{"id":1305865,"date":"2019-10-13T15:34:08","date_gmt":"2019-10-13T13:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/de\/?p=1305865"},"modified":"2024-12-09T11:46:18","modified_gmt":"2024-12-09T10:46:18","slug":"alopezie-bei-pferden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/alopezie-bei-pferden\/","title":{"rendered":"Alopezie bei Pferden"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Unter <b><strong>Alopezie <\/strong><\/b>versteht man eine generalisierte oder lokal auftretende Haarlosigkeit. Es kann dabei das Langhaar (Schopf, M\u00e4hne, Schweif) und\/oder das Deckhaar betroffen sein.<\/p>\n<p>Pferde haben einfache Haare, d.h. jedes Infundibulum enth\u00e4lt nur einen Haarschaft. Die einzelnen Haare sind schr\u00e4g in der Haut verankert (Strichrichtung des Fells) und werden jeweils flankiert von Talgdr\u00fcsen und Schwei\u00dfdr\u00fcsen. Mit Ausnahme der Langhaare wachsen Haare nicht kontinuierlich, sondern in Zyklen. Jeder Zyklus besteht aus einer Wachstumsphase (anagen) und einer Ruhephase (telogen), in der das Haar als totes Haar im Haarfollikel verbleibt und anschlie\u00dfend verloren geht. Zwischen anagen und telogen gibt es eine katagene \u00dcbergangsphase. Die Dauer der Phasen variiert mit dem Alter des Tieres, der K\u00f6rperregion, Rasse und Geschlecht und kann von physiologischen und pathologischen Faktoren beeinflusst werden. Dazu z\u00e4hlen Licht-Dunkel-Periode, Temperatur, Ern\u00e4hrung, Hormone, Gesundheitsstatus, Genetik und intrinsische Faktoren. Eine Kastration scheint keinen Einfluss auf das Hairreplacement zu haben. Der Haarersatz bei Pferden ist asynchron, d.h. benachbarte Haarfollikel befinden sich in unterschiedlichen Stadien des Haarzyklus.<\/p>\n<p>Man unterscheidet (relativ seltene) <b><strong>prim\u00e4re <\/strong><\/b>und (sehr viel h\u00e4ufigere) <b><strong>sekund\u00e4re Alopezien<\/strong><\/b>. Bei einer prim\u00e4ren Alopezie sind die Haarfollikel nicht ausgebildet (Aplasie) oder weisen morphologische Abweichungen auf (Dysplasie), es besteht ein heredit\u00e4rer Hintergrund. Sekund\u00e4re Alopezien treten nach Selbsttrauma durch Juckreiz auf, was zu Abbruch bzw. Epilation durch Scheuern oder Ausrupfen der Haare f\u00fchrt.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1305865 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Pferd mit diffuser Alopezie an Schulter, R\u00fccken und Flanke\" data-large_image_width=\"898\" data-large_image_height=\"674\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"898\" height=\"674\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Pferd mit diffuser Alopezie an Schulter, R\u00fccken und Flanke\" aria-describedby=\"gallery-1-1305867\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL.jpg 898w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 898px) 100vw, 898px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305867'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Pferd mit diffuser Alopezie an Schulter, R\u00fccken und Flanke\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 2&lt;\/b&gt; Histologisches Pr\u00e4parat (HE-F\u00e4rbung, 40fache Vergr\u00f6\u00dferung): Haut mit telogenen Haarfollikeln und gemischtzelliger Entz\u00fcndung\u2003\" data-large_image_width=\"898\" data-large_image_height=\"674\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL_2.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"898\" height=\"674\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL_2.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Histologisches Pr\u00e4parat (HE-F\u00e4rbung, 40fache Vergr\u00f6\u00dferung): Haut mit telogenen Haarfollikeln und gemischtzelliger Entz\u00fcndung\" aria-describedby=\"gallery-1-1305866\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL_2.jpg 898w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL_2-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL_2-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 898px) 100vw, 898px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305866'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2<\/b> Histologisches Pr\u00e4parat (HE-F\u00e4rbung, 40fache Vergr\u00f6\u00dferung): Haut mit telogenen Haarfollikeln und gemischtzelliger Entz\u00fcndung\u2003\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1733740234502{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Prim\u00e4re Alopezieformen:<\/h2>\n<p>Bei kahl geborenen Fohlen liegt ein genetischer Defekt zugrunde <b><strong>(Aplasie<\/strong><\/b>) oder es ist intrauterin zu Haarausfall gekommen, was bei Jodmangelsituationen oder Schilddr\u00fcsenfehlfunktionen der Stute der Fall sein kann. Diese Fohlen kommen lebensschwach zur Welt oder versterben bald.<\/p>\n<p>Die <b><strong>Hypotrichose <\/strong><\/b>impliziert eine Ver\u00e4nderung mit weniger Haaren als in normaler Haut, es handelt sich um eine kongenitale Ver\u00e4nderung, die extrem selten auftritt und am ehesten den Kopf betrifft. Eine <b><strong>M\u00e4hnen-Schweif-Dysplasie <\/strong><\/b>ist ebenfalls eine angeborene St\u00f6rung, die mit spr\u00f6den, br\u00fcchigen Schweif und M\u00e4hnenhaaren und nachfolgender Alopezie der M\u00e4hne bzw. des Schweifs einhergeht. Diese Erkrankung tritt ebenfalls famili\u00e4r geh\u00e4uft auf und z\u00e4hlt zu den <b><strong>Haarfollikeldysplasien<\/strong><\/b>. Sie wird bei sehr jungen Tieren beobachtet, besonders Appaloosas und Tiere mit einem \u201eCurly\u201c-Ph\u00e4notyp sind betroffen. Auch die <b><strong>\u201eblack- and white-hair follicular dysplasia\u201c <\/strong><\/b>geh\u00f6rt zu den Haarfollikeldysplasien und betrifft junge Tiere. Flecken innerhalb wei\u00dfer bzw. schwarzer Fellbereiche haben stumpfe, kurze, br\u00fcchige Haare, die abbrechen. Bei einer <b><strong>Trichorrhexis nodosa <\/strong><\/b>brechen die Haare ab. Bei dieser Erkrankung liegt eine heredit\u00e4re Schw\u00e4che der Haarsch\u00e4fte vor. Nach Traumata (exzessives Grooming-Verhalten, Sonneneinstrahlung, Shampoos oder Sprays) kommt es zum Abbrechen der Haare. Charakteristischerweise findet man kleine Kn\u00f6tchen entlang des Haarschaftes, die mitunter schon mit blo\u00dfem Auge zu erkennen sind.<\/p>\n<h2>Sekund\u00e4re Alopezieformen:<\/h2>\n<p><b><strong>Alopezie durch Haarbruch<br \/>\n<\/strong><\/b>Die durch Haarbruch verlorenen Haare weisen keine Haarwurzel mehr auf, insofern kann die Adspektion der Haare schon einen wichtigen Hinweis liefern, dass <b><strong>mechanische Gr\u00fcnde <\/strong><\/b>vorliegen, die zu Haarausfall f\u00fchren. Es kann sich dabei um Druck von Geschirr, Stalleinrichtungen oder auch Benagen durch andere Stallbewohner handeln. Die wichtigste Ursache f\u00fcr Haarbruch ist aber <b><strong>Juckreiz <\/strong><\/b>und daraus resultierend das Scheuern oder Benagen von K\u00f6rperstellen. Es kann ein regelrechter Teufelskreis aus Juckreiz, Scheuern, Wunden, Sekund\u00e4rinfektionen und Heilungsprozessen entstehen. Bei diesen Patienten sind neben der Kahlheit immer auch noch andere Hautver\u00e4nderungen erkennbar. Ursachen f\u00fcr den Juckreiz k\u00f6nnen Infektionen, \u00dcberempfindlichkeitsreaktionen oder nutritive Mangelsituationen sein. Bei den infekti\u00f6sen Ursachen k\u00f6nnen <b><strong>bakterielle Erreger <\/strong><\/b>(Staphylokokken, Streptokokken, Dermatophilus), <b><strong>Pilzinfektionen <\/strong><\/b>(Trichophyton, Microsporum), <b><strong>Parasiten <\/strong><\/b>(R\u00e4udemilben, Haarlinge, L\u00e4use, bei\u00dfende und stechende Insekten oder \u2013 im Perianalbereich \u2013 Endoparasiten) ausl\u00f6send sein. Bei den <b><strong>kutanen \u00dcberempfindlichkeitsreaktionen <\/strong><\/b>sind in erster Linie das <b><strong>Sommerekzem <\/strong><\/b>und <b><strong>Urtikaria <\/strong><\/b>zu nennen, <b><strong>Futtermittelunvertr\u00e4glichkeiten <\/strong><\/b>scheinen beim Pferd seltener zu sein.<\/p>\n<p><strong>Alopezie durch Destruktion der Haarfollikel<br \/>\n<\/strong>Die <b><strong>Zerst\u00f6rung der Haarfollikel <\/strong><\/b>kann klinisch zu Alopezie f\u00fchren, ein Nachwachsen der Haare ist dann nicht mehr m\u00f6glich. Unterschiedliche Noxen k\u00f6nnen zu Zerst\u00f6rungen der Haarfollikel f\u00fchren. Im Rahmen des Abheilungsprozesses kommt es zur Bildung haarloser Narben (scarring alopecia). Wenn der Prim\u00e4rinsult schon l\u00e4nger zur\u00fcckliegt, wird die Alopezie damit oft nicht mehr in Zusammenhang gebracht. Auch bei einer <b><strong>Alopecia areata <\/strong><\/b>kommt es zu Destruktionen von Haarfollikeln. Dabei handelt es sich um eine relativ seltene, autoimmune Erkrankung, die im floriden Stadium histologisch durch bulb\u00e4re und peribulb\u00e4re lymphozyt\u00e4re Infiltrate charakterisiert ist, die besonders anagene Haarfollikel als Ziel haben. In sp\u00e4teren Stadien sind morphologisch abweichende Haarfollikel erkennbar oder sie fehlen ganz. Therapeutische Beeinflussung ist schwierig. In der Regel handelt es sich um ein kosmetisches Problem, mitunter k\u00f6nnen die Haare nachwachsen. Diese k\u00f6nnen aufgehellt bis wei\u00df sein. M\u00e4hne, Schweif und Kopf sind am h\u00e4ufigsten betroffen, aber auch der Rumpf kann haarlos sein. Die Alopezie ist in der Regel nicht symmetrisch. Appaloosas und Quarter Horses sind die am h\u00e4ufigsten betroffenen Rassen.<\/p>\n<p><b><strong>Nutritiv bedingte Alopezie<br \/>\n<\/strong><\/b>Da Haare im Wesentlichen aus Proteinen bestehen, hat die <b><strong>Ern\u00e4hrung <\/strong><\/b>einen wichtigen Effekt auf die Haarmenge und -qualit\u00e4t. Im Gegensatz zum Winterfell, bei dem die Haare einfach l\u00e4nger werden, wird beim Fr\u00fchjahrsfellwechsel das Fell komplett erneuert, was f\u00fcr das Pferd eine gro\u00dfe Stoffwechselleistung bedeutet. Mangelerscheinungen fallen dann deutlicher auf.<\/p>\n<p>Dermatosen k\u00f6nnen aus einer Vielzahl von Mangelsituationen, aber auch bei einem \u00dcberschuss oder Imbalancen bestimmter Stoffe entstehen. Auch ist zu beachten, dass sich <b><strong>Futterinhaltsstoffe (insbesondere Mineralstoffe) in ihrer Wirkung gegenseitig beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen<\/strong><\/b>.<\/p>\n<p>Zuviel Zink kann zu Kupfermangel f\u00fchren. Hohe Calciumgehalte k\u00f6nnen zu einer reduzierten Zinkaufnahme f\u00fchren. \u00dcberdosiertes Vitamin D kann zu Gef\u00e4\u00df und Nierenverkalkungen f\u00fchren. Daher ist es wichtig, die einzelnen Rationskomponenten aufeinander abzustimmen. <b><strong>Selenintoxikationen <\/strong><\/b>k\u00f6nnen mit einem Verlust der Langhaare einhergehen, oft in Kombination mit Hufrehe. <b><strong>Arsen- und Quecksilbervergiftungen <\/strong><\/b>k\u00f6nnen zu einem Verlust des Deckhaares f\u00fchren. Die Haut ist zus\u00e4tzlich oft schuppig ver\u00e4ndert und oft werden bei der allgemeinen Untersuchung Kachexie, Kolik und Hufrehe festgestellt. Auch <b><strong>Alkaloide <\/strong><\/b>enthaltende Pflanzen (Herbstzeitlose, Stechapfel, Nachtschattengew\u00e4chse u.v.a.) k\u00f6nnen 7-10 Tage nach der Aufnahme zu Haarausfall f\u00fchren. Bei <b><strong>Zinkmangel <\/strong><\/b>f\u00e4llt schuppige, krustige und erythemat\u00f6se Haut auf (initial sind besonders die Beine betroffen), man findet Ver\u00e4nderungen am Kronsaum, stumpfes Fell, Haarausfall und verlangsamten Fellwechsel, Infektanf\u00e4lligkeit, Appetitlosigkeit und Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen. Bei <b><strong>Kupfermangel <\/strong><\/b>kommt es eher zu Pigmentierungsst\u00f6rungen, aber auch zu Haarverlusten, Allergieneigung, Arthrose, Osteoporose, Fruchtbarkeitsst\u00f6rungen und Nervosit\u00e4t. <b><strong>Eisenmangel <\/strong><\/b>f\u00fchrt zu einer erh\u00f6hten Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Infektionen und Parasitosen. <b><strong>Jod <\/strong><\/b>wird f\u00fcr die vollst\u00e4ndige Ausbildung und Funktion der Schilddr\u00fcse ben\u00f6tigt. Jodmangel der Stute kann zu Kropfbildungen beim Neugeborenen f\u00fchren, das lebensschwach sein und variable Alopezien entwickeln kann. <b><strong>Vitamin A <\/strong><\/b>ist f\u00fcr die Integrit\u00e4t und die Funktionalit\u00e4t der Haut verantwortlich. Sowohl ein Mangel als auch ein \u00dcberschuss kann ein raues, stumpfes Fell provozieren und in Alopezie mit Schuppen \u00fcbergehen. Zus\u00e4tzlich kann beim Vitamin-A-Mangel Nachtblindheit, exzessiver Tr\u00e4nenfluss sowie eine reduzierte Fertilit\u00e4t auftreten. Im Sommer sollte Weidepferden kein zus\u00e4tzliches Vitamin A gef\u00fcttert werden, da es sonst zu einer \u00dcberdosierung kommen kann. Im Winter, wenn Vitamin-A-Vorstufen im Heu absinken, kann es zu Mangelsituationen kommen. Bei einer <b><strong>Proteindefizienz <\/strong><\/b>wird das Fell trocken, stumpf und leicht epilierbar. Eine Defizienz von <b><strong>Fetts\u00e4uren <\/strong><\/b>konnte beim Pferd noch nicht beschrieben werden, es wird allerdings immer wieder \u00fcber den positiven Effekt hochwertiger Fetts\u00e4uren berichtet. Bei der <b><strong>exzessiven F\u00fctterung von Kartoffeln, R\u00fcben oder Zuckerrohr <\/strong><\/b>kann es ebenfalls zu Haarverlusten kommen.<\/p>\n<p><b><strong>Hormonell bedingte Alopezie<br \/>\n<\/strong><\/b>In einzelnen F\u00e4llen kann es im Rahmen eines <b><strong>fr\u00fchen Cushing-Syndrom<\/strong><\/b>s zu einer vor\u00fcbergehenden Alopezie kommen, die meistens auf den Kopf beschr\u00e4nkt ist. In sp\u00e4teren Stadien kommt es dann zu dem klassischen Bild der Hypertrichose. Spontan auftretender <b><strong>Hypothyreoidimus <\/strong><\/b>(au\u00dfer bei neugeborenen Fohlen) ist extrem selten. Hypothyreoidismus kann bei Pferden, die mit ungew\u00f6hnlich hohen oder extrem niedrigen Jodkonzentrationen gef\u00fcttert werden, auftreten. Neben anderen Symptomen sind die dermatologischen Ver\u00e4nderungen stumpfes Fell, verz\u00f6gerter Haarwechsel, bilateral symmetrische Alopezie am Kopf, Hals und Rumpf sowie \u00d6deme.<\/p>\n<p><strong>Pl\u00f6tzlicher Haarausfall<\/strong><br \/>\nPl\u00f6tzlich auftretender Haarausfall aller Haare oder des Deckhaares kann symptomatisch oder psychogen verursacht sein. Ein <b><strong>telogenes Effluvium <\/strong><\/b>entsteht nach einer schweren Erkrankung, Stress (z.B. Tr\u00e4chtigkeit) oder Schock. Das Haarwachstum wird pl\u00f6tzlich unterbrochen und es befinden sich sehr viele Haare im telogenen Stadium. 2-3 Monate nach dem Ereignis kommt es dann zu massivem Haarausfall, wenn die neuen Haare nachschieben. In dieser Zeit tritt eine diffuse Alopezie auf. Vom Erscheinungsbild \u00e4hnlich und nur durch den Vorbericht zu unterscheiden ist das <b><strong>anagene Effluvium<\/strong><\/b>, das wenige Tage nach einer ernsthaften Erkrankung oder hohem Fieber auftritt.<\/p>\n<h2>Seltene Alopezieformen:<\/h2>\n<p>Es existieren Berichte von Pferden mit saisonalem Haarverlust im Gesichtsbereich (<b><strong>saisonale Hypotrichose<\/strong><\/b>). Die Ver\u00e4nderungen beginnen im Fr\u00fchling bis Fr\u00fchsommer und verschwinden im Herbst\/fr\u00fchen Winter. Andere Pferde verlieren die Haare im Herbst und im Fr\u00fchling wachsen sie nach. Nutritive Einfl\u00fcsse waren bislang nicht erkennbar.<\/p>\n<p>Auch im Rahmen von <b><strong>Lebererkrankungen <\/strong><\/b>oder bei einem <b><strong>systemischen Lupus erythematosus <\/strong><\/b>(sehr selten) kann es zu Haarausfall kommen, allerdings ist Haarausfall dann nur ein Begleitsymptom. <b><strong>Autoimmunerkrankungen aus dem Pemphiguskomplex <\/strong><\/b>k\u00f6nnen ebenfalls mit Alopezie einhergehen, in der Regel sind aber auch Krustenbildungen zu finden.<\/p>\n<h2>Diagnostik:<\/h2>\n<p><b><strong>Zytologie: <\/strong><\/b>zur Abkl\u00e4rung von Pyodermie, Malassezia-Dermatitis, Pemphigus.<br \/>\n<b><strong>Hautgeschabsel: <\/strong><\/b>zur Abkl\u00e4rung von Parasitosen.<br \/>\n<b><strong>Trichogramm: <\/strong><\/b>zur Abkl\u00e4rung von Dermatophytosen, Demodikose, Trichorrhexis nodosa.<br \/>\n<b><strong>Mikrobiologische Kultur: <\/strong><\/b>zur Abkl\u00e4rung einer Pyodermie, Dermatophytose. Tupferproben f\u00fcr die Bakteriologie sollten unter Krusten entnommen werden, um Kontaminationen zu vermeiden. Vor der Entnahme einer Probe f\u00fcr die Mykologie sollte mit Alkohol desinfiziert werden. Bei Verdacht auf Dermatophilus congolensis ist eine gezielte bakteriologische Untersuchung notwendig. Dieser Keim l\u00e4sst sich nicht anz\u00fcchten, der Nachweis muss mikroskopisch gef\u00fchrt werden.<br \/>\n<b><strong>Hautbiopsie: <\/strong><\/b>zur Abkl\u00e4rung prim\u00e4rer oder sekund\u00e4rer Alopezien sowie spezifischer Erkrankungen wie Alopecia areata, Pemphigus foliaceus, follikul\u00e4re Dysplasie, telogenes\/anagenes Effluvium, Dermatophytose, eosinophile Syndrome etc.<\/p>\n<p>Eine <b><strong>Hautbiopsie <\/strong><\/b>kann <b><strong>diagnostisch beweisend <\/strong><\/b>f\u00fcr eine bestimmte Erkrankung sein, sie kann eine <b><strong>klinische Diagnose best\u00e4rken <\/strong><\/b>und <b><strong>hilfreich f\u00fcr die Auswahl weiterer Untersuchungen <\/strong><\/b>sein. Allerdings kann sie auch ein uneindeutiges Resultat liefern in Abh\u00e4ngigkeit von der Erkrankung, der Auswahl der Biopsielokalisation, der Entnahme und den weiteren Abl\u00e4ufen der Probenkonservierung und Einsendung. Die Erfahrung des Histopathologen kann entscheidend zur Diagnosefindung bzw. zum weiteren Vorgehen beitragen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1733739705122{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Literatur:<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>Hoolahan DE et al<\/em>. Equine alopecia areata Vet Dermatol. 2013; 24(2):282-285<br \/>\n<em>Roschyk RA <\/em>Noninflammatory nonpruritic alopecia in horses Vet Clin North AM Equine Pract. 2013; 29(3):629-41<br \/>\n<em>Gehlen, H R\u00fcsb\u00fclt <\/em>Alopezie Innere Medizin des Pferdes 2017; 70-72<br \/>\nScott D, Miller W. Equine Dermatology 2nd ed. Elsevier 2010; 351-355, 371-374, 424-425<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1733739780206{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1733740177250{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2021%2F02%2FLa_Pferd_Okt_19_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1733739789270{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1733739818439{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_Pferd_Okt_19_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Alopezie bei Pferden<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter Alopezie versteht man eine generalisierte oder lokal auftretende Haarlosigkeit.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1305866,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[509],"tags":[],"class_list":["post-1305865","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-pferd-2019","category-509","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1305865"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1497122,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305865\/revisions\/1497122"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1305866"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1305865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1305865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1305865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}