{"id":1439566,"date":"2023-06-02T08:32:16","date_gmt":"2023-06-02T06:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/laboklin-aktuell-voegel-juni-2023\/"},"modified":"2023-06-07T08:51:16","modified_gmt":"2023-06-07T06:51:16","slug":"laboklin-aktuell-voegel-juni-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/laboklin-aktuell-voegel-juni-2023\/","title":{"rendered":"LABOKLIN Aktuell V\u00f6gel &#8211; Juni 2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row el_class=&#187;a.anchorPos&#187; el_id=&#187;1&#8243; anchor=&#187;1&#8243;][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; el_id=&#187;1&#8243; el_class=&#187;a.anchorPos&#187; css=&#187;.vc_custom_1644492729419{margin-top: -30px !important;}&#187;][vc_column_text el_id=&#187;1&#8243; el_class=&#187;anchorPos&#187;]<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Basel, im Juni 2023<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen<\/p>\n<p><strong>Blutparasiten \u2013 <\/strong>sie spielen auch bei V\u00f6geln eine Rolle. Gerade zu dieser Jahreszeit. Unsere Kollegin Ellen Sch\u00f6ner hat ein paar wichtige Informationen zu <strong>avi\u00e4ren H\u00e4mosporidien <\/strong>f\u00fcr Sie zusammengetragen, viel Spass beim Lesen!<\/p>\n<p><strong>H\u00e4mosporidien <\/strong>sind h\u00e4ufige Blutparasiten bei heimischen Sing- und Raubv\u00f6geln. Die wichtigsten Gattungen dieser Parasiten umfassen <em>Plasmodium <\/em>und <em>Haemoproteus<\/em>, die beide Malariapigment bilden und daher zu den Malariaparasiten z\u00e4hlen, als auch <em>Leucocytozoon<\/em>. Im Unterschied zu Malaria bei Menschen k\u00f6nnen avi\u00e4re Plasmodien jederzeit von Blut- wieder in Gewebe- stadien \u00fcbergehen.<\/p>\n<p>Diese Parasiten sind <strong>weltweit verbreitet <\/strong>und sehr artenreich, es sind gegenw\u00e4rtig bereits weit mehr als 200 Arten beschrieben. Das Wirtsspektrum reicht, je nach Parasitenart, von hochspezifisch (auf eine Vogelart begrenzt) bis generalisiert (verschiedenste Vogelarten, ordnungs\u00fcbergreifend). Bei heimischen Singv\u00f6geln sind zudem Mischinfektionen mit mehreren Arten weit verbreitet.<\/p>\n<p>Im <strong>Entwicklungszyklus <\/strong>des Parasiten stellt der Vogel dabei nur einen Zwischenwirt dar, in dem er sich ungeschlechtlich ver- mehrt, die eigentlichen Endwirte in denen die geschlechtliche Vermehrung des Parasiten abl\u00e4uft, sind verschiedene Insekten der Ordnung Diptera. \u00dcber den Prozess des Blutsaugens wird der Erreger dann vom Insekt auf den Vogel \u00fcbertragen, sodass die Insekten als Vektoren fungieren. Hierbei wird <em>Plasmodium <\/em>vorrangig durch Stechm\u00fccken der Gattung <em>Culex <\/em>\u00fcbertragen, die Vektoren von <em>Haemoproteus <\/em>sind Gnitzen (Cerato- pogonidae) und Lausfliegen (Hippoboscidae) und bei <em>Leucozytozoon <\/em>sind es Kriebelm\u00fccken (Simuliidae).<\/p>\n<p>Der <strong>Verlauf der Erkrankung <\/strong>reicht von hochakut bei empf\u00e4nglichen Vogelarten wie einigen Greifv\u00f6geln bis subklinisch bei toleranteren Arten wie z. B. Amseln. Die Schwere der Erkrankung ist auch abh\u00e4ngig von der Parasitenart sowie einigen wirtsspezifischen Faktoren wie Alter und Immunstatus. Die Symptome sind recht unspezifisch und reichen von vermindertem Allgemeinbefinden, Mattigkeit und Anorexie bis zu Dyspnoe, An\u00e4mie, Hepatomegalie, Splenomegalie und Lungen\u00f6dem. In seltenen F\u00e4llen bef\u00e4llt der Erreger auch das Gehirn der V\u00f6gel, diese cerebrale Malaria kann zu akuten Todesf\u00e4llen f\u00fchren. V\u00f6gel, welche die akute Phase der Infektion \u00fcberleben, k\u00f6nnen \u00fcber Jahre hinweg chronisch infiziert bleiben. Stress oder andere Infektionen k\u00f6nnen dann bei diesen Tieren zum Aufflammen der klinischen Symptome f\u00fchren. Dies tritt bei wildlebenden V\u00f6geln als sogenannter \u201eSpring Relapse\u201c physiologisch im Fr\u00fchjahr auf, da es hier durch ansteigen der Sexualhormone und Stress in der Fortpflanzungsphase zu einer Immunsuppression kommt, die zur vermehrten Freisetzung aus dem Gewebe und Vermehrung des Parasiten im Blut f\u00fchrt. Im Herbst und Winter hingegen ziehen sich die Parasiten als Gewebestadien zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Avi\u00e4re H\u00e4mosporidien, insbesondere die Gattung <em>Plasmodium<\/em>, stellen teilweise eine <strong>grosse Bedrohung <\/strong>f\u00fcr endemische seltene Vogelarten dar, vor allem wenn Parasiten mit einem breiten Wirtsspektrum in neue Gebiete eingeschleppt werden. Das prominenteste Beispiel ist hierbei Hawaii, wo nach Einf\u00fchrung der amerikanischen Hausm\u00fccke <em>Culex quinquefasciatus <\/em>durch den Menschen der Vogelmalariaerreger <em>Plas\u00ad modium relictum <\/em>einen Grossteil der hawaiianischen Singvogelpopulationen ausgel\u00f6scht hat.<\/p>\n<p>In Mitteleuropa kommen avi\u00e4re H\u00e4mosporidien vorwiegend bei Singv\u00f6geln, Greifv\u00f6geln und Eulen vor.<br \/>\nIn Studien waren zum Teil bis zu 100 % der Amseln mit zumeist mehr als einer Parasitenart infiziert und stellen so ein Reservoir f\u00fcr andere Vogelarten dar. In Zoos sind vor allem Pinguine sehr anf\u00e4llig, da sie aus Gebieten stammen, in denen die Vektoren und daher Infektionen mit H\u00e4mosporidien nat\u00fcrlicherweise nicht vorkommen.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/6&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row content_placement=&#187;bottom&#187; css=&#187;.vc_custom_1686033504034{margin-top: 40px !important;}&#187; el_class=&#187;a.anchorPos&#187; anchor=&#187;2&#8243;][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1656410250142{margin-top: 30px !important;}&#187; el_id=&#187;1&#8243;][vc_column_text]Laboklin bietet nun zus\u00e4tzlich zum mikroskopischen Nachweis auch eine <strong>PCR zum Nachweis von avi\u00e4ren H\u00e4mosporidien <\/strong>an, welche die drei Gattungen <em>Plasmodium<\/em>, <em>Leucozytozoon <\/em>und <em>Haemoproteus <\/em>unter- scheiden kann (avi\u00e4re H\u00e4mosporidien-PCR, CHF 83,60 netto Tierarzt).<\/p>\n<p>Die Bearbeitungszeit f\u00fcr den PCR-Test betr\u00e4gt 2 \u2013 4 Werktage.<\/p>\n<p>Als Probenmaterial eignet sich EDTA-Vollblut und zum Nachweis von Gewebestadien vor allem Milz, Leber und Lunge.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/6&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row content_placement=&#187;bottom&#187; css=&#187;.vc_custom_1686033498999{margin-top: 20px !important;}&#187; el_class=&#187;a.anchorPos&#187; anchor=&#187;3&#8243;][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1656410315463{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column_text]Haben Sie fragen? Unsere Tier\u00e4rztinnen und Tier\u00e4rzte stehen Ihnen gern beratend zur Seite.<\/p>\n<p>Beste Gr\u00fcsse aus Ihrem Basler Labor[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/6&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row content_placement=&#187;bottom&#187; css=&#187;.vc_custom_1660310000338{margin-top: 20px !important;}&#187; el_class=&#187;a.anchorPos&#187; anchor=&#187;6&#8243;][vc_column width=&#187;1\/3&#8243; css=&#187;.vc_custom_1656410326972{margin-top: 30px !important;}&#187; el_id=&#187;5&#8243;][vc_column_text]Dr. med. vet. Claudia Wenk<br \/>\nLaborleitung[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243; css=&#187;.vc_custom_1686120431204{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column_text]Dr. med. vet. Maray Willen<br \/>\nLaborleitung[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row margin_top=&#187;40px&#187;][vc_column css=&#187;.vc_custom_1686120399868{margin-bottom: 40px !important;}&#187;][vc_separator color=&#187;custom&#187; align=&#187;align_left&#187; accent_color=&#187;#e51e1e&#187;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blutparasiten \u2013 sie spielen auch bei V\u00f6geln eine Rolle, gerade zu dieser Jahreszeit. 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