{"id":1429545,"date":"2023-03-20T16:47:36","date_gmt":"2023-03-20T15:47:36","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/infektionskrankheiten-beim-vogel-teil-1\/"},"modified":"2024-12-10T13:00:08","modified_gmt":"2024-12-10T12:00:08","slug":"infektionskrankheiten-beim-vogel-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/infektionskrankheiten-beim-vogel-teil-1\/","title":{"rendered":"Infektionskrankheiten beim Vogel \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h4>PCR Check-up beim Zukauf neuer Papageien<\/h4>\n<p>Papageien, zu denen auch die beliebten Wellen- und Nymphensittiche geh\u00f6ren, sind h\u00e4ufig gehaltene Heimtiere. Bei einer Marktforschungsanalyse des deutschen Industrieverbands Heimtierbedarf gab es im Jahr 2021 3,1 Millionen V\u00f6gel in 3 % der deutschen Haushalte. Gem\u00e4\u00df den Empfehlungen der Sachverst\u00e4ndigengruppe \u00fcber die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien werden diese V\u00f6gel auch zumeist nicht einzeln, sondern paarweise oder in kleinen Gruppen gehalten.<\/p>\n<p>Bei der Neuanschaffung, beziehungsweise dem Zukauf eines Papageien, besteht das Risiko, dass der Vogel an einer chronischen \u00adErkrankung leidet und Infektionserreger in den Bestand eingeschleppt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr Papageien und Sittiche bietet Laboklin verschiedene Profile an, welche die am h\u00e4ufigsten auftretenden Infektionserreger abdecken und wahlweise eine genetische Geschlechtsbestimmung mit einschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Psittacine Bornaviren<\/strong> sind Ausl\u00f6ser der PDD (Proventricular Dilatation Disease bzw. Neuropathische Dr\u00fcsenmagendilatation) bei Papageien. Die Erkrankung wurde 2008 zum ersten Mal beschrieben. Bei Papageien in Heimtier\u00adhaltung werden vor allem das psittacine Borna\u00advirus 2 (PaBV-2) und PaBV-4 nachgewiesen, wobei PaBV-4 am h\u00e4ufigsten vorkommt. Auch Mischinfektionen sind m\u00f6glich. Sowohl PaBV-2 als auch PaBV-4 l\u00f6sen die typischen chronischen neurologischen und intestinalen Symptome aus. Bei anderen verwandten Viren sind die Krankheitsbilder teilweise noch nicht oder nur \u00adunvollst\u00e4ndig beschrieben. Typische \u00ad<strong>Symptome<\/strong> der PDD sind die namensgebende Vormagendilatation, verz\u00f6gerte Passage des Darminhaltes, Ausscheidung unverdauter \u00adK\u00f6rner und Durchfall. Dies kann zu Verdauungsst\u00f6rungen und Abmagerung bis hin zur Kachexie f\u00fchren. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen neurologische Ausfallerscheinungen auftreten, wie Ataxien und Koordinationsst\u00f6rungen, epileptische Anf\u00e4lle, Tremor und Lahmheiten. Psittacine Bornaviren stehen auch im Verdacht, sowohl Retinitis und Blindheit als auch Verhaltensst\u00f6rungen wie Federrupfen und Selbstverst\u00fcmmelung auszul\u00f6sen, dieser Zusammenhang konnte aber noch nicht in Studien best\u00e4tigt werden. Der <strong>Verlauf<\/strong> der Erkrankung ist sehr variabel und kann von \u00adperakut bis chronisch reichen. In den meisten F\u00e4llen liegt ein langsam fortschreitender chronischer Verlauf vor, eine Heilung ist sehr selten, aber nicht ausgeschlossen. Es sind auch symptomlose Virustr\u00e4ger beschrieben, die lebenslang das Virus ausscheiden, ohne selbst zu erkranken. Die <strong>Inkubationszeit<\/strong> ist variabel, abh\u00e4ngig von Virusstamm und Papageienart, und reichte in Studien von 3 Wochen (bei einer Studie mit Nymphensittichen) bis zu 9 Monaten. Die<strong> \u00dcbertragung<\/strong> erfolgt wahrscheinlich subkutan (z. B. \u00fcber Krallen- und Bisswunden und sonstige Hautverletzungen), im Tierversuch ist es bisher nicht gelungen, die Viren oral zu \u00fcbertragen. Der sicherste <strong>Nachweis<\/strong> einer PaBV-Infektion wird durch eine Kombination aus Antik\u00f6rper- und Erregernachweis gew\u00e4hrleistet. Bei Laboklin bieten wir einen \u00fcbergreifenden PCR-Test f\u00fcr psittacine Bornaviren an, der PaBV-2, PaBV-3, PaBV-4 und PaBV-7 detektieren kann. Bei einigen V\u00f6geln gelingt nur der direkte Nachweis von Virus-RNA, bei anderen werden nur Antik\u00f6rper nachgewiesen, w\u00e4hrend wieder andere in beiden Tests positiv reagieren. Bei vielen V\u00f6geln ist jedoch die Serologie positiv, der PCR-Test hingegen negativ, was dadurch erkl\u00e4rt werden kann, dass die Viren nur intermittierend ausgeschieden werden und \u00fcber gewisse Zeitperioden nicht direkt nachweisbar sind. Als <strong>Probenmaterial<\/strong> eignen sich Kloakenabstriche (f\u00fcr PCR immer trockene Abstriche ohne Medium), Kot, Federn, Gewebe (Intestinaltrakt und Nervengewebe), w\u00e4hrend einer Vir\u00e4mie\/akuten Erkrankung kann auch EDTA-Vollblut eingeschickt werden. Heparin hingegen inhibiert die PCR und kann zu falsch negativen Ergebnissen f\u00fchren.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1429545 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell V\u00f6gel | &lt;i&gt;Bildquelle: envatoelements&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"600\" data-large_image_height=\"408\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Titelbild_Infektionskrankheiten_Papagie.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"408\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Titelbild_Infektionskrankheiten_Papagie.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Papagei\" aria-describedby=\"gallery-1-1429065\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Titelbild_Infektionskrankheiten_Papagie.jpg 600w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Titelbild_Infektionskrankheiten_Papagie-300x204.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429065'>\n\t\t\t\t\t<i>Bildquelle: envatoelements<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell V\u00f6gel | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Nichteitrige Ganglioneuritis im Gastrointestinaltrakt bei einer PaBV-Infektion&lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"901\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Nichteitrige-Ganglioneuritis-im-Gastrointestinaltrakt-bei-einer-PaBV-Infektion.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Nichteitrige-Ganglioneuritis-im-Gastrointestinaltrakt-bei-einer-PaBV-Infektion-1024x769.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Nichteitrige Ganglioneuritis im Gastrointestinaltrakt bei einer PaBV-Infektion\" aria-describedby=\"gallery-1-1429132\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Nichteitrige-Ganglioneuritis-im-Gastrointestinaltrakt-bei-einer-PaBV-Infektion-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Nichteitrige-Ganglioneuritis-im-Gastrointestinaltrakt-bei-einer-PaBV-Infektion-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Nichteitrige-Ganglioneuritis-im-Gastrointestinaltrakt-bei-einer-PaBV-Infektion-768x577.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Nichteitrige-Ganglioneuritis-im-Gastrointestinaltrakt-bei-einer-PaBV-Infektion.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429132'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Nichteitrige Ganglioneuritis im Gastrointestinaltrakt bei einer PaBV-Infektion<br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell V\u00f6gel | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Regenbogenlori mit Psittacine Beak and Feather Disease  (PBFD)&lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Ellen Sch\u00f6ner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"901\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Regenbogenlori-mit-Psittacine-Beak-and-Feather-Disease-.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Regenbogenlori-mit-Psittacine-Beak-and-Feather-Disease--1024x769.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Regenbogenlori mit Psittacine Beak and Feather Disease  (PBFD)\" aria-describedby=\"gallery-1-1429149\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Regenbogenlori-mit-Psittacine-Beak-and-Feather-Disease--1024x769.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Regenbogenlori-mit-Psittacine-Beak-and-Feather-Disease--300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Regenbogenlori-mit-Psittacine-Beak-and-Feather-Disease--768x577.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Regenbogenlori-mit-Psittacine-Beak-and-Feather-Disease-.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429149'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Regenbogenlori mit Psittacine Beak and Feather Disease  (PBFD)<br><i>Bildquelle: Ellen Sch\u00f6ner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell V\u00f6gel | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Einschlu\u00dfk\u00f6rperchen (rote Pfeile) im Pankreas bei einem mit Pacheco-Virus infiziertem Papagei &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"901\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Einschlusskoerperchen-im-Pankreas-bei-einem-mit-Pacheco-Virus-infiziertem-Papagei.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Einschlusskoerperchen-im-Pankreas-bei-einem-mit-Pacheco-Virus-infiziertem-Papagei-1024x769.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Einschlu\u00dfk\u00f6rperchen (rote Pfeile) im Pankreas bei einem mit Pacheco-Virus infiziertem Papagei\" aria-describedby=\"gallery-1-1429115\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Einschlusskoerperchen-im-Pankreas-bei-einem-mit-Pacheco-Virus-infiziertem-Papagei-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Einschlusskoerperchen-im-Pankreas-bei-einem-mit-Pacheco-Virus-infiziertem-Papagei-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Einschlusskoerperchen-im-Pankreas-bei-einem-mit-Pacheco-Virus-infiziertem-Papagei-768x577.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Einschlusskoerperchen-im-Pankreas-bei-einem-mit-Pacheco-Virus-infiziertem-Papagei.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1429115'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Einschlu\u00dfk\u00f6rperchen (rote Pfeile) im Pankreas bei einem mit Pacheco-Virus infiziertem Papagei <br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; css=&#187;.vc_custom_1657177034207{margin-top: 20px !important;}&#187;][vc_column][vc_column_text]<strong>Circoviren,<\/strong> welche die <strong>Psittacine Beak and Feather Disease (PBFD)<\/strong> ausl\u00f6sen, sind weltweit verbreitet und infizieren zahlreiche \u00adSpezies wie Aras, Agaporniden, Graupapageien, \u00adAmazonen und Sittiche. Die <strong>Symptome<\/strong> und die Prognose sind abh\u00e4ngig vom Alter, Immunstatus und der Vogelart. Nestlinge versterben meist perakut, w\u00e4hrend es bei Jungv\u00f6geln zu einem akuten Verlauf kommt. Beim Wellensittich sind haupts\u00e4chlich Jungv\u00f6gel in der Mauser betroffen. Die Befiederungsst\u00f6rungen k\u00f6nnen dann zum Teil auch nach der n\u00e4chsten \u00adMauser wieder verschwinden. Adulte V\u00f6gel \u00adzeigen oft keine Symptome, bleiben aber h\u00e4ufig infiziert und k\u00f6nnen das Virus auch ausscheiden. \u00adKlinisch zeigen akut erkrankte Tiere Lethargie, Fressunlust sowie Erbrechen und\/oder Durchfall, Todesf\u00e4lle innerhalb von 1 \u2013 2 Wochen sind m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Bei chronischen Verl\u00e4ufen kommt es zu Ver\u00e4nderungen der sich heranbildenden Federn. Diese sind oft von schlechter Qualit\u00e4t, fallen symmetrisch aus oder sie bleiben im Schaft stecken und brechen dann ab. Bei l\u00e4nger andauernder Erkrankung kommt es auch zu Ver\u00e4nderungen im Schnabel- und Krallenhorn, die V\u00f6gel fallen dann durch br\u00fcchige, schwarze und gl\u00e4nzende Schn\u00e4bel auf. Durch eine Schw\u00e4chung des Immunsystems kommt es bei chronischen Verl\u00e4ufen auch oft zu Sekund\u00e4rinfektionen (z.\u00a0B. Aspergillose). Die <strong>\u00dcbertragung<\/strong> des Virus erfolgt haupts\u00e4chlich horizontal. PBFD-Viren sind bis zu 18 Monate in der Umwelt stabil und werden haupts\u00e4chlich \u00fcber Federstaub \u00fcbertragen. Das Virus wird aber auch mit dem Kot ausgeschieden, vor allem bei Durchfall. Nestlinge k\u00f6nnen durch die Kropff\u00fctterung der Alttiere sehr fr\u00fchzeitig infiziert werden. Auch eine \u00advertikale \u00dcbertragung ist m\u00f6glich. Als <strong>Probenmaterial<\/strong> f\u00fcr den PCR-Test eignen sich sowohl frisch ausgezupfte Federkiele als auch EDTA-Vollblut (bei akut erkrankten V\u00f6geln). Die Erkrankung ist nicht heilbar, es ist nur eine unterst\u00fctzende Therapie, vor allem bei Sekund\u00e4rinfektionen, m\u00f6glich.<\/p>\n<p><strong>Avi\u00e4re Polyomaviren (APV),<\/strong> wie das <strong>Budgerigar Fledgling Disease Virus (BFDV),<\/strong> sind hochansteckende Erreger und Ausl\u00f6ser einer Erkrankung, die als Franz\u00f6sische Mauser, Rennerkrankheit oder Nestlingskrankheit der Wellensittiche bezeichnet wird. Neben Wellensittichen sind auch viele andere Papageienarten f\u00fcr das Virus empf\u00e4nglich, wobei sich die Erkrankung meist auf Nestlinge beschr\u00e4nkt. Das Virus repliziert sich in den Zellen der wachsenden Federn, der Haut, der Leber, der Milz, dem tubul\u00e4rem Nierenepithelium, dem Herz und dem Kleinhirn. Falls <strong>Symptome<\/strong> auftreten, erscheinen diese 10 \u2013 14 Tage nach der Infektion. Aufgrund einer generalisierter H\u00e4morrhagie, moderat bis massiver hepatischer Nekrose und Glomerulopathie, ausgel\u00f6st durch Immunkomplexe, verlaufen die Infektionen bei Nestlingen meist t\u00f6dlich. Bei adulten V\u00f6geln werden Septik\u00e4mie und Hepatitis beobachtet. Beim chronischen Verlauf kommt es zu Federfehlbildung und Flugunf\u00e4higkeit, wodurch die sogenannten \u201eHopser\u201c oder \u201eRenner\u201c entstehen. Adulte V\u00f6gel k\u00f6nnen sich infizieren, erkranken aber in der Regel nicht und k\u00f6nnen als symptomlose Tr\u00e4ger das Virus ausscheiden und zum Teil nach einigen Wochen wieder aus dem K\u00f6rper eliminieren. Erkrankte V\u00f6gel k\u00f6nnen das Virus \u00fcber mehrere Wochen bis Monate ausscheiden. Der Wellensittich gilt dabei als Reservoir, da er das Virus bis zu 6 Monate ausscheidet, wobei die St\u00e4rke der Virenausscheidung mit der Zeit abnimmt. Die <strong>\u00dcbertragung<\/strong> erfolgt \u00fcber die Einatmung virushaltiger Partikel aus Federstaub und Kot. Als <strong>Probenmaterial<\/strong> eignen sich \u00adEDTA-Vollblut (zu Beginn der Infektion), Kloakenabstrich (w\u00e4hrend der Infektion, bis zum Ende) und frisch ausgezupfte Federkiele (bei einer chronischen Erkrankung).<br \/>\n<strong>Psittacines Herpesvirus 1 (PsHV 1),<\/strong> \u00adwelches die <strong>Pacheco\u00b4sche Krankheit<\/strong> ausl\u00f6st, ist eine bedeutende Erkrankung bei Papageien, die sowohl einzelne Tiere als auch ganze \u00adBest\u00e4nde mit hunderten von V\u00f6geln betreffen kann. Der klinische Verlauf ist abh\u00e4ngig vom Geno- bzw. Serotyp und der betroffenen Papageienart. Bei Wellen- und Nymphensittichen werden milde bis subklinische Verl\u00e4ufe mit Virusausscheidung beschrieben. Bei Gro\u00dfpapageien wie Aras, Amazonen, Kakadus oder Graupapageien endet eine Infektion h\u00e4ufig mit dem Tod. Treten <strong>Symp\u00adtome<\/strong> auf, so sind diese meist unspezifisch und bestehen aus Anorexie, Apathie und schlecht entwickeltem Gefieder. Ver\u00e4nderter Kot und vermehrte Harns\u00e4ureausscheidung k\u00f6nnen ebenfalls auftreten. Gelegentlich \u00adwerden auch ZNS-Symptome beobachtet. Die Erkrankung kommt insbesondere in Stress\u00adsituationen zum Ausbruch, z. B. Fang und Quarant\u00e4ne bei Importv\u00f6geln, Besitzerwechsel, \u00adKlinikaufenthalt, Brutbeginn und dem Eintritt der Geschlechtsreife. Neben dem PsHV 1 gibt es bei Papageien und Kakadus auch noch \u00adandere Herpesviren, die Papillome in Rachen und Kloake hervorrufen. Die von Laboklin angebotene Herpesvirus-PCR kann diese aber ebenso detektieren wie das Pachecovirus. Tr\u00e4gertiere scheiden das Virus \u00fcber die Schleimh\u00e4ute im Kopf- und Kloakenbereich aus, w\u00e4hrend einer Vir\u00e4mie kann das Virus auch im Blut nachgewiesen werden. Geeignete<strong> Probenmaterialien<\/strong> sind, je nach Krankheitsstadium und Ausscheidung, EDTA-Vollblut, trockener Kloakenabstrich und Federn. Laboklin bietet auch eine serologische Untersuchung aus Heparin-Plasma oder Serum auf das Pachecovirus in einem Partnerlabor an.<\/p>\n<p><strong>Chlamydien,<\/strong> inklusive <strong><em>Chlamydia psittaci<\/em> (Ornithose\/Psittakose),<\/strong> sind intrazellul\u00e4re bakterielle Erreger und verursachen sowohl respiratorische (mit und ohne Konjunktivitis) als auch gastrointestinale Symptome. Als<strong> Leitsymptom<\/strong> von gastrointestinalen St\u00f6rungen zeigt sich ein giftgr\u00fcner Kot, es kommt zu Regurgitation und Erbrechen, auch ein perakutes Versterben ist m\u00f6glich. Chlamydien werden durch Partikel in der Luft \u00fcbertragen, diese k\u00f6nnen aus dem Kot, Federstaub oder Schleim aus dem Atmungstrakt stammen. Bei einem Ausbruch ist auf \u00adstrikte Hygiene zu achten, ein Austausch von z. B. Sch\u00fcsseln zwischen K\u00e4figen und Volieren sollte vermieden werden. Die Psittakose ist eine<strong> Zoonose<\/strong> und kann problemlos vom Vogel auf den Menschen und auch auf andere Haustiere \u00fcbertragen werden. Immungeschw\u00e4chte Menschen und Schwangere sollten daher den Kontakt mit infizierten V\u00f6geln vermeiden. Neben dem perakuten Krankheitsgeschehen gibt es aber auch chronisch erkrankte Tiere und symptomlose Tr\u00e4ger, bei denen die Krankheit pl\u00f6tzlich (vor allem nach einem Stressgeschehen) auftreten kann. Diese symptomlosen Tr\u00e4ger k\u00f6nnen in Zuchtanlagen zu Durchseuchungsraten von 10 \u2013 40 % f\u00fchren und so den Erreger unbemerkt verbreiten. Chlamydien werden meistens nur intermittierend ausgeschieden, daher wird f\u00fcr einen sicheren<strong> Nachweis<\/strong> bei V\u00f6geln empfohlen, mehrere Proben (Kot und\/oder Kloakentupfer) im Abstand von mehreren Tagen zu nehmen (diese k\u00f6nnen bei Laboklin auch gepoolt werden). Auch eine Wiederholungsuntersuchung nach mehreren Wochen, bzw. bei einem Auftreten von Symptomen wird empfohlen. Eine serologische Untersuchung auf Chlamydien aus Heparin-Plasma oder Serum ist m\u00f6glich. Die damit nachgewiesenen Antik\u00f6rper weisen auf einen vorherigen Kontakt des Tieres mit dem Erreger hin. Da es sich um einen intrazellul\u00e4ren Erreger handelt, ist eine kulturelle Anzucht in Zusammenhang mit einem Antibiogramm leider nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Ellen Sch\u00f6ner<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; css=&#187;.vc_custom_1657177034207{margin-top: 20px !important;}&#187;][vc_column][vc_column_text]<\/p>\n<h5><\/h5>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<ol>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Harrison GJ, Lightfoot TL. Clinical Avian Medicine (Vol. I+II). Palm Beach, Florida: Sphinx Publishing Inc.; 2006<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Ritchie BW, Harrison GJ, Harrison LR. Avian Medicine: Principles and Application. Lake Worth, Florida: Wingers Publishing Inc.; 1994<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Rubbenstroth D. Avian Bornavirus Research-A Comprehensive Review. Viruses. 2022 Jul 11;14(7):1513. doi: 10.3390\/v14071513.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; css=&#187;.vc_custom_1733831605897{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/5&#8243; css=&#187;.vc_custom_1733831616679{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1733831623907{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLa_Vogel_Maerz_2023_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;4\/5&#8243; css=&#187;.vc_custom_1733831632028{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1733831641574{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/La_Vogel_Maerz_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Infektionskrankheiten beim Vogel \u2013 Teil 1<br \/>\nPCR Check-up beim Zukauf neuer Papageien<br \/>\n<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Papageien, zu denen auch die beliebten Wellen- und Nymphensittiche geh\u00f6ren, sind h\u00e4ufig gehaltene Heimtiere.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1429065,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"475","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[477],"tags":[],"class_list":["post-1429545","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-voegel-reptilien-de-ch","category-477","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1429545","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1429545"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1429545\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1497608,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1429545\/revisions\/1497608"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1429065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1429545"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1429545"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1429545"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}