{"id":1319590,"date":"2022-11-07T17:16:21","date_gmt":"2022-11-07T16:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/de\/?p=1319590"},"modified":"2024-04-19T12:56:35","modified_gmt":"2024-04-19T10:56:35","slug":"brucella_canis-labakt11-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/brucella_canis-labakt11-22\/","title":{"rendered":"Brucella canis \u2013 ein fast vergessener Erreger?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<em>Brucella (B.) canis<\/em> ist der Erreger der Hundebrucellose. Seitdem er 1966 zum ersten Mal in den USA in Zusammenhang mit Aborten und Reproduktionsst\u00f6rungen in einer Beagle-Haltung isoliert wurde, wird er nun weltweit nachgewiesen.<\/p>\n<h2>Verbreitung<\/h2>\n<p>In Europa ist <em>B. canis<\/em> vor allem in S\u00fcdosteuropa (Rum\u00e4nien, Ungarn, Moldawien, Mazedonien) endemisch. Aus zahlreichen anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern stammen ebenfalls positive Nachweise, sowohl \u00fcber Erregernachweise mittels PCR (Spanien, Italien und Frankreich) als auch \u00fcber erh\u00f6hte Antik\u00f6rpertiter (u. a. Schweden, Belgien, Schweiz, \u00d6sterreich und Deutschland).<\/p>\n<p>Da es leider weder einheitliche Studien zur Erregerpr\u00e4valenz noch staatliche \u00dcberwachungsprogramme und aus vielen L\u00e4ndern der Welt keine Publikationen zum Vorkommen von <em>B. canis<\/em> gibt, sind Daten zur Verbreitung des Erregers l\u00fcckenhaft.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4valenz von <em>B. canis<\/em> ist h\u00f6her in L\u00e4ndern mit einer gro\u00dfen Population an streunenden Hunden, die sich dort weitgehend unkontrolliert fortpflanzen k\u00f6nnen. Auch in Hundezuchten mit schlechter veterin\u00e4rmedizinischer \u00dcberwachung besteht ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr eine Infektion.<\/p>\n<h2>Klinik<\/h2>\n<p>Die klassischen klinischen Symptome in Zusammenhang mit Brucellose manifestieren sich am Geschlechtsapparat.<\/p>\n<p>Bei H\u00fcndinnen kommt es zum Abort in der Sp\u00e4ttr\u00e4chtigkeit, zu Totgeburten oder zur Geburt lebensschwacher Welpen. Bei R\u00fcden manifestiert sich die Erkrankung in Orchitis, Epididymitis und Skrotaldermatitis. Viele Tiere zeigen nur unspezifische Symptome wie u. a. Lethargie, Leistungsintoleranz und Gewichtsverlust und bleiben w\u00e4hrend der gesamten Infektion fieberfrei.<\/p>\n<p>Die kanine Brucellose manifestiert sich auch au\u00dferhalb des Genitaltrakts, am h\u00e4ufigsten in Form einer Diskospondylitis. Die kanine Brucellose ist hier eine wichtige Differentialdiagnose. Vor allem bei jungen Hunden, die mit Lahmheiten oder Schmerzhaftigkeit im Bereich der Wirbels\u00e4ule vorgestellt werden und wom\u00f6glich aus S\u00fcd- oder S\u00fcdosteuropa stammen, ist immer auch an <em>B. canis<\/em> zu denken.<\/p>\n<p>Andere seltenere Manifestationen der kaninen Brucellose sind Uveitis, Osteomyelitis und Dermatitis.<\/p>\n<h2>\u00dcbertragung und Ausscheidung<\/h2>\n<p><em>B. canis<\/em> wird vor allem w\u00e4hrend des Deckaktes durch Sperma und Vaginalfl\u00fcssigkeit \u00fcbertragen. Abortmaterial enth\u00e4lt besonders hohe Keimzahlen an <em>B. canis<\/em>. Die \u00dcbertragung erfolgt meist oronasal. Welpen k\u00f6nnen sich schon im Uterus und unter der Geburt infizieren. Im Urin wird meist eine geringere Keimbelastung festgestellt, diese kann aber auch infekti\u00f6s sein und zur Ansteckung anderer Tiere f\u00fchren.<\/p>\n<p>Besonders an diesem Erreger ist die lange Erregerausscheidung: 6 \u2013 8 Wochen nach Infektion sind noch hohe Keimzahlen an <em>B. canis<\/em> im Sperma feststellbar. Auch H\u00fcndinnen scheiden bis 6 Wochen nach einem Abort hohe Keimzahlen aus. Dazu wird der Erreger intermittierend ausgeschieden und kann auch noch mindestens 2 Jahre nach Infektion nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Eine Bakteri\u00e4mie beginnt etwa 2 \u2013 4 Wochen post infectionem (p. i.). Experimentell infizierte Hunde waren bis zu 5 \u00bd Jahre p. i. positiv in der Blutkultur.<\/p>\n<h2>Erreger<\/h2>\n<p>Bei der Gattung <em>Brucella<\/em> handelt es sich um gramnegative, kleine, kokkoide, fakultativ intrazellul\u00e4re St\u00e4bchenbakterien, die auf zellfreien Agarmedien wie Blutagar oder Selektivagar f\u00fcr Brucellen unter aeroben bis mikroaerophilen Bedingungen kultivierbar sind. Aufgrund ihres langsamen Wachstums kann die Inkubationszeit mehrere Tage bis Wochen betragen.<\/p>\n<p>Die Gattung <em>Brucella<\/em> umfasst mehrere Spezies, die vorwiegend wirtsspezifisch sind, aber auch zoonotisches Potential aufweisen. In den letzten Jahren wurden bei immer mehr Tierarten neue Brucella-Spezies beschrieben. W\u00e4hrend die Brucellose bei Rind, Schwein, Schaf und Ziege in der Europ\u00e4ischen Union und in Deutschland rechtlichen Regularien unterworfen ist (gelistete Tierseuche nach Anhang 2, Verordnung (EU) 2016\/629 (AHL) und zugeh\u00f6rige Del. Verordnung (EU) 2018\/1629, Verordnung \u00fcber anzeigepflichtige Tierseuchen), gilt dies f\u00fcr <em>B. canis<\/em> nicht.<\/p>\n<h2>Diagnostik und Erregernachweis<\/h2>\n<p><em>B. canis<\/em> und Antik\u00f6rper gegen <em>B. canis<\/em> k\u00f6nnen \u00fcber mehrere Verfahren nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Der Erregernachweis l\u00e4sst sich einerseits kulturell und andererseits molekularbiologisch mittels PCR durchf\u00fchren. Geeignetes Probenmaterial sind Sperma, Vaginalabstriche oder Abortmaterial. Urin ist ebenfalls m\u00f6glich, obwohl <em>B. canis<\/em> bei der kulturellen Untersuchung von den anderen Keimen (meist Enterobakterien wie<em> E. coli<\/em>) schnell \u00fcberwachsen werden kann. Aspirate aus Feinnadelbiopsien oder Kammerwasser k\u00f6nnen ebenfalls untersucht werden.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1319590 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Bildquelle: Envato Elements\" data-large_image_width=\"800\" data-large_image_height=\"466\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/brucella_canis_headerbild.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"466\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/brucella_canis_headerbild.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1319593\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/brucella_canis_headerbild.jpg 800w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/brucella_canis_headerbild-300x175.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/brucella_canis_headerbild-768x447.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1319593'>\n\t\t\t\t\tBildquelle: Envato Elements\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Blutkulturflaschen-Set (aerob und anaerob) &lt;br&gt;Bildquelle: Laboklin\" data-large_image_width=\"450\" data-large_image_height=\"773\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/442023_Plus_Aerobic_Plastik_freigestellt.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"773\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/442023_Plus_Aerobic_Plastik_freigestellt.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Blutkulturflaschen-Set (aerob und anaerob)\" aria-describedby=\"gallery-1-1319595\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/442023_Plus_Aerobic_Plastik_freigestellt.png 450w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/442023_Plus_Aerobic_Plastik_freigestellt-175x300.png 175w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1319595'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Blutkulturflaschen-Set (aerob und anaerob) <br>Bildquelle: Laboklin\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Blutkulturflasche Peds Plus&lt;sup&gt;TM&lt;\/sup&gt; &lt;br&gt;Bildquelle: Laboklin\" data-large_image_width=\"205\" data-large_image_height=\"720\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/BD_Bactec_PedsPlusF_web.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"720\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/BD_Bactec_PedsPlusF_web.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Blutkulturflasche Peds PlusTM\" aria-describedby=\"gallery-1-1319596\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/BD_Bactec_PedsPlusF_web.png 205w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/BD_Bactec_PedsPlusF_web-85x300.png 85w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1319596'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Blutkulturflasche Peds Plus<sup>TM<\/sup> <br>Bildquelle: Laboklin\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3: &lt;\/b&gt;\nPositiver Antik\u00f6rpernachweis (IFAT) von B. canis\n&lt;br&gt;Bildquelle: Laboklin\" data-large_image_width=\"940\" data-large_image_height=\"705\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Brucella_canis_K05044_512_web.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"705\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Brucella_canis_K05044_512_web.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Positiver Antik\u00f6rpernachweis (IFAT) von B. canis Bildquelle: Laboklin\" aria-describedby=\"gallery-1-1319594\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Brucella_canis_K05044_512_web.jpg 940w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Brucella_canis_K05044_512_web-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Brucella_canis_K05044_512_web-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1319594'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3: <\/b>\nPositiver Antik\u00f6rpernachweis (IFAT) von B. canis\n<br>Bildquelle: Laboklin\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Da <em>B. canis<\/em> zu einer Bakteri\u00e4mie f\u00fchren kann, ist der Nachweis mittels Blutkultur m\u00f6glich. Dazu wird Vollblut (da der Erreger sich zum Teil in den Leukozyten befindet) entnommen und direkt in der Praxis steril in Blutkulturflaschen gef\u00fcllt. Bakterien sind im Blut meist nur in geringen Keimzahlen vorhanden. Aus diesem Grund sollte Folgendes beachtet werden, um falsch negative Ergebnisse zu vermeiden: Heparin- bzw. Natriumcitratr\u00f6hrchen sind besser geeignet, da EDTA das Bakterienwachstum behindern kann. Die Hunde sollten bei Blutentnahme nicht antibiotisch vorbehandelt sein. Die Blutkulturflaschen sollten bei Probenentnahme auf Zimmertemperatur gebracht und auch nach Bef\u00fcllung nicht gek\u00fchlt werden. Der Transport ins Labor sollte so schnell wie m\u00f6glich erfolgen.<\/p>\n<p>Die Blutkulturflaschen werden als Set f\u00fcr die aerobe und die anaerobe Kultur verschickt (siehe <a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/442023_Plus_Aerobic_Plastik_freigestellt.png\">Abbildung 1<\/a>).<\/p>\n<p>Dazu braucht man idealerweise eine relativ gro\u00dfe Menge Blut (7 \u2013 10 ml pro Flasche). Da es jedoch nicht immer m\u00f6glich ist so viel Blut zu entnehmen, gibt es spezielle Blutkulturflaschen aus der P\u00e4diatrie (Peds Plus-Flaschen, siehe <a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/BD_Bactec_PedsPlusF_web.png\">Abbildung 2<\/a>). Diese werden nur mit 2 ml Blut bef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Molekularbiologisch kann der Erregernachweis von <em>B. canis<\/em> mittels PCR erfolgen. Vorteil dieses Untersuchungsverfahrens ist die wesentlich k\u00fcrzere Untersuchungsdauer. Zudem ist die PCR nicht abh\u00e4ngig von der Lebensf\u00e4higkeit des Erregers und wird nicht beeinflusst durch andere bakterielle Kontaminationserreger.<\/p>\n<p>Serologisch lassen sich Antik\u00f6rpertiter gegen<em> B. canis<\/em> zum Beispiel mit dem IFAT (Immunfluoreszenz- Antik\u00f6rper-Test) bestimmen. Positive Probenverd\u00fcnnungen erkennt man an den gr\u00fcn fluoreszierenden Strukturen, wie sie in<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Brucella_canis_K05044_512_web.jpg\"> Abbildung 3<\/a> zu sehen sind.<\/p>\n<p>Bei serologischen Methoden sollte beachtet werden, dass auch falsch positive Ergebnisse durch Kreuzreaktionen vorkommen k\u00f6nnen. Die Untersuchung auf Antik\u00f6rper sollte erst 3 bis 4 Wochen nach Infektion erfolgen und bei negativem Befund nach 4 Wochen nachkontrolliert werden, um ein falsch negatives Ergebnis auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Therapie und Prophylaxe<\/strong><\/p>\n<p>Eine vollst\u00e4ndige Erregerelimination ist auch durch eine ausgedehnte Antibiotikatherapie oft nicht zu erreichen, da sich Brucellen intrazellul\u00e4r in den Leukozyten befinden und auch mit Prostata g\u00e4ngigen Wirkstoffen nicht vollst\u00e4ndig zu eliminieren sind.<em><br \/>\nB.-canis<\/em>-Isolate vom Hund sind meist sensibel gegen Doxycyclin und Tetracyclin. Enrofloxacin kann auch eingesetzt werden. Allerdings sind Brucellen auch mit diesen Prostata g\u00e4ngigen Wirkstoffen nicht sicher zu eliminieren. Aus diesem Grund sollten infizierte R\u00fcden auf jeden Fall kastriert werden, um die Erregerverbreitung zu unterbinden.<\/p>\n<p>Ein Impfstoff gegen <em>B. canis<\/em> ist nicht vorhanden, sodass prophylaktische Ma\u00dfnahmen wie Zuchthygiene, Diagnostik und das Kastrieren von streunenden Hunden im Vordergrund stehen, um die Erregerverbreitung einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<h2>Zoonose<\/h2>\n<p><em>B. canis<\/em> ist ein Zoonoseerreger. Das zoonotische Potential wird zwar als gering eingesch\u00e4tzt, aber humane Infektionen mit <em>B. canis<\/em> wurden beschrieben. Der Verlauf beim Menschen ist meist mild mit unspezifischen Symptomen und \u00e4hnelt nicht dem der klassischen Brucellose wie sie durch <em>B. melitensis, B. abortus<\/em> oder <em>B. suis<\/em> beim Menschen ausgel\u00f6st wird. Betroffene Tierhalter m\u00fcssen jedoch \u00fcber das Zoonosepotential und die m\u00f6gliche Erregerausscheidung aufgekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Marianne Schneider<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713523507460{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Buhmann et al. Canine Brucellosis: Insights Into the Epidemiological Situation in Europe. Front Vet Sci. 2019; 6:151.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Santos et al. Canine Brucellosis: An Update. Front Vet Sci. 2021 Mar 2;8:594291.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>C\u00f6lfen A. Die canine Brucellose \u2013 auch heute noch aktuell, KleintierMedizin, 01\/2022<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Hohmann M. Canine Brucellose\u2013Ein Globalisierungsproblem. Deutsches Tier\u00e4rzteblatt 08\/2012<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Greene CE, Carmichael LE. Canine Brucellosis, aus Greene: Infectious Diseases of the Dog and Cat<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713523575401{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713523660266{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2022%2F11%2FLA_November_2022_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20NOVEMBER%202022|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713523582654{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713523601128{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/LA_November_2022_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Brucella canis \u2013 ein fast vergessener Erreger?<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brucella (B.) canis ist der Erreger der Hundebrucellose&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1319593,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Brucella (B.) canis ist der Erreger der Hundebrucellose.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[485],"tags":[],"class_list":["post-1319590","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2022","category-485","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1319590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1319590"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1319590\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1471027,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1319590\/revisions\/1471027"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1319593"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1319590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1319590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1319590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}