{"id":1427788,"date":"2016-05-10T13:58:32","date_gmt":"2016-05-10T11:58:32","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/pankreatitis-pankreasinsuffizienz-was-sagen-uns-pli-tli-vitamin-b12-co\/"},"modified":"2024-10-30T11:18:48","modified_gmt":"2024-10-30T10:18:48","slug":"pankreatitis-pankreasinsuffizienz-was-sagen-uns-pli-tli-vitamin-b12-co","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/pankreatitis-pankreasinsuffizienz-was-sagen-uns-pli-tli-vitamin-b12-co\/","title":{"rendered":"Pankreatitis &#8211; Pankreasinsuffizienz: was sagen uns PLI, TLI, Vitamin B12 &#038; Co?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Pankreas ist ein sehr wichtiges Verdauungsorgan bei Hund und Katze und besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Teil. Das exokrine Pankreas sezerniert als ser\u00f6se Dr\u00fcse Enzyme, die f\u00fcr die Verdauung aller relevanten N\u00e4hrstoffklassen unverzichtbar sind. Anatomisch betrachtet besteht das exokrine Pankreas aus den Azini und dem Gangsystem. Die Enzyme werden von den Dr\u00fcsenzellen in den Azini gebildet und in Granula gespeichert.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">1. Pankreatitis<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Die Pankreatitis ist eine sehr schmerzhafte Entz\u00fcndung der Bauchspeicheldr\u00fcse, die durch eine verfr\u00fchte Aktivierung und Freisetzung proteolytischer Enzyme aus den Azinuszellen entsteht. Als Folge kommt es zu lokaler und systemischer Zerst\u00f6rung von Geweben durch die Pankreasenzyme selbst und durch Entz\u00fcndungsmediatoren, die w\u00e4hrend des Prozesses freigesetzt werden. Betroffen sind vornehmlich mittelalte bis alte Hunde und Katzen. Rassedispositionen bestehen f\u00fcr Zwergschnauzer, Yorkshire Terrier, Pudel, bei Katzen scheinen Siamesen vermehrt betroffen zu sein.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Vorkommen der Pankreatitis bei Kleintieren ist schon lange bekannt. Zun\u00e4chst wurden Entz\u00fcndungserscheinungen am Pankreasgewebe eher zuf\u00e4llig bei Nekropsien von Hund und Katze festgestellt. Dies f\u00fchrte zu der Annahme, dass Pankreatitiden weitaus h\u00e4ufiger bei Hund und Katze vorkommen als bisher angenommen. Zahlreiche Forscherteams haben seitdem zu einem besseren Verst\u00e4ndnis dieser Erkrankung beigetragen. Doch obwohl mittlerweile anerkannt ist, dass Erkrankungen des exokrinen Pankreas, insbesondere die Pankreatitis, weitaus h\u00e4ufiger bei Hund und Katze anzutreffen sind als urspr\u00fcnglich gedacht, sind die klinische Diagnose wie auch Behandlung nicht einfacher geworden. Die Leitsymptome sind sehr unspezifischer Natur und umfassen Anorexie, Erbrechen, Abdominalschmerz, Schw\u00e4che, Durchfall, (Ikterus Katze), wobei nicht immer alle Symptome auftreten und bei sehr milden Verl\u00e4ufen auch gar keine Ver\u00e4nderungen feststellbar sind. Bei der Katze sind die klinischen Symptome noch weitaus undeutlicher als beim Hund. Es sollte daher bei allen gastrointestinalen St\u00f6rungen die Pankreatitis als Differentialdiagnose mit ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">2. Pankreatitis \u2012 Diagnose\/Labordiagnostik<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Blutbild und klinische Chemie weisen zumeist nur sehr unspezifische Ver\u00e4nderungen auf, die auf eventuell vorhandenes Erbrechen und Durchfall zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Diese Ver\u00e4nderungen helfen nicht bei der Diagnose, sind aber geeignet, um den Gesundheitsstatus des Patienten einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>2.1 Amylase\/Lipase<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Sie sind keine pankreasspezifischen Enzyme, sondern kommen auch im Darm, in der Muskulatur, in den Speicheldr\u00fcsen und in der Leber vor. Die Sensitivit\u00e4t der Lipase liegt beim Hund bei etwa 55%. Eine Erh\u00f6hung der Lipase um das ca. 3-fache ist relativ spezifisch beim Hund, jedoch kann auch eine Pankreatitis vorliegen, wenn die Lipase-Aktivit\u00e4t nicht erh\u00f6ht ist. Bei der Katze sind Amylase und Lipase noch weniger spezifisch als beim Hund. Beide Enzyme k\u00f6nnen erh\u00f6ht sein bei Leber- und Nierenerkrankungen, Neoplasien oder nach Glukokortikoidgabe und diabetischer Ketoazidose.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>2.2 TLI (Trypsin-like-Immunreaktivit\u00e4t)<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Gemessen werden bei diesem Parameter Trypsin und seine inaktive Vorstufe Trypsinogen. Trypsinogen wird ausschlie\u00dflich im Pankreas synthetisiert. Jedoch weisen nur ca. 30-60% aller Hunde und Katzen mit einer Pankreatitis eine Erh\u00f6hung dieses Wertes auf. Wahrscheinlich ist dies auf die sehr kurze Halbwertszeit des Enzyms (&lt;20 min.) zur\u00fcckzuf\u00fchren. Futteraufnahme und Nierenerkrankungen f\u00fchren ebenfalls zu erh\u00f6hten Werten. Der TLI-Wert ist ein besserer diagnostischer Marker f\u00fcr die exokrine Pankreasinsuffizienz.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1427788 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Akute, eitrige Pankreatitis bei einer 12-j\u00e4hrigen Katze, die perakut verstorben ist &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Aupperle, Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"945\" data-large_image_height=\"547\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-13.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"547\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-13.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Akute, eitrige Pankreatitis bei einer 12-j\u00e4hrigen Katze, die perakut verstorben ist\" aria-describedby=\"gallery-1-1339044\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-13.jpg 945w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-13-300x174.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-13-768x445.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339044'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Akute, eitrige Pankreatitis bei einer 12-j\u00e4hrigen Katze, die perakut verstorben ist <br><i>Bildquelle: Aupperle, Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; Akute, eitrige Pankreatitis bei einer 12-j\u00e4hrigen Katze, die perakut verstorben ist &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Aupperle, Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"945\" data-large_image_height=\"709\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-14.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"709\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-14.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Akute, eitrige Pankreatitis bei einer 12-j\u00e4hrigen Katze, die perakut verstorben ist\" aria-describedby=\"gallery-1-1339048\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-14.jpg 945w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-14-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-14-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339048'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> Akute, eitrige Pankreatitis bei einer 12-j\u00e4hrigen Katze, die perakut verstorben ist <br><i>Bildquelle: Aupperle, Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3: &lt;\/b&gt; Gesundes Pankreasgewebe Katze&lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Aupperle, Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"945\" data-large_image_height=\"748\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-12.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"748\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-12.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Gesundes Pankreasgewebe\" aria-describedby=\"gallery-1-1339052\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-12.jpg 945w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-12-300x237.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/3-12-768x608.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339052'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3: <\/b> Gesundes Pankreasgewebe Katze<br><i>Bildquelle: Aupperle, Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 4: &lt;\/b&gt; Chronische Pankreatitis mit zunehmender Fibrosierung des Organs &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Aupperle, Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"945\" data-large_image_height=\"709\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-7.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"709\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-7.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Chronische Pankreatitis mit zunehmender Fibrosierung des Organs\" aria-describedby=\"gallery-1-1339056\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-7.jpg 945w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-7-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/4-7-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339056'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4: <\/b> Chronische Pankreatitis mit zunehmender Fibrosierung des Organs <br><i>Bildquelle: Aupperle, Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 5: &lt;\/b&gt; Pankreasatrophie im Endstadium bei einem Hund. Deutlich zu sehen: stark reduzierter Anteil an Dr\u00fcsengewebe (blau gef\u00e4rbt) &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Aupperle, Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"945\" data-large_image_height=\"611\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-4.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"611\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-4.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Pankreasatrophie im Endstadium bei einem Hund. Deutlich zu sehen: stark reduzierter Anteil an Dr\u00fcsengewebe (blau gef\u00e4rbt)\" aria-describedby=\"gallery-1-1339060\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-4.jpg 945w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-4-300x194.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/5-4-768x497.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1339060'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5: <\/b> Pankreasatrophie im Endstadium bei einem Hund. Deutlich zu sehen: stark reduzierter Anteil an Dr\u00fcsengewebe (blau gef\u00e4rbt) <br><i>Bildquelle: Aupperle, Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1730282961614{margin-top: 10px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>2.3 PLI (pankreatische Lipase Immunreaktivit\u00e4t)<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Die pankreatische Lipase wird ausschlie\u00dflich in den Azinuszellen des Pankreas synthetisiert. Physiologischerweise befinden sich geringe Mengen der pankreatischen Lipase in der peripheren Zirkulation. Kommt es im Verlauf einer Pankreatitis zur Zerst\u00f6rung der Azinuszellen, gelangen erh\u00f6hte Konzentrationen in die Zirkulation. Der Grad der Erh\u00f6hung der Konzentration korreliert mit dem Grad der Entz\u00fcndung und damit Zellzerst\u00f6rung des Pankreas. Die Bestimmung der pankreatischen Immunreaktivit\u00e4t beruht auf Strukturmerkmalen, die spezifisch f\u00fcr die aus dem Pankreas stammende Lipase ist. Dies ist ein signifikanter Unterschied zu anderen Tests, die die Lipase Aktivit\u00e4t bestimmen. Die Aktivit\u00e4t ist f\u00fcr jede Lipase gleich, unabh\u00e4ngig von ihrem Ursprungsgewebe. Es wurden spezifische Tests entwickelt zur Quantifizierung der felinen (fPLI) und caninen (cPLI) pankreatischen Lipase. Die Spezifit\u00e4t beim Hund liegt bei ca. 71% und die Sensitivit\u00e4t bei 93%. Bei Katzen ist der Test zu 91% spezifisch und zu 67% sensitiv. Die Bestimmung der PLI wird nicht von einer eventuellen Enzymsubstitution beeinflusst und auch H\u00e4molyse und Lip\u00e4mie beeintr\u00e4chtigen die Bestimmung nicht. PLI ist sehr stabil. Die Bestimmung der PLI im Serum von Hunden und Katzen wird zurzeit als der zuverl\u00e4ssigste, nichtinvasive Test zur Diagnose einer Pankreatitis anerkannt.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">3. Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Bei EPI ist die Synthese und Sekretion von pankreatischen Enzymen unzureichend, was zu Maldigestion und -absorption f\u00fchrt. Klinische Symptome treten auf, wenn das funktionale Gewebe bis auf 10-15% reduziert ist. Eine EPI \u00e4u\u00dfert sich darin, dass die Tiere eine ungest\u00f6rte bzw. erh\u00f6hte Futteraufnahme zeigen, trotzdem aber an Gewicht verlieren. H\u00e4ufig haben die Tiere chronischen Durchfall und das Haarkleid erscheint struppig und glanzlos. Der Kot ist beim Hund oft ungeformt, sehr volumin\u00f6s und je nach aufgenommenem Futter gelblich-fettig mit unverdauten Nahrungsbestandteilen. Eine EPI kann angeboren oder erworben sein. Beim deutschen Sch\u00e4ferhund und Collie ist bekannt, dass es einen genetischen Defekt gibt, der zur pankreatischen Azinaratrophie f\u00fchrt (PAA). Betroffene Hunde erkranken schon in sehr jungen Jahren und k\u00f6nnen fast bis zum Skelett abmagern. Sehr h\u00e4ufig ist die EPI Folge von chronisch rezidivierenden Pankreatitiden, die nicht entsprechend erkannt und behandelt wurden. Daher handelt es sich zumeist um eine Erkrankung von mittelalten bis alten Hunden und Katzen. In seltenen F\u00e4llen kann auch eine Neoplasie des Pankreas zur EPI f\u00fchren. Ist die EPI Folge einer chronisch-rezidivierenden Pankreatitis, kann sich sekund\u00e4r ein Diabetes mellitus entwickeln. Fast immer ist eine EPI mit einem Mangel an Vitamin B12 vergesellschaftet. Das kommt daher, dass im Pankreas auch der intrinsische Faktor synthetisiert wird, der notwendig f\u00fcr die Resorption von Vitamin B12 im Ileum ist. Desweiteren fehlen auch ben\u00f6tigte Puffersysteme und antimikrobielle Substanzen, die ebenfalls Produkte des exokrinen Pankreas sind. Daher kommt es im Verlauf einer EPI sehr h\u00e4ufig auch zu einer Erkrankung des Darmes (IBD = inflammatory bowel disease). Bei der Katze tritt die EPI nur sehr selten auf und ist meist Folge einer chronischen Pankreatitis oder auch einer Obstruktion des Dr\u00fcsenabflusses (Adenokarzinom).<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">4. Diagnose der EPI<\/h2>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>4.1 Klinische Chemie und Blutbild<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Sehr oft unauff\u00e4llig.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>4.2 TLI (Trypsin-like-Immunreaktivit\u00e4t)<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Wie bereits unter Pankreatitis erw\u00e4hnt, bestimmt die TLI das Trypsin und seine inaktive Vorstufe Trypsinogen im Serum von Hund und Katze in jeweils Speziesspezifischen Tests. Es ist der Test der Wahl, wenn es um die Diagnose einer exokrinen Pankreas insuffizienz geht. Die Sensitivit\u00e4t und Spezifit\u00e4t des TLI beim Hund liegen bei ann\u00e4hernd 100%. Bei der Katze ist die Sensitivit\u00e4t der TLI nicht bekannt, die Spezifit\u00e4t liegt bei 85-100 %. Die EPI ist gekennzeichnet durch eine erniedrigte TLI-Serum-Konzentration, jedoch ist ein einmalig erniedrigter TLI-Wert ohne entsprechende Klinik nicht beweisend f\u00fcr eine EPI und sollte nach einigen Wochen best\u00e4tigt werden. Nur wenn dauerhaft die Serum-TLI-Konzentration erniedrigt ist, ist das beweisend f\u00fcr eine EPI. Cave: Tier muss gefastet haben (8, besser 12 Stunden), Futteraufnahme f\u00fchrt zu falsch hohen Werten. Falsch hohe Werte kommen auch bei Niereninsuffizienzen und bei stark kachektischen Hunden vor.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>4.3 Pankreatische Elastase<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Die pankreatische Elastase ist eine verdauungsresistente Endoprotease, die ausschlie\u00dflich in den Azinuszellen des Pankreas gebildet wird. Sie kann zurzeit nur im Kot von Hunden bestimmt werden. Ein entsprechender Test f\u00fcr Katzen steht nicht zur Verf\u00fcgung. Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz ist die f\u00e4kale pankreatische Elastase stark vermindert, kann aber auch bei gesunden Hunden vermindert sein, daher sollte ein positiver Befund durch anschlie\u00dfende Bestimmung der TLI best\u00e4tigt werden. (Spezifit\u00e4t ca. 50%). Zu beachten ist, dass es bei Patienten mit Durchfall zu einem \u201eVerd\u00fcnnungseffekt\u201c kommt. In solchen F\u00e4llen sollte der Test wiederholt werden und der TLI-Wert im Serum bestimmt werden.<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><strong>4.4 Vitamin B12 (Cobalamin) \/ Fols\u00e4ure<\/strong><\/h5>\n<p class=\"bodytext\">Sie sind beides wasserl\u00f6sliche Vitamine aus dem B-Komplex. Sie k\u00f6nnen vom K\u00f6rper nicht selber synthetisiert werden und m\u00fcssen \u00fcber die Nahrung aufgenommen werden. Kommerzielle Futtermittel enthalten in der Regel genug von beiden Vitaminen, so dass eine f\u00fctterungsbedingte Mangelerscheinung unwahrscheinlich ist, es sei denn, ein Tier wird ausschlie\u00dflich vegetarisch ern\u00e4hrt. Vitamin B12 ist an Nahrungsproteine gebunden und muss von diesen mit Hilfe pankreatischer Enzyme gespalten und an den intrinsischen Faktor, der ebenfalls aus dem Pankreas stammt, gebunden werden, um im Ileum resorbiert werden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Bei der exokrinen Pankreasinsuffizienz wird nicht gen\u00fcgend intrinsischer Faktor gebildet, so dass die Resorption von Vitamin B12 im Ileum reduziert ist. Viele intestinale Bakterien verstoffwechseln ihrerseits Vitamin B12, was den Mangelzustand noch verst\u00e4rkt. Fols\u00e4ure wird im proximalen D\u00fcnndarm \u00fcber spezifische Rezeptoren absorbiert. Liegt dort eine Erkrankung vor, die zur Sch\u00e4digung der Rezeptoren f\u00fchrt, kann ein Fols\u00e4uremangel entstehen. Bei einer \u00dcber- oder Fehlbesiedelung des D\u00fcnndarms kann aber auch ein \u00dcberschuss an Fols\u00e4ure entstehen, da intestinale Bakterien Fols\u00e4ure synthetisieren k\u00f6nnen. Da es im Verlauf einer EPI h\u00e4ufig zu einer ver\u00e4nderten Darmflora kommt, sind auch Ver\u00e4nderungen in der Konzentration von Fols\u00e4ure und Vitamin B12 diagnostisch hilfreich. Diese Zusammenh\u00e4nge machen deutlich, dass eine EPI leicht zu einem Vitamin-B12-Mangel und erh\u00f6hter Fols\u00e4ure im Serum f\u00fchren kann. Daher ist die Kontrolle beider Vitamine bei allen Patienten mit gastrointestinalen Symptomen und\/oder EPI-Verdacht anzuraten.<\/p>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">05 \/ 2016<\/p>\n<div class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; css=&#187;.vc_custom_1730282973636{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1730282805075{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1730283027699{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2024%2F10%2FPankreatitis%E2%80%92Pankreasinsuffizienz.pdf|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;5\/6&#8243; css=&#187;.vc_custom_1730282983559{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Pankreatitis\u2012Pankreasinsuffizienz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Pankreatitis &#8211; Pankreasinsuffizienz: was sagen uns PLI, TLI, Vitamin B12 &amp; Co?<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pankreas ist ein sehr wichtiges Verdauungsorgan bei Hund und Katze und besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Teil. <\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1339044,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[319],"tags":[],"class_list":["post-1427788","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2016-de-ch","category-319","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1427788"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1491999,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427788\/revisions\/1491999"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1339044"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1427788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1427788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1427788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}