{"id":1338489,"date":"2023-02-28T14:04:32","date_gmt":"2023-02-28T13:04:32","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/neues-von-internationalen-kongressen-zur-pferdemedizin\/"},"modified":"2024-11-11T10:12:25","modified_gmt":"2024-11-11T09:12:25","slug":"neues-von-internationalen-kongressen-zur-pferdemedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/neues-von-internationalen-kongressen-zur-pferdemedizin\/","title":{"rendered":"Neues von internationalen Kongressen zur Pferdemedizin"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h2>Teil I: BEVA-Congress, September 2022, Liverpool<\/h2>\n<p><strong>John Pringle (Swedish University of Agricultural Sciences): Druse<\/strong><\/p>\n<p>Der Vortragende diskutierte einige neue Studien, die auf die Detektion von Silent-Carrier-Pferden eingehen. Laut Pringle ist eine einzige Untersuchung einer Luftsacksp\u00fclprobe nicht ausreichend, um einen m\u00f6glichen Carrierstatus auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Mehrere Nasopharyngealsp\u00fclungen sind ebenfalls anwendbar, wenn die Durchf\u00fchrung mehrerer Luftsacksp\u00fclungen nicht m\u00f6glich ist. Die Pr\u00e4valenz von Silent Carriern variiert nach einem Ausbruch zwischen 3 und 35 %. Zeitnah nach einer Infektion ist eine Luftsacksp\u00fclprobe bei Pferden mit Empyem ausreichend zur Tr\u00e4geridentifzierung. Bei Tr\u00e4gern hingegen, die erst viele Monate nach der Genesung identifiziert werden, ist scheinbar die Durchf\u00fchrung sowohl einer Nasopharyngeallavage als auch einer Luftsacksp\u00fclprobe erforderlich, da Langzeitcarrier oft weder ein Empyem noch Chondroide aufweisen. Eine rein visuelle Untersuchung reicht demnach nicht aus, um einen Carrier auszuschlie\u00dfen. Wichtig zu beachten ist, dass negative PCR-Ergebnisse aus Luftsacksp\u00fclproben bei diesen Pferden vorkommen k\u00f6nnen. Einfachere Methoden, wie z. B. die Kombination von Luftsack- und Nasopharyngealsp\u00fclproben, k\u00f6nnten somit in Zukunft den Nachweis von Tr\u00e4gertieren erleichtern.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1338489 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Herbstzeitlose &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Shutterstock&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1175\" data-large_image_height=\"783\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Herbstzeitlose-Bildquelle-Shutterstock.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Herbstzeitlose-Bildquelle-Shutterstock-1024x682.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Herbstzeitlose\" aria-describedby=\"gallery-1-1338479\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Herbstzeitlose-Bildquelle-Shutterstock-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Herbstzeitlose-Bildquelle-Shutterstock-300x200.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Herbstzeitlose-Bildquelle-Shutterstock-768x512.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Herbstzeitlose-Bildquelle-Shutterstock.jpg 1175w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1338479'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Herbstzeitlose <br><i>Bildquelle: Shutterstock<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Adip\u00f6ses Pferd &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Envato Elements&lt;\/i&gt; \" data-large_image_width=\"1175\" data-large_image_height=\"783\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Adipoeses-Pferd-Bildquelle-Envato-Elements.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"682\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Adipoeses-Pferd-Bildquelle-Envato-Elements-1024x682.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Adip\u00f6ses Pferd\" aria-describedby=\"gallery-1-1338476\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Adipoeses-Pferd-Bildquelle-Envato-Elements-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Adipoeses-Pferd-Bildquelle-Envato-Elements-300x200.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Adipoeses-Pferd-Bildquelle-Envato-Elements-768x512.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Adipoeses-Pferd-Bildquelle-Envato-Elements.jpg 1175w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1338476'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Adip\u00f6ses Pferd <br><i>Bildquelle: Envato Elements<\/i> \n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; css=&#187;.vc_custom_1657177034207{margin-top: 20px !important;}&#187;][vc_column css=&#187;.vc_custom_1731315025685{margin-top: 10px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]Eine Antik\u00f6rperuntersuchung bei Verdacht auf Carrierstatus bietet keine Vorteile, da viele Langzeittr\u00e4ger seronegativ sind oder sich potentiell nach Ausbr\u00fcchen serologisch nicht von genesenen Herdenmitgliedern unterscheiden. Au\u00dferdem korreliert eine k\u00fcrzliche Exposition nicht mit Antik\u00f6rpertitern. Die Untersuchung auf Antik\u00f6rper wird nur f\u00fcr den Nachweis einer Serokonversion w\u00e4hrend eines Ausbruchs empfohlen, um Pferde den richtigen Quarant\u00e4negruppen zuordnen zu k\u00f6nnen (gr\u00fcn, gelb, rot). Eine M\u00f6glichkeit der Pr\u00e4vention schwerer Krankheitsverl\u00e4ufe kann der neu auf dem Markt erh\u00e4ltliche Markerimpfstoff sein. Die Anwendung eines Markerimpfstoffes bedeutet, dass keine falsch positiven serologischen Tests zu erwarten sind und somit Antik\u00f6rper nur bei einer nat\u00fcrlichen Infektion messbar w\u00e4ren. Ziel der Impfung ist es, klinische Symptome bei akuter Infektion und die Anzahl der Abszesse zu reduzieren. Des Weiteren ist eine Immunisierung gesunder Pferde (ab einem Alter von 5 Monaten) w\u00e4hrend eines Ausbruchs m\u00f6glich. Ein potentieller Einfluss auf einen Carrierstatus ist noch nicht bewiesen, allerdings k\u00f6nnte durch die reduzierte Anzahl der Abszesse auch eine potentielle Erregerausscheidung verhindert\/reduziert werden. Ob die Impfung eines Carriers erfolgsversprechend ist, ist bisher noch fraglich.<\/p>\n<p><strong>Richard J. Piercy (RVC): Myopathien \u2013 PSSM 1\/2 und atypische Weidemyopathie<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>1. PSSM 1\/2<\/strong><\/p>\n<p>Laut Piercy kann der Verdacht auf eine Myopathie zun\u00e4chst durch den Nachweis erh\u00f6hter Serum- oder Plasmaaktivit\u00e4ten der <strong>Muskelenzyme <\/strong>Kreatinkinase (CK) und Aspartat-Aminotransferase (AST) best\u00e4tigt werden. Oft werden aber bei Pferden mit Leistungsinsuffizienz (scheinbar) subklinische Erh\u00f6hungen von CK und AST festgestellt. Die klinische Relevanz dieser Erh\u00f6hungen ist h\u00e4ufig schwer zu beurteilen. Bei manchen Myopathien sind die CK- und AST-Aktivit\u00e4ten sogar im Referenzbereich, obwohl die Pferde klinisch auff\u00e4llig sind. CK und AST k\u00f6nnen einen wichtigen Hinweis auf Ausma\u00df und Zeitpunkt des Muskelschadens geben. Die CK-Aktivit\u00e4t ist 6 \u2013 12 h nach einer Muskelsch\u00e4digung am h\u00f6chsten und nimmt dann mit einer Halbwertszeit (HWZ) von etwa 12 h ab. Im Gegensatz dazu ist die AST-Aktivit\u00e4t etwa nach 24 h am h\u00f6chsten und kann ebenfalls mehrere Tage bis Wochen lang erh\u00f6ht bleiben. Eine CK-Aktivit\u00e4t von 10.000 IU\/L deutet auf 400 \u2013 500 mg gesch\u00e4digter Muskelmasse hin.<\/p>\n<p>Bei Verdacht auf eine belastungsabh\u00e4ngige Myopathie sollte ein Belastungstest durchgef\u00fchrt werden. Leider gibt es keine einheitlichen Protokolle. Piercy empfiehlt 20 Minuten leichte bis mittelschwere Bewegung (Trab) an der Longe, wobei die CK- und AST-Aktivit\u00e4t vorab, nach 4 h und nach 24 h gemessen werden sollte. Bei myopathischen Pferden kann der prozentuale Anstieg der CK-Aktivit\u00e4t nach dem Training jedoch sehr unterschiedlich ausfallen \u2013 bei einigen gibt es trotz einer ausgepr\u00e4gten Muskelerkrankung \u00fcberhaupt keine Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>Zu den belastungsabh\u00e4ngigen kongenitalen Myopathien geh\u00f6rt die <strong>Polysaccharid-Speichermyopathie (PSSM)<\/strong>. PSSM-heterozygote Tiere weisen oft normale Muskelenzymaktivit\u00e4ten auf. Homozygote Tiere hingegen <strong>k\u00f6nnen <\/strong>erh\u00f6hte Muskelparameter haben. F\u00fcr die Diagnostik von PSSM1 steht ein Gentest zu Verf\u00fcgung. Die equine maligne Hyperthermie (EMH) und die immun-mediierte Myositis k\u00f6nnen ebenfalls mittels Gentests ausgeschlossen werden. Bez\u00fcglich PSSM2 oder der myofibrill\u00e4ren Myopathie (MFM) gibt es inzwischen Hinweise, die die Aussagekraft angebotener Gentests widerlegen.<\/p>\n<p>Die Diagnose von PSSM2 kann nach wie vor <strong>nur <\/strong>durch eine Muskelbiopsie best\u00e4tigt werden und basiert auf amylaseresistenten Einschl\u00fcssen, myopathischen Muskelfasern und einem negativen PSSM1-Gentest. Desminaggregate hingegen best\u00e4tigen die Diagnose einer MFM. Laut Piercy ist die <strong>Muskelbiopsie <\/strong>die optimale Methode zur Best\u00e4tigung einer Equine Motor Neuron Disease, Sarkozystose oder Myopathie bei einem Pferd mit gelegentlichen oder leichten Erh\u00f6hungen der CK- oder AST-Aktivit\u00e4t sowie bei einem Pferd, das andere klinische Symptome zeigt (wie z. B. Parese) ohne Muskelenzymerh\u00f6hungen. Bei der belastungsabh\u00e4ngigen Rhabdomyolyse ist eine Muskelbiopsie nicht hilfreich, da diese nur Aufschluss \u00fcber den Schweregrad und die Chronizit\u00e4t der Erkrankung gibt. Bei Sportpferden hingegen kann eine Beurteilung der Prognose einer Rhabdomyolyse durch eine Muskelbiopsie von Interesse sein.<\/p>\n<p>Unspezifische Myopathien mit geringgradigen CK- und AST-Erh\u00f6hungen kommen laut Piercy bei Isl\u00e4ndern, Connemara Ponys oder Warmblutpferden vor.<\/p>\n<p>Sein <strong>Fazit<\/strong> war: Atypische Myopathien sollten bei Pferden mit unspezifisch erh\u00f6hten CK- und AST-Aktivit\u00e4ten in Betracht gezogen werden. Muskelbiopsien sollten unfixiert und gek\u00fchlt in einem Plastikcontainer an ein Speziallabor f\u00fcr die pathologische Untersuchung gesendet werden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>2.\u00a0 Atypische Weidemyopathie<\/strong><\/p>\n<p>Die Pr\u00e4valenz der atypischen Weidemyopathie (AM) hat in den letzten Jahren zugenommen. Die Ursache der Krankheit ist das Hypoglycin-A-Toxin (HGA) aus Samen und Keimlingen des Bergahorns (<em>Acer pseudoplatanus<\/em>), das Pferde auf der Weide im Herbst, Fr\u00fchjahr und Winter aufnehmen k\u00f6nnen. Die Mortalit\u00e4t liegt bei ca. 60 \u2013 70 %. Pferde mit AM k\u00f6nnen unterschiedliche Anzeichen von Muskelschmerzen, Steifheit, Schw\u00e4che, h\u00e4ngenden Kopf und Hals, Muskelfaszikulationen oder -zittern, Atembeschwerden, Lethargie, Koliksymptome und typischerweise Myoglobinurie aufweisen. Es bestehen individuelle Empfindlichkeiten f\u00fcr HGA. Das bedeutet auch, dass scheinbar klinisch unauff\u00e4llige Pferde hohe Konzentrationen von HGA im Blut aufweisen k\u00f6nnen und umgekehrt. HGA konnte laut Piercy bei Pferden mit geringgradigen Erh\u00f6hungen der CK-Aktivit\u00e4t (CK &lt;1000 IU\/L) ohne erkennbare Ursache im Serum detektiert werden. Subklinische F\u00e4lle sind daher m\u00f6glich, das einzige klinische Symptom kann Leistungsinsuffizienz sein. F\u00fcr die Diagnose einer atypischen Weidemyopathie k\u00f6nnen HGA und auch die Metaboliten im Serum oder Plasma bestimmt werden. Beim HGA ist eine HWZ von 2 Tagen im Blut bekannt. Wenn gro\u00dfe Mengen Acylcarnitine als Stoffwechselprodukte entstehen, ist die \u00dcberlebensrate der betroffenen Pferde deutlich reduziert.<\/p>\n<p><strong>S. M\u00f6ller (Laboklin): Colchicinnachweis bei Verdacht auf Herbstzeitlosenvergiftung<\/strong><\/p>\n<p>Herbstzeitlosenvergiftungen entstehen durch die Aufnahme von Tropolonalkaloiden (u. a. Colchicin) aus Bl\u00e4ttern (Fr\u00fchjahr), Samenkapseln (Sommer) oder Bl\u00fcten (Herbst) (Abb. 1). H\u00e4ufig fressen die Pferde getrocknete Pflanzenbestandteile im Heu. Die Aufnahme von Colchicin in hohen Dosen kann zu Koliken, blutigem Durchfall, Durchblutungsst\u00f6rungen oder sogar zum Tod f\u00fchren. Laut Literatur f\u00fchrt bereits eine Dosis von 0,17 mg\/kg KGW zu schwerem Durchfall, w\u00e4hrend die letale Dosis f\u00fcr Pferde bei 1 mg\/kg KGW (per os) liegt. Ziel der Studie war es, ein valides Testverfahren zum Nachweis einer Colchicinvergiftung zu entwickeln.<\/p>\n<p>Es wurden 91 Routineurinproben von Pferden auf Colchicin untersucht. Aus einem Betrieb, in dem Pferde nach Aufnahme kontaminierten Heus erkrankten, wurden 28 Urin- und Blutproben (EDTA, Serum) untersucht. Die Pferde zeigten wiederkehrende Koliken unbekannter Ursache, Durchfall oder Kotwasser, Magengeschw\u00fcre, Hypoprotein\u00e4mie, \u00d6deme sowie Lahmheiten unklarer Ursache. In allen Urinproben der Verdachtspferde konnte Colchicin detektiert werden (13,20 \u00b1 32,12 ng\/ml, max. 152,80 ng\/ml). Die Blutproben hingegen wurden negativ auf Colchicin getestet. Die Studie zeigt, dass ein Nachweis von Colchicin im Urin m\u00f6glich ist und somit die Diagnose Herbstzeitlosenintoxikation unterst\u00fctzen kann.<\/p>\n<h2>Teil II: AAEP Annual Convention, November 2022, San Antonio\/Texas<\/h2>\n<p>Bei der \u201eKester News Hour\u201c wurden verschiedene Ver\u00f6ffentlichungen von Bedeutung aus dem zur\u00fcckliegenden Jahr vorgestellt.<\/p>\n<p><strong>Thane et al.: Einfluss von abweichenden Probeentnahmezeiten auf die Ergebnisse des TRH-Stimulationstestes in der PPID-Diagnostik<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Die 2. Blutprobe sollte exakt 10 Minuten nach der TRH-Applikation genommen werden. Probenentnahmen nach 9 oder 11 Minuten f\u00fchren zu ca. 10 % abweichenden Ergebnissen und ungef\u00e4hr 20 % falschen Interpretationen.<\/p>\n<p><strong>N. Pusterla: Rolle von Sars-CoV-2 in der Pferdepopulation<\/strong><\/p>\n<p>Pferde sind f\u00fcr das Virus empf\u00e4nglich, entwickeln aber keine klinischen Symptome. Sie k\u00f6nnen aber serokonvertieren. In einem Rennstall mit sehr vielen erkrankten Jockeys waren 3,5 % der Pferde seropositiv, aber keines zeigte eine positive PCR.<\/p>\n<p><strong>C.B. Fernandes: Verhalten sowie einige perinatale Parameter bei Maultierfohlen<\/strong><\/p>\n<p>Weltweit gibt es ca. 10 \u2013 11 Millionen Maultiere, welche als extrem arbeitsam, ausdauernd, futtergen\u00fcgsam, intelligent und wenig schreckhaft gelten. Auch bei Maultierfohlen sind die ersten Lebenstage durch Umstellung der fetalen Zirkulation und Ern\u00e4hrung auf pulmonale Atmung und enterale Ern\u00e4hrung die kritischsten. Maultierfohlen haben einen h\u00f6heren APGAR-Score als Pferdefohlen; sie suchen eher das Euter, stehen eher und saugen eher. Bei Stuten mit Maultierfohlen geht die Nachgeburt deutlich schneller ab als bei Stuten mit Pferdefohlen. Der Mekoniumabgang bei Maultierfohlen ist allerdings deutlich sp\u00e4ter: bis zu 72 Stunden p. p. Insgesamt zeigen Maultierfohlen eine schnellere neurologische und hormonelle Adaptation an das extra-uterine Leben (\u201ehybrid vigor phenomenon\u201c, \u201egenetic improvement\u201c). Die Tr\u00e4chtigkeitsdauer bis zur Geburt der Maultierfohlen ist gleich wie bei Pferdefohlen.<\/p>\n<p><strong>L. Huggins: Retrograde Auswertung von Stuten mit abnormalem Verhalten und deren endokrinologische Untersuchungsergebnisse, v. a. Granulosazelltumor-Diagnostik<\/strong><\/p>\n<p>In die Studie gingen 31981 Blutproben von Stuten mit abnormalem Verhalten ein. 86 % der Stuten waren endokrinologisch unverd\u00e4chtig. Die Sensitivit\u00e4ten der Testverfahren lagen f\u00fcr AMH bei 90 %, Inhibin B bei 80 % und Testosteron bei 40 %. Abweichende rektale Befunde sowie der Vorbericht \u201ehengstartiges Verhalten\u201c korrelierten dagegen mit abweichenden Hormonbefunden.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Bei Problemen mit verhaltensauff\u00e4lligen Stuten sind diese eher selten im Reproduktionstrakt zu finden.<\/p>\n<p><strong>Equine Endocrinology Group: Was ist neu?<\/strong><\/p>\n<p>Von einer Testung auf <strong>PPID <\/strong>bei Pferden ohne Symptome wird abgeraten!<\/p>\n<p>Die ACTH-Referenzbereiche wurden leicht angehoben. Daraus resultieren weniger positive, aber mehr grenzwertige Befunde. ACTH-Konzentrationen im grenzwertigen Bereich lassen keine direkte PPID-Diagnose zu; diese Pferde sollten aber weiter verfolgt werden. Liegen die ACTH-Konzentrationen behandelter Pferde immer noch \u00fcber dem Referenzbereich, obwohl die Pferde klinisch deutlich besser sind, muss nicht automatisch die Dosis erh\u00f6ht werden! Daf\u00fcr sollte \u00f6fter die Klinik des Patienten \u00fcberpr\u00fcft werden. Bei grenzwertigen Befunden, bei denen auch die Klinik nicht eindeutig ist, sollte man eine kurzzeitige diagnostische Behandlung erw\u00e4gen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pferde, die die Pergolid-Tabletten schlecht oder gar nicht aufnehmen, steht in den USA ein injizierbares Cabergolin-Pr\u00e4parat zur Verf\u00fcgung (human), welches einmal alle zwei Wochen injiziert wird und zur Verbesserung der Klinik f\u00fchrt. H.C. Schott berichtete von langzeitbehandelten PPID-Patienten, bei denen er beobachtete, dass es auch Jahre nach Beginn der Pergolid-Behandlung noch zu Anpassungen der ACTH-Wertes kommen kann. Insgesamt verbessert Pergolid die Lebensqualit\u00e4t, nicht aber die Lebensdauer.<\/p>\n<p><strong>EMS: <\/strong>Bei dem oralen Karolight Test sollte die Blutprobenentnahme nach 60 und\/oder 90 Minuten erfolgen. Bestimmt werden Insulin und Glucose.<\/p>\n<p>Alternativ kann der Insulin-Toleranz-Test durchgef\u00fchrt werden. N\u00fcchtern nicht erforderlich! Durchf\u00fchrung: Basalblutprobe f\u00fcr Glucosebestimmung, direkt danach Injektion von 0,10 IU\/kg Insulin.<br \/>\n2. Blutprobe nach 30 Minuten: Die Glucosekonzentration sollte um 50 % gesunken sein.<\/p>\n<p>Es ist auch m\u00f6glich, erst einmal die Insulinantwort auf das gewohnte Futter zu untersuchen: Pferde normal f\u00fcttern oder 5 \u2013 6 Stunden Weide. Dann nach 2 Stunden eine Blutprobe zur Insulinbestimmung nehmen.<\/p>\n<p>Adip\u00f6se Pferde (Abb. 2) mit normalem Insulin: Die Insulin-Regulation funktioniert noch. Eventuell Leptin bestimmen, was allerdings kommerziell noch nicht angeboten wird.<\/p>\n<p>Einen sehr erfolgversprechenden Ansatz zur EMS-Therapie stellten T. Sundra et al. aus Australien vor: Die Gruppe setzte Ertugliflozin zur Behandlung von Hyperinsulin\u00e4mie und Hufrehe ein. Es handelt sich dabei um einen Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Inhibitor, welcher die Glucose-Ausscheidung \u00fcber die Niere f\u00f6rdert. Die Studie wurde an 36 Ponys durchgef\u00fchrt. Behandelt wurde erst einmal f\u00fcr 6 Wochen, einige Pferde auch l\u00e4nger. Das Ergebnis war vielversprechend: Bei allen Ponys wurde die Insulinkonzentration drastisch gesenkt und die Pferde zeigten einen starken Gewichtsverlust. Auch die Lahmheit verschwand weitgehend, wobei die Pferde aber r\u00f6ntgenologisch unver\u00e4ndert waren.<\/p>\n<p>Es traten keine weiteren Rehesch\u00fcbe mehr auf. Leberwerte und Triglyceride sollten engmaschig kontrolliert werden. Triglyceride waren h\u00e4ufig erh\u00f6ht, aber kein Pferd entwickelte eine Hyperlip\u00e4mie. Einige Pferde entwickelten unter Therapie eine PU\/PD. Langzeitstudien und Kontrollen fehlen noch und das Medikament ist wohl sehr teuer. Aber die gezeigten Ergebnisse und Bilder lassen einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von EMS m\u00f6glich erscheinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Antje W\u00f6ckener, Dr. Svenja M\u00f6ller<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; css=&#187;.vc_custom_1731315042562{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/5&#8243; css=&#187;.vc_custom_1731315051847{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1731315072300{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F02%2FLA_Pferd_Februar_2023_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#187;][\/vc_column][vc_column width=&#187;4\/5&#8243; css=&#187;.vc_custom_1731315060053{background-color: #e7e7e7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1731315083533{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/LA_Pferd_Februar_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Neues von internationalen Kongressen zur Pferdemedizin <\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vortragende diskutierte einige neue Studien, die auf die Detektion von Silent-Carrier-Pferden eingehen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1338482,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"%%post_excerpt%%","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[501],"tags":[],"class_list":["post-1338489","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-pferd-2023-de-ch","category-501","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1338489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1338489"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1338489\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1493850,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1338489\/revisions\/1493850"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1338482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1338489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1338489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1338489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}