{"id":1337323,"date":"2018-07-11T15:34:43","date_gmt":"2018-07-11T13:34:43","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/barfen-worauf-zu-achten-ist\/"},"modified":"2024-07-04T10:18:20","modified_gmt":"2024-07-04T08:18:20","slug":"barfen-worauf-zu-achten-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/barfen-worauf-zu-achten-ist\/","title":{"rendered":"BARFEN &#8211; Worauf zu achten ist"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]Immer mehr Besitzer von Hunden und Katzen suchen bei der Ern\u00e4hrung ihrer Haustiere nach Alternativen zum Fertigfutter. Der Trend der letzten Jahre entwickelt sich hin zur individuellen Zubereitung. Dabei spielt das BARFEN eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Entwickelt wurde dieses F\u00fctterungskonzept vom Australier I. Billinghurst zu Beginn der 90er Jahre. Er schrieb das Buch \u201eGive your dog a bone\u201c (1993). Darin vertritt er den Standpunkt, dass Hunde seit jeher mit rohen fleischigen Knochen und hochwertigen Tischresten ern\u00e4hrt worden sind und dabei sehr gesund waren. Erkrankungen seien erst mit Beginn der kommerziellen Fertigfutterherstellung entstanden. Er entwickelte das Konzept des BARFENS. Seither gewinnt diese Ern\u00e4hrungsvariante bei uns zunehmend an Bedeutung. W\u00e4hrend BARFEN fr\u00fcher aufgrund individueller Zubereitung noch mit einem hohen Zeitaufwand verbunden war, liegt heute ein gro\u00dfes Sortiment an fertigen Fleischmischungen und Fertig-BARF-Men\u00fcs vor.<\/p>\n<h2>Begriffserkl\u00e4rung<\/h2>\n<p>Der Begriff BARF bezog sich zun\u00e4chst auf die Hundebesitzer, die nach dieser Methode f\u00fcttern, als auch auf das Futter an sich. Anfangs bedeutete der Begriff \u201eBorn-Again-Raw-Feeders\u201c (\u201ewiedergeborene Rohf\u00fctterer\u201c). Mittlerweile finden sich einige Interpretationen f\u00fcr dieses Konzept. Gel\u00e4ufig war die Formulierung \u201eBones And Raw Food\u201c (\u201eKnochen und rohes Futter\u201c), au\u00dferdem \u201eBiologically Appropiate Raw Food\u201c. Billinghurst pr\u00e4gte diese Bedeutung des Akronyms BARF, im Deutschen wird es mit \u201eBiologisch artgerechtes rohes Futter\u201c und etwas abgewandelt \u201eBiologisch artgerechte Rohf\u00fctterung\u201c \u00fcbersetzt.<\/p>\n<h2>Prinzip des BARFENS<\/h2>\n<p>Die Grundlage des BARFENS ist die nat\u00fcrliche Ern\u00e4hrung des Wolfes. Die Rationen sollen die Bestandteile des Beutetieres beinhalten.<\/p>\n<p>Die F\u00fctterung basiert auf rohem Fleisch, fleischigen Knochen und Innereien. Au\u00dferdem kommen Gem\u00fcse, Obst, \u00d6le, N\u00fcsse und gelegentlich Kr\u00e4uter hinzu. Zus\u00e4tzlich wird mit Lebertran und Algen erg\u00e4nzt. In einigen F\u00e4llen werden auch Kohlenhydrate gef\u00fcttert, meist gekochte Kartoffeln, Reis oder Nudeln. Gelegentlich werden noch Eier, Fisch und Milchprodukte gegeben.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1337323 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1: &lt;\/b&gt; Rationsanalyse N\u00e4hrstoffversorgung eines adulten 30 kg schweren Hundes bei t\u00e4glicher F\u00fctterung von 500 g H\u00fchnerfleisch und 200 g rohen fleischigen Knochen.\" data-large_image_width=\"772\" data-large_image_height=\"1200\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Maengel-bei-reiner-Fleisch-Knochenfuetterung.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"659\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Maengel-bei-reiner-Fleisch-Knochenfuetterung-659x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Rationsanalyse N\u00e4hrstoffversorgung eines adulten 30 kg schweren Hundes bei t\u00e4glicher F\u00fctterung von 500 g H\u00fchnerfleisch und 200 g rohen fleischigen Knochen.\" aria-describedby=\"gallery-1-1329366\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Maengel-bei-reiner-Fleisch-Knochenfuetterung-659x1024.jpg 659w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Maengel-bei-reiner-Fleisch-Knochenfuetterung-193x300.jpg 193w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Maengel-bei-reiner-Fleisch-Knochenfuetterung-768x1194.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Maengel-bei-reiner-Fleisch-Knochenfuetterung.jpg 772w\" sizes=\"auto, (max-width: 659px) 100vw, 659px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1329366'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1: <\/b> Rationsanalyse N\u00e4hrstoffversorgung eines adulten 30 kg schweren Hundes bei t\u00e4glicher F\u00fctterung von 500 g H\u00fchnerfleisch und 200 g rohen fleischigen Knochen.\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2: &lt;\/b&gt; Salmonellen in Reinkultur\u2003\" data-large_image_width=\"1000\" data-large_image_height=\"692\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Salmonellen-in-Reinkultur.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"692\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Salmonellen-in-Reinkultur.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Salmonellen in Reinkultur\u2003\" aria-describedby=\"gallery-1-1329368\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Salmonellen-in-Reinkultur.jpg 1000w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Salmonellen-in-Reinkultur-300x208.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Salmonellen-in-Reinkultur-768x531.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1329368'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2: <\/b> Salmonellen in Reinkultur\u2003\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1720080930858{margin-top: 10px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h2>Beweggr\u00fcnde f\u00fcr das BARFEN<\/h2>\n<p>Der Wunsch des Tierbesitzers nach gesunder Ern\u00e4hrung, gesundheitliche Probleme des Tieres, Futtermittelunvertr\u00e4glichkeiten, Gewichtskontrolle und Misstrauen gegen\u00fcber der Futtermittelindustrie sind Motivation f\u00fcr viele Besitzer zu barfen (Brown 2009, Michel 2006).<\/p>\n<h2>Die Rationsgestaltung<\/h2>\n<p>Fehler bei der Rationsgestaltung sind eine gro\u00dfe Gefahrenquelle beim BAR- FEN. Mittels BARFENS soll der Hund abwechslungsreich ern\u00e4hrt werden, dies bedeutet aber nicht immer ausgewogen. Ausgewogene Ern\u00e4hrung beinhaltet, dass alle N\u00e4hrstoffe in bedarfsgerechten Mengen im Futter vorhanden sind. Es gibt einige Untersuchungen, die sich mit den Fehlern der Rationsgestaltung besch\u00e4ftigen. Eine Unterversorgung mit Eiwei\u00df, Phosphor, Magnesium, Natrium und Kalium ist selten ein Problem bei gebarften Hunden. In den meisten Rationen fehlen jedoch Calcium, Mangan, Jod, Vitamin A und D. Die Spurenelemente Kupfer und Zink sind in unseren Lebensmitteln in zu geringen Mengen enthalten, so dass diese Bestandteile h\u00e4ufig ein Problem in BARF-Rationen darstellen. Das Calcium-Phosphor-Verh\u00e4ltnis ist oft nicht wirklich ausgewogen und stellt besonders f\u00fcr Welpen eine Gefahr der Skelettentwicklungsst\u00f6rungen dar (Dillitzer et al. 2011, Dobenecker, 1998, Freeman 2013, Pa\u00df- lack und Zentek, 2013).<\/p>\n<p><strong>Muskelfleisch <\/strong>ist Eiwei\u00dflieferant, enth\u00e4lt geringe Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen. Reines Muskelfleisch ist hoch verdaulich, <strong>Innereien <\/strong>dagegen haben einen hohen Bindegewebsanteil und enthalten in geringem Ma\u00dfe Spurenelemente und Vitamine. Bei zu hohen Anteilen schwer verdaulichen Bindegewebes gelangt unverdautes Protein in den Dickdarm und kann zur \u00dcberwucherung der physiologischen Flora mit Clostridien f\u00fchren. Dies kann Flatulenzen und Durchfall zur Folge haben. Schlundfleisch sollte nicht regelm\u00e4\u00dfig in zu gro\u00dfen Mengen verf\u00fcttert werden, da es Schilddr\u00fcsenreste enthalten kann. Diese k\u00f6nnen zu Symptomen einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Knochen <\/strong>enthalten Calcium, Phosphor, Magnesium und auch Kupfer und Zink. Bei Knochenf\u00fctterung besteht Verletzungsgefahr und das Problem des Knochenkots. Um Splitterung zu vermeiden sollten die Knochen stets roh gef\u00fcttert werden. Wenn Knochen als Calciumlieferant dienen soll, empfiehlt sich eine F\u00fctterung mindestens alle zwei Tage, da der Organismus empfindlich auf \u00c4nderungen in der Calciumversorgung reagiert.<\/p>\n<p><strong>Gem\u00fcse und Obst <\/strong>liefern Ballaststoffe f\u00fcr die Ration und k\u00f6nnen somit das Wachstum von erw\u00fcnschten Darmbakterien beg\u00fcnstigen. Zus\u00e4tzlich enthalten sie wasserl\u00f6sliche Vitamine.<\/p>\n<p><strong>\u00d6le <\/strong>sollten zur Deckung des Bedarfs an essentiellen Fetts\u00e4uren gef\u00fcttert werden. Aufgrund des unterschiedlichen Gehaltes verschiedener Fetts\u00e4uren in \u00d6len ist eine Abwechslung von tierischen und pflanzlichen \u00d6len ratsam.<\/p>\n<h2>M\u00e4ngel bei reiner Fleisch- &amp; Knochenf\u00fctterung<\/h2>\n<p>Meistens ist die zus\u00e4tzliche Supplementierung eines vitaminisierten Mineralfutters die sicherste Variante, eine ausgewogene Ration zu gew\u00e4hrleisten. Bei einem vitaminisierten Mineralfutter sollten die Inhaltsstoffe deklariert sein. In der Regel dienen sie zur Supplementierung der:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mengenelemente:<\/strong>\n<ul>\n<li>Calcium<br \/>\n(wenn keine Knochen gef\u00fcttert werden)<\/li>\n<li>Phosphor<\/li>\n<li>Natrium<\/li>\n<li>Kalium<\/li>\n<li>Magnesium<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>Spurenelemente<\/strong>\n<ul>\n<li>Eisen<\/li>\n<li>Kupfer<\/li>\n<li>Zink<\/li>\n<li>Mangan<\/li>\n<li>Jod (kann auch mit Seealgen erg\u00e4nzt werden)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>fettl\u00f6sliche Vitamin<\/strong>e:\n<ul>\n<li>Vitamin A &amp; D (k\u00f6nnen auch mit Lebertran erg\u00e4nzt werden)<\/li>\n<li>Vitamin E<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li><strong>wasserl\u00f6sliche Vitamine:<\/strong>\n<ul>\n<li>B-Vitamine (k\u00f6nnen auch \u00fcber Bierhefe erg\u00e4nzt werden)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kommerziell erh\u00e4ltliche Mineralfutter haben unterschiedliche Zusammensetzungen und es sollte darauf geachtet werden, dass das passende Mineralfutter zur optimalen Erg\u00e4nzung der individuellen Ration ausgew\u00e4hlt wird. Idealerweise geschieht dies im Zuge einer Rationsberechnung. Kr\u00e4utermischungen, besonders in den oft verwendeten Dosierungen, k\u00f6nnen keine bedarfsgerechte Supplementierung von Mineralstoffen und Vitaminen leisten.<\/p>\n<h2>BARFEN aus labormedizinischer Sicht<\/h2>\n<p>Um Fehler in der Rationsgestaltung zu vermeiden, sollten im Vorfeld zur BARF-F\u00fctterung einige Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden. Zun\u00e4chst kann ein \u201eBARF-Blutprofil\u201c (ALT, Kreatinin, Ei- wei\u00df, Albumin, Calcium, Phosphat, Kupfer, Zink, Jod, Vitamin A, D, E, T4, kleines Blutbild) einen \u00dcberblick \u00fcber den Gesundheitszustand des Tieres vermitteln. Die Feststellung einiger Krankheitsbilder ist von gro\u00dfer Bedeutung, um bei der Gestaltung der Ration die daraus resultierenden besonderen Anforderungen ber\u00fccksichtigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem k\u00f6nnen Serumwerte au\u00dferhalb der Norm bei klinisch unauff\u00e4lligen Tieren Hinweise auf eine eventuelle Dysbalance liefern und ein Anlass f\u00fcr eine bilanzierte\u00a0 Rations\u00fcberpr\u00fcfung\u00a0 oder -berechnung sein. Die \u00dcberpr\u00fcfung der Laborparameter ist somit durchaus empfehlenswert, f\u00fctterungsbedingte M\u00e4ngel k\u00f6nnen jedoch endg\u00fcltig nur \u00fcber eine genaue Analyse der Ration aufgedeckt werden. Wichtig ist ebenfalls, dass auch Serumwerte innerhalb der Norm keinen R\u00fcckschluss auf eine ausgewogene Ern\u00e4hrung zulassen. Einige Blutwerte ver\u00e4ndern sich erst bei starken und\/oder langanhaltenden M\u00e4ngeln, da sie zuvor durch die k\u00f6rpereigene Hom\u00f6ostase in der Norm gehalten werden. Somit kann im Fall von normalen Serumwerten die Beurteilung einer ausgewogenen Ern\u00e4hrung ausschlie\u00dflich \u00fcber eine Rationsberechnung erfolgen.<\/p>\n<h2>BARFEN als Infektionsquelle<\/h2>\n<p>Beim Umgang mit rohem Fleisch ist eine strikte Hygiene einzuhalten, um das Infektionsrisiko f\u00fcr das Tier und den Tierhalter zu minimieren. Besonders in Haushalten mit gef\u00e4hrdeten Personen wie Schwangeren, Kindern, alten oder immunsupprimierten Menschen ist besondere Vorsicht geboten. Generell besteht eine Infektionsgefahr mit Bakterien, Parasiten und auch Viren.<\/p>\n<p>Durch rohes Fleisch besteht die Gefahr der Infektion mit enteropathogenen Keimen wie Salmonellen, Campylobacter, Yersinien und Listerien. Auch andere Keime wie <em>Escherichia coli <\/em>oder Toxinbildende Bakterien wie <em>Clostridium botulinum, Bacillus cereus <\/em>oder <em>Staphylococcus aureus <\/em>k\u00f6nnen \u00fcbertragen werden. Hunde und Katzen erkranken nicht unbedingt an den genannten Erregern, sondern k\u00f6nnen latent infiziert sein und diese \u00fcber den Kot ausscheiden. Sie stellen somit eine Infektionsquelle f\u00fcr andere Tiere und auch den Menschen dar.<\/p>\n<p>Ebenfalls k\u00f6nnen durch die Rohf\u00fctterung unterschiedliche, teils auch humanrelevante Parasiten \u00fcbertragen werden: einerseits Protozoen wie <em>Toxoplasma gondii, Neospora caninum<\/em>, Sarkosporidien und andererseits W\u00fcrmer wie <em>Toxocara canis <\/em>(Spulwurm) und <em>Echino- cocccus granulosus <\/em>(kleiner Hundebandwurm). Die ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) r\u00e4t, Fleisch vor dem Verf\u00fcttern ausreichend tief und lang (mind. 1 Woche bei -17\u00b0C bis -20\u00b0C) einzufrieren, um eventuell enthaltene Parasitenstadien abzut\u00f6ten. Ist dies nicht gew\u00e4hrleistet, sollte alle 6 Wochen eine parasitologische Kotuntersuchung oder eine Entwurmung durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollte kein rohes Schweinefleisch an Hunde oder Katzen verf\u00fcttert werden, um die \u00dcbertragung von suiden Herpesvirus (SHV-1), dem Erreger der Aujeszky-Krankheit, auch als Pseudowut bezeichnet, zu verhindern. Die Erkrankung endet bei Hund und Katze innerhalb von 1 \u2013 3 Tagen t\u00f6dlich. Erst im Dezember 2017 gab es in Deutschland zwei bekannte F\u00e4lle von Aujeszky beim Hund, dieses Jahr bisher ein betroffenes Wildschwein. Aufgrund der weiten Verbreitung von Aujeszky im osteurop\u00e4ischen Raum ist gerade bei Fleischimporten oder Fleisch unbekannter Herkunft Vorsicht geboten.<\/p>\n<p>Zu beachten ist, dass auch eine strikte Einhaltung der Hygiene keine vollst\u00e4ndige Elimination von Keimen gew\u00e4hrleisten kann. F\u00fcr Salmonellen konnte z.B. gezeigt werden, dass selbst Sp\u00fcl- maschinen-Waschprogramme mit 85 \u00b0C oder eine Reinigung mit hei\u00dfem Wasser, Sp\u00fclmittel und anschlie\u00dfendes Ein- weichen in 10 % iger Chlorbleiche nicht ausreichen, Salmonellen in Futtern\u00e4pfen vollst\u00e4ndig zu eliminieren (Weese und Rousseau 2006).<\/p>\n<p>Aus diesem Grund bietet sich zur Abkl\u00e4rung des Infektionsstatus eines gebarften Tieres in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden die Durchf\u00fchrung eines BARF-Kotprofils (Salmonellen, Yersinien, Campylobacter, Listerien, Parasiten) zum Ausschluss von enteropathogenen Keimen und Parasiten an.<\/p>\n<h2>Prophylaktische Hygienema\u00dfnahmen beim BARFEN<\/h2>\n<ul>\n<li>Fleisch nur tiefgefroren und in extra daf\u00fcr genutzten Beh\u00e4ltern lagern<\/li>\n<li>die K\u00fchlkette beim Transport\/ Versand nicht unterbrechen (immer &lt; 4\u00b0C)<\/li>\n<li>Fleischportionen im K\u00fchlschrank ohne Verpackung auftauen, Abtropfwasser verwerfen<\/li>\n<li>Fleischzubereitung idealerweise mit Messern ohne Holzgriff; Bretter und Messer anschlie\u00dfend bei h\u00f6chster Temperatur in der Sp\u00fclmaschine oder per Hand mit hei\u00dfem Wasser und Sp\u00fclmittel reinigen<\/li>\n<li>nicht gefressenes Futter k\u00fchl stellen oder verwerfen<\/li>\n<li>nach jeder Mahlzeit den Fressnapf mit hei\u00dfem Wasser und Sp\u00fclmittel reinigen, hierf\u00fcr gesonderte Schw\u00e4mme verwenden<\/li>\n<li>zum Abschluss H\u00e4ndewaschen nicht vergessen!<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<ul>\n<li>Wenn\u2019s gut gemacht wird, kann mit BARFEN eine ausgewogene Ern\u00e4hrung m\u00f6glich sein.<\/li>\n<li>BARF-Blutprofile k\u00f6nnen Hinweise liefern, eine bilanzierte Rationsberechnung ist jedoch das A&amp;O f\u00fcr eine ausgewogene Ern\u00e4hrung.<\/li>\n<li>BARFEN stellt eine Infektionsquelle mit Bakterien, Parasiten und Viren dar, strikte Hygiene ist sehr wichtig, gibt aber keinen 100 % igen Schutz vor Infektion, zur sicheren Kontrolle empfiehlt sich in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden ein BARF-Kotprofil.<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; 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