{"id":1312799,"date":"2021-11-23T08:31:40","date_gmt":"2021-11-23T07:31:40","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/de\/?p=1312799"},"modified":"2024-12-13T12:59:50","modified_gmt":"2024-12-13T11:59:50","slug":"alopezie-der-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/alopezie-der-katze\/","title":{"rendered":"Alopezie der Katze"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Die Alopezie (Kahlheit), Hypotrichose (sch\u00fctteres Haarkleid) und Fellverlust sind sehr h\u00e4ufige Gr\u00fcnde f\u00fcr die Vorstellung von Katzen in der tier\u00e4rztlichen Praxis. Zun\u00e4chst muss abgekl\u00e4rt werden, ob es sich tats\u00e4chlich um einen pathologischen Fellverlust handelt. Besitzer sind oft durch einen st\u00e4rkeren Fellwechsel beunruhigt \u2013 solange jedoch am Tier keine Anzeichen einer Alopezie\/Hypotrichose und keine anderen klinischen Symptome (wie z.B. Juckreiz) zu finden sind, ist dieser Verlust von Haaren physiologisch. Bei Perserkatzen kann w\u00e4hrend des Fellwechsels zwischenzeitlich sogar eine fokale Alopezie auftreten. Es gibt auch Alopezien\/Hypotrichosen, die f\u00fcr bestimmte Rassen oder an bestimmten Lokalisationen normal sind. Beispiele daf\u00fcr sind die Alopezie der Pinnae bei \u00e4lteren Siamkatzen und nat\u00fcrlich die der Sphynxkatzen oder auch die unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gte Alopezie bzw. Hypotrichose in der pr\u00e4aurikul\u00e4ren Region bei allen Katzenrassen.<\/p>\n<p>Liegt tats\u00e4chlich eine pathologische Alopezie\/Hypotrichose vor, kommen daf\u00fcr diverse Differentialdiagnosen in Frage. Daher ist es ratsam, Tiere mit Alopezie \u2013 wie alle Hautpatienten \u2013 nach einem festgelegten diagnostischen Plan zu untersuchen. Der erste Schritt ist immer ein ausf\u00fchrliches Anamnesegespr\u00e4ch am besten mithilfe eines vorgedruckten Anamnesebogens, den der Besitzer eventuell bereits im Vorfeld (Warteraum) ausf\u00fcllen kann. Anhand dieser Informationen wie z.B. Alter des Patienten, wie waren die Symptome genau zu Beginn der Problematik (was war zuerst: die Alopezie oder der Juckreiz?), Erkrankung von Partnertieren oder Hautver\u00e4nderungen beim Menschen k\u00f6nnen bereits wichtige Hinweise f\u00fcr die Erstellung einer Differentialdiagnosenliste gewonnen werden. Nach der klinischen Untersuchung erfolgt der eingehende dermatologische Untersuchungsgang, in dem die Haut des Patienten von der Nasen- bis zur Schwanzspitze auf das Vorliegen weiterer Effloreszenzen \u00fcberpr\u00fcft wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr die systematische diagnostische Aufarbeitung ist die Aufgliederung der m\u00f6glichen urs\u00e4chlichen Erkrankungen in \u201eselbstinduzierte\u201c und \u201espontane\u201c Alopezien hilfreich (Abb. 2). Manche Krankheiten k\u00f6nnen sich in beiden Formen \u00e4u\u00dfern (z.B. Dermatophytose, kutanes Lymphom). In diesen F\u00e4llen liegt einerseits eine Sch\u00e4digung der Haarfollikel vor, die einen spontanen Haarverlust verursacht, aber gleichzeitig auch Juckreiz (z.B. durch Sekund\u00e4rinfektionen bei Dermatophytosen), der zur selbstinduzierten Alopezie f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die Diagnose einer <strong>selbstinduzierten Alopezie<\/strong> ist bei Tieren, die offensichtlich einen vermehrten Putztrieb zeigen, leicht zu stellen. Viele Katzen neigen aber dazu, diese intensive Fellpflege nur in Abwesenheit der Besitzer zu praktizieren. Durch die trichoskopische Darstellung von gesplissten Haarspitzen kann hier trotzdem eine \u201eLeckalopezie\u201c nachgewiesen werden.<\/p>\n<p><strong>Juckreiz<\/strong> ist die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr die selbstinduzierte Alopezie der Katze. Bei adulten Patienten liegt dem Juckreiz meistens ein allergisches Geschehen zugrunde; bevor man jedoch eine Allergieabkl\u00e4rung startet, muss das Vorliegen von Infektionen\/Infestationen ausgeschlossen werden. Als erster Schritt erfolgt daher der Nachweis bzw. Ausschluss von <strong>Ektoparasiten<\/strong> mittels Flohkamm, oberfl\u00e4chlichem\/tiefem Hautgeschabsel und eventuell einem Klebestreifenabklatsch. Prinzipiell k\u00f6nnen Fl\u00f6he, L\u00e4use, Haarlinge,<em> Cheyletiella<\/em>-Milben, <em>Otodectes<\/em>-Milben (k\u00f6nnen den Geh\u00f6rgang auch verlassen) und <em>Notoedres<\/em>-Milben Juckreiz verursachen. Au\u00dferdem ist der Befall mit der <em>Demodex<\/em>-Milbe <em>D. gatoi<\/em>, die nicht in Haarfollikeln, sondern im Stratum corneum lebt, im Gegensatz zu anderen Haarbalgmilben massiv juckend. Der Floh kann zus\u00e4tzlich eine Hypersensitivit\u00e4tsreaktion induzieren. Auch wenn kein Parasitenbefall nachgewiesen werden kann, sollten Hautpatienten mit Juckreiz auf eine kontinuierliche Ektoparasitenprophylaxe gesetzt werden, die gegen Fl\u00f6he und Milben wirksam ist (z.B. Isoxazoline). So kann auch gleichzeitig eine Flohspeichelallergie diagnostiziert\/therapiert werden. Im Anschluss wird das Vorliegen von <strong>Bakterien-<\/strong> und <strong>Pilzinfektionen<\/strong> mittels Zytologie, bakteriologischer und mykologischer Untersuchung \u00fcberpr\u00fcft. Dermatophyten k\u00f6nnen die Prim\u00e4rursache einer juckenden (und auch nicht juckenden) Alopezie sein. Bakterien und Malassezien stellen im Allgemeinen Sekund\u00e4rinfektionen dar. Werden Bakterien der normalen Hautflora oder Malassezien kultiviert, kann zytologisch anhand der Anzahl der Organismen beurteilt werden, ob es sich nur um eine physiologische Besiedelung handelt oder ob tats\u00e4chlich eine \u00dcberbesiedelung bzw. eine Infektion vorliegt. W\u00e4hrend beim Hund Malassezien h\u00e4ufig als Komplikation von Allergien gefunden werden, weist eine Malasseziendermatitis bei der Katze meist auf schwerwiegendere Grunderkrankungen hin wie z.B. systemische Neoplasien. Die zytologische Untersuchung kann neben dem Nachweis von Infektionen auch Hinweise auf nicht infekti\u00f6se Erkrankungen ergeben, die unter Umst\u00e4nden Juckreiz verursachen k\u00f6nnen wie z.B. Pemphigus foliaceus oder das kutane Lymphom.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1312799 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Selbstinduzierte bilateralsymmetrische Alopezie am Abdomen &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Elisabeth Steinkress&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"689\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Selbstinduzierte-Alopezie.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"689\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Selbstinduzierte-Alopezie.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Selbstinduzierte bilateralsymmetrische Alopezie am Abdomen\" aria-describedby=\"gallery-1-1312805\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Selbstinduzierte-Alopezie.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Selbstinduzierte-Alopezie-300x207.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Selbstinduzierte-Alopezie-768x529.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1312805'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Selbstinduzierte bilateralsymmetrische Alopezie am Abdomen <br><i>Bildquelle: Elisabeth Steinkress<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Diagnostischer Algorithmus feliner Alopezie\" data-large_image_width=\"1700\" data-large_image_height=\"1000\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1700\" height=\"1000\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Diagnostischer Algorithmus feliner Alopezie\" aria-describedby=\"gallery-1-1312806\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze.jpg 1700w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze-300x176.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze-1024x602.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze-768x452.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Algorithmus-Alopezie-Katze-1536x904.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1700px) 100vw, 1700px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1312806'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Diagnostischer Algorithmus feliner Alopezie\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Trichoskopie \u2013 abgebrochene Haarspitzen &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"800\" data-large_image_height=\"600\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trichogramm-abgebrochen.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trichogramm-abgebrochen.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Trichoskopie \u2013 abgebrochene Haarspitzen\" aria-describedby=\"gallery-1-1312804\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trichogramm-abgebrochen.jpg 800w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trichogramm-abgebrochen-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Trichogramm-abgebrochen-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1312804'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Trichoskopie \u2013 abgebrochene Haarspitzen <br><i>Bildquelle: Dr. Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 4:&lt;\/b&gt; Alopezie mit Krusten \u2013 Futtermittelallergie &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Maria Christian&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"838\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Alopezie-mit-Krusten-\u2013-Futtermittelallergie.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"838\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Alopezie-mit-Krusten-\u2013-Futtermittelallergie.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Alopezie mit Krusten \u2013 Futtermittelallergie\" aria-describedby=\"gallery-1-1312803\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Alopezie-mit-Krusten-\u2013-Futtermittelallergie.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Alopezie-mit-Krusten-\u2013-Futtermittelallergie-300x251.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Alopezie-mit-Krusten-\u2013-Futtermittelallergie-768x644.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1312803'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4:<\/b> Alopezie mit Krusten \u2013 Futtermittelallergie <br><i>Bildquelle: Dr. Maria Christian<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 5:&lt;\/b&gt; Pemphigus foliaceus &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Ulrike Wurm&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"1041\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Pemphigus-foliaceus.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"1041\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Pemphigus-foliaceus.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Pemphigus foliaceus\" aria-describedby=\"gallery-1-1312802\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Pemphigus-foliaceus.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Pemphigus-foliaceus-288x300.jpg 288w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Pemphigus-foliaceus-984x1024.jpg 984w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/Pemphigus-foliaceus-768x799.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1312802'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5:<\/b> Pemphigus foliaceus <br><i>Bildquelle: Dr. Ulrike Wurm<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1734091146825{margin-top: 0px !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1734091066408{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1734091061278{padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]Konnte keine Infektion\/Infestation diagnostiziert werden oder bessert sich die klinische Symptomatik nach entsprechender Therapie nicht ausreichend, r\u00fcckt die Verdachtsdiagnose einer <strong>Allergie<\/strong> als Ursache des Juckreizes in den Vordergrund.<\/p>\n<p>Da klinisch nicht unterschieden werden kann, um welche Art der Allergie es sich handelt, wird zun\u00e4chst mittels Eliminationsdi\u00e4t inklusive Provokation untersucht, ob eine <strong>Futtermittelallergie<\/strong> vorliegt. W\u00e4hrend der 8- bis 12-w\u00f6chigen Eliminationsdi\u00e4t wird nur Futter bestehend aus einer Protein- und einer Kohlehydratquelle gef\u00fcttert. Dies k\u00f6nnen Zutaten sein, die das Tier zuvor noch nie zu fressen bekommen hat, sofern solche ermittelt werden k\u00f6nnen. Da eine \u201eblind\u201c ausgew\u00e4hlte Di\u00e4t nat\u00fcrlich die Gefahr birgt, dass sie nicht vertragen wird, empfiehlt es sich zur Auswahl der Protein- und Kohlehydratquelle f\u00fcr die Eliminationsdi\u00e4t einen Futtermittelallergietest durchzuf\u00fchren. Anhand des Ergebnisses werden eine Proteinquelle und eine Kohlehydratquelle ausgew\u00e4hlt, auf die weder im Bereich der IgE- noch der IgG-Antik\u00f6rper eine positive Testreaktion vorliegt. Im Allgemeinen kann auch die Bereitschaft der Besitzer zur Einhaltung einer strengen Di\u00e4t gesteigert werden, wenn ein schriftliches Testergebnis vorliegt. Au\u00dferdem kann die Compliance noch durch das F\u00fchren eines Futtermitteltagebuches verbessert werden (erh\u00e4ltlich bei Laboklin, info@laboklin.com). Da in mehreren Studien eine Kontamination von kommerziellen Di\u00e4ten mit nicht deklarierten Proteinbestandteilen festgestellt werden konnte, wird die Eliminationsdi\u00e4t idealerweise selbst zubereitet. Ist dies nicht m\u00f6glich, sollte auf jeden Fall auf eine qualitativ hochwertige hypoallergene oder hydrolysierte (Peptidgr\u00f6\u00dfe &lt; 1 kDa) Veterin\u00e4rdi\u00e4t zur\u00fcckgegriffen werden (kein Futter aus dem Supermarkt oder Internet).<\/p>\n<p>Kann durch die Einhaltung der strengen, mindestens 8-w\u00f6chigen Di\u00e4t keine zufriedenstellende Verbesserung des Juckreizes erzielt werden, r\u00fcckt als Differentialdiagnose die <strong>Allergie auf Umgebungsallergene (nach neuer Nomenklatur FASS genannt = Feline Atopic Skin Syndrome \/ felines atopisches Hautsyndrom)<\/strong> in den Fokus. Die Diagnose des FASS ist immer eine klinische Diagnose, die sich auf eine ausf\u00fchrliche Anamnese, das klinische Erscheinungsbild und den Ausschluss anderer juckender Erkrankungen st\u00fctzt. Die Allergietests (Intrakutantest oder serologischer IgE-Nachweis mittels FcEpsilon-Rezeptor-Test<sup>\u00ae<\/sup>) sind keine diagnostischen Tests, sondern dienen dazu, die ausl\u00f6senden Allergene zu identifizieren. Es gibt die M\u00f6glichkeit, zun\u00e4chst in einem Screeningtest (Vortest) Reaktionen auf Allergengruppen wie Milben, Pollen und Pilzsporen sowie den Flohspeichel zu testen. Bei klinisch starkem Verdacht auf eine Flohspeichelallergie kann der Test auf Flohspeichel-IgE auch als Einzeluntersuchung durchgef\u00fchrt werden. Im Anschluss k\u00f6nnen die positiv getesteten Allergengruppen jeweils mittels Haupttests ausdifferenziert werden (Pollen = saisonale Allergene, Milben und Pilzsporen = ganzj\u00e4hrige Allergene). Des Weiteren besteht die M\u00f6glichkeit, allergenspezifische Antik\u00f6rper (IgE) gegen weniger h\u00e4ufige Allergieausl\u00f6ser wie Insekten oder Epithelien\/Federn verschiedener Tierarten nachzuweisen. F\u00fcr Patienten, die im mediterranen Raum leben oder regelm\u00e4\u00dfig dorthin reisen, steht auch ein eigens zusammengestelltes Panel zur Verf\u00fcgung, in dem die spezielle s\u00fcdl\u00e4ndische Flora ber\u00fccksichtigt wird. Bei Verdacht auf eine Allergie auf Malassezien k\u00f6nnen Malassezien-IgE bestimmt werden. Anhand des Befundes kann schlie\u00dflich eine L\u00f6sung f\u00fcr die Allergen-spezifische Immuntherapie hergestellt werden. Diese Hyposensibilisierung ist eine lebenslange Therapie \u2013 ein sehr praktisches Tool, um keinen Injektionstermin zu verpassen, ist die neue <strong>4Paws-App <\/strong>von Laboklin f\u00fcr Tier\u00e4rzte und Tierbesitzer, die kostenlos aus App Stores installiert werden kann. Sie erinnert den Tierhalter auch an Impftermine und andere Medikamentengaben und sichert so die Einhaltung des Behandlungsplanes.<\/p>\n<p>Seltenere Ursachen f\u00fcr juckende, selbstinduzierte Alopezie sind die <strong>Hyperthyreose<\/strong> und das kutane Lymphom. Daher sollte bei \u00e4lteren Katzen, die weitere klinische Symptome einer \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse zeigen, vor einer Allergieabkl\u00e4rung das Gesamtthyroxin im Serum bestimmt werden. Im Fall des <strong>kutanen Lymphoms<\/strong> gibt die zytologische Untersuchung Hinweise auf diese Diagnose.<\/p>\n<p>Die <strong>nicht juckende, selbstinduzierte Alopezie<\/strong> tritt deutlich seltener auf als die juckende Form. Sie kann durch \u201epsychische Erkrankungen\u201c, Schmerzen oder neurologische St\u00f6rungen\/Par\u00e4sthesien verursacht werden. Die <strong>psychogene Alopezie<\/strong> wird durch Stressoren wie Umzug, Verlust von Partnertier oder Bezugsperson, neue Familienmitglieder usw. verursacht, w\u00e4hrend <strong>Schmerzen<\/strong> und <strong>Par\u00e4sthesien<\/strong> die Folge von Traumata, Erkrankungen des Bewegungsapparates oder Neuropathien sind. Die Verdachtsdiagnose wird gestellt, wenn Patienten mit gesteigertem Putztrieb nicht auf juckreizstillende Therapie ansprechen. Allerdings m\u00fcssen zuvor trotzdem alle Ursachen einer juckenden Alopezie ausgeschlossen werden. In einer Studie mit 21 Katzen, die zur Abkl\u00e4rung einer psychogenen Alopezie untersucht wurden, war die Haarlosigkeit nur bei 2 Tieren auf ein reines Verhaltensproblem zur\u00fcckzuf\u00fchren. Alle anderen zeigten zumindest zus\u00e4tzlich andere Erkrankungen, wie Futtermittelallergie und Atopie, die das intensive Putzverhalten erkl\u00e4rten (Waisglass et al., 2006).<\/p>\n<p><strong>Spontane Alopezie<\/strong> tritt im Vergleich zu der selbstinduzierten sehr selten auf. Ein diagnostischer Hinweis auf einen spontanen Fellverlust sind leicht ausziehbare Haare an den R\u00e4ndern der L\u00e4sionen. Als Erstes sollte abgekl\u00e4rt werden, ob es sich bei den alopezischen Stellen um <strong>Narben<\/strong> handeln kann (z.B. Trauma, wiederholte Glukokortikoid-Injektionen). Eine relativ h\u00e4ufige Ursache ist die <strong>Follikulitis<\/strong>, die eine Folge von Infektionen (z.B. durch <em>Demodex<\/em>-Milben, Dermatophyten, Staphylokokken), aber auch immunmediierten Erkrankungen (z.B. Pemphigus foliaceus, Abb. 5) sein kann. Der Haarbalg wird durch die Entz\u00fcndung gesch\u00e4digt und das Haar f\u00e4llt aus. Nach massiven psychischen oder auch physischen Belastungen kann ein <strong>anagenes<\/strong> (nach wenigen Tagen) oder <strong>telogenes<\/strong> (nach ein bis drei Monaten) <strong>Effluvium<\/strong> einen diffusen, nicht entz\u00fcndlichen Fellverlust verursachen. Speziell bei \u00e4lteren Tieren kann im Zuge <strong>neoplastischer Erkrankungen<\/strong> (Leber- und Gallengangskarzinom, Bauchspeicheldr\u00fcsenkarzinom) eine Alopezie auftreten, die sich vor allem am Abdomen in Form von v\u00f6lliger Haarlosigkeit und wachsartig gl\u00e4nzender Haut \u00e4u\u00dfert. Normalerweise zeigen diese Tiere auch systemische klinische Symptome. Die Diagnose wird mittels bildgebender Verfahren und der pathohistologischen Untersuchung der Tumoren best\u00e4tigt. <strong>Alopezia areata <\/strong>ist eine bei Katzen sehr selten auftretende Form der Alopezie, die durch eine autoimmunmediierte Zerst\u00f6rung der Haarfollikel zum Fellverlust f\u00fchrt. Die Diagnose wird \u00fcber eine pathohistologische Untersuchung gestellt. Auch das <strong>feline Cushing-Syndrom<\/strong> ist eine sehr seltene Erkrankung. Die betroffenen Tiere zeigen neben der Alopezie und d\u00fcnner, fragiler Haut meistens Polydipsie\/Polyurie, Polyphagie, ein birnenf\u00f6rmiges Abdomen und in ca. 80% der F\u00e4lle einen schlecht einstellbaren Diabetes mellitus. Die Diagnose erfolgt \u00fcber entsprechende Funktionstest aus dem Serum (Dexamethason-Screening-Test).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Dr. med. vet. Maria Christian<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1734091075925{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1734090740360{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1734090764766{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2021%2F11%2FLA_Derma_November_2021_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1734090775695{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1734090804192{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<p class=\"fancy-title entry-title color-accent start-animation-done start-animation\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/LA_Derma_November_2021_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Alopezie der Katze<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Alopezie, Hypotrichose und Fellverlust sind sehr h\u00e4ufige Gr\u00fcnde f\u00fcr die Vorstellung von Katzen in der tier\u00e4rztlichen Praxis. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1312805,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[517],"tags":[],"class_list":["post-1312799","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-dermatologie-2021","category-517","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1312799","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1312799"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1312799\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1498296,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1312799\/revisions\/1498296"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1312805"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1312799"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1312799"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1312799"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}