{"id":1437883,"date":"2023-02-12T10:57:05","date_gmt":"2023-02-12T09:57:05","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/faqs-zur-chronischen-enteropathie-2\/"},"modified":"2024-04-19T12:27:01","modified_gmt":"2024-04-19T10:27:01","slug":"faqs-zur-chronischen-enteropathie-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/faqs-zur-chronischen-enteropathie-2\/","title":{"rendered":"FAQs zur chronischen Enteropathie"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text]<strong>Die chronische Enteropathie<\/strong> \u2013 ein komplexes Thema, das viele Fragen aufwirft. Die Anzahl der Patienten mit dem Vorstellungsgrund \u201echronische Diarrhoe\u201c scheint zuzunehmen.\u00a0 Zeit, sich mit oft gestellten Fragen zu besch\u00e4ftigen!<\/p>\n<p>Im Rahmen unserer <strong>Expertenrunden<\/strong> l\u00e4dt Laboklin regelm\u00e4\u00dfig Spezialisten ein, spannende Themen zu diskutieren. Wir haben einige interessante Antworten zum Thema chronische Enteropathie zusammengestellt.<\/p>\n<p>Teilnehmer der Expertenrunde waren: Prof. Stefan Unterer, Leiter der Klinik f\u00fcr Kleintiermedizin der Vetsuisse-Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, ist ein bekannter Gastroenterologe. Dr. Silke Salavati-Schmitz lehrt an der Royal Dick School in Edingburgh, UK und ist durch ihre Arbeiten zur Mikrobiota des Darms sowie dem Umgang mit Probiotika bekannt geworden. Als Expertin auf dem Gebiet Di\u00e4tetik konnte PD Dr. Petra K\u00f6lle von der Medizinischen Kleintierklinik der LMU M\u00fcnchen wertvolle Informationen zum Thema Ern\u00e4hrung von Patienten mit chronischen Durchf\u00e4llen liefern. Prof. Wolfgang B\u00e4umer, Pharmakologe der FU Berlin, hat das Thema Therapie aus arzneimittelrechtlicher Sicht beleuchtet. Wichtige Aspekte zur pathohistologischen Untersuchung von Darmbiopsien wurden von PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach (Pathologin und Wissenschaftlerin bei Laboklin) beigetragen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die Frage nach der Begrifflichkeit \u2013 Wie wird momentan chronische Enteropathie definiert? <\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Dr. Silke Salavati-Schmitz antwortet zun\u00e4chst pragmatisch: Eigentlich gar nicht! Es wird vielmehr mit dem \u00dcberbegriff chronische Enteropathie gearbeitet. Dieser wird aktuell fast synonym zu dem Begriff IBD verwendet, der bisher f\u00fcr steroid-responsive Darmerkrankungen reserviert war. Es erfolgt dann eine Unterscheidung in futtermittel-responsiv (die meisten) und steroid-responsiv. Ob die Gruppe der antibiotika-responsiven Enteropathien noch als solche bezeichnet werden sollte ist fraglich. Sie ist erstaunlich klein, wenn nach neueren Gesichtspunkten therapiert wird.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1437883 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Kot eines Hundes mit chronischer Enteropathie &lt;br&gt;Bildquelle: Dr. Jennifer von Luckner\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"858\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-1_Kot-eines-Hundes-mit-chronischer-Enteropathie.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"858\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-1_Kot-eines-Hundes-mit-chronischer-Enteropathie.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1338001\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-1_Kot-eines-Hundes-mit-chronischer-Enteropathie.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-1_Kot-eines-Hundes-mit-chronischer-Enteropathie-300x257.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-1_Kot-eines-Hundes-mit-chronischer-Enteropathie-768x659.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1338001'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Kot eines Hundes mit chronischer Enteropathie <br>Bildquelle: Dr. Jennifer von Luckner\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Nahaufnahme von Giardia spp. &lt;br&gt;Bildquelle: Laboklin\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"858\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-2_Nahaufnahme-von-Giardia-spp.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"858\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-2_Nahaufnahme-von-Giardia-spp.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1338004\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-2_Nahaufnahme-von-Giardia-spp.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-2_Nahaufnahme-von-Giardia-spp-300x257.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Abb.-2_Nahaufnahme-von-Giardia-spp-768x659.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1338004'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Nahaufnahme von Giardia spp. <br>Bildquelle: Laboklin\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#187;.vc_custom_1676288375114{margin-top: 20px !important;}&#187;][vc_column css=&#187;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h2>Diagnostik<\/h2>\n<blockquote><p><strong>Wie h\u00e4ufig kommt es vor, dass Patienten mit chronischer Enteropathie keine Auff\u00e4lligkeiten der Blutparameter zeigen?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist durchaus nicht un\u00fcblich, wei\u00df Dr. Silke Salavati-Schmitz zu berichten. Das Fehlen von Hinweisen auf Entz\u00fcndung (z. B. Leukozytose, erh\u00f6hte CRP-Konzentration) und\/oder Malabsorption (z. B. erniedrigte Serum Fols\u00e4ure- oder Cobalamin Konzentrationen) schlie\u00dft eine Enteropathie nicht aus. Und auch klinisch kann es manchmal gar nicht so einfach sein. Nicht jeder Patient mit einer Erkrankung des Darms hat auch Durchfall. Einige zeigen nur Gewichtsverlust oder nur Vomitus, andere sogar nur Verhaltens\u00e4nderungen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wie wichtig ist die Kotuntersuchung?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Experten sind sich einig, eine parasitologische Kotuntersuchung ist ein Muss. Auch wenn ein Giardien-Befund nicht immer einfach im Sinne der Urs\u00e4chlichkeit f\u00fcr die Durchfallerkrankung zu interpretieren ist. Bakteriologische Untersuchungen auf pathogene Erreger machen nur dann Sinn, wenn pathogene Erreger (wie z. B. Salmonellen) als Ursache vermutet und\/oder ausgeschlossen werden sollen. Grunds\u00e4tzlich sollte nicht ohne spezifische Indikation aufgrund eines mikrobiologischen Keimbefundes im Kot antibiotisch behandelt werden.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wie relevant ist ein positiver Giardien-Befund bei einem Hund mit chronischer Diarrhoe?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Stefan Unterer und Dr. Silke Salavati Schmitz kommen ins Gr\u00fcbeln. Eine genaue Antwort kann aufgrund der mangelnden Datenlage nicht gegeben werden. Vermutlich siedeln sich in manchen F\u00e4llen die Giardien bei einem kranken Darm sekund\u00e4r an, oder sind ein Zufallsbefund. Vielleicht sind sie auch nur Kommensalen. Da aktuell keine M\u00f6glichkeit besteht, zu unterscheiden, ob die Giardien f\u00fcr die Symptomatik verantwortlich sind oder nicht, wird routinem\u00e4\u00dfig mit Fenbendazol behandelt und eine Hygienekonzept empfohlen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Sind Endoskopie und Biopsieentnahme immer notwendig?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Stefan Unterer stimmt mit Dr. Silke Salavati-Schmitz \u00fcberein: F\u00fcr die Katze eher, da die Unterscheidung Entz\u00fcndung vs. Niedrig malignes Lymphom nur anhand der pathohistologischen Untersuchung von Darmbiopsien erfolgen kann. Beim Hund steht dieses Thema nicht so sehr im Vordergrund, da meist eine Infiltration mit Lymphozyten und Plasmazellen gefunden werden und Neoplasien des Darmes selten sind. Jedoch kann bei Therapieversagen eine entsprechende Diagnostik Differentialdiagnosen wie ulzerative Kolitis, Prothothekose und eosinophile Enteropathie, die ein anderes oder aggressiveres therapeutisches Vorgehen ben\u00f6tigen, abkl\u00e4ren. Bei unklaren F\u00e4llen sollte vor dem Start einer langfristigen Steroidtherapie eine Entnahme von Darmbiopsien erwogen werden. Beide Experten heben hervor, dass im Rahmen einer Endoskopie immer Biopsien genommen werden sollten. Das makroskopische Erscheinungsbild des Darms ist nie pathognomonisch f\u00fcr eine bestimmte Erkrankung. Auch schlie\u00dft ein unauff\u00e4lliges Aussehen der Darmmukosa eine Pathologie nicht aus.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Reichen endoskopisch entnommene Biopsien oder sollten es lieber chirurgisch durchgef\u00fchrte Vollschichtbiopsien sein?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach gibt zu bedenken, dass einige Kriterien der IBD, wie die Zottenatrophie, anhand von oberfl\u00e4chlichen D\u00fcnndarmbiopsien nicht gut beurteilbar sind. Auch bei der Protein-Verlust-Enteropathie ist ihr f\u00fcr eine vollst\u00e4ndige Beurteilung eine Vollschichtbiopsie lieber soweit dies klinisch vertretbar ist (Stichwort Wundheilungsst\u00f6rungen bei Proteinmangel). Die Lymphomdiagnostik ist in der Regel anhand von endoskopischen Biopsien m\u00f6glich, vorausgesetzt, es wurde der betroffene Darmabschnitte erreicht und beprobt.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wie sieht es mit einer Vorbehandlung mit Immunsuppressiva vor Biopsieentnahme aus?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Dr. Silke Salavati-Schmitz bef\u00fcrchtet, dass dies Entz\u00fcndungsreaktionen reduzieren und die Differenzierung zum Lymphom erschweren kann, und r\u00e4t zu einem mindestens zweiw\u00f6chigen Abstand der Probennahme zur Medikation soweit m\u00f6glich. PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach wirft ein, dass aus Sicht des Pathologen bei ausgedehntem Lymphom die Chance durchaus gegeben ist, es trotzdem zu diagnostizieren. Allerdings sollte bei Planung von Vollschichtbiopsien daran gedacht werden, dass Glukokortikoide das Risiko von Nahtdehiszenzen am Darm erh\u00f6hen k\u00f6nnen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die Serum-Cobalamin Konzentration wird zur Beurteilung von Malabsorption herangezogen und die Substitution ist Teil einer die Darmgesundheit wiederherstellenden Therapie. Aber welche Bedeutung hat eine reduzierte Serum-Fols\u00e4ure-Konzentration?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Stefan Unterer best\u00e4tigt, dass niedrige Serum-Fols\u00e4ure-Konzentrationen ebenfalls eine Resorptionsst\u00f6rung des Darmes anzeigen. Eine prognostische Relevanz konnte bisher nicht nachgewiesen werden und es ist unklar, inwieweit eine Folat-Substitution bei Hunden mit chronischer Enteropathie notwendig ist. Empfohlen wird sie dennoch.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Welche Aussagekraft\/Bedeutung hat der Biomarker Calprotectin?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Calprotectin zeigt Entz\u00fcndungsvorg\u00e4nge an und ist in F\u00e4zes von Hunden mit chronischer Enteropathie erh\u00f6ht. Die H\u00f6he der Calprotectin-Konzentration im Kot korreliert mit dem Schweregrad der Enteropathie. Zudem wurden in einer Studie h\u00f6here Konzentrationen bei Hunden mit steroid-responsiver Enteritis (im Gegensatz zu solchen, die keine Steroide ben\u00f6tigt haben) gefunden, was potentiell die Therapieentscheidung leiten kann. Dr. Silke Salavati-Schmitz gibt jedoch zu bedenken, dass die Mengen an Calprotectin im Kot von Kleintieren mit chronischen Darmerkrankungen oft nicht so stark erh\u00f6ht sind wie z. B. bei Menschen mit Morbus Crohn (dort wird Calprotectin als Marker einer Verbesserung oder Remission verwendet), so dass viele Werte in den \u201eGraubereich\u201c fallen. Der Grund daf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass Calprotectin vornehmlich aus neutrophilen Granulozyten stammt, w\u00e4hrend beim Hund h\u00e4ufig eine lymphoplasmazellul\u00e4re, eosinophile oder \u201egemischte\u201c Entz\u00fcndung vorliegt.<\/p>\n<h2>Thema Mikrobiom<\/h2>\n<blockquote><p><strong>Die Dysbiose-Analyse erfolgt anhand von Markerkeimen, die einen Eindruck \u00fcber die funktionellen Gruppen im Darm vermitteln, deren Balance wichtig f\u00fcr ein gesundes Darmmilieu ist. Aus der Konzentration der verschiedenen Markerkeime wird ein Score errechnet. Welches sind diese Markerkeime?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Typische Markerkeime sind z. B. <em>Clostridium hiranonis<\/em> oder <em>Faecalibacterium prausnitzii<\/em>. Ersterer konvertiert prim\u00e4re zu sekund\u00e4ren Gallens\u00e4uren, zweiterer produziert kurzkettige Fetts\u00e4uren. Solche Stoffe \u00fcbernehmen wichtige Funktionen im Darm, wie Bereitstellung von Energie f\u00fcr Darmepithelien, Reduktion von Entz\u00fcndungsreaktionen oder F\u00f6rderung der Reparatur von Darmschleimhaut. Ein Score oder Index wird aus 6 \u2013 9 unterschiedlichen Markerkeimen nach einem Algorithmus \u201eerrechnet\u201c.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wie oft ist der Score\/sind die Markerkeime bei chronischer Enteropathie ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Bei den meisten Hunden mit einer chronischen Enteropathie liegt erfahrungsgem\u00e4\u00df eine Dysbiose vor. Allerdings weist Dr. Silke Salavati-Schmitz darauf hin, dass eine Dysbiose auch bei vielen anderen akuten und chronischen Erkrankungen in- und au\u00dferhalb des MDT vorliegen kann. Es ist deshalb kein wirklich guter diagnostischer Marker f\u00fcr das Vorliegen einer chronischen Enteropathie, liefert aber Hinweise auf eine Ver\u00e4nderung der Mikrobiota, was therapeutisch wertvoll sein kann.<\/p>\n<h2>Therapie<\/h2>\n<blockquote><p><strong>Wie sieht es mit einem therapeutischen Standardplan, der f\u00fcr alle Patienten mit chronischer Enteropathie \u00fcbernommen werden kann, aus?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Das Schema ist sicherlich immer \u00e4hnlich. Start mit Di\u00e4t \u2013 meist in Kombination mit Pr\u00e4- und Probiotika, dann Einsatz von Immunsuppressiva. Dabei kann, wei\u00df PD Dr. Petra K\u00f6lle zu berichten, die Ansprache auf Di\u00e4t und Pro-\/Pr\u00e4biotika extrem individuell sein. Es ist ihr ein gro\u00dfes Anliegen, dass Patienten nicht direkt als Therapieversager klassifiziert werden, wenn der erste di\u00e4tetische Versuch nicht erfolgreich ist. Oft sind mehrere Ans\u00e4tze n\u00f6tig. Im Zweifelsfall sollte unbedingt eine selbst zubereitete Di\u00e4t probiert werden. In der Futtermittelberatung kann immer mal wieder das Ph\u00e4nomen beobachtet werden, dass eine selbst gekochte Di\u00e4t wie z. B. Pferd + Kartoffel vertragen wird, eine Pferd-Kartoffel-Dose jedoch nicht.<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u00dcber welchen Zeitraum soll die diagnostische Ausschlussdi\u00e4t erfolgen?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>PD Dr. Petra K\u00f6lle best\u00e4tigt, dass anders als in der Dermatologie, in der Gastroenterologie in der Regel 3 Wochen reichen, bis abzusch\u00e4tzen ist, ob eine Verbesserung durch die Futterumstellung eintritt oder nicht.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wann darf zur\u00fcck zur regul\u00e4ren Di\u00e4t gewechselt werden?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Ist es zur Verbesserung der Symptome nach Wechsel der Di\u00e4t gekommen, sollte diese \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum exklusiv gef\u00fcttert werden. Dieser Zeitraum betr\u00e4gt vermutlich mindestens 3 Monate. Allerdings konnte eine Studie zeigen, dass die meisten Hunde, die nach einer bestimmten Zeit wieder auf ihre urspr\u00fcngliche oder eine andere \u201enormale\u201c Di\u00e4t umgestellt wurden, innerhalb des n\u00e4chsten Jahres ein Rezidiv erfahren haben.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Thema Probiotika. Welche Produkte bevorzugen die Experten?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Dr. Silke Salavati-Schmitz h\u00e4lt Enterococcus faecium, enthalten in vielen tiermedizinisch zugelassenen Pr\u00e4paraten bei akuten Problemen, wie z. B. Stress-induzierte Kolitis sowie als adjuvante Therapie bei Infektionserkrankungen (z. B. Tritrichomonas foetus bei der Katze) f\u00fcr eine gute Wahl. Bei chronischen Erkrankungen werden hingegen meist Probiotikamischungen eingesetzt. Die robusteste Datenlage liegt aktuell f\u00fcr VSL#3 (Vivomixx\u00ae in Europa,Visbiome\u00ae in USA) vor.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Was ist von Futtermitteln mit Probiotika-Zusatz zu halten?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die, in ausreichenden Mengen oral aufgenommen, einen gesundheitsf\u00f6rdernden Einfluss haben k\u00f6nnen, Prof. Wolfgang B\u00e4umer weist darauf hin, dass zur Einmischung in Futtermittel nur <em>Enterococcus faecium<\/em> zugelassen ist. Ob der Zusatz dieses einen Keimes ausreicht und ob er in ausreichender Konzentration sowie nicht zuletzt auch noch lebensf\u00e4hig im Futtermittel vorliegt, ist schwer zu beurteilen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wann sollten\/d\u00fcrfen Antibiotika eingesetzt werden?<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Unterer und Dr. Salavati-Schmitz sind sich einig, dass der Einsatz von Antibiotika heutzutage an letzter Stelle steht, und auch nur dann erfolgen sollte, wenn dies unbedingt notwendig erscheint. Dies ist der Fall, wenn eine bakterielle Infiltration besteht bzw. der Patient mit einer Magendarmerkrankung Anzeichen einer systemischen Entz\u00fcndungsreaktion zeigt. Antibiotika sollten definitiv nicht mehr als Dauertherapeutikum genutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Jennifer von Luckner<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; css=&#187;.vc_custom_1713521486179{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Jergens AE, Heilmann RM. Canine chronic enteropathy &#8211; Current state-of-the-art and emerging concepts. Front Vet Sci. 2022 Sep 21;9:923013.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Ewald N, R\u00f6dler F, Heilmann RM. Chronische Enteropathien bei der Katze \u2013 diagnostische und therapeutische Aspekte. Tierarztl Prax Ausg K Kleintiere Heimtiere 2021; 49(05): 363-376.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; gap=&#187;10&#8243;][vc_column_inner width=&#187;1\/4&#8243; css=&#187;.vc_custom_1713521566479{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1713521589693{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F02%2FLA_Februar_2023_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20FEBRUAR%202023|target:_blank&#187;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#187;3\/4&#8243; css=&#187;.vc_custom_1713521577277{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1713521602216{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#187;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/LA_Februar_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>FAQs zur chronischen Enteropathie<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die chronische Enteropathie \u2013 ein komplexes Thema, das viele Fragen aufwirft.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1338007,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Die chronische Enteropathie \u2013 ein komplexes Thema, das viele Fragen aufwirft.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[492],"tags":[],"class_list":["post-1437883","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2023-de-ch","category-492","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1437883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1437883"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1437883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1471001,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1437883\/revisions\/1471001"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1338007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1437883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1437883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1437883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}