{"id":1305704,"date":"2019-09-21T11:09:40","date_gmt":"2019-09-21T09:09:40","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/de\/?p=1305704"},"modified":"2024-05-06T11:29:06","modified_gmt":"2024-05-06T09:29:06","slug":"neues-und-altbewaehrtes-aus-der-labordiagnostik-beim-meerschweinchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/neues-und-altbewaehrtes-aus-der-labordiagnostik-beim-meerschweinchen\/","title":{"rendered":"Neues und Altbew\u00e4hrtes aus der Labordiagnostik beim Meerschweinchen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Beim erkrankten Meerschweinchen stellt die Labordiagnostik weiterhin eine wichtige Zusatzuntersuchung in der Diagnostik dar. Aufgrund der &#8211; f\u00fcr den Tierbesitzer &#8211; erst sp\u00e4t sichtbaren, unspezifischen klinischen Symptome werden Meerschweinchen oftmals erst bei fortgeschrittenen Erkrankungen beim Tierarzt vorgestellt. Eine Labordiagnostik ist zu diesem Zeitpunkt meist unabdingbar. Die Blutuntersuchung sollte neben weiterf\u00fchrender, bildgebender Diagnostik immer bei schlechtem Allgemeinbefinden, Inappetenz oder im Rahmen eines Pr\u00e4OP-Screening durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2>Pr\u00e4analytik<\/h2>\n<p>Da Meerschweinchen und andere Kleins\u00e4uger Fluchttiere und somit stressanf\u00e4lliger als Hunde und Katzen sind, ist es im Vorfeld einer Blutuntersuchung wichtig, sich alle ben\u00f6tigten Materialen zurechtzulegen. Somit kann die Dauer der Manipulation auf das N\u00f6tigste reduziert werden.<\/p>\n<p>Aufgrund von K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gesamtblutvolumen (69 \u2013 75 ml\/kg) sollte man kleine Probenr\u00f6hrchen w\u00e4hlen. Besonders geeignet beim Meerschweinchen ist die Verwendung von Lithium-Heparin-R\u00f6hrchen. Hier besteht die M\u00f6glichkeit, neben einem Blutbild und der Untersuchung der klinisch-chemischen Parameter auch T4 und fT4 zu bestimmen. Lithium-Heparin-Blut (1 ml) ist somit eine gute Alternative zu EDTA-Blut und Serum, wenn im Vorfeld der Blutprobenentnahme schon mit wenig zu gewinnendem Blut zu rechnen ist.<br \/>\nZudem ist es immer sinnvoll, direkt in der Praxis Blutausstriche anzufertigen, um im Fall von transportbedingten Zelldegenerationen im Probenr\u00f6hrchen die Auswertung des Differentialblutbildes zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>Punktionsstellen<\/strong><\/p>\n<p>Die Blutentnahme kann an unterschiedlichen Punktionsstellen mit einer Kan\u00fcle der Gr\u00f6\u00dfe 20 \u2013 21 G (mit oder ohne Konus) erfolgen.<\/p>\n<p>Die Vena saphena lateralis ist hierf\u00fcr am besten geeignet. Sie befindet sich caudal am Unterschenkel und ist sowohl gut sicht- als auch tastbar (Abb. 1a). Eine Punktion (Abb. 1b) erfolgt auf halber H\u00f6he zwischen Schenkelspalt und Tarsalgelenk in einem Winkel von 30\u00b0 zur Beinachse.<\/p>\n<p>Es ist auch m\u00f6glich, die sich lateral am Vorderbein befindliche Vena cephalica antebrachii zu punktieren (Abb. 2). Hierbei empfiehlt es sich, das Bein parallel zur Tischkante zu lagern.<\/p>\n<h2>H\u00e4matologie<\/h2>\n<p>Meerschweinchen weisen im Vergleich zu anderen Tierarten weniger, aber daf\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Erythrozyten auf (6,6 \u2013 7,9 \u03bcm). Der H\u00e4matokrit (0,39 \u2013 0,55 l\/l) ist \u00e4hnlich dem des Hundes, auch Jungtieran\u00e4mien k\u00f6nnen auftreten. Eine Bestimmung der Retikulozyten zur Klassifizierung einer An\u00e4mie ist auch beim Meerschweinchen m\u00f6glich (Kaufhold et al., 2017).<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu Hund und Katze weisen Meerschweinchen ein lymphozyt\u00e4res Blutbild auf. Physiologischerweise zirkulieren im peripheren Blut mehr Lymphozyten als neutrophile Granulozyten. Bei akuten, bakteriellen Infektionen oder Entz\u00fcndungen kommt es zur sogenannten \u201ePseudolinksverschiebung\u201c \u2013 einer Verschiebung vom lymphozyt\u00e4ren zum granulozyt\u00e4ren Blutbild. Eine deutliche Leukozytose sowie das Auftreten von stabkernigen Neutrophilen ist in diesem Fall \u2013 im Vergleich zu anderen Tierarten \u2013 selten sichtbar. Beim sogenannten \u201eStressleukogramm\u201c sind die Lymphozyten und Granulozyten ann\u00e4hernd gleich verteilt.<\/p>\n<p>Die neutrophilen Granulozyten der Meerschweinchen werden aufgrund der azidophilen F\u00e4rbung auch als \u201ePseudoeosinophile\u201c (Abb. 4) bezeichnet. Diese k\u00f6nnen leicht mit eosinophilen Granulozyten verwechselt werden, sind aber im Vergleich zu diesen kleiner. Zudem ist ihr Kern weniger segmentiert und weist kleinere Granula auf.<\/p>\n<p>Eine Eosinophilie tritt, im Gegensatz zum Kaninchen, nicht nur bei Gewebeverletzungen und Infektionen von mastzellhaltigem Gewebe (Haut, Lunge, Magen-Darm-Trakt, Uterus), sondern auch bei Parasitosen auf.<\/p>\n<p>Auch Meerschweinchen k\u00f6nnen leuk\u00e4mische Lymphome mit massiver Leukozytose entwickeln, die sich \u2013 verglichen mit anderen Tierarten \u2013 gut \u00fcber eine Blutuntersuchung diagnostizieren lassen.<\/p>\n<p>Eine letzte h\u00e4matologische Besonderheit bei dieser Tierart stellen die Foa-Kurloff-Zellen (Abb. 6) dar. Foa-Kurloff-Zellen sind mononukle\u00e4re Leukozyten (oftmals Lymphozyten, selten Monozyten) mit Einschlussk\u00f6rperchen (Kurloff-K\u00f6rperchen), die aufgrund ihrer Optik nicht mit einem intrazellul\u00e4ren Erreger verwechselt werden d\u00fcrfen. Sie k\u00f6nnen 3 \u2013 4 % der Leukozyten ausmachen.<\/p>\n<p>Eine besonders hohe Anzahl dieser Einschlussk\u00f6rperchen ist w\u00e4hrend der Tr\u00e4chtigkeit beschrieben und korreliert mit dem \u00d6strogenspiegel. Sie sind vermutlich ein \u00c4quivalent zu den Killerzellen bei anderen S\u00e4ugetieren und stellen eine Barriere zwischen Fetus und Mutter dar.<\/p>\n<h2>Besonderheiten der klinisch-chemischen Untersuchung<\/h2>\n<p>Viele Labore bieten so genannte Heimtierprofile an, die dem Tierarzt einen guten \u00dcberblick \u00fcber die jeweilige Stoffwechsellage geben. Oftmals sind Leber-, Nieren- und Muskelparameter sowie Fructosamine, Gesamteiwei\u00df und Elektrolyte darin enthalten.<\/p>\n<p>Um den Leberstoffwechsel zu beurteilen, sollte man den Enzymver\u00e4nderungen von GLDH, ALT und AST Beachtung schenken. GLDH ist beim Meerschweinchen ein empfindliches Enzym und steigt bei akuten Hepatopathien schnell an, obwohl es auch in Nierenzellen zu finden ist. Da ALT und AST in geringen Konzentrationen nicht nur in der Leber, sondern auch in anderen Organen vorkommen, sind sie nicht spezifisch f\u00fcr hepatozellul\u00e4re Sch\u00e4den. Erh\u00f6hte Enzymkonzentrationen in Verbindung mit anderen Leberwerterh\u00f6hungen deuten auf ein chronisches Lebergeschehen hin. Eine gesteigerte AST-Aktivit\u00e4t sollte immer auch in Verbindung mit der CK beurteilt werden, da die AST neben Leber, Niere und Pankreas auch in Herz- und Skelettmuskelzellen vorkommt. Obwohl der Fettstoffwechsel des Meerschweinchens weniger aktiv ist als der des Kaninchens, neigen diese ebenso zu einer Leberlipidose. Sowohl die AP als auch die \u03b3-GT sind reaktionstr\u00e4ge und steigen erst bei chronischen Geschehnissen an. Die Beurteilung von Harnstoff und Kreatinin unterscheidet sich nicht von anderen Tierarten.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1305704 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: (a) &lt;\/b&gt; Vena saphena lateralis caudal am Unterschenkel &lt;b&gt;(b) &lt;\/b&gt; Punktion der Vena saphena lateralis mit einer 20 G-Kan\u00fcle\" data-large_image_width=\"509\" data-large_image_height=\"340\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/1_46.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"509\" height=\"340\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/1_46.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Vena saphena lateralis caudal am Unterschenkel (b) Punktion der Vena saphena lateralis mit einer 20 G-Kan\u00fcle\" aria-describedby=\"gallery-1-1305710\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/1_46.jpg 509w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/1_46-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 509px) 100vw, 509px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305710'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: (a) <\/b> Vena saphena lateralis caudal am Unterschenkel <b>(b) <\/b> Punktion der Vena saphena lateralis mit einer 20 G-Kan\u00fcle\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb 2: &lt;\/b&gt; Vena cephalica antebrachii lateral am Vorderbein\" data-large_image_width=\"275\" data-large_image_height=\"242\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/2_41.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"275\" height=\"242\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/2_41.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Vena cephalica antebrachii lateral am Vorderbein\" aria-describedby=\"gallery-1-1305711\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305711'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb 2: <\/b> Vena cephalica antebrachii lateral am Vorderbein\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3: &lt;\/b&gt; Verteilung der Leukozyten\" data-large_image_width=\"512\" data-large_image_height=\"601\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3_35.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"512\" height=\"601\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3_35.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Verteilung der Leukozyten\" aria-describedby=\"gallery-1-1305712\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3_35.jpg 512w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3_35-256x300.jpg 256w\" sizes=\"auto, (max-width: 512px) 100vw, 512px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305712'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3: <\/b> Verteilung der Leukozyten\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 4: &lt;\/b&gt; \u201ePseudoeosinophiler\u201c\" data-large_image_width=\"228\" data-large_image_height=\"199\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/4_29.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"228\" height=\"199\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/4_29.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: \u201ePseudoeosinophiler\u201c Granulozyt\" aria-describedby=\"gallery-1-1305713\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305713'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4: <\/b> \u201ePseudoeosinophiler\u201c \n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 5: &lt;\/b&gt; Eosinophiler Granulozyt\" data-large_image_width=\"224\" data-large_image_height=\"193\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/5_20.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"224\" height=\"193\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/5_20.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Eosinophiler Granulozyt\" aria-describedby=\"gallery-1-1305706\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305706'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5: <\/b> Eosinophiler Granulozyt\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 6: &lt;\/b&gt; Foa-Kurloff-Zelle mit bis zu 8 \u03bcm gro\u00dfem Einschlussk\u00f6rperchen\" data-large_image_width=\"268\" data-large_image_height=\"199\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/6_14.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"268\" height=\"199\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/6_14.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Foa-Kurloff-Zelle mit bis zu 8 \u03bcm gro\u00dfem Einschlussk\u00f6rperchen\" aria-describedby=\"gallery-1-1305707\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305707'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 6: <\/b> Foa-Kurloff-Zelle mit bis zu 8 \u03bcm gro\u00dfem Einschlussk\u00f6rperchen\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 7: &lt;\/b&gt; Salivette\" data-large_image_width=\"271\" data-large_image_height=\"140\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/7_12.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"271\" height=\"140\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/7_12.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Salivette\" aria-describedby=\"gallery-1-1305708\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305708'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 7: <\/b> Salivette\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 8: &lt;\/b&gt; Speichelprobenentnahme mittels Salivette\" data-large_image_width=\"245\" data-large_image_height=\"188\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/8_09.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"245\" height=\"188\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/8_09.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Speichelprobenentnahme mittels Salivette\" aria-describedby=\"gallery-1-1305709\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1305709'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 8: <\/b> Speichelprobenentnahme mittels Salivette\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1714986107440{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Da v.a. caecotrophe Herbivoren nie n\u00fcchtern sind (und auch nicht vor der Blutentnahme gefastet werden sollen), weisen diese generell hohe Glukosewerte von 5,0 \u2013 16,0 mmol\/l auf. Der physiologische Bereich der Fructosamine liegt aber vergleichsweise niedrig bei &lt; 271 \u03bcmol\/l. Als prognostischer Faktor bei Ileus oder Stase ist die Glukose aussagekr\u00e4ftig. Denn je h\u00f6her und l\u00e4nger eine Hyperglyk\u00e4mie besteht, desto schlechter ist die Prognose des erkrankten Tieres. Ein zus\u00e4tzlicher Natriumabfall (&lt; 129 mmol\/l) erh\u00f6ht die Mortalit\u00e4tsrate um das 2,3fache (Bonhevi et al., 2014).<\/p>\n<h2>Endokrinologische Labordiagnostik<\/h2>\n<p>Hormonelle Erkrankungen sind beim Meerschweinchen im Gegensatz zu Hund und Katze in geringer Zahl beschrieben. Fallbeschreibungen von Hyperthyreose, Morbus Cushing, Diabetes mellitus und Insulinom sind zu finden.<\/p>\n<p><strong>Hyperthyreose<\/strong><\/p>\n<p>Oft werden hyperthyreote Tiere mit h\u00f6herem Alter, progressivem Gewichtsverlust bei gleichbleibendem oder gesteigertem Appetit, einer Umfangsvermehrung am ventralen Hals sowie Verhaltensver\u00e4nderungen vorgestellt. Im fortschreitenden Verlauf kann es zu PU\/PD, Alopezie, Inappetenz, chronisch-schmierenden Durchf\u00e4llen und Herzproblemen kommen.<\/p>\n<p>Zur Diagnosestellung sollte T4 bestimmt werden (mind. 250 \u03bcl Serum oder Heparinplasma). Um Differentialdiagnosen auszuschlie\u00dfen, empfehlen sich eine Blut-, Harn- und Kotuntersuchung sowie eine zytologische Untersuchung der Umfangsvermehrung.<\/p>\n<p><strong>Morbus Cushing\/Hyperadrenokortizismus<\/strong><\/p>\n<p>Patienten mit Verdacht auf Morbus Cushing werden h\u00e4ufig mit bilateraler, an den Flanken und am ventralen Abdomen beginnender Alopezie, Apathie, PU\/PD, Polyphagie und bilateralem Exophthalmus vorgestellt. Im Krankheitsverlauf k\u00f6nnen auch d\u00fcnnere Haut, Gewichtsverlust und Muskelatrophie auftreten.<\/p>\n<p>Die Labordiagnostik kann in Form eines ACTH-Stimulationstests aus Blut oder Speichel sowie \u00fcber die Durchf\u00fchrung eines Dexamethason-Supressionstests erfolgen.<\/p>\n<p>Durch die hohe Frequenz an pulsatil sezerniertem ACTH weisen Meerschweinchen generell hohe Basalcortisolkonzentrationen im Blut auf. Jeglicher Stress, wie auch die Blutentnahme, steigert die Cortisolkonzentration im Blut zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Eine stress\u00e4rmere Alternative zur Blutentnahme stellt die Messung der Cortisolkonzentration im Speichel dar. Hier ist die Belastung f\u00fcr das individuelle Tier deutlich geringer. Die Durchf\u00fchrung des ACTH-Stimulationstests aus Speichel ist identisch zu dem aus Blut. Zun\u00e4chst wird eine Basalprobe entnommen mit darauffolgender intramuskul\u00e4rer Injektion von 20 I.E. ACTH. Die Entnahme der Stimulationsprobe erfolgt 4 Stunden post injectionem. F\u00fcr die Gewinnung der Speichelprobe m\u00fcssen zwingend Salivetten (Abb. 7, Firma Saarstedt) verwendet werden.<\/p>\n<p>Die Kunststofffaserrolle im Inneren der Salivette ist zu entnehmen und sollte bis zu 5 Minuten zwischen Molaren und Backenschleimhaut platziert werden. Um ein Abrutschen zu verhindern, kann die Kunststofffaserrolle fixiert werden (Abb. 8). Nach erfolgreicher Probenentnahme muss das Tr\u00e4germaterial (Kunststofffaserrolle) wieder in die Salivette verbracht und versandt werden.<\/p>\n<p>Ein Dexamethason-Supressionstest (LDDS mit 0,01 mg\/kg oder HDDS mit 0,1 mg\/kg Dexamethason) ist m\u00f6glich. In der Literatur liegen allerdings bisher keine validen Referenzwerte vor. \u00c4hnlich wie beim Hund ist hier die Supprimierung der Cortisolkonzentration entscheidend.<br \/>\nBeim Meerschweinchen ist Morbus Cushing jedoch immer noch eine Ausschlussdiagnose und sollte durch weiterf\u00fchrende Untersuchungen, wie eine sonographische Darstellung der Nebennieren, verifiziert werden.<\/p>\n<p><strong>Diabetes mellitus<\/strong><\/p>\n<p>Erkrankte Tiere zeigen v.a. Adipositas und PU\/PD. Bilaterale Katarakte sind beschrieben. Sowohl der heredit\u00e4re Typ I als auch der erworbene Typ II kommen vor.<\/p>\n<p>Labordiagnostisch fallen eine deutliche Hyperglyk\u00e4mie, eine Erh\u00f6hung der Fructosamine sowie Glukosurie auf. Zum Ausschluss von Differentialdiagnosen sollte ein Heimtierprofil inklusive Blutbild, T4 und ein ACTH-Stimulationstest sowie eine Harnuntersuchung durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><strong>Insulinom<\/strong><\/p>\n<p>In der Literatur sind bisher nur zwei F\u00e4lle zu finden. Schw\u00e4che, Paralyse sowie Zuckungen und Kr\u00e4mpfe wurden beschrieben. Bei der klinisch-chemischen Untersuchung zeigten sich niedrige Glukose- sowie Fructosaminwerte. Die Bestimmung von Insulin ist aufgrund der intermittierenden Sezernierung und fehlender Referenzwerte nicht empfehlenswert.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Blutuntersuchung beim Meerschweinchen hat sich in den letzten ca. 50 Jahren durch den stetig wachsenden Anteil von Kleins\u00e4ugern im Haustiersektor etabliert. Weitere Forschung ist jedoch unabdingbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">09 \/ 2019<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714986249911{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Bonvehi et al. (2014): Prevalence and types of hyponatraemia, ist relationship with hyperglycaemia and mortality in ill pet rabbits. Vet Rec., 174(22):554.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Kaufhold et al. (2017): Retikulozytenzahlen beim Meerschweinchen \u2013 Referenzwerte und Vergleich der manuellen und automatischen Z\u00e4hlung mit dem Advia 2120i. InnLab, G\u00f6ttingen, 2017.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714986326454{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1714986371980{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2024%2F05%2FLA_Sept_19_DE_FINA_webL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714986334902{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1714986361344{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<strong><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/LA_Sept_19_DE_FINA_webL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neues und Altbew\u00e4hrtes aus der Labordiagnostik beim Meerschweinchen<\/a><\/strong>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim erkrankten Meerschweinchen stellt die Labordiagnostik weiterhin eine wichtige Zusatzuntersuchung in der Diagnostik dar.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1305710,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[187],"tags":[],"class_list":["post-1305704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2019","category-187","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1305704"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1473693,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305704\/revisions\/1473693"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1305710"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1305704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1305704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1305704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}