{"id":1455747,"date":"2023-12-19T20:20:36","date_gmt":"2023-12-19T19:20:36","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/?page_id=1455747"},"modified":"2025-09-15T11:22:24","modified_gmt":"2025-09-15T09:22:24","slug":"dilatative-kardiomyopathie-dcm-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/laboklin.de\/de\/leistungen\/genetik\/erbkrankheiten\/hund\/dilatative-kardiomyopathie-dcm-3\/","title":{"rendered":"Dilatative Kardiomyopathie (DCM) &#8211; Dobermann"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"csc-firstHeader\">Dilatative Kardiomyopathie (DCM1-4)<\/h3><p><span>LABOKLIN Leistungs-ID: 8872<\/span><\/p><p class=\"bodytext\">Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der der linke Herzventrikel, der die Hauptpumpleistung des Herzens \u00fcbernimmt, verdickt, erweitert und geschw\u00e4cht ist. Daher kann das Herz das Blut nicht effektiv durch den K\u00f6rper pumpen. <br \/>\r\nBeim Dobermann ist die dilatative Kardiomyopathie eine weitverbreitete vererbbare Herzerkrankung. Betroffene Hunde leiden unter Herzinsuffizienz oder pl\u00f6tzlichem Herztod. Ventrikul\u00e4re Tachyarrhythmien (Herzrhythmusst\u00f6rungen) sind ein typisches Zeichen von DCM und k\u00f6nnen anhand eines Echokardiogramms oder Elektrokardiogramms (EKG) diagnostiziert werden. Bislang konnten vier genetische Varianten gefunden werden, die mit einer DCM beim Dobermann assoziiert sind.  <br \/>\r\n<br \/>\r\nBei DCM liegt eine variable Penetranz vor, daher k\u00f6nnen genetisch betroffene Hunde eventuell nur sehr milde oder sogar keine Symptome im Laufe ihres Lebens zeigen. Neben dem Genotyp der beschriebenen Varianten scheinen auch die Ern\u00e4hrung, das Bewegungslevel sowie weitere Gene einen Einfluss auf das individuelle Risiko eines Hundes zu haben. Der Gentest kann daher die DCM-assoziierten Varianten identifizieren, jedoch keine Aussage dar\u00fcber treffen, ob ein genetisch betroffener Hund tats\u00e4chlich klinisch relevante Symptome entwickelt.<br \/>\r\n<br \/>\r\nIn der amerikanischen Dobermann-Population scheinen besonders die DCM1-Variante im PDK4-Gen (versorgt das Herz mit Energie) und die DCM2-Variante im Titin (TTN)-Gen (an der Herzkontraktion beteiligt) relevant zu sein. Beide Varianten werden autosomal-dominant mit unvollst\u00e4ndiger Penetranz vererbt. Die DCM2-Variante alleine scheint ein h\u00f6heres Risiko mit sich zu bringen als die DCM1-Variante. Hunde, die beide Varianten tragen, besitzen aufgrund des additiven Effekts ein besonders erh\u00f6htes Risiko daf\u00fcr, eine DCM zu entwickeln.<br \/>\r\n<br \/>\r\nIn der europ\u00e4ischen Dobermann-Population sind dem aktuellen Kenntnisstand zufolge besonders die Risikomarker DCM3 und DCM4 relevant und mit einer linksventrikul\u00e4ren systolischen Dysfunktion und Dilatation assoziiert. DCM3 wird dominant vererbt: Heterozygote Tr\u00e4ger besitzen ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr DCM als Tiere ohne eine Kopie des Risikofaktors. Das Risiko von Tieren, die die DCM3 Variante homozygot tragen, ist h\u00f6her als das von Tr\u00e4gertieren. DCM4 wird rezessiv vererbt, f\u00fcr DCM4 homozygot betroffene Tiere besitzen ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr DCM als freie oder heterozygote Tr\u00e4ger. Die Varianten DCM3 und DCM4 scheinen einen additiven Effekt zu haben, mit einem st\u00e4rkeren Effekt von DCM4.<br \/>\r\nDas Risiko f\u00fcr DCM kann \u00fcber die Kombination der Genotypen wie folgt eingesch\u00e4tzt werden:<br \/>\r\nRisiko < 50 %: N\/N (DCM3) und N\/N (DCM4), N\/N (DCM3) und N\/DCM4<br \/>\r\nRisiko 50-75 %: N\/DCM3 und N\/N (DCM4), N\/DCM3 und N\/DCM4<br \/>\r\nRisiko < 75 %: N\/N (DCM3) und DCM4\/DCM4, N\/DCM3 und DCM4\/DCM4, DCM3\/DCM3 und N\/N (DCM4), DCM3\/DCM3 und N\/DCM4, DCM3\/DCM3 und DCM4\/DCM4<br \/>\r\n<br \/>\r\nHunde mit erh\u00f6htem Risiko sollten regelm\u00e4\u00dfig auf m\u00f6gliche Anzeichen der Erkrankung untersucht werden. Mit Hilfe des Gentests kann die Pr\u00e4valenz der bekannten Varianten innerhalb der Rasse reduziert werden, ohne dabei den Genpool zu stark einzuschr\u00e4nken. Dabei sollte bei Verpaarungen darauf geachtet werden, dass Welpen mit einem hohen Risiko f\u00fcr DCM vermieden werden, und so die Pr\u00e4valenz der Risikovarianten in der Rasse sinkt.<\/p><table class=\"tx-laboklinleistung-table contenttable contenttable-2\" style=\"margin-top: 35px;\"><tr><td class=\"td-0\"><strong>Methode<\/strong><\/td><td class=\"td-1\"><p class=\"bodytext\">Fragmentl\u00e4ngenanalyse (DCM1), TaqMan SNP Assay (DCM2-4)<\/p><\/td><\/tr><tr><td class=\"td-0\"><strong>Rasse<\/strong><\/td><td class=\"td-1\"><p class=\"bodytext\">Dobermann<\/p><\/td><\/tr><tr><td class=\"td-0\"><strong>Erbgang<\/strong><\/td><td class=\"td-1\"><p class=\"bodytext\">siehe Infotext<\/p><\/td><\/tr><tr><td class=\"td-0\"><strong>Dauer<\/strong><\/td><td class=\"td-1\"><p class=\"bodytext\">1 - 2 Wochen nach Erhalt der Probe<\/p><\/td><\/tr><\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dilatative Kardiomyopathie (DCM1-4)LABOKLIN Leistungs-ID: 8872Die dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Erkrankung des Herzmuskels, bei der der linke Herzventrikel, der die Hauptpumpleistung des Herzens \u00fcbernimmt, verdickt, erweitert und geschw\u00e4cht ist. 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