{"id":1627728,"date":"2026-08-11T08:40:43","date_gmt":"2026-08-11T06:40:43","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument\/"},"modified":"2026-08-11T08:40:43","modified_gmt":"2026-08-11T06:40:43","slug":"genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument\/","title":{"rendered":"Genetische Untersuchungen als diagnostisches Instrument"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\" id=\"wpb-content-root\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text]In der Zucht von Hunden und Katzen sind Gentests l\u00e4ngst ein etabliertes Tool zur Erkennung von erw\u00fcnschten und unerw\u00fcnschten Genvarianten, die mit bestimmten Erkrankungen einhergehen. Sie tragen so zur Gesunderhaltung vieler Rassen bei. Durch eine Wurfplanung unter Einbezug genetischer \u00adErgebnisse werden nicht nur Verpaarungen angestrebt, bei denen Nachkommen mit Erberkrankungen \u00advermieden werden \u2013 die Erhaltung der Heterogenit\u00e4t des Genoms innerhalb einer Rasse ist ebenso ein wichtiges Zuchtziel.<br \/>\nAuch wir Tier\u00e4rztinnen und Tier\u00e4rzte k\u00f6nnen vom immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Portfolio der Labore \u00adprofitieren, indem wir sehr einfach und wenig invasiv genetisch bedingte Erkrankungen diagnostizieren oder ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen.<br \/>\nAn dieser Stelle m\u00f6chten wir einige ausgew\u00e4hlte \u00adgenetisch bedingte Erkrankungen bei Hund und Katze vorstellen, die im klinischen Alltag h\u00e4ufig eine Rolle spielen.<\/p>\n<h2>Untersuchung<\/h2>\n<p>Um eine genetische Untersuchung vornehmen zu k\u00f6nnen, ben\u00f6tigt das spezialisierte Labor DNA: EDTA-Blut, einen Schleimhautabstrich oder Haare mit Wurzel. Nicht jede Untersuchung kann mit jedem Material vorgenommen werden. Untersucht wird auf bestimmte genetische Varianten, die zu einer Erkrankung f\u00fchren k\u00f6nnen. Das Ergebnis wird \u00fcblicherweise als Genotyp N\/N (frei), Genotyp N\/X (Tr\u00e4ger) oder Genotyp X\/X (betroffen) mit einer zus\u00e4tzlichen Erkl\u00e4rung und unter Bezug auf das Gen f\u00fcr die untersuchte Variante angegeben.<\/p>\n<h2>Genetisch bedingte Erkrankungen bei Hunden und Katzen und deren Bedeutung im klinischen Alltag<\/h2>\n<p>Eine der bekanntesten Genvarianten, die zu klinischen Problemen f\u00fchrt, ist sicherlich der <strong>MDR1-Defekt.<\/strong> Betroffen sind in erster Linie H\u00fcte- und Windhunde verschiedener Rassen und deren Mischlinge sowie Maine-Coon-Katzen. Besonders in Hinblick auf m\u00f6gliche Nebenwirkungen bestimmter Arzneimittel ist die klinische Relevanz inzwischen gut beschrieben.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1627728 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"LA_aktuell_Genetische-Untersuchungen-als-diagnostisches-Instrument_Lagotto\" data-dt-img-description=\"LABOklin Aktuell 08.2026 | \n&lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Lagotto Romagnolo &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Envatoelements&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"667\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_lagotto.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_lagotto.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Lagotto Romagnolo\" aria-describedby=\"gallery-1-1627697\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_lagotto.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_lagotto-300x200.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_lagotto-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1627697'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> M\u00f6gliche Ursachen von Polydipsie\/Polyurie (PD\/PU) bei Kleins\u00e4ugern (nach Hartmann 2021) <br><i>Bildquelle: Dr. J. Hein<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"LA_aktuell_Genetische-Untersuchungen-als-diagnostisches-Instrument_Taubheit\" data-dt-img-description=\"LABOklin Aktuell 08.2026 |\" data-large_image_width=\"500\" data-large_image_height=\"667\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_taubheit.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"667\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_taubheit.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Hinter blauen Augen kann Taubheit stecken\" aria-describedby=\"gallery-1-1627680\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_taubheit.jpg 500w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_aktuell_genetische-untersuchungen-als-diagnostisches-instrument_taubheit-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1627680'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Lagotto Romagnolo <br><i>Bildquelle: Dr. A. Drensler<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1756890211651{margin-top: 30px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#187;][vc_column_text css_animation=&#187;none&#187; css=&#187;.vc_custom_1786516791647{padding-right: 5% !important;}&#187;]Ein anderer Symptomkomplex, bei dem ein prophylaktischer Gentest anzuraten w\u00e4re, ist im Bereich der Gerinnungsst\u00f6rung und Blutungsneigung zu finden. Am bekanntesten ist sicher die <strong>Von-Willebrand-Krankheit<\/strong> (vWD), deren Typen 1 bis 3 bei vielen verschiedenen Hunderassen vorkommen und \u00fcber diverse Varianten nachgewiesen werden. Auch die <strong>Defizienz bestimmter Gerinnungsfaktoren<\/strong> wie Faktor VIII (H\u00e4mophilie A), Faktor IX (H\u00e4mophilie B) oder Faktor XI ebenso wie die postoperative Blutungsneigung z. B. beim Gro\u00dfen Schweizer Sennenhund, aber auch bei verschiedenen Katzenrassen, k\u00f6nnen w\u00e4hrend oder nach chirurgischen Eingriffen zu unerwarteten Komplikationen f\u00fchren, sodass der Gentest hier unterst\u00fctzende Informationen bereitstellen kann.<br \/>\nDoch nicht nur im Vorfeld therapeutischer Interventionen sollten wir Genvarianten mit negativen Folgen f\u00fcr die Gesundheit unserer Patienten im Auge behalten. Bei vielen Krankheitssymptomen geh\u00f6ren genetisch bedingte Erkrankungen unbedingt auf unsere Differentialdiagnosenliste. Ein klassisches Beispiel bieten die Anfallsleiden des Hundes. W\u00e4hrend z. B. <strong>die juvenile Epilepsie<\/strong> (Lagotto Romagnolo, Abb.\u00a01), die <strong>juvenile myoklonische Epilepsie<\/strong> (Rhodesian Ridgeback) und die juvenile Enzephalopathie (Parson und Jack Russel Terrier) rassespezifisch sind, kann die <strong>Lafora-Epilepsie<\/strong> bei diversen Rassen auftreten. Die Besonderheit bei dieser Erkrankung ist das sp\u00e4te Auftreten um das 7. Lebensjahr, ein Zeitpunkt, zu dem wir nicht unbedingt mit der ersten Manifestation einer angeborenen St\u00f6rung rechnen. Auch andere Genmutationen k\u00f6nnen zu Anfallsleiden f\u00fchren: Episodic Falling (Cavalier King Charles Spaniel), Exercise Induced Collapse (verschiedene Rassen), Nekrotisierende Meningoenzephalitis (Mops) oder Speicherkrankheiten wie die Neuronale Ceroidlipofuszinose (diverse Rassen), um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Auch bei Katzen k\u00f6nnen genetische Varianten verantwortlich f\u00fcr ein Anfallsleiden sein, z. B. die <strong>epileptische Enzephalopathie<\/strong> der Bengalkatze oder die Speicherkrankheit <strong>Gangliosidose<\/strong>, die bei verschiedenen Katzenrassen vorkommt.<br \/>\nGewisse \u00dcberschneidungen in den Symptomen sehen wir, wenn wir von Anfallsleiden hin\u00fcber zu den Ataxien schauen. Auch hier geh\u00f6ren bei verschiedenen Rassehunden genetisch bedingte Erkrankungen unbedingt auf unsere Differentialdiagnosenliste, gerade wenn es sich bei unseren Patienten um Welpen und sehr junge Hunde handelt. Sehr fr\u00fch treten Ataxien z. B. bei der <strong>caninen multiplen Systemdegeneration<\/strong> (Chinese Crested und Kerry Blue Terrier), bei der <strong>cerebell\u00e4ren Ataxie<\/strong> (Belgischer Sch\u00e4ferhund, Pyren\u00e4en-Berghund, Spinone Italiano) oder der<strong> neonatalen cerebell\u00e4ren Abiotrophie<\/strong> (Beagle, Magyar Vizsla) auf. Erst im Alter von 18 Monaten bis 4 Jahren erkrankt der English Springer Spaniel klinisch an der <strong>Fukosidose<\/strong>, einer schweren neurologischen Erkrankung mit t\u00f6dlichem Ausgang. Die Genvarianten mit der h\u00f6chsten Allelfrequenz (die relative H\u00e4ufigkeit, mit der eine bestimmte Genvariante (ein Allel) innerhalb einer Population vorkommt) sind die <strong>Dandy-Walker-like Malformation<\/strong> (Eurasier) und die Finnish Hound Ataxie (Norrbottenspitz, Finnischer Laufhund). Da diese Erkrankungen aufgrund ihrer ZNS-Ver\u00e4nderungen schwere klinische Symptome mit meist rascher Progression bewirken, bietet bei Patienten aus den betroffenen Rassen ein Gentest ein sinnvolles und nicht invasives Werkzeug f\u00fcr Diagnosestellung und Entscheidungsfindung. Von besonderer Relevanz ist ein Gentest, wenn eine Erkrankung andernfalls nur postmortal diagnostiziert werden kann, wie es bei der <strong>degenerativen Myelopathie<\/strong> (DM) bei verschiedenen, vor allem gro\u00dfen Rassen (z. B. Berner Sennenhund, Deutscher Sch\u00e4ferhund, Hovawart). Die DM tritt im Alter von ca. 8 Jahren auf und geht mit einer Sch\u00e4digung der oberen Motoneuronen zuerst der Hintergliedma\u00dfen, sp\u00e4ter auch der \u00fcbrigen Nerven einher. Ataxie, Schw\u00e4che, gest\u00f6rte Propriozeption bis hin zur L\u00e4hmung aller Gliedma\u00dfen, sowie Harn- und Kotinkontinenz bilden den schweren progressiven Krankheitsverlauf \u00fcber 6 bis 24 Monate ab. Auch kleine Rassen (Zwergpudel) k\u00f6nnen betroffen sein.<\/p>\n<p>Dass viele Erblindungen bei jugendlichen und erwachsenen Hunden auf eine Gruppe von gene\u00adtischen Varianten zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, ist gut erforscht und als<strong> progressive Retinaatrophie (PRA)<\/strong> nicht nur den Ophthalmologen bekannt. V\u00f6llig andere und weit unspezifischere okul\u00e4re Symptome zeigen Patienten mit <strong>makul\u00e4rer Hornhautdystrophie<\/strong> (Cobberdog, Labradoodle, Labrador Retriever) oder mit <strong>MOD<\/strong> (multiple okul\u00e4re Defekte, Bobtail). Auch bei sehr vielen Katzenrassen ist die PRA bekannt und als Gendefekt nachweisbar. Bei Siamkatzen kommt au\u00dferdem ein<strong> prim\u00e4res erbliches Glaukom<\/strong> vor und ist von anderen Erkrankungen mit erh\u00f6htem Augeninnendruck abzugrenzen.<br \/>\nBei Maine-Coon-Katzen mit blauen Augen (Abb. 2) und dem Verdacht auf ein- oder beidseitige <strong>Taubheit<\/strong> kann ein Test auf eine genetische Variante am PAX3-Gen eingeleitet werden, um diese als Ursache auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auch in der dermatologischen Praxis kann es immer wieder sinnvoll sein, genetisch bedingte Erkrankungen als Differentialdiagnosen zu ber\u00fccksichtigen und eventuell mittels Gentestung auszuschlie\u00dfen. Keratinisierungsst\u00f6rungen treten z. B. bei der <strong>digi\u00adtalen Hyperkeratose<\/strong> (Bordeauxdogge, Irischer Terrier, Kromfohrl\u00e4nder), der <strong>epidermolytischen Hyperkeratose<\/strong> (Norfolk Terrier), der<strong> Ichthyose I\u00a0+\u00a0II<\/strong> (American Bulldog, Golden Retriever, Goldendoodle) und dem<strong> Faltendoggensyndrom<\/strong> (Deutsche Dogge) auf. In teilweise hoher Anzahl findet sich die<strong> heredit\u00e4re nasale Parakeratose<\/strong> (HNPK) beim Labrador (und anderen Rassen) mit einer Genvariante, die im Regelfall mit milder Symptomatik einhergeht, jedoch in extremen F\u00e4llen mit arterieller Beteiligung auch fatale Folgen haben kann. Die <strong>Dermatomyositis<\/strong> (Collie, Shetland Sheepdog) und die<strong> Junctional epidermolysis bullosa<\/strong> (Deutsch Kurzhaar) k\u00f6nnen bei Erkrankungen mit Erosionen und Krusten zugrunde liegen. Der<strong> exfoliative kutane Lupus erythematodes<\/strong> bei Deutsch Kurzhaar und Magyar Vizsla ist ebenfalls auf eine Genvariante zur\u00fcckzuf\u00fchren. Wegen der schwerwiegenden Symptome und der fehlenden Behandlungsm\u00f6glichkeiten m\u00fcssen die betroffenen Hunde meist eingeschl\u00e4fert werden \u2013 eine Entscheidung, die durch Diagnosesicherheit (Gentest) leichter fallen kann.<\/p>\n<p>Auch bei internistischen Fragestellungen ist es sinnvoll, genetische Ursachen f\u00fcr Erkrankungen im Hinterkopf zu haben. Sehr weit oben auf der Bekanntheitsskala finden wir die <strong>DCM<\/strong> (dilatative Kardiomyopathie) verschiedener Hunderassen wie auch die <strong>HCM<\/strong> (hypertrophe Kardiomyopathie) einiger Katzenrassen. Allerdings haben hier die genetischen Tests eher einen zuchtplanerischen Wert. Wichtiger f\u00fcr eine Diagnosestellung und Therapieplanung sind genetisch bedingte Erkrankungen des Harnapparates und der Leber. Die <strong>Cystinurie<\/strong> kommt bei vielen Hunde- und Katzenrassen und \u00adderen Mischlingen mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Varianten vor. Auch die durch eine Mutation entstehende rasseunabh\u00e4ngige <strong>Hyperurikosurie<\/strong> kommt als Ursache f\u00fcr eine Harnkristall- und -steinbildung in Frage. Hinreichend bekannt als Ausl\u00f6ser einer chronischen Nierenerkrankung bei Katzen vieler Rassen und Hunden (Bullterrier) ist die<strong> polyzystische Nierenerkrankung<\/strong> (PKD). Doch auch die<strong> famili\u00e4re Nephropathie<\/strong> bei Samojeden, Cockapoo und verschiedenen Spaniel-Rassen f\u00fchrt zu chronischen Nierenfunktionsst\u00f6rungen. Zu erh\u00f6hten Leberwerten k\u00f6nnen die <strong>Kupferspeicherkrankheit<\/strong> bei Cobberdog, Dobermann, Labrador Retriever, Labradoodle und Bedlington Terrier, sowie die <strong>Glycogenspeicherkrankheit<\/strong> beim finnischen\/schwedischen Lapphund, beim Lappl\u00e4ndischen Rentierhund und beim Curly Coated Retriever f\u00fchren. Eine vergr\u00f6\u00dferte Milz kann bei verschiedenen Hunderassen (Cobberdog, Basenji, Beagle, Cairn Terrier, Labradoodle, Labrador Retriever, Mops, West Highland White Terrier) urs\u00e4chlich mit einer erblich bedingten <strong>Pyruvatkinase-Defizienz<\/strong> und der ihr folgenden chronischen, regenerativen h\u00e4molytischen An\u00e4mie zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Interessant f\u00fcr die Praxis aus ganz anderen als diagnostischen Gr\u00fcnden k\u00f6nnte die <strong>Neigung zu Adipositas<\/strong> bei Flat Coated Retriever, Labradoodle und Labrador Retriever sein, die durch eine Mutation verursacht ist. Therapeutisch \u00e4ndert das \u00adWissen um diese Erbkrankheit nichts, die Behandlung einer Adipositas bleibt die Kalorienrestriktion. Doch die betroffenen Hundehalter sind h\u00e4ufig eher bereit, eine Krankheit zu behandeln als mit Selbstvorw\u00fcrfen und schlechtem Gewissen konfrontiert zu sein.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Das Wissen um Erbkrankheiten verschiedener Rassetiere und eine durch Gentestung unterst\u00fctzte gezielte Zuchtplanung hat bereits deutliche Verbesserungen bewirkt, so z. B. beim Kampf gegen die PRA bei Golden- und Labrador Retrievern. Doch auch in der t\u00e4glichen Praxis ist es sinnvoll, genetische Defekte und ihre Auswirkungen auf die Hunde- und Katzengesundheit im Blick zu behalten. Bei vielen Symptomen und diagnostischen Frage\u00adstellungen geh\u00f6ren angeborene Erkrankungen auf die Differentialdiagnosenliste. Im Rahmen von Narkose-, OP- und Therapieplanung kann bei mancher Rasse die Kenntnis von Genvarianten das Risiko f\u00fcr Komplikationen minimieren. Die entsprechenden Untersuchungen sind einfach, nicht invasiv und kosteng\u00fcnstig.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Angelika Drensler, Dr. Christoph Beitzinger<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; css=&#187;.vc_custom_1713769814380{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column][vc_row_inner][vc_column_inner css_animation=&#187;none&#187; css=&#187;.vc_custom_1786436675620{margin-bottom: 20px !important;}&#187; offset=&#187;vc_col-xl-inherit vc_col-lg-inherit vc_col-md-12 vc_col-sm-inherit&#187;][vc_column_text]<\/p>\n<blockquote>\n<h4><strong>Unsere Leistungen zum Thema<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>&gt; 400 Tests auf verschiedene Genvarianten<\/li>\n<li>Symptomkomplexpakete<\/li>\n<li>Rassepakete<\/li>\n<li>LABOGenetics XXL (besonders f\u00fcr Mischlinge \u00adgeeignet)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das gesamte Portfolio finden Sie hier: <a href=\"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/leistungen\/genetik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/laboklin.de\/de\/leistungen\/genetik\/<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_column_text]<strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\n<h6><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/de\/tiermedizin-trifft-genetik\/\"><strong><span style=\"color: #999999;\">https:\/\/laboklin.de\/de\/tiermedizin-trifft-genetik\/<\/span><\/strong><\/a><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #999999;\">Drensler A. Tiermedizin trifft Genetik &#8211; auch bei Katzen ein Thema! Genetisch bedingte Erkrankungen der Katze mit orthop\u00e4disch-neurologischenbSymptomen. Katzenmedizin. 2024; 21: 18-20<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #999999;\">Drensler A. Tiermedizin trifft Genetik &#8211; auch bei Katzen ein Thema! Genetisch bedingte h\u00e4matologische St\u00f6rungen. Katzenmedizin. 2025; 22: 18-20<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #999999;\">Drensler A. Tiermedizin trifft Genetik. Narkosezwischenf\u00e4lle oder Von-Willebrand-Erkrankung? Besser vorher wissen, was kommt. HR. 2024;32: 30-32<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #999999;\">Drensler A. Tiermedizin trifft Genetik. Anfallsleiden &#8211; wann hilft uns ein Gentest? HR. 2024;33: 40-43<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #999999;\">Drensler A. Erbkrankheiten \u2013 auch bei Katzen nicht mehr zu \u00fcbersehen. Kleintier konkret. 2025; 28: 31-34.<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; css=&#187;.vc_custom_1761741256523{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1733824634434{background-color: #E7E7E7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fa fa-solid fa-file-pdf&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; css_animation=&#187;none&#187; css=&#187;.vc_custom_1786437136809{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; color=&#187;custom&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2026%2F08%2Fla_august_2026_de_final.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%2008.2026|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1733824644825{background-color: #E7E7E7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1786436998287{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 0px !important;padding-top: 35px !important;padding-bottom: 0px !important;}&#187;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/la_august_2026_de_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Genetische Untersuchungen als diagnostisches Instrument <\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genetische Tests unterst\u00fctzen Diagnostik und Zuchtplanung, erkennen Erbkrankheiten fr\u00fch und f\u00f6rdern die Gesundheit von Hund und Katze.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1627714,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"both","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":301,"_seopress_analysis_target_kw":"Polydipsie Kleins\u00e4uger,Polyurie Kleins\u00e4uger,Harnuntersuchung,Harngewinnung,Harnstatus,Niereninsuffizienz,osmotische Diurese","_seopress_news_disabled":"","_seopress_video_disabled":"","_seopress_video":[],"_seopress_pro_schemas_manual":[],"_seopress_pro_rich_snippets_disable_all":"","_seopress_pro_rich_snippets_disable":[],"_seopress_pro_schemas":[],"footnotes":""},"categories":[249],"tags":[],"class_list":["post-1627728","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-de-ch","category-249","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1627728","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1627728"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1627728\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1627714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1627728"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1627728"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1627728"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}