{"id":1570678,"date":"2025-10-28T13:01:56","date_gmt":"2025-10-28T12:01:56","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/lebererkrankungen-beim-pferd-frueh-erkennen-richtig-handeln\/"},"modified":"2025-10-31T12:32:08","modified_gmt":"2025-10-31T11:32:08","slug":"lebererkrankungen-beim-pferd-frueh-erkennen-richtig-handeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/lebererkrankungen-beim-pferd-frueh-erkennen-richtig-handeln\/","title":{"rendered":"Lebererkrankungen beim Pferd: fr\u00fch erkennen, richtig handeln"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Lebererkrankungen sind ein h\u00e4ufig auftretendes Problem bei Pferden. Nicht selten zeigen sich Auf\u00adf\u00e4lligkeiten in den Leberenzymaktivit\u00e4ten als Zufalls\u00adbefund oder k\u00f6nnen auch bei unspezifischer Symptomatik eines Patienten festgestellt werden. Bei einer Auswertung von 817 Serumproben, die im Herbst 2023 bei Laboklin untersucht wurden, hatten knapp 20\u202f% der Tiere mgr. erh\u00f6hte \u03b3-GT-Werte im Bereich von 50 bis 150 U\/l. In fast 7\u202f% der F\u00e4lle wurden zudem erh\u00f6hte Serumgallens\u00e4uren \u00fcber 12\u202f\u00b5mol\/l festgestellt. Um die Ursache der Ver\u00e4nderungen zu finden ist es wichtig, die Werte passend zu interpretieren und ggf. weitere Diagnostik einzuleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Die Leber hat viele verschiedene Funktionen. Zu diesen z\u00e4hlen unter anderem die Verstoffwechselung von Proteinen, Kohlenhydraten und Fetten, die Produktion von Gerinnungsfaktoren und Gallenfl\u00fcssigkeit, ebenso wie die Synthese und Speicherung von Vitaminen und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten, Toxinen und Medikamenten. Bedingt durch ihre vielseitige Funktion ist die Leber verschiedenen Noxen ausgesetzt, welche zu ihrer Sch\u00e4digung f\u00fchren k\u00f6nnen.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1570678 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Leberbiopsie eines Pferdes mit l\u00e4ngerfristiger Aufnahme von Mykotoxinen und mutma\u00dflich Giftpflanzen: gering- bis mittelgradige Fibrose.\n&lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"735\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/leberbiopsie_pferd_mit_fibrose.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"627\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/leberbiopsie_pferd_mit_fibrose-1024x627.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Leberbiopsie eines Pferdes mit l\u00e4ngerfristiger Aufnahme von Mykotoxinen und mutma\u00dflich Giftpflanzen: gering- bis mittelgradige Fibrose.\" aria-describedby=\"gallery-1-1570624\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/leberbiopsie_pferd_mit_fibrose-1024x627.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/leberbiopsie_pferd_mit_fibrose-300x184.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/leberbiopsie_pferd_mit_fibrose-768x470.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/leberbiopsie_pferd_mit_fibrose.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1570624'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Leberbiopsie eines Pferdes mit l\u00e4ngerfristiger Aufnahme von Mykotoxinen und mutma\u00dflich Giftpflanzen: gering- bis mittelgradige Fibrose.\n<br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1751872278335{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Klinische Symptomatik von Lebererkrankungen<\/h2>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Lebererkrankungen verl\u00e4uft subklinisch. Dies ist auf die besondere F\u00e4higkeit der Leber zur Zellregeneration zur\u00fcckzuf\u00fchren. Erst wenn der Funktionsverlust der Hepatozyten gr\u00f6\u00dfer ist als ihre Regenerationsrate, droht ein Leberversagen. Damit ist erst ab einer Sch\u00e4digung von ca. 80\u202f% des Organs zu rechnen. Umso wichtiger ist ein fr\u00fches Einordnen von unspezifischen Symptomen wie Lethargie, Inappetenz, ikterischen Skleren und Schleimh\u00e4uten, Gewichtsverlust, Leistungsabfall oder Kolikepisoden. Bei fr\u00fcher Diagnose hat eine milde Hepatopathie eine gute Prognose.<\/p>\n<p>Schwerwiegendere Anzeichen sind: hepatoenzephales Syndrom, hepatokutanes Syndrom, Blutungsneigung, Photosensitivit\u00e4t und Diarrhoe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Diagnostik<\/h2>\n<p>Die labordiagnostische Abkl\u00e4rung von Leber\u00aderkrankungen beim Pferd basiert prim\u00e4r auf der Interpretation leberspezifischer Enzymaktivit\u00e4ten und Funktionsparametern im Serum. Erg\u00e4nzend liefern weitere Laborwerte wertvolle Hinweise auf das Ausma\u00df der Lebersch\u00e4digung sowie auf m\u00f6gliche zugrunde liegende systemische Erkrankungen. Oftmals sind weiterf\u00fchrende Untersuchungen wie die Sonografie und eine Leberbiopsie erforderlich, um die \u00c4tiologie gezielt zu kl\u00e4ren (Abb. 1).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Blutuntersuchung \u2013 Enzyme<\/h2>\n<p>Die Blutuntersuchung liefert h\u00e4ufig durch den Nachweis erh\u00f6hter Leberenzymaktivit\u00e4ten erste Hinweise einer Erkrankung. Die Parameter werden nach ihrer Lokalisation innerhalb der Leber (hepatozellul\u00e4r, bili\u00e4r) unterschieden. Eine weitere Einteilung erfolgt danach, ob sie leberspezifisch oder ubiquit\u00e4r vorkommen.<\/p>\n<p><strong>1. Hepatozellul\u00e4re Enzyme<\/strong><\/p>\n<p><strong>a.\u2002Glutamatdehydrogenase (GLDH)<br \/>\n<\/strong>Die GLDH ist ein Enzym, das <strong>spezifisch<\/strong> in Hepatozyten vorkommt. Sie wird bei akuten, zellul\u00e4ren Lebersch\u00e4den rasch ins Serum freigesetzt. Aufgrund ihrer kurzen Halbwertszeit (ca. 14 Stunden, kompletter Abfall nach 3 \u2013 5 Tagen) eignet sie sich besonders zur Erkennung akuter hepatozellul\u00e4rer Sch\u00e4den und gilt als <strong>sensitivster Marker.<\/strong><\/p>\n<p><strong>b.\u2002Aspartataminotransferase (AST) <\/strong><br \/>\nDie AST ist <strong>kein leberspezifisches<\/strong> Enzym, da sie nicht nur in Hepatozyten sondern auch in Muskelzellen und Erythrozyten vorkommt. Eine isolierte Erh\u00f6hung sollte immer im Kontext mit GLDH, Kreatinkinase (CK) und LDH betrachtet werden.<\/p>\n<p><strong>c.\u2002Laktatdehydrogenase (LDH)<\/strong><br \/>\nLDH ist in <strong>zahlreichen Geweben<\/strong> vorhanden, darunter Herz- und Skelettmuskulatur sowie Erythrozyten. Aufgrund dieser <strong>ubiquit\u00e4ren<\/strong> Verteilung ist ihre Aussagekraft f\u00fcr die Leberdiagnostik nur in Kombination mit anderen Enzymen sinnvoll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Bili\u00e4re Enzyme<\/strong><\/p>\n<p><strong>a.\u2002\u03b3-Glutamyltransferase (\u03b3-GT)<\/strong><br \/>\nDie \u03b3-GT ist ein <strong>leberspezifisches<\/strong> Enzym mit einer Halbwertszeit von 3 \u2013 4 Tagen, kann in einigen F\u00e4llen aber auch noch bis zu einigen Wochen erh\u00f6ht bleiben. Dieses Enzym wird vorwiegend in den Gallengangsepithelien produziert. Erh\u00f6hte Serumaktivit\u00e4ten treten v.\u202fa. bei Cholestase und bili\u00e4ren L\u00e4sionen auf. Sie kommt auch in Niere und Pankreas vor, gilt dennoch als prim\u00e4r leberspezifisch. Beim Sportpferd kann eine isolierte \u03b3-GT-Erh\u00f6hung (&gt; 50 \u2013 150 U\/l) im Rahmen intensiver Belastung auftreten.<\/p>\n<p><strong>b.\u2002Alkalische Phosphatase (AP)<\/strong><br \/>\nAuch die AP zeigt bei cholestatischen Prozessen erh\u00f6hte Aktivit\u00e4ten, ist jedoch <strong>weniger organspezifisch<\/strong>, da sie auch in Knochen, Plazenta und Darm vorkommt. Bei Jungtieren ist eine erh\u00f6hte AP aufgrund des Knochenwachstums als physiologisch anzusehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist wichtig, die Werte passend zu interpretieren, um geeignete Diagnostik folgen zu lassen oder \u00adeinen Zeitpunkt f\u00fcr die Nachtestung zu definieren. F\u00fcr das Enzym \u03b3-GT wird bei geringer Erh\u00f6hung (Tab. 1) z. B. eine Reevaluation nach 2 \u2013 4 Wochen, ggf. auch von zus\u00e4tzlichen Partnertieren aus der Herde empfohlen, um so eine toxische oder infekti\u00f6se \u00c4tiologie kl\u00e4ren und den Verlauf beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tabelle 1: <\/strong>Einteilung der Leberenzymerh\u00f6hung nach Grad<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr bgcolor=\"#e51e1e\">\n<td><span style=\"color: #ffffff;\"><strong>Grad<\/strong> <strong>der<\/strong> <strong>Erh\u00f6hung<br \/>\n<\/strong><strong>Leberenzyme<\/strong><\/span><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>gering<\/td>\n<td>2 \u2013 3-facher oberer Cut-off<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>mittel<\/td>\n<td>4 \u2013 5-facher oberer Cut-off<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>hoch<\/td>\n<td>10-facher oberer Cut-off<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Blutuntersuchung \u2013 Leberfunktion<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen im Bereich der Leberenzyme lassen nur begrenzt R\u00fcckschl\u00fcsse auf Auspr\u00e4gung, Prognose oder \u00c4tiologie einer Erkrankung zu. Erg\u00e4nzende Funktionsparameter der Leber k\u00f6nnen helfen, das Ausma\u00df der Sch\u00e4digung und die Prognose besser zu beurteilen. Als Parameter der ersten Wahl gelten hier die Gallens\u00e4uren.<\/p>\n<p><strong>1.\u2002Gallens\u00e4uren<\/strong><br \/>\nGallens\u00e4uren werden in den Hepatozyten gebildet, kontinuierlich ins Duodenum sezerniert und zu 90 \u2013 95\u202f% r\u00fcckresorbiert. Bei gest\u00f6rter Zellfunktion ist die Resorption reduziert oder bleibt aus, was zur Akkumulation und erh\u00f6hter Serumkonzentration f\u00fchrt. Werte \u00fcber 25\u202f\u00b5mol\/l gelten als pathologisch und deuten bei chronischen Prozessen auf eine schlechte Prognose hin. Bei akuten Verl\u00e4ufen sind hohe Werte prognostisch weniger kritisch, erfordern aber engmaschige Kontrolle. Gallens\u00e4uren sind ein <strong>hoch sensitiver<\/strong> Marker f\u00fcr funktionelle Leberinsuffizienz, v. a. bei chronischen Erkrankungen.<\/p>\n<p><strong>2.\u2002Bilirubin<\/strong><br \/>\nBilirubin entsteht aus dem Abbau von H\u00e4moglobin, wird in der Leber konjugiert und \u00fcber die Galle ausgeschieden. Bei Werten von &gt; 75 \u00b5mol\/l ist die typische Gelbf\u00e4rbung von Skleren und Schleimh\u00e4uten (Ikterus) zu sehen. Die Unterscheidung von konjugiertem und unkonjugiertem Bilirubin im Blut erm\u00f6glicht eine Einordnung der Ursache (pr\u00e4-, intra-, posthepatisch). Ein konjugierter Anteil von mehr als 25\u202f% spricht f\u00fcr eine hepatozellul\u00e4re oder hepatobili\u00e4re Ursache. Bei chronischen Verl\u00e4ufen kann die Serumkonzentration von Bilirubin allerdings auch im Normbereich liegen.<\/p>\n<p><strong>3.\u2002Ammoniak<\/strong><br \/>\nEin erh\u00f6hter Ammoniakspiegel im Blut weist auf eine<strong> fortgeschrittene Leberinsuffizienz<\/strong> hin und kann ein hepatoenzephales Syndrom verursachen. Aufgrund der geringen Stabilit\u00e4t (max. 30\u202fmin) ist die Bestimmung schwer umsetzbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Bildgebung\/Biopsie<\/h2>\n<p>Die Ultraschalluntersuchung der Leber ist eine hilfreiche weiterf\u00fchrende Diagnostik, auch wenn aufgrund der Anatomie nur ein Teil des Organs darstellbar ist. Da viele Ver\u00e4nderungen diffus vorliegen, kann sie dennoch wertvolle Hinweise liefern. Ein unauff\u00e4lliger Befund schlie\u00dft eine Lebererkrankung nicht aus. Leberbiopsien sind sinnvoll, wenn klinische Symptome und Laborwerte keine eindeutige Diagnose erm\u00f6glichen. Die Proben k\u00f6nnen f\u00fcr Histologie, Bakteriologie und Erregerdiagnostik mittels PCR eingesandt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>\u00c4tiologie<\/h2>\n<p><strong>Vergiftungen<\/strong><br \/>\nVergiftungen z\u00e4hlen zu den h\u00e4ufigsten Ursachen von Hepatopathien. Sie k\u00f6nnen u.\u202fa. durch Mykotoxine oder Schimmelpilze im Raufutter, Microcystine aus algenbelastetem Wasser oder \u00fcberm\u00e4\u00dfige Eisenaufnahme entstehen.<\/p>\n<p>Auf Weiden und im Heu sollte besonders auf Giftpflanzen geachtet werden. Obwohl Pferde sie meist meiden, kann es unter bestimmten Bedingungen (z.\u202fB. bei Jungtieren, Futtermangel, exotischen Pflanzen oder zerkleinerten Pflanzenteilen) dennoch zur Aufnahme kommen.<\/p>\n<p>Senecio-Arten wie das Jakobskreuzkraut f\u00fchren bereits im Fr\u00fchstadium einer Intoxikation zu ver\u00e4nderten Leberenzymen, oft ohne klinische Symptome. Verantwortlich sind Pyrrolizidinalkaloide (PA), die bei chronischer Aufnahme eine irreversible Leberfibrose verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die LC-MS-Analyse aus Urin erlaubt den Nachweis von Senecionin\/Senecionin-N-Oxid und zeigt eine Toxinaufnahme in den letzten Stunden bis Tagen an. Zus\u00e4tzlich sollte eine Raufutteruntersuchung (z.\u202fB. bei der Landwirtschaftskammer) erfolgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Infektionen<\/strong><\/p>\n<p><u>Viren<br \/>\n<\/u>Virale Hepatitiden beim Pferd sind zunehmend besser erforscht. Besonders relevant sind das equine Hepacivirus (EqHV) und das equine Parvovirus-Hepatitisvirus (EqPV-H).<\/p>\n<p>EqPV-H wird mit der Theiler\u2019s Disease in Verbindung gebracht \u2013 einer akut verlaufenden Hepatitis mit fulminanten Lebernekrosen und meist t\u00f6dlichem Ausgang. Die \u00dcbertragung erfolgt vermutlich \u00fcber Blutprodukte (z.\u202fB. Tetanus-Antitoxin, Stammzellpr\u00e4parate, Pferdeplasma), m\u00f6glicherweise auch \u00fcber Vektoren. Das Virus ist weltweit verbreitet und die Seropr\u00e4valenzen in gesunden Pferdepopulationen (z.\u202fB. Deutschland, \u00d6sterreich) liegen zwischen 15\u202f% und 34,7\u202f%, wobei nur etwa 2\u202f% klinisch erkranken. Bei entsprechender Symptomatik sollte EqPV-H differenzialdiagnostisch ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>EqHV, 2012 erstmals beschrieben, kann akute oder chronisch-persistierende Verl\u00e4ufe verursachen. Symptome reichen von Gewichtsverlust, Anorexie und Ikterus bis zu neurologischen Auff\u00e4lligkeiten.<\/p>\n<p>Beide Viren sind im akuten Stadium per PCR in Blut oder Lebergewebe nachweisbar. Die pathohistologische Untersuchung der Leberbiopsie kann zus\u00e4tzlich zur Eingrenzung von Schweregrad und Prognose des Leberschadens herangezogen werden.<\/p>\n<p><u>Bakterien<\/u><br \/>\nDie bakterielle Genese einer Lebererkrankung ist selten und meist sekund\u00e4r. Wenn sie aber darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, stellt sie sich h\u00e4ufig als ernstzunehmend dar. Meist handelt es sich um aufsteigende bakterielle Infektionen mit z. B. <em>Streptococcus equi<\/em> oder <em>Staphylococcus aureus<\/em>. Beim Fohlen werden Leberabszesse durch z.\u202fB. <em>Rhodococcus equi<\/em> verursacht und Jungtiere k\u00f6nnen durch <em>Clostridium piliforme<\/em> an der Tyzzer&#8217;s Disease erkranken. Klinisch zeigen sich bakterielle Hepatitiden meist durch Ikterus, Fieber und Koliksymptome. Ein Nachweis der Erreger kann aus einer Leberbiopsie erfolgen, welche sowohl mikrobiologisch als auch histologisch beurteilt werden kann. Als weitere M\u00f6glichkeit ist ein Erregernachweis mittels PCR gegeben.<\/p>\n<p><u>Parasiten<\/u><br \/>\nEine parasit\u00e4re Sch\u00e4digung der Leber erfolgt durch die wandernden Stadien von z. B. <em>Strongylus spp.<\/em> und <em>Parascaris equorum<\/em>. Der gro\u00dfe Leberegel<em> (Fasciola hepatica)<\/em> ist bei Pferden selten, tritt aber bei Weidegemeinschaften mit Wiederk\u00e4uern oder in Feuchtgebieten auf, wo sich Wasserschnecken etablieren k\u00f6nnen. L\u00e4sionen erfolgen sowohl im Leberparenchym als auch in den Galleng\u00e4ngen. In Verdachtsf\u00e4llen kann eine Kotprobe beweisend sein, f\u00fcr einige Parasiten (<em>Fasciola hepatica<\/em>, kleine Strongyliden) ist die Serologie aussagekr\u00e4ftiger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Hepatopathien werden aufgrund unspezifischer Symptome und subklinischer Verl\u00e4ufe oft sp\u00e4t erkannt. Die Diagnose st\u00fctzt sich auf Leberenzym- und Funktionsparameter, erg\u00e4nzt durch Bildgebung und ggf. Leberbiopsie. Toxische und infekti\u00f6se Ursachen stehen im Vordergrund, Umwelt- und F\u00fctterungsfaktoren sollten bei der Ursachensuche ber\u00fccksichtigt werden. Die Therapieeffizienz wird durch regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle der Leberenzymkonzentrationen \u00fcberwacht. Eine Genesung kann allerdings Wochen bis Monate dauern. Pr\u00e4ventiv k\u00f6nnen je nach \u00c4tiologie der Erkrankung Futter- und Weidehygiene, sowie gezieltes Entwurmungsmanagement helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dominika Wrobel-Stratmann, Dr. Svenja M\u00f6ller, <\/em><br \/>\n<em>Dr. Michaela Gentil<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsere<\/strong> <strong>Leistungen<\/strong> <strong>im<\/strong> <strong>Bereich<\/strong> <strong>der<\/strong> <strong>Leberdiagnostik<\/strong> <strong>Pferd<\/strong><\/p>\n<table>\n<tbody valign=\"top\">\n<tr bgcolor=\"#e51e1e\">\n<td><span style=\"color: #ffffff;\"><strong>Profile<\/strong><\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #ffffff;\">Parameter<\/span><\/td>\n<td><span style=\"color: #ffffff;\">Probenmaterial<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Leber 1<\/td>\n<td>AST, GLDH, \u03b3-GT, Gallens\u00e4uren<\/td>\n<td>Serum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Leber 2<\/td>\n<td>GLDH, AST, AP, \u03b3-GT, Bilirubin gesamt, Cholesterin, Harnstof, Gallens\u00e4uren, Protein, Albumin, Globuline, Alb.\/Glob.-Quotient, Glucose, Na, K, Cl<\/td>\n<td>Serum und NaF-Blut<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>hepatotrope Viren<\/td>\n<td>PCR: equines Parvovirus, equines Hepacivirus<\/td>\n<td>Serum, EDTA-Blut, Lebergewebe<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Parasitenprofil<\/td>\n<td>Flotation, SAFC, modifiziertes McMasterverfahren<\/td>\n<td>Kot<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gerinnung<\/td>\n<td>PT, PTT, Thrombinzeit, Fibrinogen<\/td>\n<td>Citrat-Plasma<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bilirubin<\/td>\n<td>gesamt und direkt<\/td>\n<td>Serum, EDTA-Plasma, Heparin-Plasma<\/td>\n<\/tr>\n<tr bgcolor=\"#e51e1e\">\n<td colspan=\"3\" width=\"695\"><span style=\"color: #ffffff;\"><strong>Einzelbestimmungen<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gallens\u00e4uren<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Serum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Serumproteinelektrophorese<\/td>\n<td>Albumin, \u03b1-Globuline, \u03b2-Globuline, \u03b3-Globuline, Gesamteiwei\u00df<\/td>\n<td>Serum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Leberegel (AK-Nachweis)<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Serum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>kleine Strongyliden<br \/>\n(AK-Nachweis)<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Serum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Herbstzeitlose<\/td>\n<td>Colchicin<\/td>\n<td>Urin<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kreuzkraut<\/td>\n<td>Senecionin, Senecionin-N-oxid<\/td>\n<td>Urin<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Bakteriologie<\/td>\n<td>Aerobier, Anaerobier<\/td>\n<td>Tupfer mit Medium, Gewebe (nativ)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pathohistologie<\/td>\n<td><\/td>\n<td>Gewebe (fixiert)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1761653312857{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1743677988086{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><span style=\"color: #000000;\"><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/span><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Tallon R, McGovern K. Equine liver disease in the field. Part 1: approach. UK-Vet Equine. 2020;4(1):14-18. doi:10.12968\/ukve.2020.4.1.14<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Tallon R, McGovern K. Equine liver disease in the field. Part 2: causes and management. UK-Vet Equine. 2020;4(1):71-76. doi.org\/10.12968\/ukve.2020.4.3.71<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Ramsauer AS, Badenhorst M, Cavalleri JV. Equine parvovirus hepatitis. Equine Vet J. 2021 Sep;53(5):886-894. doi: 10.1111\/evj.13477<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1761653772548{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1761653809503{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fa fa-solid fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1761653105704{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2025%2F10%2Flebererkrankungen_beim_pferd.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1761653821859{background-color: #E7E7E7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1761653642182{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<strong><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/lebererkrankungen_beim_pferd.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lebererkrankungen beim Pferd: fr\u00fch erkennen, richtig handeln<\/a><\/strong>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hepatopathien: Ursachen, Diagnose und Therapie. Fr\u00fcherkennung, Behandlung und Pr\u00e4vention durch F\u00fctterungs- und Weidemanagement.<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":1570641,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Lebererkrankung Pferd: Diagnostik, Leberenzyme und Nachweis von Toxinen, Infektionen, Parasiten","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[255],"tags":[],"class_list":["post-1570678","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-pferd-de-at","category-255","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1570678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1570678"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1570678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1571592,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1570678\/revisions\/1571592"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1570641"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1570678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1570678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1570678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}