{"id":1427834,"date":"2011-03-18T09:09:12","date_gmt":"2011-03-18T08:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/endokrinopathien-beim-pferd\/"},"modified":"2024-10-21T12:30:17","modified_gmt":"2024-10-21T10:30:17","slug":"endokrinopathien-beim-pferd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/endokrinopathien-beim-pferd\/","title":{"rendered":"Endokrinopathien beim Pferd"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der equine Cushing ist ja schon l\u00e4ngere Zeit Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Bem\u00fchungen, die sich vor allem auf die \u00e4tiologische Abkl\u00e4rung dieser schon immer existierenden Erkrankung konzentrierten. Diesen Bem\u00fchungen ist es auch zu verdanken, dass heute eine \u00e4tiologische Therapie zur Verf\u00fcgung steht, die den meist betroffenen Pferde-Oldies noch ein weitgehend beschwerdefreies Leben erm\u00f6glicht. Einige Jahre sp\u00e4ter machte dann das Equine Metabolische Syndrom\/EMS die Runde, eine Stoffwechselst\u00f6rung, die ebenfalls wieder viel Forschungsbedarf aufwarf. Um die bestehende Verwirrung zu vergr\u00f6\u00dfern, k\u00f6nnen beide Erkrankungen mit Hufrehe vergesellschaftet auftreten. Au\u00dferdem k\u00f6nnen viele Cushing Patienten zus\u00e4tzlich eine Insulinresistenz aufweisen. Unser neues LABOKLIN aktuell soll Ihnen helfen, beide Krankheitsbilder voneinander trennen zu k\u00f6nnen und den optimalen diagnostischen Ansatz zu w\u00e4hlen. Dieser ist Voraussetzung f\u00fcr die Einordnung Ihres Patienten und seine optimale Behandlung.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Equiner Cushing<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Der equine Cushing ist die bei weitem h\u00e4ufigste Endokrinopathie bei \u00e4lteren Pferden. \u00c4tiologisch zugrunde liegt ein Hypophysenadenom: vermutlich aufgrund genetischer Veranlagung und durch chronischen (oxidativen) Stress kommt es zu Sch\u00e4den an den dopaminergen (=inhibitorischen) Neuronen aus dem Hypothalamus. Die infolge dieser Neurodegeneration herabgesetzte Dopamin-Aussch\u00fcttung resultiert in einer Aufhebung der inhibitorischen Dopamineffekte; dadurch wiederum kann es zu einer ungehemmten Zellproliferation der pars intermedia-Zellen (Hypophysenadenom) mit exzessiver ACTHProduktion kommen. Sekund\u00e4r resultiert eine Nebennierenrinden-Hypertrophie mit gest\u00f6rter Kortisol-Sekretionsrhythmik. Das physiologische negative feedback der Glukokortikoide auf den Plasma-ACTH-Spiegel findet nicht statt, da die entarteten melanotropen pars intermedia-Zellen keine Kortisolrezeptoren besitzen!<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Insgesamt sind die Vorg\u00e4nge an der pars intermedia noch weitaus vielschichtiger: nicht nur ACTH sondern auch andere Pro-Opiomelanocortin (POMC)-abgeleiteten Peptide werden ausgesch\u00fcttet: so beispielsweise das \u03b1-melanocyte stimulating hormone (\u03b1-MSH), welches f\u00fcr die Fellver\u00e4nderungen bei den Cushing Pferden verantwortlich gemacht wird; auch \u03b2-Endorphine werden vermehrt synthetisiert, wodurch betroffene Pferde lethargisch und schmerzindolent werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDer equine Cushing ist typischerweise eine Erkrankung des alten Pferdes (mittleres Alter der Cushing-Patienten: 18 \u2013 20 Jahre und \u00e4lter). Dennoch gibt es vereinzelt aber regelm\u00e4\u00dfig Fallberichte \u00fcber j\u00fcngere an Cushing erkrankte Pferde. Aufgrund der meist l\u00e4ngeren Lebenszeit sind unter den Patienten vor allem auch Ponies zu finden. Beim Pferd hat man es fast nur mit dem hypophys\u00e4ren Cushing \u2013 wie er oben beschrieben wurde \u2013 zu tun; vereinzelt liegen aber Fallberichte \u00fcber adrenergen Cushing auch f\u00fcr das Pferd vor.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1427834 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; physiologischer Regelkreis\" data-large_image_width=\"522\" data-large_image_height=\"395\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-11.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"522\" height=\"395\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-11.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"physiologischer Regelkreis\" aria-describedby=\"gallery-1-1339447\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-11.png 522w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-11-300x227.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 522px) 100vw, 522px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339447'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> physiologischer Regelkreis\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Endokrinopathien beim Pferd &lt;br&gt;&lt;i&gt;Photo: Andrea Hille&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"573\" data-large_image_height=\"372\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-11.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"573\" height=\"372\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-11.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Endokrinopathien beim Pferd\" aria-describedby=\"gallery-1-1339451\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-11.png 573w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-11-300x195.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339451'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Endokrinopathien beim Pferd <br><i>Photo: Andrea Hille<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3: &lt;\/b&gt; Blutzuckerkonzentrationen bei einem insulinsensitiven Pferd, das nach 25 Minuten wieder den Ausgangswert erreicht hatte (Quadrate; gestrichelte Linie), und bei einem insulinresistenten Pferd, das bis 90 Minuten \u00fcber dem Ausgangswert blieb (Rauten; durchgezogene Linie).\" data-large_image_width=\"610\" data-large_image_height=\"371\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-6.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"610\" height=\"371\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-6.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Blutzuckerkonzentrationen bei einem insulinsensitiven Pferd, das nach 25 Minuten wieder den Ausgangswert erreicht hatte (Quadrate; gestrichelte Linie), und bei einem insulinresistenten Pferd, das bis 90 Minuten \u00fcber dem Ausgangswert blieb (Rauten; durchgezogene Linie).\" aria-describedby=\"gallery-1-1339455\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-6.png 610w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-6-300x182.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 610px) 100vw, 610px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339455'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3: <\/b> Blutzuckerkonzentrationen bei einem insulinsensitiven Pferd, das nach 25 Minuten wieder den Ausgangswert erreicht hatte (Quadrate; gestrichelte Linie), und bei einem insulinresistenten Pferd, das bis 90 Minuten \u00fcber dem Ausgangswert blieb (Rauten; durchgezogene Linie).\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Kardinalsymptom der erkrankten Pferde ist der Hirsutismus, das typische lange, gelockte Haar, das auch im Sommer bleibt. Die Pferde zeigen Polydipsie\/Polyurie, was bei Weide- und Offenstallhaltung meist unbemerkt bleibt. Chronischer Gewichtsverlust wird beobachtet bei gleichzeitiger unphysiologischer K\u00f6rperfett-Umverteilung, was den Pferden einen eher plumpen Habitus verleiht. Regelm\u00e4ssig tritt Lethargie\/Depression, Hyperhidrosis, Insulinresistenz und daraus resultierend Hufrehe auf. Im Blutbild spiegelt sich eine Immunsuppression wider, die rezidivierende Infektionen nach sich zieht (Entz\u00fcndungen der Z\u00e4hne, der Nasennebenh\u00f6hlen, h\u00e4ufige Hufgeschw\u00fcre oder allgemeine Erkrankungen). Bei Cushing-Patienten muss man dar\u00fcber hinaus von einer reduzierten Fruchtbarkeit ausgehen. Auch der Tumor selbst kann durch sein Wachstum rein mechanisch angrenzende Hirnareale sch\u00e4digen, was sich dann z.B. in Krampfanf\u00e4llen, Beeintr\u00e4chtigung des Sehverm\u00f6gens bis hin zur Erblindung o.\u00e4. \u00e4ussert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">H\u00e4ufig k\u00f6nnen vorgenommene Screening-Untersuchungen des Blutes schon Hinweise geben: so ist bei Cushing-Patienten regelm\u00e4ssig die Blutglukose erh\u00f6ht; auch Triglyceride und Leberwerte liegen oft oberhalb des Referenzbereiches. Ein Grossteil dieser Pferde ist auch Insulin-resistent.<br \/>\nZur \u00e4tiologischen Absicherung stehen dann verschiedene Tests zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der <strong>Dexamethason-Suppressionstest (DST)<\/strong> stellt nach wie vor den golden standard dar. In diesem Test wird die adrenal-hypophys\u00e4re Achse \u00fcberpr\u00fcft: bei gesunden Tieren supprimiert exogenes Dexamethason via negativem feedback das endogene Kortisol; Cushing-Pferde supprimieren nicht oder vermindert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Test ist beim Pferd ein \u201e\u00fcber Nacht-Test\u201c und sollte tageszeitlich angepasst durchgef\u00fchrt werden<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">16-18 Uhr: Probenentnahme Basalwert<\/li>\n<li class=\"bodytext\">direkt im Anschluss: Injektion von 40\u03bcg\/kg KGW Dexamethason i\/m<\/li>\n<li class=\"bodytext\">11-13 Uhr Folgetag: Probenentnahme Suppressionswert<\/li>\n<\/ul>\n<p>Interpretation: gesunde Pferde supprimieren auf &lt;10 ng\/ml.<\/p>\n<p>Die <strong>Bestimmung des k\u00f6rpereigenen ACTHs<\/strong> hat eine hohe diagnostische Sicherheit und stellt die beste Alternative zum DST dar.<br \/>\nDa ACTH ein pr\u00e4-analytisch sehr sensibler Parameter ist, muss der Probenbehandlung besondere Sorgfalt beigemessen werden. Um h\u00e4molysefreies EDTA-Plasma zu erhalten, muss die Probe so schnell wie m\u00f6glich nach der Blutproben-Entnahme zentrifugiert werden. Die schnelle Trennung des Plasmas von den Zellen ist das wichtige. Das ACTH im so gewonnenen Plasma ist nach eigenen Studien stabiler als bisher vermutet \u2013 auch bei K\u00fchl- oder Raumtemperatur-Lagerung. Trotzdem ist anzustreben, dass die Probe am Tag nach der Blutprobengewinnung im Labor eintrifft, vorzugsweise gek\u00fchlt. Die Probe sollte stressfrei genommen werden, wobei die Tageszeit u.U. zu vernachl\u00e4ssigen ist. Auch sollte das Pferd schmerzfrei sein, d.h. keine aktuell bestehende Rehe haben. Hinzuweisen ist noch auf die saisonale Abh\u00e4ngigkeit des ACTH: in den Monaten August\/September bis November\/Dezember, wo auch gesunde Pferde bis in den pathologischen Bereich hinein erh\u00f6hte Plasma-ACTH-Konzentrationen aufweisen. Riet man zun\u00e4chst noch von Probenentnahmen in dieser Zeit ab, brachten erg\u00e4nzende Untersuchungen, dass nicht nur gesunde Pferde erh\u00f6htes ACTH zeigten, sondern dass gerade die Cushing-erkrankten Pferde \u00fcberproportional h\u00f6here Werte aufwiesen, und dann diese Zeit doch wieder interessant f\u00fcr eine ACTH-Bestimmung sein k\u00f6nnte. Eindeutig niedrige ACTH-Werte in dieser Zeit lassen einen Cushing deswegen unwahrscheinlich erscheinen. An dieser Stelle soll auch darauf hingewiesen werden, dass die Ergebnisse des DST ebenfalls jahreszeitlich beeinflusst werden: in den genannten Herbstmonaten supprimieren auch gesunde Tiere unzureichend oder gar nicht.<\/p>\n<p><em>Interpretation:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li>ACTH-Referenzbereich: 20-50 pg\/ml<\/li>\n<li>ACTH-Werte &gt; 50 pg\/ml sind verd\u00e4chtig<\/li>\n<li>Ausgepr\u00e4gte Cushing-Patienten weisen Werte weit ins 3stellige hinein auf.<\/li>\n<li>Bei allen Interpretationen immer auch die Klinik und die \u00e4usseren Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigen: niedrige ACTH-Werte schlie\u00dfen einen Cushing nicht aus!<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">Der <strong>TRH-Stimulationstest<\/strong> beruht auf dem0 abnormen Ansprechen der entarteten pars intermedia-Zellen auf TRH-Gabe, welche mit einer ACTH-Aussch\u00fcttung beantwortet wird. Lange Zeit kam dieser Test als Alternative zum Dexamethason-Suppressions-Test bei Rehekranken oder \u2013 verd\u00e4chtigen Pferden zum Einsatz. Heute sollte er durch die Bestimmung des k\u00f6rpereigenen ACTHs ersetzt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der Vollst\u00e4ndigkeit halber im Folgenden die Testdurchf\u00fchrung:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Probenentnahme Basalwert<\/li>\n<li class=\"bodytext\">i\/v Injektion von 1 mg TRH\/Pferd (0.5 mg TRH\/Pony)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+30 min: Probenentnahme Stimulationswert<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Interpretation:<\/em>\u00a0Pferde mit M.Cushing steigern die Kortisol-Produktion um 50-100%.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der<strong> kombinierte Dexamethason-Suppressions- und TRH-Stimulationstest<\/strong> verbindet beide vorgenannten Tests.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><em>Durchf\u00fchrung:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Blutprobe Basalwert und i\/m Injektion von 40\u03bcg\/KgKGW Dexamethason<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+3 Std.: Suppressionswert 1 und i\/v Injektion von 1 mg (Pferd, Pony: 0.5 mg) TRH<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+ 30 min: Blutprobe Stimulationswert<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+ 21Std.: Blutprobe Langzeit-Suppressionswert<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Interpretation:<\/em>\u00a0gesunde Pferde zeigen schon nach 3 Std. eine deutliche Suppression und keine Stimulation durch TRH. Cushing Patienten supprimieren schlecht oder gar nicht, zeigen aber eine deutliche Stimulation des Serum-Kortisol nach TRH (66-294%).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Therapie<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die besten therapeutischen Erfolge werden mittlerweile mit dem Dopamin-Agonisten Pergolidmesilat erzielt. Ein Pr\u00e4parat mit Zulassung f\u00fcr Pferde steht inzwischen zur Verf\u00fcgung. Nach einschleichender Medikation kommen die meisten Pferde mit einer mittleren Erhaltungsdosis von 0.9-1.4 mg\/500kg Pferd\/Tag per os aus. In Einzelf\u00e4llen wird \u00fcber Tages-Dosen bis 5 mg berichtet. Bei diesen Pferden liegt wom\u00f6glich ein adrenerger bzw. gemischt hypophys\u00e4radrenerger Cushing vor. Die Medikation ist eine lebenslange, wobei Therapieerfolge innerhalb Wochen bis Monaten zu erwarten sind. Es wurde beobachtet, dass bei einer l\u00e4ngeren Therapie-Unterbrechung sp\u00e4ter h\u00f6here Pergolid-Dosierungen ben\u00f6tigt wurden als vorher. Daraus kann man schlie\u00dfen, dass das Medikament auch das Wachstum des Tumors hemmt; dies wiederum macht eine fr\u00fche Diagnose der Erkrankung w\u00fcnschenswert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zus\u00e4tzlich zur medikament\u00f6sen Therapie sollten nat\u00fcrlich alle F\u00fctterungs- und Managementma\u00dfnahmen wie sie allgemein f\u00fcr \u201eSenior-Pferde\u201c gelten, ergriffen werden.<br \/>\nAlternativ zur Verabreichung von Pergolid k\u00e4me noch eine Therapie mit dem Serotonin-Antagonisten Cyproheptadin oder dem an der NNR angreifenden Trilostane in Frage; beide Pr\u00e4parate haben keinen Einzug in die Routine-Therapie gefunden, k\u00e4men aber als Alternative in den F\u00e4llen in Frage, bei dem die Pergolid-Medikation nicht den gew\u00fcnschten Erfolg hat oder das Pr\u00e4parat nicht vertragen wird.<br \/>\nDie Einstellung des Patienten mit Medikamenten kann in gr\u00f6\u00dferen Abst\u00e4nden kontrolliert werden: entweder durch ACTH-Bestimmungen oder die Durchf\u00fchrung eines Dexamethason-Suppressionstestes. Gelegentliche Kontrolle der Leberwerte, der Glukose und anderer Stoffwechselparameter kann die Kontrolluntersuchungen sinnvoll erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Hypoadrenokortizismus<br \/>\n<\/strong>Kommt beim Pferd relativ selten vor. Eine spontane prim\u00e4re NNR-Insuffizienz w\u00e4re ein <strong>Morbus Addison<\/strong>. Die h\u00e4ufigste Form in der Veterin\u00e4rmedizin ist jedoch ein sekund\u00e4rer iatrogener Hypoadrenokortizismus aufgrund langandauernder Glukokortikoid-Applikation. Zu Ausfallserscheinungen kommt es bei den betroffenen Pferden erst, wenn ca. 9\/10 des NNR-Gewebes funktionslos sind. Dabei zeigen die Pferde klinisch Anorexie und Gewichtsverlust, Lethargie und Mattigkeit, Diarrhoe abwechselnd mit Obstipation, Salzhunger, Hypotonus und Dehydratation. Als Nebenbefunde bei Laboruntersuchungen zeigen sich regelm\u00e4\u00dfig relative oder absolute Lymphozytosen, Eosinophilien und Hypoglyk\u00e4mie. Zur \u00e4tiologischen Abkl\u00e4rung dient der <b>ACTH-Stimulationstest:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Blutprobe f\u00fcr Kortisol-Basalwert (ca 9 Uhr)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">direkt anschlie\u00dfend i\/v Injektion von 100 IE ACTH<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+2 Std.: Blutprobe f\u00fcr Stimulationswert<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Interpretation:<\/em>\u00a0bei gesunden Pferden steigt der Kortisolspiegel um ca. 80% an; an M. Addison erkrankte Pferde weisen sehr niedrige Basalwerte und nur geringe oder fehlende Stimulation auf.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Therapie ist sehr m\u00fchsam und selten von Erfolg gekr\u00f6nt. In Frage k\u00e4me die Substitution von NNR-Hormonen oder die t\u00e4gliche ACTH-Applikation.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Equines Metabolisches Syndrom (EMS)<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Es handelt sich um eine Entgleisung des Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsels mit Insulinresistenz (IR).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das EMS ist derzeit definiert durch<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Insulinresistenz<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Adipositas oder regionale Verfettung\/unphysiologische Fettpolster<\/li>\n<li class=\"bodytext\">anamnestische oder bestehende Rehe oder chronische Hufver\u00e4nderungen<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\">W\u00e4hrend das humane metabolische Syndrom einen Risikofaktor f\u00fcr koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes darstellt, ist das EMS fest mit der Rehesymptomatik verquickt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Als <strong>Insulinresistenz<\/strong> bezeichnet man die reduzierte F\u00e4higkeit des Insulins, Gewebe zu stimulieren, d.h. die Blutglukose in die Zellen einzuschleusen. Der Organismus reagiert mit erh\u00f6hter Insulinsekretion, um die Blutglukose in physiologischen Bahnen zu halten. Gelingt dies nicht mehr, spricht man von nicht kompensierter IR. Dieses Stadium wird allerdings beim Pferd nur in Ausnahmef\u00e4llen erreicht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Betroffen sind vor allem leichtfuttrige Rassen (\u201eeasy keeper\u201c ): Araber, Fjordpferde, Mustangs und grunds\u00e4tzlich alle Ponyrassen, bei denen zum Teil auch eine genetische Disposition postuliert wird; aber auch bei den Grosspferderassen kann sich ein EMS entwickeln. Erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnte das durch die entwicklungsgeschichtliche Adaptation \u2013 gerade der Robustrassen \u2013 auch in unwirtlicher Umgebung\/Jahreszeit zu \u00fcberleben. Unter heutigen Haltungsbedingungen werden Pferde das ganze Jahr hindurch mit Futterkonzentraten versorgt und meist zugleich sehr bewegungsarm in Boxen gehalten. Diese Kombination von mangelnder Bewegung plus Futter im \u00dcberangebot &#8211; schon in der Aufzuchtphase &#8211; ist eine wichtige Voraussetzung daf\u00fcr, dass sich ein EMS durch Interaktion von genetischen und Umweltfaktoren entwickeln kann.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Betroffen sind meist mittelalte bis alte Pferde (im Schnitt 5-15 Jahre). wobei die Grundsteinlegung daf\u00fcr durch nicht tierartgerechte Haltung und F\u00fctterung oft schon in fr\u00fchen Lebensjahren liegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Klinisch sind die Pferde &#8211; auch bei vern\u00fcnftiger F\u00fctterung &#8211; adip\u00f6s, \u201ehaben Schwierigkeiten abzunehmen\u201c . Zus\u00e4tzlich zu dieser extremen Leichtfuttrigkeit kommt es h\u00e4ufig zur Einlagerung unphysiologischer Fettpolster meist im Bereich des M\u00e4hnenkammes (\u201ecresty neck\u201c : der mittlere Halsumfang ist negativ korreliert mit der Insulinsensitivit\u00e4 t), an der Schweifwurzel, dem Pr\u00e4putium, in der Supraorbitalfossa oder auch subkutan im Rumpfbereich. Betroffene Pferde k\u00f6nnen Heisshungerattacken oder Polydipsie\/Polyurie zeigen. Rezidivierende Koliken durch lipoma pendulans und verminderte Fertilit\u00e4t sind ebenso wie ein erh\u00f6hter Triglycerid-Serumspiegel zu finden. Das am meisten gef\u00fcrchtete Symptom d\u00fcrfte aber die Hufrehe sein, welche schleichend beginnen, jederzeit aber in ein akutes Stadium \u00fcbergehen kann. Gerade die beginnende schleichende Rehe wird h\u00e4ufig nicht gleich als solche erkannt. Grunds\u00e4tzlich muss jedoch festgehalten werden, dass nicht alle adip\u00f6sen Pferde Insulin-resistent sind und nicht immer ist IR von Adipositas begleitet. Es gibt auch \u201ed\u00fcnne\u201c Pferde mit EMS. \u00dcber diese ist noch recht wenig bekannt: vermutet werden eine \u00fcbertriebene Insulinantwort auf bestimmte Futtermittel (\u201ehepatische IR) oder eine gesteigerte endokrine Aktivit\u00e4 t des Bauchh\u00f6hlenfetts.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Langj\u00e4hrige Beobachtungen an gr\u00f6\u00dferen Pferdezahlen v.a. in den USA haben gezeigt, dass Pferde schon \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum\/Jahre adip\u00f6s sein m\u00fcssen bevor sich eine IR entwickelt. Je l\u00e4nger dann diese chronische IR besteht, desto mehr erh\u00f6ht sich die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Rehe. Deswegen wird man kaum mal ein EMS bei Pferden &lt;5 Jahren finden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Was triggert nun das Entstehen einer Hufrehe bei den chronisch Insulin-resistenten Pferden? Vermutet wird die schnelle Zunahme unstrukturierter Kohlenhydrate (Einfachzucker, St\u00e4rke, Fruktane) im Weidegras. Deren Gehalt schwankt erheblich in Abh\u00e4ngigkeit von Lage, Bodenart, Klima und Tageszeit. Aus der Humanmedizin wei\u00df man, dass eine exzessive Aufnahme dieser Zucker eine IR verschlechtern kann. Beim Pferd ver\u00e4ndern sie au\u00dferdem die bakterielle Dickdarmflora. Es kommt zur Produktion von Exo- und Endotoxinen, vasoaktiven Aminen und anderen Entz\u00fcndungsmediatoren, die ebenfalls als Triggerfaktoren f\u00fcr eine Hufrehe angesehen werden k\u00f6nnen. Bei den Insulin-resistenten Pferden scheint der Schwellenwert (in diesem Fall die \u00c4nderung der Weidegraszusammensetzung) deutlich niedriger als bei nicht-Rehe-Pferden zu liegen. Als Zusammenhang zwischen IR und Rehe werden diverse Mechanismen diskutiert: Zum einen wird vermutet, das eine IR den Glukosestoffwechsel der Hufkeratinozyten st\u00f6rt. Dar\u00fcber hinaus hat Insulin eine vasodilatatorische Wirkung; bei IR kommt es zur Vasokonstriktion, welche bekannterweise bei der Entstehung einer Hufrehe eine Schl\u00fcsselrolle spielt. Zudem k\u00f6nnen sowohl eine IR als auch Adipositas zu einem pro-inflammatorischen oder prooxidativen Zustand f\u00fchren, welcher eine Rehe ebenfalls beg\u00fcnstigen w\u00fcrde. Die erforderliche <strong>Labordiagnostik<\/strong> konzentriert sich auf den Nachweis der Insulin-Resistenz. <strong>Dazu ist es wichtig zu wissen, dass die Stoffwechselentgleisung h\u00e4ufig schon lange vor dem Auftreten klinischer Symptome insbesondere auch der ersten Rehe nachgewiesen werden kann.<br \/>\n<\/strong>Hier stehen zur Vorgehensweise zwei M\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung: zum einen die Bestimmung von N\u00fcchtern-Insulin und -Glukose, zum anderen die Glukose-Belastungstests.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>N\u00fcchtern-Insulin und -Glukose<\/b><\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">das Pferd muss \u00fcber Nacht n\u00fcchtern bleiben<\/li>\n<li class=\"bodytext\">morgens Entnahme der N\u00fcchtern-Proben:<br \/>\n1x h\u00e4molysefreies Serum, 1x NaF-Blut<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\"><em>Pr\u00e4analytik:<\/em> um optimale Insulin-Ergebnisse zu bekommen, ist die Vollblut-Probe z\u00fcgig weiter zu behandeln: nach dem Gerinnen sollte das Serum schnellstm\u00f6glich von den Zellen getrennt\/zentrifugiert und in das Labor geschickt werden. Die Proben sollten nicht bei bestehender Hufrehe oder unter Stress genommen werden, da die Parameter dann ohnehin erh\u00f6ht sind.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><em>Interpretation:<\/em>\u00a0eindeutig hohe Insulinwerte (&gt; 23,4 \u03bcU\/ml) sind beweisend, niedrige Werte schliessen\u00a0 eine IR nicht aus und die Untersuchung muss u.U. wiederholt werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Glukose-Belastungstest nach Robinson, 2003 und Reed, 2004<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">das Pferd muss \u00fcber Nacht n\u00fcchtern bleiben<\/li>\n<li class=\"bodytext\">morgens: Entnahme der Blutprobe f\u00fcr den Glukose-Basalwert (NaF-Blut)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Glukose-Infusion (0,5g\/kg einer 50%igen Glukosel\u00f6sung i\/v<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Blutproben (NaF-Blut) nach 30, 60, 90, 120, 150, 180 min.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\"><em>Interpretation:\u00a0<\/em>bei gesunden Pferden wird der Glukose-Basalwert nach sp\u00e4testens 3 Stunden wieder erreicht.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Kombinierter Glukose-Insulin-Test nach N.Frank, 2007<br \/>\n<\/b>Durch Verabreichung von Glukose gefolgt von Insulin wird der k\u00f6rpereigenen Insulinantwort voraus gegriffen, wodurch auch die Testdauer verk\u00fcrzt werden kann. Der Test gilt als hochsensitiv.<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">das Pferd muss \u00fcber Nacht hungern<\/li>\n<li class=\"bodytext\">morgens: Entnahme der Blutprobe f\u00fcr den Glukose-Basalwert (NaF-Blut)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Infusion von 150 mg\/kgKGW einer 50%igen Glukosel\u00f6sung i\/v<\/li>\n<li class=\"bodytext\">direkt im Anschluss: 0,10 units\/kgKGW Insulin i\/v<\/li>\n<li class=\"bodytext\">weitere NaF-Blutproben nach 1, 5, 15, 25, 35, 45, 60, 75, 90, 105, 120, 135, 150 min<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die vorgeschlagenen Entnahmezeiten sind aus der wissenschaftlichen Publikation \u00fcbernommen. F\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch gen\u00fcgen eigentlich Blutproben in ca. 20min\u00fctigen Abst\u00e4nden um eine auswertbare Glukosekurve zu erhalten. Wichtig w\u00e4re nur, den Entnahmezeitpunkt nach 45 Minuten einzuhalten (s.u.). Au\u00dferdem bietet sich eine N\u00fcchtern-Insulinbestimmung zusammen mit der Basalprobe an. Da durch die Insulin-Injektion immer ein kleines Risiko einer Hypoglyk\u00e4mie besteht, sollte Glukose-Infusionsl\u00f6sung bereitgehalten werden. Auswertung: eine Insulin-Resistenz liegt vor, wenn der Blutglukosespiegel \u2265 45 min \u00fcber dem Basalwert liegt. Dabei kann die IR auch quantifiziert werden: die Zeit, die die Glukose braucht, um auf den Ausgangswert zur\u00fcckzugehen, dient als Mass f\u00fcr die IR.<br \/>\nDer Test bietet sich auch zur Therapiekontrolle an.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Beide Glukose-Belastungstests gelten als golden standard in der EMS-Diagnostik. Da sie aber aufgrund ihres Zeitaufwandes in der Fahrpraxis sehr schwer durchzuf\u00fchren sind und andererseits die einfache Bestimmung von N\u00fcchtern-Insulin und \u2013 Glukose nicht immer zu einer eindeutigen Diagnose f\u00fchrt, kann man versuchen, die Resultate der \u201eN\u00fcchtern-Bestimmungen\u201c sinnvoll zu erg\u00e4nzen. Infrage k\u00e4me z.B. die Bestimmung des Fruktosamins (=glykolisiertes Serumprotein), welches den mittleren Blutzuckerspiegel der zur\u00fcckliegenden 2-3 Wochen widerspiegelt. Au\u00dferdem kann man bestimmte \u201eproxies\u201c heranziehen: diese sind reine Rechengr\u00f6\u00dfen, die die gemessenen Insulin- und Glukosewerte auf verschiedene Weise zueinander in Beziehung setzen und helfen k\u00f6nnen, kompensierte IR, bei denen die N\u00fcchternwerte noch im Referenzbereich liegen, aufzudecken. Bisher stehen uns 3 dieser proxies zur Verf\u00fcgung:<\/p>\n<p class=\"bodytext\">RISQI (= reciprocal inverse square of insulin) stellt ein Mass f\u00fcr die Insulinsensitivit\u00e4 t dar. MIRG (=modified insulin to glucose ratio) und die I:G ratio (= Insulin:Glukose) spiegeln die pankreatische \u00df-Zellfunktion wieder.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Therapie: Diese st\u00fctzt sich auf die zwei S\u00e4ulen Di\u00e4t und Bewegung. Beides mit dem Ziel Gewichtsreduktion. Weidegang und Futterkonzentrate sind f\u00fcr die betroffenen Pferde tabu; z.T. werden reine Heudi\u00e4ten empfohlen, wobei die verf\u00fctterte Heumenge mit 1.3-1.5% bezogen auf das K\u00f6rpergewicht angegeben wird. Mineralstoffe und Vitamine m\u00fcssen erg\u00e4nzt werden. F\u00fcr Pferde, die mit einer reinen Heudi\u00e4t nicht auskommen \u2013 z.B. Sport- und Zuchtpferde \u2013 stehen St\u00e4rke- und Zuckerreduzierte Spezialfuttermittel zur Verf\u00fcgung. Sehr h\u00e4ufig werden Chromhefe, M\u00f6nchspfeffer u.a. zugef\u00fcttert mit dem Ziel den Insulin-Stoffwechsel g\u00fcnstig zu beeinflussen. Abschliessende Wirksamkeitsstudien stehen noch aus.<br \/>\nEine medikament\u00f6se, \u00e4tiologische Therapie steht zur Zeit nicht zur Verf\u00fcgung. Nicht \u00e4tiologisch und deswegen zeitlich begrenzt kommen Schilddr\u00fcsenhormone zum Einsatz mit dem Ziel, die Gewichtsreduktion zu unterst\u00fctzen. Medikamente aus der humanen Diabetologie kommen zum Einsatz, allen voran das Metformin. Studien \u00fcber Bioverf\u00fcgbarkeit und objektive mittelfristige und Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Schilddr\u00fcse<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die Schilddr\u00fcse kontrolliert die basale Stoffwechselrate des K\u00f6rpers indem ihre Hormone auf praktisch alle K\u00f6rperzellen einwirken.<br \/>\nPrim\u00e4re Schilddr\u00fcsenerkrankungen beim Pferd sind sehr selten; wenn sie auftreten, dann in Form eines <u>Hypo<\/u>thyreodismus. Andererseits werden bei Pferden nicht selten niedrige Schilddr\u00fcsenwerte gemessen: so sind z.B. die meisten Cushing und EMS-Pferde <u>sekund\u00e4r<\/u> hypothyreot. Auch andere systemische Erkrankungen k\u00f6nnen die Schilddr\u00fcsenwerte nach unten sinken lassen. Behandelt werden muss immer die Prim\u00e4rerkrankung!<br \/>\nKlinisch w\u00fcrde sich eine Schilddr\u00fcsen-Unterfunktion bei Pferden in ver\u00e4ndertem Verhalten (Indolenz, Lethargie), rauem Haarkleid, verz\u00f6gertem Fellwechsel und der Tendenz zur Gewichtszunahme \u00e4u\u00dfern.<br \/>\nDiagnostisch stehen die Bestimmung von Gesamt-Thyroxin, fT4 und T3 zur Verf\u00fcgung, f\u00fcr welche auch validierte Referenzbereiche vorliegen. Auch die Bestimmung des Serum-Jod-Gehaltes kann sinnvoll sein. Vor der Diagnosestellung \u201eHypothyreose\u201c m\u00fcsste \u2013 bei niedrigen Schilddr\u00fcsenwerten \u2013 diese noch durch einen <strong>TRH-Stimulationstest<\/strong> abgesichert werden:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Blutprobenentnahme f\u00fcr T4-Basalwert<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Injektion von 1 mg\/Pferd bzw 0.5 mg\/Pony TRH i\/v (cave: Umwidmung Humanpr\u00e4parat!)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+ 4 Std.: 1. Stimulationswert<\/li>\n<li class=\"bodytext\">+ 8 Std.: 2. Stimulationswert<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"bodytext\"><em>Interpretation:<\/em>\u00a0nach 4 Stunden Anstieg des T4 auf ca. das 2fache, maximaler Anstieg nach 4 &#8211; 10 Stunden<br \/>\n<em>Anmerkung:<\/em>\u00a0Fohlen sind extrem anf\u00e4llig f\u00fcr Schilddr\u00fcsenhormon-Schwankungen: schon intrauterin ist T4 f\u00fcr die Fohlen sehr wichtig f\u00fcr die Organogenese und \u2013 Ausreifung (v.a. Hirn, Skelett, Muskulatur). Das sollte bei Bedeckung \u00e4lterer Cushing Stuten ber\u00fccksichtigt werden. Hyperthyreosen sind beim Pferd extrem selten. Wenngleich beim Pferd oft Umfangsvermehrungen des Organs beschrieben werden, sind diese endokrin meist inert, oft auch bei Vorliegen schwerwiegender histologischer Befunde.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Ein Wort zu Probenentnahme und -aufarbeitung<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">In den letzten Monaten gab es eine gewisse Verunsicherung bez\u00fcglich der Pr\u00e4analytik v.a. des ACTHs aber auch des Insulins: \u201e funktioniert nur mit Spezialr\u00f6hrchen\u201c, \u201enur gefrorene Proben\u201c etc. Wir haben dies als Anlass f\u00fcr eine Studie genommen, die noch einmal kritisch die unseren Kunden gegebenen Empfehlungen \u00fcberpr\u00fcfen sollte.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Der von uns verwendete ACTH-Chemiluminiszenztest ist f\u00fcr EDTA-Plasma ausgelegt. Dies ist auch das Material, welches wir bevorzugt einsetzen. In der Studie wird deutlich, dass eine Trennung (=Zentrifugation) der Zellen vom Plasma innerhalb weniger Stunden n\u00f6tig ist, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Nach dieser Trennung scheint ACTH f\u00fcr den Transport gek\u00fchlt, aber auch bei Raumtemperatur ausreichend stabil zu sein. Bei h\u00f6heren Temperaturen im Sommer empfiehlt sich eine K\u00fchlung. Das gleiche gilt auch f\u00fcr Insulin: da hierzu Serum ben\u00f6tigt wird, muss man die Probe nat\u00fcrlich erst durchgerinnen lassen, was durchaus auch mal 45 Minuten +\/- in Anspruch nehmen kann. Danach sollte die Probe innerhalb weniger Stunden zentrifugiert werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zusammengefasst: die schnelle Abtrennung des Plasmas bzw. Serums ist das Entscheidende \u2013 wichtiger als Spezialr\u00f6hrchen oder Einfrieren der Probe. Dies gilt f\u00fcr die in unserem Labor untersuchten Proben. Andere Tests k\u00f6nnen anderes Probenmaterial w\u00fcnschenswert machen. Erkundigen Sie sich bitte vorher in Ihrem Labor. Die Ergebnisse der Studie sollen nach detailierter Auswertung ver\u00f6ffentlicht werden. Wir werden Sie darauf hinweisen!<\/p>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">03 \/ 2011<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; css=&#187;.vc_custom_1729505653177{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1729503669548{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1729503712436{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_03_2011_Endokrinopathien_beim_Pferd-min.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1729503689826{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1729503677994{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><strong><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_03_2011_Endokrinopathien_beim_Pferd-min.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Endokrinopathien beim Pferd<\/a><\/strong><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der equine Cushing ist ja schon l\u00e4ngere Zeit Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Bem\u00fchungen, die sich vor allem auf die \u00e4tiologische Abkl\u00e4rung dieser schon immer existierenden Erkrankung konzentrierten.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1339451,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Der equine Cushing ist ja schon l\u00e4ngere Zeit Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Bem\u00fchungen","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[468],"tags":[],"class_list":["post-1427834","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2011-de-ch","category-468","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1427834"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427834\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1490225,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427834\/revisions\/1490225"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1339451"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1427834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1427834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1427834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}