{"id":1427820,"date":"2013-07-10T20:06:55","date_gmt":"2013-07-10T18:06:55","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/lebererkrankungen-der-katze\/"},"modified":"2024-11-05T13:20:50","modified_gmt":"2024-11-05T12:20:50","slug":"lebererkrankungen-der-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/lebererkrankungen-der-katze\/","title":{"rendered":"Lebererkrankungen der Katze"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Da die Leber an vielen K\u00f6rperfunktionen beteiligt ist, sind Lebererkrankungen mit einer Vielzahl von klinischen Symptomen und auch diversen Laborwertver\u00e4nderungen verbunden.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Klinische Symptomatik<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die fr\u00fchen klinischen Symptome sind meist unspezifisch, wie wechselnder Appetit, Gewichtsverlust, Polyurie und Polydipsie, gelegentlicher Vomitus oder Durchfall und Lethargie. Da die Leber \u00fcber eine enorme Reservekapazit\u00e4t verf\u00fcgt, treten spezifischere Symptome wie Ikterus, hepatische Enzephalopathie, Blutungen oder Aszites erst sp\u00e4t im Krankheitsverlauf auf. Diese Symptome entstehen aufgrund einer Einschr\u00e4nkung der Leberfunktion.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Labordiagnostik<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Wie die klinische Symptomatik sind auch die Ver\u00e4nderungen von Laborwerten im Zuge von Hepatopathien h\u00e4ufig unspezifisch, trotzdem werden Leberkrankheiten sehr oft bei Routineblutuntersuchungen entdeckt.<br \/>\nEs ist besonders wichtig, zwischen der Enzymdiagnostik und Funktionsdiagnostik zu unterscheiden.<br \/>\nAktivit\u00e4tserh\u00f6hungen von \u201eLeberenzymen\u201c werden entweder durch Leberzellsch\u00e4den (ALT, AST, GLDH) oder Enzyminduktion (AP, GGT) aufgrund einer Cholestase oder durch Medikamente verursacht. Es gibt auch eine Reihe extrahepatischer Ursachen f\u00fcr Anstiege der Enzymaktivit\u00e4ten. Enzymerh\u00f6hungen geben allerdings keine Auskunft \u00fcber den Grad der Lebersch\u00e4digung bzw. die Leberfunktion.<br \/>\nZur Funktionsdiagnostik werden die Konzentrationen von Substanzen gemessen, die in der Leber synthetisiert, metabolisiert und\/oder \u00fcber die Leber\/Galle ausgeschieden werden (Bilirubin, Gallens\u00e4uren, Albumin, Gerinnungsfaktoren, Harnstoff, Glukose).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Enzymdiagnostik bei der Katze<br \/>\n<\/b>Die <strong>ALT<\/strong> (Alanin-Amino-Transferase) ist ein leberspezifisches Enzym. Eine Erh\u00f6hung der Aktivit\u00e4t kann bei jeglicher Art von Lebersch\u00e4digung auftreten, aber auch im Zuge extrahepatischer Prozesse. Nach Einsetzen einer akuten Lebersch\u00e4digung kann die Aktivit\u00e4t innerhalb weniger Stunden auf ein 100faches Ansteigen, nach Abklingen des Insultes sinkt die Aktivit\u00e4t innerhalb von 1 bis 3 Wochen wieder in den Referenzbereich.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <strong>AST<\/strong> (Aspartat-Amino-Transferase) ist weniger leberspezifisch als die ALT, da ihre Aktivit\u00e4t auch in den Skelettmuskelzellen und Erythrozyten hoch ist. Zu Erh\u00f6hungen kommt es demnach bei Leberzellsch\u00e4digungen, Muskelsch\u00e4den oder durch H\u00e4molyse.<br \/>\nNach akuten Insulten steigt die AST langsamer und in geringerem Ausma\u00df als die ALT. Da sie eine k\u00fcrzere Halbwertszeit aufweist, bei der Katze 77 Minuten, sinkt sie nach Sistieren der Noxe schneller in den Referenzbereich als die ALT. Eine persistierende Erh\u00f6hung der Plasmaaktivit\u00e4t indiziert eine schlechte Prognose.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <strong>GLDH<\/strong> (Glutamat-Dehydrogenase) liegt in den Mitochondrien der Leberzellen vor, die in besonders gro\u00dfer Anzahl in den Zellen um die Zentralvene vorkommen. Diese periven\u00f6sen Bereiche des Leberl\u00e4ppchens werden als Erste durch hypoxische und metabolische Noxen, sowie durch cholestatische Prozesse gesch\u00e4digt. Eine selektive Erh\u00f6hung der GLDH-Aktivit\u00e4t kann daher auf einen Stauungsprozess hinweisen. (Tab. 1)<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein Anstieg der <strong>AP<\/strong> (alkalische Phosphatase) ist bei Katzen anders zu interpretieren als beim Hund. Katzen weisen wenig hepatozellul\u00e4re AP auf, die au\u00dferdem eine sehr kurze Halbwertszeit hat. Daher ist jeder Anstieg der Enzymaktivit\u00e4t im Blut bedeutsam und sollte abgekl\u00e4rt werden. Neben extrahepatischen Vorg\u00e4ngen wird eine Erh\u00f6hung der AP-Aktivit\u00e4t bei Katzen vor allem bei hepatischer Lipidose und Cholangitis beobachtet. Katzen mit hepatischer Lipidose zeigen meistens einen besonders starken Anstieg der AP im Vergleich zum Anstieg der GGT.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <strong>GGT<\/strong> (\u03b3-Glutamyl-Transferase) ist wie die AP ein membranst\u00e4ndiges Enzym, das in vielen verschiedenen Geweben vorkommt. Die h\u00f6chsten Aktivit\u00e4ten werden in der Niere und dem Pankreas gefunden; da die renale GGT jedoch mit dem Urin ausgeschieden wird und die pankreatische in das Duodenum sezerniert wird, stammt der Gro\u00dfteil der Serum-GGT-Aktivit\u00e4t aus der Leber, mit Ausnahme des Anstieges bei Welpen nach der Aufnahme von Kolostrum. Sie ist bei der Katze ein sensitiver Parameter f\u00fcr die Diagnose einer Cholestase.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Funktionsdiagnostik<br \/>\n<\/b><strong>Albumin<\/strong> wird zwar nur in der Leber synthetisiert, ist aber von vielen Einfl\u00fcssen abh\u00e4ngig und deshalb relativ unspezifisch. Extrahepatische Ursachen f\u00fcr eine Hypalbumin\u00e4mie m\u00fcssen ausgeschlossen werden, wie Proteinverlustenteropathie, Proteinurie, exsudative Hautl\u00e4sionen, Mangelern\u00e4hrung und Sequestration in dritte Kompartimente (z.B. Aszites).<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1427820 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Tab. 1: &lt;\/b&gt; Extrahepatische Ursachen von Leberenzymerh\u00f6hungen\" data-large_image_width=\"571\" data-large_image_height=\"618\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-6.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"571\" height=\"618\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-6.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Extrahepatische Ursachen von Leberenzymerh\u00f6hungen\" aria-describedby=\"gallery-1-1339307\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-6.png 571w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-min-6-277x300.png 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339307'>\n\t\t\t\t\t<b>Tab. 1: <\/b> Extrahepatische Ursachen von Leberenzymerh\u00f6hungen\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; zytologisches Bild einer fettigen Leberdegeneration\" data-large_image_width=\"569\" data-large_image_height=\"450\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-6.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"569\" height=\"450\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-6.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: zytologisches Bild einer fettigen Leberdegeneration\" aria-describedby=\"gallery-1-1339311\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-6.png 569w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-min-6-300x237.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339311'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> zytologisches Bild einer fettigen Leberdegeneration\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Tab. 2: &lt;\/b&gt; Therapie der felinen hepatischen Lipidose\" data-large_image_width=\"569\" data-large_image_height=\"420\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-3.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"569\" height=\"420\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-3.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1339315\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-3.png 569w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-min-3-300x221.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339315'>\n\t\t\t\t\t<b>Tab. 2: <\/b> Therapie der felinen hepatischen Lipidose\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Tab. 3:&lt;\/b&gt; Therapie der neutrophilen Cholangitis \" data-large_image_width=\"571\" data-large_image_height=\"344\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-1.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"571\" height=\"344\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-1.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Therapie der neutrophilen Cholangitis\" aria-describedby=\"gallery-1-1339319\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-1.png 571w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-min-1-300x181.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339319'>\n\t\t\t\t\t<b>Tab. 3:<\/b> Therapie der neutrophilen Cholangitis \n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Tab. 4: &lt;\/b&gt; Therapie der lymphozit\u00e4ren (2 x y) Cholangititis\" data-large_image_width=\"564\" data-large_image_height=\"389\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"564\" height=\"389\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Therapie der lymphozit\u00e4ren (2 x y) Cholangititis\" aria-describedby=\"gallery-1-1339323\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min.png 564w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/6-min-300x207.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339323'>\n\t\t\t\t\t<b>Tab. 4: <\/b> Therapie der lymphozit\u00e4ren (2 x y) Cholangititis\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; FNAB: Leberzellcluster umgeben von neutrophilen Granulozyten und Lymphozyten\" data-large_image_width=\"567\" data-large_image_height=\"422\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/7-min.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"567\" height=\"422\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/7-min.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: FNAB: Leberzellcluster umgeben von neutrophilen Granulozyten und Lymphozyten\" aria-describedby=\"gallery-1-1339327\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/7-min.png 567w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/7-min-300x223.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 567px) 100vw, 567px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339327'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> FNAB: Leberzellcluster umgeben von neutrophilen Granulozyten und Lymphozyten\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein Gro\u00dfteil der <strong>Gerinnungsfaktoren<\/strong> wird in der Leber synthetisiert und im Zuge von schwerwiegenden akuten und chronischen Hepatopathien kann es zu Gerinnungsst\u00f6rungen kommen. Die Prothrombinzeit und die aktivierte partielle Thromboplastinzeit sind verl\u00e4ngert, was besondere Bedeutung erlangt, wenn eine Leberbiopsie durchgef\u00fchrt werden soll.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Harnstoff<\/strong> wird in der Leber \u00fcber den Harnstoffzyklus aus dem toxischen Ammoniak gebildet. Schwere Hepatopathien und portosystemische Shunts k\u00f6nnen zu erniedrigten Harnstoffwerten f\u00fchren, gleichzeitig steigt die Plasma-Ammoniak-Konzentration.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Leber besitzt eine gro\u00dfe Reservekapazit\u00e4t, um die <strong>Glukose<\/strong>-Hom\u00f6ostase aufrecht zu erhalten. Im Endstadium von chronischen Hepatitiden, bei hochgradigem Leberversagen und bei portosystemischen Shunts kann dennoch eine Hypoglyk\u00e4mie auftreten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <strong>Bilirubin<\/strong>-Konzentration im Serum gibt Auskunft \u00fcber die Aufnahme in die Leberzelle, die Konjugation und die Ausscheidung \u00fcber die Galle. Allerdings ist dieser Parameter nicht sehr spezifisch, da ein erh\u00f6hter Bilirubinspiegel auch extrahepatische Ursachen haben kann, wie h\u00e4molytische An\u00e4mie und extrahepatische Cholestase. Die unterschiedlichen Formen der Hyperbilirubin\u00e4mie k\u00f6nnen durch gemeinsame Interpretation mit anderen Laborbefunden oder auch Ergebnissen der bildgebenden Diagnostik unterschieden werden. Bei jedem ikterischen Patienten ist ein Blutbild anzufertigen, um eine H\u00e4molyse auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die <strong>Gallens\u00e4uren<\/strong> werden an den Mitochondrien der Hepatozyten aus Cholesterol synthetisiert und anschlie\u00dfend zum Gro\u00dfteil an Taurin konjugiert. Durch die Konjugierung liegen die prim\u00e4ren Gallens\u00e4uren im Darm in ionisierter Form vor und k\u00f6nnen zun\u00e4chst nicht reabsorbiert werden. Erst nach der Emulgierung des Nahrungsfettes werden die Gallens\u00e4uren im Ileum an spezifischen Rezeptoren r\u00fcckresorbiert und gelangen \u00fcber das Pfortaderblut wieder in die Leber. Der Gro\u00dfteil der Galle wird in der Gallenblase gespeichert, ca. 10-20% der Gallens\u00e4uren werden kontinuierlich in das Duodenum sezerniert und repr\u00e4sentieren die sogenannten N\u00fcchterngallens\u00e4uren. Bei gesunden Tieren steigt die Serumkonzentration der Gallens\u00e4uren (postprandialer Wert) nach der Nahrungsaufnahme geringgradig an, da die Gallenblase kontrahiert, die Gallens\u00e4uren im Darm reabsorbiert und \u00fcber das Blut zur\u00fcck zur Leber transportiert werden (enterohepatischer Kreislauf). Die gro\u00dfe Menge an Gallens\u00e4uren \u00fcbersteigt die Clearance Kapazit\u00e4t der Leberzellen.<br \/>\nDie aussagekr\u00e4ftigsten Informationen erh\u00e4lt man bei der gepaarten Messung sowohl der pr\u00e4prandialen (nach 12-st\u00fcndigem Fasten) als auch der postprandialen (2 Stunden nach Testmahlzeit) Gallens\u00e4urenkonzentration, obwohl auch die Spezifit\u00e4t der einzelnen Messungen sehr hoch ist.<br \/>\nErh\u00f6hte Gallens\u00e4urenkonzentrationen zeigen eine Funktionsst\u00f6rung der Leber an (oder vaskul\u00e4re Anomalien der Lebergef\u00e4\u00dfe), noch vor dem Auftreten von Ikterus.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>H\u00e4matologische Ver\u00e4nderungen<br \/>\n<\/b>An\u00e4mie ist ein h\u00e4ufiger Befund im Verlauf von Lebererkrankungen, wobei diese im Falle von Blutungen (Koagulopathien, gastrointestinale Ulzera) regenerativ ist. H\u00e4ufiger kommt es jedoch aufgrund einer ineffizienten Nutzung der Eisenspeicher zu einer aregenerativen An\u00e4mie.<br \/>\nEntz\u00fcndliche Hepatopathien k\u00f6nnen mit einer Leukozytose einher gehen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Harnuntersuchung<br \/>\n<\/b>Das spezifische Gewicht kann aufgrund der h\u00e4ufig im Zuge von Lebererkrankungen auftretenden Polyurie\/Polydipsie erniedrigt sein.<br \/>\nIm Harn gesunder Katzen ist kein Bilirubin nachweisbar, daher ist jede Bilirubinurie ein signifikanter Befund und indiziert eine Abkl\u00e4rung. Ammoniumuratkristalle sind bei 15% aller Katzen mit portosystemischem Shunt und bei schweren Leberfunktionsst\u00f6rungen im Harnsediment nachweisbar.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Biopsie<br \/>\n<\/b>Die klinische Untersuchung, Labordiagnostik und bildgebende Verfahren k\u00f6nnen lediglich die Organdiagnose \u201eHepatopathie\u201c stellen. Die eindeutige Diagnose des vorliegenden Krankheitsprozesses kann nur mithilfe von Biopsieproben festgestellt werden.<br \/>\nEs stehen unterschiedliche Methoden zur Verf\u00fcgung, um eine Gewebsprobe zu erhalten. Die einfachsten Techniken sind die Feinnadelaspiration (FNA) und die Stanzbiopsie. Sie k\u00f6nnen blind oder ultraschallgest\u00fctzt vorgenommen werden, Stanzbiopsien werden auch laparoskopisch durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie FNA hat zwar viele Vorteile, wie den minimalen Materialaufwand und das seltene Auftreten von Komplikationen, Studien zeigen jedoch, dass bei nur ca. 30% der untersuchten Patienten die Diagnose von Zytologie und Pathohistologie v\u00f6llig \u00fcbereinstimmte.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">H\u00e4ufig auftretende Lebererkrankungen der Katze<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b><\/b><strong>Hepatische Lipidose<br \/>\n<\/strong>Die feline hepatische Lipidose ist eine h\u00e4ufig auftretende und potentiell letale Erkrankung. Adip\u00f6se Katzen zeigen eine Pr\u00e4disposition zur Entwicklung einer Fettleber.<br \/>\nIn 5% der F\u00e4lle tritt die Lipidose idiopathisch auf, meistens liegen aber Grunderkrankungen vor, die eine katabole Stoffwechsellage verursachen. Die Anflutung von Fetts\u00e4uren aus den K\u00f6rperfettdepots \u00fcbersteigt die Kapazit\u00e4t der Leber, diese zu verarbeiten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Am h\u00e4ufigsten sind \u00fcbergewichtige Katzen mittleren Alters betroffen, die Inappetenz von mehreren Tagen, Gewichtsverlust, Lethargie und teilweise Vomitus zeigen. Die vergr\u00f6\u00dferte Leber ist meistens palpierbar und 70% der Tiere sind ikterisch.<br \/>\nLaborver\u00e4nderung k\u00f6nnen je nach vorhandener Grunderkrankung sehr unterschiedlich sein. Typisch ist eine deutliche Erh\u00f6hung der AP-Aktivit\u00e4t bei nur moderater Erh\u00f6hung der Aktivit\u00e4t von ALT und AST. Eine zus\u00e4tzlich deutlich erh\u00f6hte GGT-Aktivit\u00e4t weist auf eine Grunderkrankung im Bereich der Leber oder des Pankreas hin. Hyperbilirubin\u00e4mie und erh\u00f6hte Gallens\u00e4urenkonzentrationen sind \u00fcblich (Tab. 2)<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Neutrophile Cholangitis<br \/>\n<\/b>Die neutrophile Cholangitis tritt vorwiegend bei mittelalten bis \u00e4lteren Katzen auf. Die Tiere erkranken meist akut und zeigen Anorexie, Lethargie und Fieber. Meist sind die Tiere ikterisch und die Palpation des cranialen Abdomens ist schmerzhaft. Chronische F\u00e4lle gehen mit milder Symptomatik einher.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Charakteristische Laborwertver\u00e4nderungen sind Hyperbilirubin\u00e4mie und Aktivit\u00e4tserh\u00f6hung der ALT, in geringerem Ma\u00dfe auch von AP und GGT. Die Gallens\u00e4urenkonzentration ist im Allgemeinen erh\u00f6ht. Das Blutbild zeigt eine Leukozytose mit Neutrophile, h\u00e4ufig mit Linksverschiebung. Die kulturelle Untersuchung von Lebergewebe oder Galle ist empfohlen, da als Ursache der neutrophilen Cholangitis aufsteigende Infektionen aus dem D\u00fcnndarm angenommen werden. Die neutrophile Cholangitis ist h\u00e4ufig mit einer Pankreatitis oder IBD (inflammatory bowel disease) vergesellschaftet. Treten alle drei Erkrankungen gleichzeitig auf, spricht man von Triaditis. M\u00f6glicherweise beg\u00fcnstigt die IBD die aufsteigenden bakteriellen Infektionen in Leber und Pankreas (Tab. 3)<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Lymphozyt\u00e4re Cholangitis<br \/>\n<\/b>Die lymphozyt\u00e4re Cholangitis tritt bei jungen Katzen auf, ca. 50% der betroffenen Tiere sind unter 4 Jahre alt. Perser sind pr\u00e4dispositioniert. Die \u00c4tiologie ist nicht gekl\u00e4rt, es wird aber ein immunmediiertes Geschehen angenommen. Die klinische Symptomatik beginnt oft nur sehr mild, die Fresslust ist erhalten oder sogar gesteigert, gleichzeitig verlieren die Tiere Gewicht. Die Hauptsymptome Ikterus und Aszites sind initial oft noch nicht ausgepr\u00e4gt. Hepatomegalie und Lymphadenopathie kann auftreten. In leichten F\u00e4llen bzw. fr\u00fchen Stadien sind die einzigen Laborwertver\u00e4nderungen oft nur milde Aktivit\u00e4tssteigerungen aller Leberenzyme. In fortgeschritteneren F\u00e4llen sind auch Bilirubin und die Gallens\u00e4urenkonzentration deutlich erh\u00f6ht. H\u00e4ufig ist die Totalproteinkonzentration aufgrund einer Hypergammaglobulin\u00e4mie erh\u00f6ht. FIP ist eine wichtige Differentialdiagnose der lymphozyt\u00e4ren Cholangitis, da auch die Beschaffenheit des Aszites bei beiden Erkrankungen sehr \u00e4hnlich ist (Tab. 4).<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Gemischtzellige Cholangitis<br \/>\n<\/b>Es treten auch F\u00e4lle von gemischtzelliger Cholangitis auf, bei denen es sehr schwierig bzw. unm\u00f6glich ist festzustellen, ob die prim\u00e4re Entz\u00fcndung eutrophil oder lymphozyt\u00e4r war. Die Klinik ist mild und unspezifisch, wechselnder Appetit, Gewichtsverlust und zeitweise Lethargie sind vorherrschend. Manchmal ist ein akuter Beginn des Krankheitsverlauf nachvollziehbar, was dann auf eine chronisch gewordene neutrophile Cholangitis hinweist.<br \/>\nDie gemischtzellige Cholangitis stellt eine therapeutische Herausforderung dar, weil die Therapie von neutrophiler und lymphozyt\u00e4rer Cholangitis kontr\u00e4r ist. W\u00e4hrend Erstere prim\u00e4r antibiotisch therapiert wird, ist bei Letzterer die Glukokortikoidtherapie essentiell. Daher wird bei gemischtzelliger Cholangitis empfohlen, zuerst eine antibiotische Therapie einzuleiten und falls sich keine deutliche Besserung innerhalb von 12 Wochen zeigt, zus\u00e4tzlich Prednisolon in antiinflammatorischer Dosis einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">07 \/ 2013<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; css=&#187;.vc_custom_1730807616407{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1730807634481{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1730807647077{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_07_Juli_2013_Lebererkrankung_Katze-min.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20Oktober%202022|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1730807660722{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1730807672347{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><strong><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_07_Juli_2013_Lebererkrankung_Katze-min.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebererkrankungen der Katze<\/a><\/strong><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da die Leber an vielen K\u00f6rperfunktionen beteiligt ist, sind Lebererkrankungen mit einer Vielzahl von klinischen Symptomen und auch diversen Laborwertver\u00e4nderungen verbunden.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[464],"tags":[],"class_list":["post-1427820","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-laboklin-aktuell-2013-de-ch","category-464","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427820","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1427820"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427820\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1493062,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427820\/revisions\/1493062"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1427820"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1427820"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1427820"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}