{"id":1427796,"date":"2015-09-01T15:37:39","date_gmt":"2015-09-01T13:37:39","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/erbliche-und-angeborene-hautveraenderungen-gentests\/"},"modified":"2024-10-31T08:59:16","modified_gmt":"2024-10-31T07:59:16","slug":"erbliche-und-angeborene-hautveraenderungen-gentests","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/erbliche-und-angeborene-hautveraenderungen-gentests\/","title":{"rendered":"Erbliche und angeborene Hautver\u00e4nderungen &#8211; Gentests"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<aside>\n<h2>Allgemeines zu Gentests<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Als DNA-Analyse (synonym: DNA-Test, DNS-Analyse, DNS-Test, Genanalyse oder Gentest) werden molekularbiologische Verfahren bezeichnet, welche das genetische Erbgut (DNA) untersuchen, um R\u00fcckschl\u00fcsse auf verschiedene genetische Aspekte eines Individuums ziehen zu k\u00f6nnen (wikipedia).<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Den wesentlichen Durchbruch f\u00fcr die molekularbiologische Diagnostik brachte die Entwicklung der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Im Rahmen der klinischen Diagnostik wird die PCR zur Detektion und Analyse von Genen bekannter Sequenz eingesetzt. Mit Hilfe der PCR ist es m\u00f6glich, ganz gezielt bestimmte Abschnitte der DNA im Reagenzglas millionenfach zu vervielf\u00e4ltigen. Aufgrund der Spezifit\u00e4t der PCR findet nur dann eine Vervielf\u00e4ltigung der DNA statt, wenn eine bestimmte Zielsequenz auch tats\u00e4chlich vorhanden ist. Durch die molekulargenetische Analyse des Erbguts k\u00f6nnen beispielsweise Mutationen aufgedeckt werden, die zu genetisch bedingten Erkrankungen f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein Nachkomme erbt prinzipiell 50% seiner Erbanlagen von der Mutter sowie 50% vom Vater. Welche \u00e4u\u00dferlichen Merkmale oder Erbkrankheiten der Nachkomme ausbildet, ist davon abh\u00e4ngig, ob das Merkmal oder die Erkrankung dominant oder rezessiv (=verdeckt) vererbt wird. Wird ein Merkmal dominant vererbt, so ist nur eine Erbanlage von Vater oder Mutter n\u00f6tig, damit das Merkmal zur Auspr\u00e4gung kommt. Es gen\u00fcgt eine Anlage von einem Elternteil, damit das Tier von der Erkrankung\/der Mutation betroffen ist, und unter Umst\u00e4nden auch die Symptome zur ph\u00e4notypischen Auspr\u00e4gung kommen. Bei einem rezessiv vererbten Merkmal sind dagegen zwei Erbanlagen n\u00f6tig, damit das Merkmal auch ph\u00e4notypisch in Erscheinung tritt. Die Erbanlagen k\u00f6nnen unabh\u00e4ngig vom Alter des Tieres analysiert werden. Die Identifikation von klinisch unauff\u00e4lligen Einzelgentr\u00e4gern im Falle einer rezessiven Erbkrankheit erm\u00f6glicht eine verantwortungsvolle Selektion in der Zucht. Die Testverfahren, mit denen Mutationen aufgedeckt werden, sind zwar aufw\u00e4ndig, jedoch \u00e4u\u00dferst zuverl\u00e4ssig. Aus dem Probenmaterial (1 ml EDTA-Blut) wird zun\u00e4chst das Erbgut \u2013 die DNA \u2013 isoliert. Der betreffende Genabschnitt wird dann im Reagenzglas mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion millionenfach vermehrt, so dass er f\u00fcr eine Analyse in ausreichendem Ma\u00dfe vorhanden ist. Die Gen-Analyse erfolgt mit Hilfe verschiedener Verfahren wie zum Beispiel der Sequenzierung, einer Realtime-PCR oder der Fragment-L\u00e4ngen-Analyse.<\/p>\n<\/aside>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1427796 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; HNPK heredit\u00e4re nasale Parakeratose\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"391\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-1.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"391\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-1.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: HNPK heredit\u00e4re nasale Parakeratose\" aria-describedby=\"gallery-1-1339093\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-1.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-1-300x199.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339093'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> HNPK heredit\u00e4re nasale Parakeratose\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; Ichthyose\" data-large_image_width=\"590\" data-large_image_height=\"443\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2.png'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"590\" height=\"443\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2.png\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Ichthyose\" aria-describedby=\"gallery-1-1339097\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2.png 590w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 590px) 100vw, 590px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339097'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> Ichthyose\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1730360831438{margin-top: 10px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<aside><b>Prinzipiell ergeben sich drei verschiedene Ergebnism\u00f6glichkeiten:<\/b>a.) Das Tier ist erbgesund hinsichtlich der betreffenden Erkrankung (Genotyp N\/N). Sowohl die von der Mutter als auch vom Vater erhaltenen Erbanlagen bez\u00fcglich der entsprechenden Erbkrankheit liegen in nicht mutiertem Zustand vor. An die Nachkommen werden nur gesunde Gene weitergegeben.b.) Das Tier hat eine mutierte Erbanlage von Vater oder Mutter erhalten (Genotyp N\/mut). Wird die Erkrankung autosomal-rezessiv vererbt, ist das Tier klinisch gesund. Folgt die Erkrankung dem autosomal-dominanten Erbgang, wird sich das mutierte Gen ph\u00e4notypisch auswirken. Beim gonosomal-rezessiven Erbgang erkranken m\u00e4nnliche Tiere, auch wenn nur eine Kopie des mutierten Gens vorliegt, da das kompensierende Allel auf dem Y-Chromosom fehlt. In jedem Fall wird jedoch das mutierte Gen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an die Nachkommen weitergegeben.c.) Das Tier ist erbkrank (Genotyp mut\/mut). Es hat sowohl von Vater als auch Mutter die mutierte Erbanlage erhalten. Die Erkrankung wird sich klinisch manifestieren, und an alle Nachkommen wird ein mutiertes Gen weitergegeben.<\/p>\n<p>In der Dermatologie gibt es eine Vielzahl von Erbkrankheiten, wobei f\u00fcr einige von ihnen bereits Genmutationen erforscht und entsprechende Gentests etabliert wurden. Wir konzentrieren uns hier auf ein paar der h\u00e4ufiger auftretenden Erkrankungen. Im Anschluss finden Sie noch eine Liste an wichtigen Links, seltene dermatologische Erkrankungen, f\u00fcr die bereits Gentests existieren, und Erkrankungen, bei denen Forschungsprojekte laufen und in hoffentlich naher Zukunft ein Gentest zu erwarten sein wird.<\/p>\n<h2>HNPK heredit\u00e4re nasale Parakeratose<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b>Rasse:<\/b>\u00a0Labrador Retriever<br \/>\n<b>Erbgang:<\/b>\u00a0autosomal-rezessiv<br \/>\n<b>Testdauer:<\/b>\u00a03-5 Werktage nach Erhalt der Probe<br \/>\n<b>Material:<\/b> F\u00fcr den DNA-Test wird 1 ml EDTA-Blut ben\u00f6tigt. Alternativ ist auch die Einsendung eines Backenabstriches m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Bei der nasalen Parakeratose handelt es sich um einen autosomal rezessiv vererbten Gendefekt des Labrador Retrievers (und auch dessen Kreuzungen), welcher sich in Krusten- und Fissurenbildung lokalisiert an der Oberseite des Planum nasales \u00e4u\u00dfert. In einer Studie von Page et al. (2003) zeigten 6 von 10 Hunden (60%) Hinweise auf eine oberfl\u00e4chliche bakterielle Infektion. Auch eine Depigmentierung des Nasenspiegels kann in einigen F\u00e4llen beobachtet werden. Betroffene Hunde sollten entweder von der Zucht ausgeschlossen werden oder ausschlie\u00dflich mit freie Hunden (Genotyp N\/N) verpaar werden. Im weitesten Sinne gesehen ist es jedoch eine rein kosmetische Erkrankung, welche aber durch Sekund\u00e4rinfektionen und schmerzhafte, blutende Fissuren verkompliziert und somit f\u00fcr das Tier sehr unangenehm werden kann.<\/p>\n<p>Erste Symptome treten meist bei sehr jungen Tieren im Alter von 6 Monaten bis zu 2 Jahren auf. Hunde beiderlei Geschlechts und aller Haarfarben (beige, schwarz, chocolate) sind betroffen. Klinisch \u00e4u\u00dfert sich die nasale Parakeratose in einer Anh\u00e4ufung von gr\u00e4ulich bis br\u00e4unlichem keratin\u00f6sem Zelldetritus am dorsalen Nasenspiegel. Selten finden sich auch schuppige, krustige L\u00e4sionen am Nasenr\u00fccken und an den Sohlenballen im Sinne einer Hyperkeratose. Meist sind jedoch die Hyperkeratose und die Depigmentierung auf das Planum nasale beschr\u00e4nkt. Die betroffenen Hunde sind sonst klinisch gesund.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Differentialdiagnosen f\u00fcr die HNPK sind Pemphigus erythematosus und foliaceus, systemischer oder diskoidaler Lupus erythematodes, Staupe, Zink-responsive Dermatitis, Leishmaniose, metabolische epidermale Nekrose (hepatokutanes Syndrom), prim\u00e4re seborrhoeische Dermatitis und die idiopathische nasale Hyperkeratose (betrifft meist \u00e4ltere Hunde, keine Rassepr\u00e4disposition) (Scott et al., 2001).<\/p>\n<p>Die Diagnose wird aufgrund des Signalements, der Anamnese (eventuell Wurfgeschwister oder Elterntiere betroffen), anhand des klinischen Bildes und des Ausschlusses m\u00f6glicher anderer Differentialdiagnosen gestellt. Eine sichere Diagnosestellung ist durch eine dermatohistopathologische Untersuchung und\/oder via Gentest zu stellen. Die f\u00fcr die Heredit\u00e4re Nasale Parakeratose (HNPK) verantwortliche Mutation wurde erstmalig von der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Tosso Leeb, Universit\u00e4t Bern, beschrieben. Es handelt sich dabei um eine Mutation im SUV39H2 Gen, welches die Expression eines spezifischen Enzyms (Histon 3 Lysin 9 [H3K9] Methyltransferase) steuert. Dieses Enzym ist wesentlich an der Differenzierung und dem Reifungsprozess der Keratinozyten beteiligt. Diese Studie (Jagannathan et al., 2013) fand heraus, dass der Ph\u00e4notyp der HNPK nicht durch eine Hyperproliferation, sondern durch eine ver\u00e4nderte und verz\u00f6gerte Enddifferenzierung der Keratinozyten verursacht ist. Die komplette Erneuerung der Epidermis betr\u00e4gt beim Mensch 40-56 und beim Hund normalerweise zirka 22 Tage. Bei dem Erkrankungsbild der heredit\u00e4ren nasalen Parakeratose findet man Zellkerne im Stratum corneum und eine Anh\u00e4ufung von Eiwei\u00df-\u00e4hnlicher Fl\u00fcssigkeit (\u201eserum lakes\u201c) vor, w\u00e4hrend hingegen bei einem Hund mit einem physiologischen Keratinisierungsprozess keine Nuclei mehr im Stratum corneum zu finden sind. Diese Nuclei sind bei der HNPK zusammen mit der Parakeratose auch in der Pathohistologie zu sehen (Senter et al., 2002).<\/p>\n<p>Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt. Eine symptomatische topische Behandlung mit Vitamin E-Pr\u00e4paraten, Vaseline, Propylenglykol- oder Salicyls\u00e4urehaltigen Produkten kann bei der Aufl\u00f6sung der trockenen Borken helfen, und zu einer Verbesserung des klinischen Bildes f\u00fchren. Es handelt sich dabei jeweils um lebenslange Behandlungsma\u00dfnahmen. Bei bereits vorliegenden Sekund\u00e4rinfektionen sollte der Einsatz von topischen oder systemischen Antibiotika stattfinden. In einer Studie verbesserte sich das klinische Bild um 85% bei 2 Hunden, welche hochdosiert Prednison oral (2 mg\/kg alle 24 Stunden) erhielten. Beide Hunden entwickelten nach Beendigung der Glukokortikoid-Therapie wieder ein Rezidiv (Peters et al., 2003). 8 Hunde dieser Studie (Peters et al., 2003) erhielten nach dem positiven Biopsie-Ergebnis eine topische Therapie mit einem Propylenglykol-Wasser-Gemisch. Alle Patienten zeigten eine gute klinische Antwort (85 \u2013 90% Verbesserung), aber eine Dauertherapie war in allen F\u00e4llen erforderlich. Ein Hund reagierte zufriedenstellend auf die topische Behandlung mit wei\u00dfer Vasline, welche alle 12 Stunden appliziert wurde. F\u00e4lle von Spontanremissionen ohne therapeutisches Einwirken konnten bislang noch nicht beobachtet werden. Ungeachtet welche Therapie eingesetzt wird, keine Hundenase wurde wieder zu 100% normal bzw. in den eigentlichen Ursprungszustand versetzt. Die orale Verabreichung von Antibiotika, Zink, Vitamin E, Vitamin A und Omega-6\/Omega-3 Fetts\u00e4uren brachte nicht den gew\u00fcnschten Erfolg, was sich auch weitestgehend mit einer vorangegangen Studie von Page et al. (2003) deckt. Page et al. (2003) untersuchten 18 Hunde (14 Labrador Retriever, 4 Labrador-Mischlinge) mit heredit\u00e4rer nasaler Dermatitis und deren Therapieans\u00e4tze. Die Hunde sprachen nicht auf die orale Gabe von Zinkmethionin (n = 3), Cephalexin (n = 4), Retinol (n = 1) oder lokalem Tretionin (n = 1) an. Eine Besserung der L\u00e4sionen wurde in dieser Studie nur mit lokalem Vitamin E (n = 2), Vaseline (n = 2) und Propylenglykol (n = 5) erreicht.<\/p>\n<h2>Ichthyose<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b>Rasse:<\/b>\u00a0Golden Retriever<br \/>\n<b>Erbgang:<\/b>\u00a0autosomal-rezessiv<br \/>\n<b>Testdauer:<\/b>\u00a01-2 Wochen nach Erhalt der Probe.<br \/>\n<b>Material:<\/b>\u00a0F\u00fcr den DNA-Test wird 1 ml EDTA-Blut ben\u00f6tigt. Alternativ ist auch die Einsendung eines Backenabstriches m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Ichthyose ist eine angeborene Keratinisierungsst\u00f6rung mit spezieller Pr\u00e4disposition f\u00fcr verschiedene Rassen (West Highland White Terrier, Cavalier King Charles Spaniel, Dobermann, Jack Russel Terrier, Norfolk Terrier, Yorkshire Terrier) und den Golden Retriever, f\u00fcr welchen auch ein Gentest verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n<p>Die Erkrankung manifestiert sich bereits bei der Geburt, indem festanhaftende Schuppen klinisch zu sehen sind, welche in gro\u00dfen Flocken abschilfern. Die Haut pr\u00e4sentiert sich meist auch erythemat\u00f6s oder haarlos. Zus\u00e4tzlich kann auch eine Hyperkeratose des Ballens oder Nasenspiegels vorliegen.<\/p>\n<h2>D-Lokus Dilution (Verd\u00fcnnung)<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b>Rasse:<\/b>\u00a0alle<br \/>\n<b>Erbgang:<\/b>\u00a0autosomal-rezessiv<br \/>\n<b>Testdauer:<\/b>\u00a01-2 Wochen nach Erhalt der Probe.<br \/>\n<b>Material:<\/b>\u00a0F\u00fcr den DNA-Test wird 1 ml EDTA-Blut ben\u00f6tigt. Alternativ ist auch die Einsendung eines Backenabstriches m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die CDA (Color Dilution Alopecia, Farbmutantenalopezie) ist eine Follikeldystrophie bei Tieren mit verd\u00fcnnter Fellfarbe (z.B. blau, rehfarben). Es entwickeln jedoch nicht alle Tiere mit verd\u00fcnnter Fellfarbe diese Erkrankung! Es sind vor allem Hunderassen mit diesen Farben betroffen: Yorkshire Terrier, Zwergpinscher, Dogge, Whippet, Italienisches Windspiel, Saluki, Chow Chow, Dackel, Silky Terrier, Boston Terrier, Neufundl\u00e4nder, Berner Sennenhund, Shetland Sheepdog, Schipperke, Chihuahua, Pudel, Irish Setter. Bei der Geburt sind diese Hunde unauff\u00e4llig Die ersten klinischen Symptome wie Hypotrichose (Fell beginnt am R\u00fccken auszud\u00fcnnen), Alopezie und Sekund\u00e4rinfektionen \u00e4u\u00dfern sich zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal ist, dass nur die farbverd\u00fcnnten Areale betroffen sind.\u00a0<b>Der Gentest ist nur ein Test f\u00fcr die Fellfarb-Verd\u00fcnnung, aber kein direkter Nachweis einer CDA.<\/b>\u00a0Eine Mutation im D-Lokus bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig, dass es jemals zu einer CDA kommen muss, hingegen liegt bei Hunden mit einer CDA immer eine Mutation im D-Lokus vor. Eine CDA kann in einer Hautstanze pathohistologisch aus ver\u00e4nderten Lokalisationen bei ph\u00e4notypisch erkrankten Tieren nachgewiesen werden. Eine Aussage zu einem sp\u00e4teren Auftreten der Erkrankung kann nicht getroffen werden.<\/p>\n<h2>Digitale Hyperkeratose<\/h2>\n<p class=\"bodytext\"><b>Rasse:<\/b>\u00a0Bordeauxdogge, Irish Terrier und Kromfohrl\u00e4nder<br \/>\n<b>Erbgang:<\/b>\u00a0autosomal-rezessiv<br \/>\n<b>Testdauer:<\/b>\u00a01-2 Wochen nach Erhalt der Probe.<br \/>\n<b>Material:<\/b>\u00a0F\u00fcr den DNA-Test wird 1 ml EDTA-Blut ben\u00f6tigt. Alternativ ist auch die Einsendung eines Backenabstriches m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Erste Symptome dieser Erkrankung zeigen sich ab einem Alter von 4-9 Monaten: die Ballen werden zunehmend spr\u00f6der, bis sich Risse und Br\u00fcche zeigen, welche die Eintrittspforten f\u00fcr Sekund\u00e4rinfektionen darstellen k\u00f6nnen. Die Ballen sind nicht l\u00e4nger rund und elastisch, sondern wirken eher platt. Au\u00dferdem kann es zu Wucherungen, den sog. Hornzapfen, kommen. Die Krallen wachsen \u00fcberm\u00e4\u00dfig schnell, wodurch diese nicht physiologisch abgelaufen werden k\u00f6nnen und sich somit in weiterer Folge verformen. Aufgrund der Symptome wird diese Erkrankung auch als \u201eCorny feet\u201c bezeichnet. Der Kromfohrl\u00e4nderwelpe zeigt bereits unmittelbar nach der Geburt, jedoch nur f\u00fcr wenige Stunden, ein samtartiges gewelltes Fell (Kr\u00e4usel- oder Persianerfell), Monate sp\u00e4ter ist das Fell deutlich gekr\u00e4uselt und die Tasthaare nach vorne unten gebogen bzw. dann sogar korkenzieherartig gedreht. Auf Lebensdauer und -qualit\u00e4t hat diese Erkrankung bei guter Pflege der Ballen und Krallen kaum einen Einfluss. Jedoch ist der Pflegeaufwand gr\u00f6\u00dfer als bei einem gesunden Hund.<br \/>\nDie Erkrankung ist auch bei anderen Rassen bekannt, der Gentest aber zurzeit nur f\u00fcr die erw\u00e4hnten Rassen etabliert.<\/p>\n<h2>Existierende Gentests zu seltenen Erkrankungen<\/h2>\n<section>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\"><b>Congenitale Hypothyreose (CGH)<\/b>\u00a0beim Spanischen Wasserhund<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Ektodermale Dysplasie\/Skin Fragility Syndrom (ED\/SFS)<\/b>\u00a0beim Chesapeake Bay Retriever<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Junctional Epidermolysis Bullosa<\/b>\u00a0beim Deutsch Kurzhaar<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Dry Eye Curly Coat Syndrome<\/b>\u00a0beim Cavalier King Charles Spaniel<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Musladin-Lueke Syndrom<\/b>\u00a0beim Beagle<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Zwergenwuchs <\/b>beim Deutschen Sch\u00e4ferhund, Saarloos Wolfshund, Tschechoslowakischen Wolfshund<\/li>\n<\/ul>\n<\/section>\n<h2>Gentests in Forschung<\/h2>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\"><b>Alopezia X<\/b>\u00a0beim Spitz<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Atopische Dermatitis<\/b>\u00a0beim Labrador und Golden Retriever<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Disproportionierter Zwergwuchs<\/b>\u00a0beim Hovawart, Golden und Labrador Retriever<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Hypothyreose <\/b>beim Hovawart<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Sebadenitis <\/b>beim Hovawart<\/li>\n<li class=\"bodytext\"><b>Symmetrische Lupoide Onychodystrophie (SLO)<\/b>\u00a0beim Rhodesian Ridgeback<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Hilfreiche Links zum Thema<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><a href=\"http:\/\/cidd.discoveryspace.ca\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">cidd.discoveryspace.ca<\/a><\/p>\n<\/aside>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">09 \/ 2015<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; css=&#187;.vc_custom_1730360993294{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1730361129945{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1730361164167{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2FLA_Sept_Einzel_aktualisiert-min.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20Oktober%202022|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1730361144392{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1730361180088{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187;]<\/p>\n<p class=\"csc-firstHeader\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/LA_Sept_Einzel_aktualisiert-min.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Erbliche und angeborene Hautver\u00e4nderungen \u2013 Gentests<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als DNA-Analyse (synonym: DNA-Test, DNS-Analyse, DNS-Test, Genanalyse oder Gentest) werden molekularbiologische Verfahren bezeichnet, welche das genetische Erbgut (DNA) untersuchen, um R\u00fcckschl\u00fcsse auf verschiedene genetische Aspekte eines Individuums ziehen zu k\u00f6nnen (wikipedia). <\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1339093,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[323],"tags":[],"class_list":["post-1427796","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2014-de-ch","category-323","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1427796"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1492168,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427796\/revisions\/1492168"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1339093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1427796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1427796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1427796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}