{"id":1336857,"date":"2023-01-17T17:04:00","date_gmt":"2023-01-17T16:04:00","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/vorratsmilben-und-die-futtermittelallergie\/"},"modified":"2025-02-26T09:01:21","modified_gmt":"2025-02-26T08:01:21","slug":"vorratsmilben-und-die-futtermittelallergie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/vorratsmilben-und-die-futtermittelallergie\/","title":{"rendered":"Vorratsmilben und die Futtermittelallergie"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#187;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h2>Vorratsmilben (Futter-\/ Speichermilben)<\/h2>\n<p>Vorratsmilben geh\u00f6ren ebenso wie die Hausstaubmilben zur Klasse der Spinnentiere (<em>Arachnida<\/em>) und kommen weltweit vor. Es handelt sich um winzige, achtbeinige, wei\u00dfliche Spinnentierchen von 0,3 bis 0,8\u00a0mm Gr\u00f6\u00dfe. Mit blo\u00dfem Auge sind sie gerade noch zu erkennen.<\/p>\n<p>Milben kommen ubiquit\u00e4r in der Umwelt vor und werden \u00fcber kontaminierte Nahrungs- und Futtermittel in Wohnungen, H\u00e4user und St\u00e4lle eingeschleppt. Meist sind nur 1 \u2013 2\u00a0% der Milben im Hausstaub Vorratsmilben, da sie eine dauerhafte Luftfeuchtigkeit von 70\u00a0% ben\u00f6tigen. Unter 60 % relativer Luftfeuchte k\u00f6nnen sie sich nicht entwickeln. Ist jedoch die Luftfeuchtigkeit entsprechend hoch, sind sie gegen\u00fcber den Hausstaubmilben im Vorteil und k\u00f6nnen in k\u00fcrzester Zeit eine enorm hohe Populationsgr\u00f6\u00dfe erreichen. Die Modermilbe ist unter den Vorratsmilben an dieser Stelle besonders gef\u00fcrchtet. da die Milbe bei 85\u00a0\u2013\u00a095\u00a0% Luftfeuchtigkeit und 25\u00a0\u00b0C Dauertemperatur mehr als 100 Eier am Tag legen kann. Zus\u00e4tzlich ist die Entwicklung einer Generation unter diesen optimalen Bedingungen innerhalb von 5\u00a0\u2013\u00a06 Tagen abgeschlossen. So kann eine Wohnung in nur 1\u00a0\u2013\u00a02 Monaten mit Milliarden Milben bev\u00f6lkert sein (lebender wei\u00dflicher bis rosa Staub auf glatten Oberfl\u00e4chen!).<\/p>\n<p>Vorratsmilben sind Saprophyten in Heu, Getreide oder gelagerten Lebens- und Futtermitteln (Mehl, Zucker, Obst, N\u00fcsse, aber auch Fleisch). Sie sind dort vorherrschend, wo Futter- oder Nahrungsmittel gemahlen und bei hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden. Dabei nutzen sie auch die im Lebensmittel oder Futter wachsenden Schimmelpilze als Nahrungsquelle. Vorratsmilben k\u00f6nnen jedoch auch im Hausstaub (siehe oben), in K\u00fcchenk\u00e4sten und in Speisekammern gefunden werden. In einem Gramm Tierfutter oder Zerealien k\u00f6nnen sich mehrere Tausend Vorratsmilben aufhalten. Sie fressen zudem auch Tapetenkleister aus Methylcellulose oder St\u00e4rke, was in neu gebauten, noch feuchten H\u00e4usern ein Problem sein kann. Selbst vor dem Verzehr von Leim bei feucht gelagerten \u00d6lgem\u00e4lden machen sie nicht Halt.<\/p>\n<p>Das Allergen ist haupts\u00e4chlich im Kot der Tiere, aber auch Teile des Milbenk\u00f6rpers selbst besitzen Allergie ausl\u00f6sende Eigenschaften. Die Allergene in den Kotballen werden nach Aufbrechen der umgebenden H\u00fclle frei und zu Schwebepartikeln in der Luft. Der ausgetrocknete Kot zerf\u00e4llt zu Staub, welcher beim Umgang mit Lebens- und Futtermitteln eine Aufwirbelung erf\u00e4hrt. Daher ist die Allergie auf Vorratsmilben bei manchen Berufsgruppen sogar als Berufskrankheit anerkannt.<\/p>\n<p>Vorratsmilben sind bedeutsame Sch\u00e4dlinge, die nicht nur im Staub von Heu, Getreidelagern und Silos, sondern auch in Getreidepackungen, Futters\u00e4cken und im Mehl vorkommen. Beim Mehl bedingt der Befall sogar eine Ver\u00e4nderung der Backf\u00e4higkeit. Dort wo pflanzliche Nahrungsmittel und Futtermittel bei hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt oder gemahlen werden, liegt ein besonders hohes Milben-Aufkommen vor. Bei entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit k\u00f6nnen ganze Produktionen stark mit Vorratsmilben kontaminiert sein, da diese sich haupts\u00e4chlich von Schimmelpilzen (<em>Alternaria-, Streptomyces- und Penicillium<\/em>-Arten) ern\u00e4hren, und eine feuchte Umgebung bekanntlich das Wachstum von Schimmelpilzen f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Das Vorkommen dieser Milbenarten ist kein Hinweis auf mangelnde Hygiene und Sauberkeit. Vorratsmilben \u00fcbertragen keine Krankheiten und befallen keine Menschen oder Tiere. H\u00e4ufig merkt man das Vorkommen erst, wenn ein Mensch oder Tier in der Umgebung auf eine dieser Milben allergisch reagiert.<\/p>\n<p>In der Veterin\u00e4rmedizin gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, in denen Hundetrockenfutter auf den Gehalt an Vorratsmilben untersucht wurde. In einer eigenen Studie wurden in 15,6\u00a0% der untersuchten Proben Vorratsmilben gefunden, es handelt sich bei den positiven Proben jedoch ausschlie\u00dflich um abgelaufene, d.\u00a0h. \u00fcberlagerte Futtermittel. Interessant bei dieser Studie war auch die Erkenntnis, dass Vorratsmilben in der Tiefk\u00fchltruhe volle 3 Tage ben\u00f6tigten, bis sie abstarben. In einer anderen Studie wurden 23 Hundefutters\u00e4cke untersucht, mit dem Ergebnis, dass in keinem einzigen Sack Vorratsmilben nachgewiesen wurden. In einer weiteren Studie wiederum konnten sowohl <em>Acarus<\/em>&#8211; als auch <em>Tyrophagus<\/em>-Milben in Futtermittelfabriken nachgewiesen werden. Die Untersuchung von 10 Hundefutters\u00e4cken in einer spanischen Studie ergab folgende Ergebnisse: <em>Acarus siro<\/em> wurde bereits in einem neu ge\u00f6ffneten (nicht abgelaufenen) Sack gefunden und 5 Wochen nach Lagerung unter \u00fcblichen Haushaltsituationen wurden in 9 von 10 S\u00e4cken <em>Tyrophagus<\/em>-Milben nachgewiesen (Lagerung bei 71\u00a0% Luftfeuchtigkeit und 23\u00a0\u00b0C). Identische Vergleichsproben, welche unter Laborbedingungen gelagert wurden, wiesen nach der 5-w\u00f6chigen Lagerzeit keine Milben auf. In einer englischen Studie wurden Proben aus ein und demselben Hundetrockenfutter in 10 verschiedenen Haushalten in 3 verschiedenen Beh\u00e4ltnissen (Papiersack, verschlie\u00dfbarer Plastiksack, verschlie\u00dfbare Plastikbox) f\u00fcr 90 Tage gelagert. Der Gehalt an Hausstaub- und Vorratsmilben war im Futter, welches in den Papiers\u00e4cken gelagert wurde, wesentlich h\u00f6her als bei den beiden anderen Aufbewahrungsformen. Wenn sich im Lagerraum ein Hundebett oder ein Teppich befand, war zudem die Belastung nochmals deutlich h\u00f6her.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1336857 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Wenn Leckerli l\u00e4nger stehen bleiben und \u201estaubig\u201c werden, dann sind in dem \u201eStaub\u201c sehr viele Vorratsmilben, Eier, Larven und Kot von den Milben enthalten.  &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"800\" data-large_image_height=\"979\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Vorratsmilben-und-die-Futtermittelallergie_TB.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"979\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Vorratsmilben-und-die-Futtermittelallergie_TB.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Wenn Leckerli l\u00e4nger stehen bleiben und \u201estaubig\u201c werden, dann sind in dem \u201eStaub\u201c sehr viele Vorratsmilben, Eier, Larven und Kot von den Milben enthalten.\" aria-describedby=\"gallery-1-1332532\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Vorratsmilben-und-die-Futtermittelallergie_TB.jpg 800w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Vorratsmilben-und-die-Futtermittelallergie_TB-245x300.jpg 245w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Vorratsmilben-und-die-Futtermittelallergie_TB-768x940.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1332532'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Wenn Leckerli l\u00e4nger stehen bleiben und \u201estaubig\u201c werden, dann sind in dem \u201eStaub\u201c sehr viele Vorratsmilben, Eier, Larven und Kot von den Milben enthalten.  <br><i>Bildquelle: Dr. Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Mikroskopischer Milbennachweis im \u00fcberlagerten Futtermittel  &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr. Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"814\" data-large_image_height=\"490\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Milbennachweis-im-ueberlagerten-Futtermittel-.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"814\" height=\"490\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Milbennachweis-im-ueberlagerten-Futtermittel-.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Mikroskopischer Milbennachweis im \u00fcberlagerten Futtermittel\" aria-describedby=\"gallery-1-1332530\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Milbennachweis-im-ueberlagerten-Futtermittel-.jpg 814w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Milbennachweis-im-ueberlagerten-Futtermittel--300x181.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Milbennachweis-im-ueberlagerten-Futtermittel--768x462.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 814px) 100vw, 814px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1332530'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Mikroskopischer Milbennachweis im \u00fcberlagerten Futtermittel  <br><i>Bildquelle: Dr. Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Acarus siro &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr.  Patrick Bourdeau&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"800\" data-large_image_height=\"979\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Acarus-siro.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"979\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Acarus-siro.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Acarus siro\" aria-describedby=\"gallery-1-1332524\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Acarus-siro.jpg 800w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Acarus-siro-245x300.jpg 245w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Acarus-siro-768x940.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1332524'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Acarus siro <br><i>Bildquelle: Dr.  Patrick Bourdeau<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 4: &lt;\/b&gt;Glycyphagus domesticus &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr.  Regina Wagner&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"800\" data-large_image_height=\"610\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Glycyphagus-domesticus.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"610\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Glycyphagus-domesticus.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Glycyphagus domesticus\" aria-describedby=\"gallery-1-1332526\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Glycyphagus-domesticus.jpg 800w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Glycyphagus-domesticus-300x229.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Glycyphagus-domesticus-768x586.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1332526'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4: <\/b>Glycyphagus domesticus <br><i>Bildquelle: Dr.  Regina Wagner<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN Dermatologie | &lt;b&gt;Abb. 5: &lt;\/b&gt; Lepidoglyphus destructor &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Dr.  Patrick Bourdeau&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"800\" data-large_image_height=\"979\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Lepidoglyphus-destructor.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"979\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Lepidoglyphus-destructor.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Lepidoglyphus destructor\" aria-describedby=\"gallery-1-1332528\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Lepidoglyphus-destructor.jpg 800w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Lepidoglyphus-destructor-245x300.jpg 245w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/Lepidoglyphus-destructor-768x940.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1332528'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5: <\/b> Lepidoglyphus destructor <br><i>Bildquelle: Dr.  Patrick Bourdeau<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#187;.vc_custom_1737461714714{margin-top: 10px !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;&#187;]\u00dcblicherweise findet die Allergenaufnahme \u00fcber die Haut (transkutan) statt. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurde jedoch festgestellt, dass auch das Einatmen oder Fressen des Vorratsmilben-Allergens zu Symptomen beim Hund f\u00fchren kann. Beagle, die nur auf die Hausstaubmilbe <em>D.\u00a0farinae<\/em> sensibilisiert waren, reagierten auch auf eine bewusste Provokation mit der Modermilbe<em> T. putrescentiae<\/em> mit entsprechender klinischer Symptomatik. Dieses Ph\u00e4nomen l\u00e4sst einen R\u00fcckschluss auf die Kreuzreaktivit\u00e4t der Hausstaub- und Vorratsmilben untereinander ziehen.<\/p>\n<p>Vorratsmilben lassen sich nicht komplett aus dem Umfeld eliminieren, es k\u00f6nnen aber Ma\u00dfnahmen zur Verminderung des Allergendrucks getroffen werden. Trockene Lagerung von Lebens-\/Futtermitteln und Getreide ist die Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahme Nummer eins. Zur biologischen Bek\u00e4mpfung kann die Getreideraubmilbe <em>Cheyletus eruditus<\/em> eingesetzt werden. Auch Kieselgur, welches zur Austrocknung der Milben f\u00fchrt, wurde als Biozid erfolgreich zur Anwendung gebracht. Anderweitige Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen stellen gasf\u00f6rmige Akarizide dar. Im Folgenden wird auf das Vorkommen, die Entwicklung sowie die Kreuzreaktionen der wichtigsten Vorratsmilbenarten eingegangen.<\/p>\n<h2><em>Acarus siro<\/em> (Mehlmilbe)<\/h2>\n<p>Die Hauptnahrung der Mehlmilbe ist \u2013 wie schon die Namensgebung vermutet l\u00e4sst \u2013 Mehl sowie andere Zerealien (Getreideflocken), K\u00e4se, Heu, Trockenfr\u00fcchte und Schimmelpilze.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Milbe dauert 10 Tage (bei 10 \u2013 15 \u00b0C jedoch 28 Tage), wobei die Lebensdauer 30 \u2013 50 Tage betr\u00e4gt. Neben der Luftfeuchtigkeit ist besonders die Substratfeuchte der befallenen Nahrungsmittel von Bedeutung (mindestens 14 %).<\/p>\n<p>Kreuzreaktionen: stark mit <em>Tyrophagus<\/em>, aber nur teilweise mit den anderen Vorrats- und Hausstaubmilben.<\/p>\n<h2><em>Tyrophagus putrescentiae<\/em> (Modermilbe)<\/h2>\n<p>Die Modermilbe ist dort anzutreffen, wo eine hohe Luftfeuchtigkeit zur Schimmelbildung (mit blo\u00dfem Auge nicht immer sichtbar!) beitr\u00e4gt. Diese Milbenart kommt vor allem in Lebens- und Futtermitteln mit hohem Protein- und Fettgehalt vor. Ihre Hauptnahrung ist: Weizenmehl, Sojamehl, Germ\/Hefe, kultivierte Pilze, verschiedene Samen und Fr\u00fcchte, Stroh, Heu, verrottendes Material (Kompost, Mist, Laub, \u2026), Trockenmilch, Schinken, N\u00fcsse, Trockenei und Schimmelpilze.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Milbe dauert 5\u00a0\u2013\u00a021 Tage (je niedriger die Umgebungstemperatur umso l\u00e4nger der Entwicklungszyklus). Idealbedingungen sind Temperaturen \u00fcber 30\u00a0\u00b0C und eine Luftfeuchtigkeit \u00fcber 85\u00a0%. Die Milbe kann hohe Temperaturen aushalten und das weibliche Tier legt zirka 500 Eier.<\/p>\n<h2><em>Glycyphagus domesticus<\/em> (Haus-, Zuckermilbe)<\/h2>\n<p>Diese Vorratsmilbe ist h\u00e4ufig dort anzutreffen, wo pflanzliche oder auch tierische Futtermittel gemahlen bzw. diese bei zu hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt werden. Dabei werden auch die im Futter wachsenden Pilze gefressen. In Wohnungen lebt die Milbe \u2013 abgesehen von Nahrungsmitteln \u2013 in feuchten Arealen (bevorzugt in alten Polsterm\u00f6beln). Diese Vorratsmilbe ist nur wenig lichtscheu, entwickelt sich bei optimalen Bedingungen (relative Luftfeuchtigkeit von 65\u00a0\u2013 \u00a0100 %, Temperatur von etwa 20\u00a0\u2013\u00a030 \u00b0C) innerhalb von 22 Tagen und hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 50\u00a0Tagen.<\/p>\n<p>Kreuzreaktionen: stark mit <em>Lepidoglyphus<\/em>, aber nur teilweise mit den anderen Vorrats- und Hausstaubmilben.<\/p>\n<h2><em>Lepidoglyphus destructor<\/em> (Pflaumen-, Heumilbe)<\/h2>\n<p><em>L. destructor<\/em> stellt besonders in Stallungen die am meisten verbreitete und am zahlreichsten vorkommende Vorratsmilbe dar. Die Milbe enth\u00e4lt mindestens 20 allergen wirkende Proteine, inklusive dem Majorallergen Lep d 2, welches im Verdauungstrakt der Milbe vorkommt. Da Lep d 10 ein homologes Allergen zu Tropomyosin ist, kann es hier auch zu Kreuzreaktionen mit <em>Crustacea <\/em>(Krebstiere) kommen. Diese Milben ern\u00e4hren sich ebenfalls von Schimmelpilzen (besonders <em>Alternaria<\/em> und <em>Penicillium<\/em>) und den Futtermitteln selbst. Die weibliche Milbe legt bis zu 150 Eier und meidet das Licht. Eine Entwicklung kann bei Temperaturen zwischen 3 und 34 \u00b0C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 % stattfinden. Bei einer Temperatur von 25\u00a0\u00b0C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von mehr als 60\u00a0% dauert der Entwicklungszyklus nur 12 bis 27 Tage. Diese Milben sind aber gegen\u00fcber Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes relativ empfindlich. <em>Lepidoglyphus<\/em> lebt in Getreide und Getreideprodukten, Trockenfr\u00fcchten, Heu und Stroh, an toten Insekten, in Nestern von Hummeln oder Nagetieren.<\/p>\n<p>Kreuzreaktionen: stark mit <em>Glycyphagus<\/em>, aber nur teilweise mit den anderen Vorratsmilben und Hausstaubmilben, eventuell mit Krebstieren (<em>Crustacea)<\/em>. Beim Hund ist eine Kreuzreaktivi\u00e4t mit <em>D. pteronyssinus<\/em> nachgewiesen.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h2>N\u00fctzliche Tipps f\u00fcr Futtermilbenallergiker<\/h2>\n<ul>\n<li>Trockenfuttermittel nach dem \u00d6ffnen der Originalpackung sofort in ein wieder verschlie\u00dfbares Beh\u00e4ltnis (Plastik, auswaschbar) umf\u00fcllen. Dabei den feinstaubigen Bodensatz verwerfen.<\/li>\n<li>Trockenfuttermittel und Vorr\u00e4te stets luftdicht verschlossen aufbewahren. Am geeignetsten sind dicht verschlossene Plastikbeh\u00e4ltnisse.<\/li>\n<li>Den feinstaubigen Bodensatz im Plastikbeh\u00e4ltnis regelm\u00e4\u00dfig entfernen und das Gef\u00e4\u00df gr\u00fcndlich reinigen, insbesondere vor Zugabe neuen Futters. Lagerung der Futtermittel nicht im selben Raum wie das Hundebett.<\/li>\n<li>Vorr\u00e4te bei m\u00f6glichst niedrigen Temperaturen und trocken aufbewahren (relative Luftfeuchtigkeit sollte maximal 40\u00a0% betragen).<\/li>\n<li>Alternativ kann das Trockenfutter auch tiefgefroren werden, um eine neue Kontamination mit Vorratsmilben zu verhindern. Bereits vorhandene Milbenallergene bleiben jedoch auch durch Tiefgefrieren vorhanden!<\/li>\n<li>Kleine Packungseinheiten kaufen, um frisches Trockenfutter zu f\u00fcttern.<\/li>\n<li>Da im abgelaufenen Trockenfuttermittel vermehrt Vorratsmilben zu finden sind, sollte das Futter verf\u00fcttert werden, bevor es abl\u00e4uft Feucht- oder Dosenfuttermittel oder selbst zubereitete Futtermittel verwenden.<\/li>\n<li>Im landwirtschaftlichen Bereich ist es zus\u00e4tzlich wichtig, den Arbeits- und Wohnbereich strikt zu trennen, um die Einschleppung von Vorratsmilben aus dem Arbeitsbereich in den Wohnbereich zu vermeiden (z.\u00a0B. konsequentes Ablegen von Arbeitskleidung).<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/de.wikihow.com\/Mehlmilben-loswerden-und-vermeiden\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/de.wikihow.com\/Mehlmilben-loswerden-und-vermeiden<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Neben den Reaktionen auf Hausstaubmilben treten Allergien auf Vorratsmilben bei Hund, Katze und Pferd am h\u00e4ufigsten auf. Bei klinischen Symptomen einer atopischen Dermatitis wird mittels Allergietest (Fc\u025b-Rezeptor-Test) die Sensibilisierung auf die Milben nachgewiesen. Anhand des Befundes kann die Allergen-spezifische Immuntherapiel\u00f6sung (ASIT) hergestellt werden. Die ASIT ist die einzige kausale Therapie dieser Allergie und sollte neben der Allergenreduzierung (komplette Vermeidung ist nur sehr schwer durchf\u00fchrbar) die Therapie der Wahl sein.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Regina Wagner<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#187;vc_default&#187; gap=&#187;10&#8243; css=&#187;.vc_custom_1737460739041{margin-top: 30px !important;}&#187;][vc_column width=&#187;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#187;&#187;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<ul>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Wagner R, Hunsinger B. Allergene bei Tieren. Bad Kissingen: Laboklin GmbH &amp; Co. KG; 2016.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Olivry T, Mueller RS. Critically Appraised Topic on Adverse Food Reactions of Companion Animals (8): Storage Mites in Commercial Pet foods. BMC Vet Res. 2019 Oct 31;15(1):385.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#187;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#187;yes&#187; content_placement=&#187;middle&#187; gap=&#187;10&#8243;][vc_column_inner width=&#187;1\/4&#8243; css=&#187;.vc_custom_1737460818037{background-color: #E7E7E7 !important;}&#187;][vc_icon icon_fontawesome=&#187;fas fa-file-pdf&#187; color=&#187;custom&#187; size=&#187;xl&#187; align=&#187;center&#187; css=&#187;.vc_custom_1737460835386{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187; custom_color=&#187;#e51e1e&#187; link=&#187;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F01%2FLA_Derma_Januar_2023_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#187;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#187;3\/4&#8243; css=&#187;.vc_custom_1737460846269{background-color: #E7E7E7 !important;}&#187;][vc_column_text css=&#187;.vc_custom_1737461497555{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#187;]<\/p>\n<p class=\"fancy-title entry-title color-accent start-animation-done start-animation\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/LA_Derma_Januar_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Vorratsmilben und die Futtermittelallergie<\/strong><\/a><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorratsmilben geh\u00f6ren ebenso wie die Hausstaubmilben zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida) und kommen weltweit vor. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1332526,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[525],"tags":[],"class_list":["post-1336857","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-dermatologie-2023-de-ch","category-525","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1336857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1336857"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1336857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1511223,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1336857\/revisions\/1511223"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1332526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1336857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1336857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-ch\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1336857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}