{"id":1301782,"date":"2020-07-05T13:30:44","date_gmt":"2020-07-05T11:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/de\/?p=1301782"},"modified":"2024-04-29T11:55:24","modified_gmt":"2024-04-29T09:55:24","slug":"laboruntersuchungen-bei-verhaltensauffaelligen-hunden-und-katzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/laboruntersuchungen-bei-verhaltensauffaelligen-hunden-und-katzen\/","title":{"rendered":"Laboruntersuchungen bei verhaltensauff\u00e4lligen Hunden und Katzen"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Wenn es nicht an der Erziehung liegt<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Patienten mit unerw\u00fcnschtem Verhalten werden zumeist erst sp\u00e4t in ihrer Leidensgeschichte in der Praxis vorgestellt, da das Verhalten meist nicht mit einer Erkrankung, sondern ausschlie\u00dflich mit den Lebensumst\u00e4nden und dem Wesen eines Tieres in Verbindung gebracht wird.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auff\u00e4llige Verhaltensweisen k\u00f6nnen jedoch durch unterschiedlichste Erkrankungen bedingt sein. Eine vermehrte Aggressivit\u00e4t kann beispielsweise schmerzbedingt oder hormoneller Ursache sein, aber auch Infektionskrankheiten \u2013 man denke im Extremfall an die Tollwut \u2013 kommen als Ursache in Betracht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zur Differenzierung sollten m\u00f6gliche organische, hormonelle, infekti\u00f6se, orthop\u00e4dische, genetische, autoimmune und allergische Ursachen abgekl\u00e4rt werden. Des Weiteren kann auch eine Vergiftung zu problematischen Verhaltensweisen f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Von den vielf\u00e4ltigen m\u00f6glichen Ursachen werden hier die in unserer labormedizinischen Beratung h\u00e4ufigsten zugrundeliegenden Erkrankungen ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Organische Erkrankungen<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b>Leber:<\/b> Patienten mit portosystemischem Shunt k\u00f6nnen auf Grund von Apathie erstmalig in der Praxis vorgestellt werden. Auch wenn die betroffenen Hunde durch Kreisbewegungen oder epileptiforme Anf\u00e4lle auff\u00e4llig werden k\u00f6nnen, so kann die Symptomatik v.a. beim intrahepatischen Shunt deutlich milder und unspezifischer ausfallen. Die klinische Chemie kann zur Herausforderung werden, da nicht alle Shuntpatienten Ver\u00e4nderungen der Leberwerte zeigen m\u00fcssen. H\u00e4ufig zeigt sich eine isolierte Erh\u00f6hung der ALT. Die Diagnosestellung sollte daher \u00fcber einen Gallens\u00e4urenstimulationstest oder \u2013 falls inhouse m\u00f6glich \u2013 eine Ammoniakmessung erfolgen sowie eine Ultraschalluntersuchung einschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1301782 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Spiel oder Aggression?\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"1600\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Cookie-aggressiv.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Cookie-aggressiv-768x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1472551\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Cookie-aggressiv-768x1024.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Cookie-aggressiv-225x300.jpg 225w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Cookie-aggressiv-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Cookie-aggressiv.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1472551'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Spiel oder Aggression?\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Grafik:&lt;\/b&gt; auff\u00e4lliges Verhalten vs. normales Verhalten\" data-large_image_width=\"750\" data-large_image_height=\"390\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Laboklin_aktuell_Juli_2020_Seite_3_Bild_0001.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"390\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Laboklin_aktuell_Juli_2020_Seite_3_Bild_0001.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1301784\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Laboklin_aktuell_Juli_2020_Seite_3_Bild_0001.jpg 750w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Laboklin_aktuell_Juli_2020_Seite_3_Bild_0001-600x312.jpg 600w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Laboklin_aktuell_Juli_2020_Seite_3_Bild_0001-300x156.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1301784'>\n\t\t\t\t\t<b>Grafik:<\/b> auff\u00e4lliges Verhalten vs. normales Verhalten\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1714381937956{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Niere und Blase:<\/b> Auch Erkrankungen dieser Organe k\u00f6nnen zu unerw\u00fcnschtem Verhalten f\u00fchren. So sollte bei Welpen, welche mit Unsauberkeit auffallen, auch an angeborene oder erworbene Nieren- oder Blasenprobleme gedacht werden. Neben einer bildgebenden Diagnostik ist eine Harnuntersuchung (Status\/Sediment und Urinkultur) sowie die Bestimmung des Eiwei\u00df-Kreatinin-Verh\u00e4ltnisses (UPC) zu empfehlen. Die Bestimmung von Harnstoff, Kreatinin und SDMA im Serum ist beim Welpen nicht immer zielf\u00fchrend, da der wachsende Organismus sehr schwankende Konzentrationen dieser Substrate im Serum aufweist. Adulte Katzen k\u00f6nnen durch nierenbedingte Unsauberkeit auffallen, die h\u00e4ufig auch als Verhaltensproblematik fehlinterpretiert wird.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Hormonelle Imbalancen<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Verhalten wird von einer Vielzahl an Hormonen und hormonellen Wechselwirkungen gesteuert. Die Ver\u00e4nderung einer einzelnen Hormonkonzentration kann weitreichende Verhaltens\u00e4nderungen ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Schilddr\u00fcse:<\/b>\u00a0Erkrankungen der Schilddr\u00fcse sind h\u00e4ufig bei Hund und Katze. Beim Hund unterscheidet sich sowohl die Ursache als auch die Symptomatik in Abh\u00e4ngigkeit vom Alter. Beim jungen Hund f\u00fchrt die Autoimmunthyreoiditis, bei \u00e4lteren Hunden hingegen eine Follikelatrophie zu Verhaltens\u00e4nderungen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u00c4ngstliches oder aggressives Verhalten mit \u00dcberaktivit\u00e4t und schweren Erziehungsproblemen wird bei jungen Hunden immer wieder mit Fehlfunktionen der Schilddr\u00fcse assoziiert. Sofern es sich bei diesen Patienten wirklich um eine schilddr\u00fcsenbedingte Verhaltensproblematik handelt, sind daf\u00fcr erste Sch\u00fcbe einer <strong>Autoimmunthyreoiditis<\/strong> mit schwankenden Hormonsekretionen verantwortlich. Die Diagnosesicherung erfolgt neben der Messung der T4- und TSH-Konzentration v.a. \u00fcber die Bestimmung der Thyreoglobulin-Antik\u00f6rper (TG-AK) sowie T3- und T4-AK.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Beim \u00e4lteren Hund ist die <strong>Hypothyreose<\/strong> eine der h\u00e4ufigsten bekannten endokrinen Erkrankungen. Einige der ersten Ver\u00e4nderungen, die beobachtet werden, sind steigende Bewegungsunlust und Lethargie. Da die Schilddr\u00fcsenfunktion durch viele andere Erkrankungen beeinflusst werden kann, m\u00fcssen zur Diagnosesicherung neben der Bestimmung der T4- und TSH-Konzentration andere Erkrankungen ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die bei \u00e4lteren Katzen durch eine <strong>Hyperthyreose<\/strong> ausgel\u00f6ste klinische Symptomatik (Gewichtsabnahme, Hyperaktivit\u00e4t) f\u00fchrt h\u00e4ufig zur schnellen Diagnose. Selten sind hyperthyreote Katzen apathisch. Meist<br \/>\nreicht die Messung der T4-Konzentration im Serum, in unklaren F\u00e4llen kann auf die TSH-Messung zur\u00fcckgegriffen werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Gonaden\/Nebenniere:<\/strong> Sexualsteroide sind verantwortlich f\u00fcr ein komplexes System an Verhaltensweisen. Die <strong>Kastration<\/strong> domestizierter Tiere und damit die Ausschaltung der Gonadenfunktion wird h\u00e4ufig durchgef\u00fchrt und beeinflusst das Verhalten ma\u00dfgeblich. Neben der Fortpflanzungsf\u00e4higkeit soll v.a. aggressives Verhalten gegen Artgenossen unterdr\u00fcckt werden. Auch bei Dominanzproblemen erhofft man sich eine leichtere F\u00fchrbarkeit der Hunde durch die Kastration.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zeigt der Hund oder die Katze trotz Kastration weiterhin Sexualverhalten, stellt sich die Frage nach eventuell noch vorhandenem Gonadengewebe. Neben der Bestimmung von luteinisierendem Hormon (LH) und der Steroidhormone bietet v.a. die Messung der Konzentration des Anti-M\u00fcller-Hormons (AMH) beim m\u00e4nnlichen ebenso wie beim weiblichen Tier Hilfestellung bei der Beantwortung dieser Frage.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch hormonell aktive <strong>Neoplasien<\/strong> k\u00f6nnen sich durch Verhaltens\u00e4nderung \u00e4u\u00dfern. In der fr\u00fchen Phase kann dies sogar das einzige klinische Zeichen sein. <strong>Sertolizelltumore<\/strong> f\u00fchren dazu, dass R\u00fcden aufgrund vermehrter \u00d6strogensekretion attraktiv f\u00fcr andere R\u00fcden werden und sich selber eher wie ein Kastrat verhalten. <strong>Granulosazelltumore<\/strong> bei der H\u00fcndin k\u00f6nnen bei geringer, aber konstanter Hormonsekretion v.a. durch Progesteron das Verhalten einer tragenden H\u00fcndin imitieren, mit Nestbauverhalten und Umhertragen von Kuscheltieren. Besorgniserregend f\u00fcr den Besitzer ist, dass keine vorangegangene L\u00e4ufigkeit beobachtet wurde und somit eine Scheintr\u00e4chtigkeit unwahrscheinlich ist.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Endokrin aktive Tumore der Nebenniere f\u00fchren je nach hormonellem Sekretionsmuster zu verschiedenen Verhaltens\u00e4nderungen. W\u00e4hrend das beim Hund h\u00e4ufige <strong>Cushing-Syndrom<\/strong> prim\u00e4r mit gesteigertem Appetit bis zur Allotriophagie auff\u00e4llt, sind andere Tumore der Nebennierenrinde (NNR) selten. Ein relativ h\u00e4ufiger Tumor des Nebennierenmarks ist das Katecholamine sezernierende <strong>Ph\u00e4ochromozytom<\/strong>. Die dauerhaft erh\u00f6hte Katecholaminkonzentration im Blut \u00e4u\u00dfert sich in vermehrter Unruhe und \u00c4ngstlichkeit der Patienten. Die Bestimmung der Katecholamine Normetanephrin und Metanephrin im Blutplasma oder des Normetanephrin- und Metanephrin-Kreatinin-Quotienten im Harn dient der Diagnosesicherung.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Neurotransmitter<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">In den Fokus der labormedizinischen Untersuchung von verhaltensauff\u00e4lligen Hunden ist in der letzten Zeit das \u201eGl\u00fcckshormon\u201c <strong>Serotonin<\/strong> ger\u00fcckt. Serotonin ist ein Neurotransmitter, dessen Wirkung im ZNS unter anderem Angst- und Aggressionshemmung ist. Ein Mangel an Serotonin im ZNS f\u00fchrt demnach zu \u00e4ngstlich-aggressivem Verhalten. Obwohl Serotonin die Blut-Hirn-Schranke nicht \u00fcberwinden kann, korreliert ein niedriger Serotoninspiegel im Blut mit entsprechenden Verhaltensauff\u00e4lligkeiten. Eigene Untersuchungen haben diesen Zusammenhang best\u00e4tigt (siehe Grafik).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Daher ist bei Hunden mit \u00e4ngstlich-aggressivem Verhalten die Messung von Serotonin im Serum empfehlenswert. Die Therapie kann neben Futtersupplementierung mit Tryptophan mit Serotonin-Analoga oder Serotonin-Wiederaufnahmehemmern erfolgen. Eine Normalisierung des Verhaltens ist nach einigen Wochen zu erwarten.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Infekti\u00f6se Ursachen<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Es ist Taktik einiger Infektionserreger, das Verhalten ihres Wirtes mit dem Ziel zu manipulieren, schneller auf einen neuen Wirt \u00fcbertragen zu werden. Klassisches Beispiel ist eine Infektion mit dem Rabiesvirus. Tollwut spielt in Deutschland zum Gl\u00fcck nur noch eine sehr untergeordnete Rolle. Dennoch kann sie bei Tieren aus unkontrollierten Importen durchaus eine Differentialdiagnose darstellen und sollte bei aggressiven Hunden in Betracht gezogen werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Aber auch weniger dramatische und sehr viel h\u00e4ufigere Infektionen k\u00f6nnen zu Verhaltens\u00e4nderungen f\u00fchren. V.a. im Fell oder auf der Haut lebende Ektoparasiten k\u00f6nnen zu vermehrter Unruhe f\u00fchren, ohne gleichzeitig massiven Juckreiz auszul\u00f6sen. Befallene Haare k\u00f6nnen zur Identifizierung des Parasiten eingesendet werden.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Vergiftungen<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die Aufnahme von Fremdstoffen ist eine weitere M\u00f6glichkeit, durch die unerw\u00fcnschtes Verhalten ausgel\u00f6st werden kann. Eine Bleivergiftung \u00e4u\u00dfert sich vielf\u00e4ltig mit Unruhe, Erregung, vermehrtem Bellen oder Bei\u00dfen und Depression. Nimmt der Hund Nikotin \u00fcber Zigarettenstummel auf, zeigt sich dies in Erregung und Hyperaktivit\u00e4t. Immer wieder kommt es vor, dass Tiere auch Drogen aufnehmen, wenn der Besitzer unachtsam damit umgeht. Je nach Droge und Dosierung kann sich das Verhalten \u00e4ndern und von \u00dcbererregbarkeit bis zu Somnolenz reichen. Eine einmalige Giftaufnahme f\u00fchrt zu einer pl\u00f6tzlichen Verhaltens\u00e4nderung und ist bei h\u00f6herer Dosierung zumeist mit weiteren Symptomen verbunden.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Genetisch bedingte Verhaltensprobleme<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Vor allem bei Rassetieren treten verschiedene Gendefekte auf, die mit Verhaltens\u00e4nderungen einhergehen. Beispiele sind die neuronale Ceroid-Lipofuszinose (Unruhe, Aggressivit\u00e4t, Angst), das akrale Mutilationssyndrom (Pfotenknabbern), die Glycogenspeicherkrankheit (Lethargie), die nekrotisierende Meningoenzephalitis (Orientierungslosigkeit, Kopfsch\u00fctteln, Kreislaufen), der Dopamin-Transporter-Polymorphismus (Heredit\u00e4re Verhaltensauff\u00e4lligkeit beim Malinois: geminderte Erregbarkeit, anfallsweise Aggressivit\u00e4t) und viele mehr. Bei zahlreichen Rassen konnten die urs\u00e4chlichen Mutationen bereits ermittelt werden, weshalb bei verhaltensauff\u00e4lligen Rassehunden auch die M\u00f6glichkeiten der Diagnostik von Erbkrankheiten ber\u00fccksichtigt werden sollte. Es besteht \u2013 v.a. beim Hund \u2013 ein umfangreiches und laufend gr\u00f6\u00dfer werdendes Testangebot. Informationen dazu finden sie unter: <a href=\"https:\/\/shop.labogen.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/shop.labogen.com\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Prim\u00e4r zu bestimmende Laborparameter im Zusammenhang mit den h\u00e4ufigstenVerhaltensproblemen<\/b><\/p>\n<table width=\"655\">\n<tbody valign=\"top\">\n<tr style=\"color: #ffffff;\" bgcolor=\"#e51e1e\">\n<td><\/td>\n<td><b>Ursache<\/b><\/td>\n<td><b>Laboruntersuchungen<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Angst<\/b><\/td>\n<td>Schilddr\u00fcse<\/td>\n<td>T4, TSH, TG-AK<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Serotoninmangel<\/td>\n<td>Serotonin (1)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Ph\u00e4ochromozytom (Hund)<\/td>\n<td>Normetanephrin+Metanephrin (2)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Aggressivit\u00e4t<\/b><\/td>\n<td>Schilddr\u00fcse<\/td>\n<td>T4, TSH, TG-AK (Hund)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Serotoninmangel<\/td>\n<td>Serotonin (1)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Sexualsteroide aus den<br \/>\nGonaden<\/td>\n<td>Testosteron, \u00d6stradiol<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Schmerz<br \/>\n&#8211; orthop\u00e4disch<br \/>\n&#8211; neurologisch<\/td>\n<td>Cortisol als Stressmarker<br \/>\n(gegebenenfalls aus Speichel<br \/>\nmessen)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00dcberaktivit\u00e4t\/<br \/>\nUnruhe<\/td>\n<td>Schilddr\u00fcse<br \/>\n(alte Katze, junger Hund)<\/td>\n<td>T4, TSH (Katze)<br \/>\nT4, TSH, TG-AK (Hund)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Ph\u00e4ochromozytom (Hund)<\/td>\n<td>Normetanephrin+Metanephrin (2)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Ektoparasiten<\/td>\n<td>Parasitologische Untersuchung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Vergiftung<\/td>\n<td>Schwermetallscreening (3)<br \/>\nGiftscreening (4)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Fehlende<br \/>\nMotivation<\/b><\/td>\n<td>Leber (Shunt)<\/td>\n<td>ALT, Gallens\u00e4urenstimulationstest<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>Hypothyreose<\/td>\n<td>T4\/TSH<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Unsauberkeit<\/b><\/td>\n<td>Niere\/Blase<\/td>\n<td>Harnstoff, Kreatinin, SDMA (adulte Tiere)<br \/>\nUPC + Harnstatus\/-sediment +Urinkultur<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Hypervokalisierung<br \/>\nKatze<\/b><\/td>\n<td>Schilddr\u00fcse<\/td>\n<td>T4\/TSH<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><b>Fortpflanzungsverhalten<\/b><\/td>\n<td>Gonaden<\/td>\n<td>AMH, Testosteron, \u00d6stradiol, LH<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div><\/div>\n<div class=\"news-catRootline\">\n<p>(1) Gek\u00fchlt (m\u00f6glichst gefroren) und lichtgesch\u00fctzt versenden<br \/>\n(2) EDTA-Plasma gefroren, Harn mit HCl anges\u00e4uert auf pH &lt; 2, gefroren und lichtgesch\u00fctzt versenden<br \/>\n(3) EDTA-Vollblut<br \/>\n(4) Nur aus Harn m\u00f6glich; immer Vorbericht angeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Ruth Klein<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1714381954851{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714381962092{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1714381989438{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2021%2F02%2FLA_Juli_2020_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; 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