe hat insgesamt bereits \u00fcber 3000 Katzen mit FIP w\u00e4hrend der Therapie mit GS-441524 betreut.<\/p>\n<h2>Die Diagnostik<\/h2>\n<blockquote><p><strong><em>Oft werden die Corona-AK Titer angefragt und FIP gleichgesetzt \u2013 was k\u00f6nnen wir mit den Titern machen, was nicht? Zu welcher Diagnostik raten Sie?<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Hofmann-Lehman betont, dass die Corona Antik\u00f6rper leider keine Hilfe bei der Diagnostik der FIP darstellen. Die H\u00f6he des Titers sagt nichts dar\u00fcber aus, ob eine Katze an FIP erkrankt ist oder nicht. Auch ist der Ausschluss einer FIP \u00fcber einen negativen Antik\u00f6rper-Test nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die PCR aus Blut, Ergussfl\u00fcssigkeit oder Gewebe bietet hingegen oft gute Ergebnisse. Dabei ist eine Quantifizierung der in der Probe vorhandenen Viren f\u00fcr die Beurteilung sehr n\u00fctzlich. Die PCR aus Kot hilft bei der Diagnose der FIP f\u00fcr einen individuellen Patienten allerdings nicht. Sie spielt bei der Bestandsbetreuung eine Rolle.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1320334 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Abb. 1: Feline infekti\u00f6se Peritonitis (FIP) am Katzenauge. &lt;br&gt;Bildquelle: Jennifer von Luckner\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"836\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb_1_Feline-infektioese-Peritonitis-FIP-am-Katzenauge..jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"713\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb_1_Feline-infektioese-Peritonitis-FIP-am-Katzenauge.-1024x713.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1320350\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb_1_Feline-infektioese-Peritonitis-FIP-am-Katzenauge.-1024x713.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb_1_Feline-infektioese-Peritonitis-FIP-am-Katzenauge.-300x209.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb_1_Feline-infektioese-Peritonitis-FIP-am-Katzenauge.-768x535.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb_1_Feline-infektioese-Peritonitis-FIP-am-Katzenauge..jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1320350'>\n\t\t\t\t\tAbb. 1: Feline infekti\u00f6se Peritonitis (FIP) am Katzenauge. <br>Bildquelle: Jennifer von Luckner\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Abb. 2: Positive Rivaltaprobe. Ein diagnostisches Add-on, aber nicht beweisend.&lt;br&gt;Bildquelle: Jennifer von Luckner\" data-large_image_width=\"979\" data-large_image_height=\"1200\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb._2_Positive-Rivaltaprobe.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"835\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb._2_Positive-Rivaltaprobe-835x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1320349\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb._2_Positive-Rivaltaprobe-835x1024.jpg 835w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb._2_Positive-Rivaltaprobe-245x300.jpg 245w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb._2_Positive-Rivaltaprobe-768x941.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Abb._2_Positive-Rivaltaprobe.jpg 979w\" sizes=\"auto, (max-width: 835px) 100vw, 835px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1320349'>\n\t\t\t\t\tAbb. 2: Positive Rivaltaprobe. Ein diagnostisches Add-on, aber nicht beweisend.<br>Bildquelle: Jennifer von Luckner\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Ob ein Mutations-Nachweis in jedem Fall unbedingt notwendig ist, beantwortet Katrin Hartmann mit nein. Dieser ist in klinisch nicht eindeutigen F\u00e4llen mit nur geringer Viruslast sinnvoll. F\u00fcr Katzen mit f\u00fcr FIP typischen Befunden, bei denen in Blut, Ergussfl\u00fcssigkeit oder Gewebe eine hohe Viruslast nachgewiesen wurde, steht die Diagnose auch ohne Sequenzierung auf eine vorhandene Mutation. Hinzu kommt, dass mit den bisherigen Methoden nicht in allen FIP-F\u00e4llen eine Mutation nachgewiesen werden kann.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Zur Diagnostik im Weiteren: Wenn eine FIP-Katze im Haushalt war, wie gro\u00df ist die Gefahr, dass andere Katzen erkranken? <\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Frau Steppuhn gibt hierzu einen Erfahrungsbericht. Es wird tats\u00e4chlich immer wieder gesehen, dass in Mehrkatzenhaushalten weitere Katzen erkranken. Sehr selten kommt dies vor, wenn ein Nachfolger einer Einzeltierhaltung ins Haus geholt wird. Die Beobachtungen stimmen aber mit der wissenschaftlichen Meinung, dass es sich bei solchen FIP-F\u00e4llen um individuelle Erkrankungen handelt, \u00fcberein.<\/p>\n<p>Prof. Hartmann und Prof. Hofmann-Lehmann best\u00e4tigen, dass Ausbr\u00fcche auf einen hohen Infektionsdruck in Verbindung mit Stressoren oder genetischen Pr\u00e4dispositionen zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Die FIP entsteht nicht durch \u00dcbertragung des mutierten felinen Corona-Virus (FCoV), sondern durch Mutation im Individuum selbst. Tests, die eine pr\u00e4disponierte Katze sicher identifizieren, gibt es nicht. Aktuell wird davon ausgegangen, dass h\u00e4ufige Reinfektionen mit FCoV die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr die Entwicklung einer FIP erh\u00f6hen. Der Hygiene sowie der Isolation von Hochausscheidern kommt somit eine wesentliche Bedeutung zu.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2>Die FIP-Therapie und deren rechtliche Aspekte<\/h2>\n<p>Die Erfolge mit dem Nukleotid-Analog GS-441524 sind in aller Munde. Die Expertenrunde hat sich mit diesem Thema intensiv auseinandergesetzt.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Eine der ersten Fragen galt Frau Steppuhn. Sie bezog sich auf die pers\u00f6nlichen Erfahrungen in der Gruppe mit GS- 441524.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Frau Steppuhn berichtet, dass die Erfolge sehr gut seien. Etwa 90% der Katzen erfahren eine dauerhafte Heilung. Allerdings ist die Therapie nach dem bisherigen Protokoll aufwendig. Sie erfordert t\u00e4gliche subkutane Injektionen \u00fcber einen Zeitraum von 84 Tagen. Zudem ist eine tier\u00e4rztliche Betreuung zwingend erforderlich, da die Patienten oft in einem sehr schlechten Zustand sind. Neben der Verabreichung des Medikamentes an sich m\u00fcssen die meisten Katzen intensivmedizinisch betreut werden. Zudem sind regelm\u00e4\u00dfige Blutkontrollen erforderlich. Die reinen Medikamentenkosten betragen f\u00fcr den gesamten Zeitraum ca. 3500,- Euro. Die orale Therapie wird aber in Zukunft sicherlich einen hohen Stellenwert haben.<\/p>\n<p>Aus eigener Erfahrung im Umgang mit dem an der LMU erfolgreich getesteten oralen Medikament Xaphroconn\u00ae best\u00e4tigt Prof. Hartmann, dass die (oft intensivmedizinische) tier\u00e4rztliche Betreuung essentiell f\u00fcr die FIP-Patienten ist.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Remdesevir ist ein sogenanntes Prodrug f\u00fcr GS-441524 und wird im K\u00f6rper entsprechend verstoffwechselt. Es ist f\u00fcr Klinikapotheken seit dem 1.6.2021 bestellbar und hat auch eine Zulassung. Damit m\u00fcsste doch eigentlich eine Umwidmung m\u00f6glich sein? <\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. B\u00e4umer best\u00e4tigt dies im Grundsatz. Allerdings bedeutet das nicht, dass es auch f\u00fcr Tier\u00e4rzte verf\u00fcgbar ist. Denn die Zulassung bezieht sich nur auf Klinikapotheken. Tier\u00e4rzte k\u00f6nnen es nicht erwerben.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Die n\u00e4chste Frage ergibt sich nat\u00fcrlicherweise: Gibt es Bestrebungen vom Hersteller Gilead, GS-441524 zuzulassen?<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. B\u00e4umer hat hierzu bereits im Vorfeld Erkundigungen eingehoolt. Er verliest eine Mitteilung von Gilead, dass dies nicht der Fall ist. Er betont, dass es keine zugelassenen, f\u00fcr Tier\u00e4rzte legal zu beziehenden Formulierungen von GS-441524 auf dem Markt gibt, auch wenn Interneteintr\u00e4ge bestimmter Anbieter so etwas vermuten lassen.<\/p>\n<p>Prof. Hartmann wirft ein, dass die BOVA Apotheke in England die Substanz GS-441524 legal umformulieren darf, solange sie nicht als zugelassenes Pr\u00e4parat auf dem Markt verf\u00fcgbar ist. Die M\u00f6glichkeit einer oralen Formulierung wird derzeit gepr\u00fcft. Eine gro\u00df angelegte wissenschaftliche Langzeitstudie ist geplant.<\/p>\n<p>Prof. B\u00e4umer gibt allerdings zu bedenken, dass den deutschen Tier\u00e4rzten au\u00dferhalb einer wissenschaftlichen Studie trotzdem die H\u00e4nde gebunden sind. Das Pr\u00e4parat ist in der EU nicht f\u00fcr die Tiermedizin zugelassen und darf somit nicht importiert werden.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Wie sieht es mit dem Import \u00fcber den Schwarzmarkt aus? Welche Strafen drohen?<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. B\u00e4umer betont: Der Import der Substanz GS-441524 durch einen Tierarzt ist eine Straftat. Tier\u00e4rzte riskieren ihre Approbation.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Welche legalen M\u00f6glichkeiten haben Tier\u00e4rzte, die Halter auf die Therapie aufmerksam zu machen und sie bei der Therapie zu unterst\u00fctzen?<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. B\u00e4umer best\u00e4tigt, dass Tier\u00e4rzte sich nicht strafbar machen, wenn sie die Therapie mit GS-441524 empfehlen, und zwar auch dann nicht, wenn dieses Medikament keine Zulassung hat. Verabreicht ein Tierhalter unter der Aufsicht eines Tierarztes eine nicht zugelassene Substanz, sollte dies kein Problem darstellen. Tier\u00e4rzte sollten allerdings nicht eine ihnen durch den Tierhalter \u00fcbergebene Substanz anwenden.<\/p>\n<p>Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl blieben einige Fragen unbeantwortet. Ein paar wichtige zur Diagnostik haben wir daher hier zusammengestellt.<\/p>\n<p>Die immunhistochemische Untersuchung einer Biopsie auf das FCoV gilt immer noch als Goldstandard bei der Diagnose der FIP. Die quantitative PCR nimmt aber einen immer gr\u00f6\u00dferen Stellenwert ein.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li><strong>Ist die Immunhistochemie in Deutschland m\u00f6glich?<\/strong><br \/>\nJa, sie wird z. B. von Laboklin angeboten und erfolgt an Bioptaten.<br \/>\nDa Ergebnisse von Studien Zweifel an der Sensitivit\u00e4t und der Spezifit\u00e4t der FCoV-F\u00e4rbung an zytologischen Pr\u00e4paraten aufkommen lassen (Felten et al. 2017; Hellemans et al., 2020, Litster et al. 2013), wird dagegen die Immunzytologie nicht bei Laboklin durchgef\u00fchrt.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Wie steht die quantitative PCR im Vergleich zur Immunhistochemie da?<\/strong><br \/>\nEine positive Immunf\u00e4rbung an Bioptaten (= Immunhistochemie) ist sehr spezifisch und verl\u00e4sslich. Ein positives Ergebnis gilt als beweisend. Allerdings schlie\u00dft ein negatives Ergebnis eine FIP nicht vollst\u00e4ndig aus, da das FCoV im Gewebe unterschiedlich verteilt sein kann. Je nach histologischem Befund sollten im Zweifelsfall weitere Schnitte angefertigt werden. Eine Kontaktaufnahme mit dem Pathologen kann hier sehr wertvoll sein (Stranieri et al., 2020; Tasker, 2018).Eine realtime PCR (RT-PCR) im Gewebe kommt, je nachdem, was f\u00fcr eine Probe untersucht wird, vermutlich nahe an die Immunhistochemie (ICH) heran. F\u00fcr Lunge und Leber z. B. wurde kein wesentlicher Unterschied gefunden. F\u00fcr andere Organe war die IHC insbesondere bez\u00fcglich der Spezifit\u00e4t klar im Vorteil (weniger falsch positive Ergebnisse). Die Studie, auf die sich diese Aussage bezieht, hat keine Quantifizierung angegeben (Stranieri et al., 2020). Bei beiden Verfahren sollte darauf geachtet werden, ver\u00e4ndert erscheinende Gewebe zu beproben.F\u00fcr die Praxis relevanter ist aber der Vergleich einer quantitativen PCR aus einer Fl\u00fcssigkeit (z. B. Abdomen-\/Thoraxpunktat) und einer IHC aus einem Organ. Sprich die Frage, ob eine PCR aus Punktatfl\u00fcssigkeit f\u00fcr die Diagnose ausreichen kann und somit eine Biopsieentnahme nicht mehr notwendig wird. Da wird es schon deutlich schwieriger, eine konkrete Aussage zu treffen. Bei Kammerwasser und Liquor sind die Studienergebnisse sehr variabel und es ist fraglich, wie verl\u00e4sslich das Ergebnis einer PCR hier ist. F\u00fcr Blut gibt es ebenfalls unterschiedliche Ergebnisse. Die Aussagekraft der PCR ist vermutlich abh\u00e4ngig von der Auswahl des Patienten und der Qualit\u00e4t der durchgef\u00fchrten Methode. F\u00fcr die RT-PCR in Fl\u00fcssigkeitspunktaten werden je nach Studie Sensitivit\u00e4ten von 72 \u2013 100% angegeben, bei nur wenigen falsch positiven Ergebnissen. Wird mittels quantitativer PCR, bei gleichzeitigem Vorliegen verd\u00e4chtiger Symptome, eine hohe Viruslast detektiert, ist eine FIP sehr wahrscheinlich. Eine Best\u00e4tigung mittels IHC ist dann in den meisten F\u00e4llen nicht notwendig. Wird aber nur eine niedrige Viruslast gefunden und\/oder gibt es wenige klinische Hinweise auf eine FIP, ist die IHC sicherlich die zuverl\u00e4ssigere Nachweismethode (Barker et al., 2017; Doenges et al, 2016; Dunbar et al., 2019; Felten et al., 2017; Stranieri et al., 2018; Stranieri et al., 2020)<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Gibt es bei Laboklin die M\u00f6glichkeit einer quantitativen Corona-PCR und wenn ja, mit welchem Material wird sie durchgef\u00fchrt?<\/strong><br \/>\nJa, Laboklin bietet die Quantifizierung (= Ermittlung der Kopienzahl an FCoV in einer Probe) an. Vormals nur an Kot durchgef\u00fchrt, ist dies nun auch f\u00fcr EDTA-Blut und Punktate m\u00f6glich.Bei mittels Feinnadelaspiration gewonnenem Material ist die Interpretation der Befunde schwierig, da bei Einsendung der tats\u00e4chliche Zellgehalt in der Probe nicht ersichtlich ist. Eine quantitative Angabe sollte sich immer auf eine Messeinheit (mg Kot, ml Blut\/Punktat) beziehen. Bei Bedarf kann aber der ct-Wert angefragt werden. Hieraus l\u00e4sst sich ein Hinweis auf die in der Probe enthaltene Virenzahl ableiten.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Wird Ihr Test in Ringversuchen validiert?<\/strong><br \/>\nLaboklin ist ein akkreditiertes Labor. Das bedeutet, dass regelm\u00e4\u00dfig Ringversuche in allen Bereichen durchgef\u00fchrt werden. Somit werden auch die PCRs entsprechend \u00fcberpr\u00fcft.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Jennifer von Luckner<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713523119540{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1673348867147{margin-top: 10px !important;margin-right: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;margin-left: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-right: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;padding-left: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713522698552{padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;}&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Barker EN, Stranieri A, Helps CR, Porter EL, Davidson AD, Da MJ. Limitations of using feline coronavirus spike protein gene mutations to diagnose feline infectious peritonitis. Vet Res. 2017; 48: 60.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Doenges SJ, Weber K, Dorsch R, Fux R, Fischer A, Matiasek LA. Detection of feline coronavirus in cerebrospinal fluid for diagnosis of feline infectious peritonitis in cats with and without neurological signs. J Feline Med Surg. 2016; 18: 104-109.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Dunbar D, Kwok W, Graham E, Armitage A, Irvine R, Johnston P, McDonald M, Montgomery D, Nicolson L, Robertson E, Weir W, Addie DD. Diagnosis of non-effusive feline infectious peritonitis by reverse transcriptase quantitative PCR from mesenteric lymph node fine-needle aspirates. J Feline Med Surg. 2019; 21: 910-921.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Felten S, Matiasek K, Gruendl S, Sangl L, Wess G, Hartmann K. Investigation into the utility of an immunocytochemical assay in body cavity effusions for diagnosis of feline infectious peritonitis. J Feline Med Surg. 2017; 19: 410-418.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Hellemans A, Acar DD, Stroobants VJE, Theuns S, Desmarets LMB, Nauwynck HJ. A comparative study of techniques used for the diagnosis of effusive feline infectious peritonitis. Vlaams Diergeneeskundig Tijdschrift, 2020; 89: 100-110.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Litster AL, Pogranichniy R, Lin T-L. Diagnostic utility of a direct immunofluorescence test to detect feline coronavirus antigen in macrophages in effusive feline infectious peritonitis. Vet J. 2013; 198: 362-366.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Stranieri A, Scavone D, Paltrinieri S, Giordano A, Bonsembiante F, Ferr S, Glain ME, Meazzi S, Lauzi S. Concordance between Histology, Immunohistochemistry, and RT-PCR in the Diagnosis of Feline Infectious Peritonitis. 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