{"id":1451290,"date":"2023-10-12T14:54:43","date_gmt":"2023-10-12T12:54:43","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/intoxikationen-bei-hunden-und-katzen-haeufigste-ursachen-und-hinweise-zu-praevention-therapie-diagnostik\/"},"modified":"2024-04-16T13:33:39","modified_gmt":"2024-04-16T11:33:39","slug":"intoxikationen-bei-hunden-und-katzen-haeufigste-ursachen-und-hinweise-zu-praevention-therapie-diagnostik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/intoxikationen-bei-hunden-und-katzen-haeufigste-ursachen-und-hinweise-zu-praevention-therapie-diagnostik\/","title":{"rendered":"Intoxikationen bei Hunden und Katzen \u2013 h\u00e4ufigste Ursachen und Hinweise zu Pr\u00e4vention, Therapie &#038; Diagnostik"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Intoxikationen von Hunden und Katzen sind immer wieder Thema in der Praxis \u2013 sei es als akuter Notfall oder als unwahrscheinliche, aber m\u00f6gliche Differentialdiagnose oder wegen des Verdachts der Aufnahme eines potentiellen Giftk\u00f6ders. Sowohl f\u00fcr die behandelnde Tier\u00e4rztin oder den behandelnden Tierarzt, als auch die Tierbesitzerinnen und -besitzer beginnt hier h\u00e4ufig die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Ursachen und versteckte Gefahrenquellen in Haushalt, Garten und bei Spazierg\u00e4ngen<\/h2>\n<p>Hunde und Katzen k\u00f6nnen hier auf eine Vielzahl von Stoffen und Substanzen treffen, welche gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnen. Die Probleme lauern hier oft in der Unkenntnis der Besitzerinnen und Besitzer \u00fcber die Risiken, die von Chemikalien, Pflanzen, Nahrungsmitteln oder \u00e4hnlichem ausgehen k\u00f6nnen. Dazu kommt, dass insbesondere Hunde gierige Fresser sein k\u00f6nnen (z. B. hastiges Verschlingen von Heruntergefallenem wie Medikamentenblister).<br \/>\nOder es werden aus Langeweile Gegenst\u00e4nde durch Tiere zerbissen, welche dann gef\u00e4hrliche Stoffe freisetzen z. B. Sp\u00fcltabs, Wasch- oder L\u00f6sungsmittelbeh\u00e4lter, Tuben mit Klebstoff etc.<\/p>\n<p><strong>Gefahrstoffe im Haushalt und Garten <\/strong>\u2013 Reinigungs-, Wasch- und L\u00f6semittel, Lacke und Farben, S\u00e4uren und Laugen, Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel und alle anderen mit Gefahrstoffsymbolen gekennzeichneten Stoffe (hier besonders auf \u00e4tzend, reizend, Gew\u00e4ssergef\u00e4hrdung achten!) sollten so aufbewahrt und gesichert werden, dass es nicht zu einer versehentlichen Aufnahme oder Nutzung als Spielobjekt (hier insbesondere Gefahr bei Welpen und jungen Hunden) kommen kann. Ein h\u00e4ufiges Beispiel ist die Vergiftung durch <strong>Frostschutzmittel <\/strong>(z. B. Ethylenglykol), das aufgrund des s\u00fc\u00dfen Geschmacks von Hunden und Katzen gerne aufgenommen wird. M\u00f6gliche Symptome einer Vergiftung durch Frostschutzmittel sind: Irritationen des Magen-Darm-Trakts sowie evtl. Vomitus durch direkten Effekt des Giftes. Nach Resorption k\u00f6nnen abh\u00e4ngig von der Plasmakonzentration neurologische Symptome wie Ataxie, ZNS-Depression, Kr\u00e4mpfe, rauschartige Zust\u00e4nde innerhalb von Minuten bis maximal wenigen Stunden auftreten.<\/p>\n<p>Die wesentliche Toxizit\u00e4t entsteht beim Abbau von Frostschutzmitteln durch Abbauprodukte wie Oxals\u00e4ure. Die Nieren werden durch die Ausscheidung dieser stark belastet. Es besteht die Gefahr der Bildung von Calciumoxalat-Kristallen in den Tubuli, was zu schweren Nierensch\u00e4den bis hin zum Tod der Tiere f\u00fchren kann. Wenige aufgenommene ml pro kg K\u00f6rpergewicht k\u00f6nnen f\u00fcr schwere Sch\u00e4den gen\u00fcgen, deshalb sollte bei bekannter Aufnahme, auch nur geringer Mengen, unbedingt die Nierenfunktion kritisch \u00fcberwacht werden. Bei den Laborwerten treten im Laufe der Vergiftung eine metabolische Azidose, ansteigende Kreatinin-Werte und zunehmende Verschiebung anderer Nierenparameter hervor. Im Urin k\u00f6nnen Calciumoxalat-Kristalle auftreten und H\u00e4mat- und Proteinurie beobachtet werden. Das Tier muss stabilisiert und die Ausscheidung des Giftes durch die Niere erm\u00f6glicht werden, w\u00e4hrend die Nierengesundheit so gut wie m\u00f6glich erhalten werden muss. Trinkalkohol konkurriert mit Frostschutzmitteln um den Abbau durch die Alkoholdehydrogenase und kann so die Bildung toxischer Metabolite vermindern, bis die Muttersubstanz ausgeschieden wurde. Es gibt Fallberichte, die einen erfolgreichen Einsatz in Praxen als Antidot beschreiben. Eine Dekontamination durch induzierten Vomitus ist kurz nach der Aufnahme noch ratsam, die Gabe von Aktivkohle hat keine Effekte auf Frostschutzmittel.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<strong>Giftpflanzen <\/strong>\u2013 Zier- und auch manche Nutzpflanzen k\u00f6nnen f\u00fcr Hunde und Katzen gef\u00e4hrlich sein. Besitzerinnen und Besitzer sollten sich \u00fcber die Arten, die im Garten und in der Wohnung zur Dekoration stehen, informieren und diese gegebenenfalls abgeben oder so sichern, dass sie f\u00fcr Tiere nicht zug\u00e4nglich sind. <strong>Oleander <\/strong>z. B., als gerne in Haus oder Garten kultivierte Zierpflanze, kommt nicht zuf\u00e4llig aus der Familie der so genannten \u201eHundsgiftgew\u00e4chse\u201c \u2013 f\u00fcr Menschen unangenehm und reizend sind die enthaltenen Toxine f\u00fcr Hunde noch wesentlich gef\u00e4hrlicher. Giftpilze im Garten oder beim Freigang sind eher eine theoretische Gefahr und werden i. d. R. von Hunden und Katzen gemieden. Ob eine bekannte Toxizit\u00e4t f\u00fcr Haustiere vorliegt, kann z. B. auf <a href=\"https:\/\/www.vetpharm.uzh.ch\/search\/index.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>https:\/\/www.vetpharm.uzh.ch\/search\/index.htm<\/strong><\/a>\u00a0durch die Suche nach botanischem Namen gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p><strong>Algengifte in Gew\u00e4ssern <\/strong>\u2013 durch Algenbl\u00fcten mit Toxinen verseuchte Kleingew\u00e4sser, aber auch Seen und Strandabschnitte k\u00f6nnen eine ernste Gefahrenquelle darstellen \u2013 hier gilt es, \u00f6ffentliche Warnungen auch f\u00fcr Hunde sehr ernst zu nehmen. Hunde sollten an betroffenen Gew\u00e4ssern unbedingt angeleint werden und auch nicht durch das Wasser laufen. Die Gefahr der spontanen Aufnahme ist gro\u00df. Teils geringe Mengen Wasser gen\u00fcgen f\u00fcr eine Vergiftung, die auch t\u00f6dlich enden kann.<\/p>\n<h2>Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr Vergiftungen von Hunden und Katzen \u2013 der Mensch<\/h2>\n<p>Tats\u00e4chlich wird die Statistik der h\u00e4ufigsten Ursachen von Vergiftungen bei Hunden und Katzen je nach Literaturquelle und untersuchter Region von Substanzen angef\u00fchrt, die den Tieren direkt oder indirekt von Menschen verabreicht wurden.<\/p>\n<p><strong>Tierarzneimittel <\/strong>\u2013 Fehlanwendungen oder \u00dcberdosierungen von Tierarzneimitteln f\u00fchren zum verst\u00e4rkten Auftreten unerw\u00fcnschter Arzneimittelwirkungen, schlimmstenfalls bis hin zu schweren Vergiftungserscheinungen. Meist liegt hier eine Fehlanwendung vor. Eine besondere Sensitivit\u00e4t f\u00fcr bestimmte Stoffgruppen ist jedoch auch m\u00f6glich. So z. B. die bekannte Ivermectin-Unvertr\u00e4glichkeit mancher H\u00fctehund-Rassen verursacht durch den MDR1 Defekt, auf welchen vorsorglich getestet werden kann.<\/p>\n<p><strong>Humanarzneimittel <\/strong>\u2013 stellen eine h\u00e4ufig durch Tierhalter untersch\u00e4tzte Gefahr dar, je nach Literaturangabe sind sie der Grund f\u00fcr bis zu einem Drittel aller gemeldeten Vergiftungsf\u00e4lle bei Hunden und Katzen. Hier steht tats\u00e4chlich selten die versehentliche Gabe bzw. Aufnahme durch die Tiere im Vordergrund. Meistens ist ein gut gemeinter Therapieversuch durch die Besitzer die Ursache.<\/p>\n<p>Besonders Personen aus dem humanen Gesundheitsbereich sind an die Gabe bzw. Anwendung einiger, f\u00fcr Menschen als harmlos und allt\u00e4glich wahrgenommener Medikamente und deren pauschale Dosierung f\u00fcr die Humanmedizin gew\u00f6hnt. G\u00e4ngige NSAIDs aus der Humanmedizin k\u00f6nnen hoch giftig f\u00fcr Hunde oder Katzen sein. Der h\u00e4ufig bei Menschen eingesetzte Wirkstoff <strong>Paracetamol <\/strong>z. B. ist bei Katzen streng kontraindiziert.<br \/>\nEs gibt Literaturangaben, die die t\u00f6dliche Dosis f\u00fcr Katzen mit 50 mg\/kg K\u00f6rpergewicht angeben &#8211; d. h. bereits Teile haushalts\u00fcblicher Tabletten k\u00f6nnen schwerste Folgen haben. Vergiftungssymptome wie schwere St\u00f6rungen des Allgemeinbefindens, stark ver\u00e4nderte Leberwerte, Meth\u00e4moglobin\u00e4mie und -urie, \u00d6deme bis hin zu Herz-Kreislaufst\u00f6rungen k\u00f6nnen Auftreten, welche durch schwerste Leberzellsch\u00e4digungen und Bildung und Anh\u00e4ufung von Meth\u00e4moglobin verursacht werden. Die ist bedingt durch die verminderte Glucuronidierungskapazit\u00e4t bei Katzen, was zur Bildung toxischer Metabolite auf alternativen Abbauwegen f\u00fchrt. Bei Aufnahme muss unbedingt schnellstm\u00f6glich Dekontaminiert werden. N-Acetylcystein sollte verabreicht werden, um die Entgiftung zu unterst\u00fctzen. Leber- und Nierenwerte m\u00fcssen \u00fcberwacht und die betroffenen Tiere stabilisiert werden.<\/p>\n<p><strong>Nahrungsmittel und \u201eSuperfood\u201c <\/strong>\u2013 da Hunde und Katzen zu den Fleischfressern geh\u00f6ren und insbesondere Katzen evolution\u00e4r gesehen hier besonders spezialisiert sind, verf\u00fcgen sie nicht in allen Bereichen \u00fcber \u00e4hnliche Enzyme bzw. Abbaum\u00f6glichkeiten oder sind empfindlicher gegen\u00fcber manchen Stoffen als der Mensch. Da unsere baum- bewohnenden Vorfahren neben tierischer Kost auch sehr viele Arten von Fr\u00fcchten und Bl\u00e4ttern konsumiert haben, sind Menschen relativ gut an die Inhaltsstoffe von vielen, teils auch exotischen Fr\u00fcchten, Beeren etc. angepasst.<\/p>\n<p>Ganz praktisch hat dies zur Folge, dass einige Fr\u00fcchte und Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln, die f\u00fcr Menschen als allt\u00e4glich und teils gesund gelten oder sogar als \u201eSuperfood\u201c bezeichnet werden f\u00fcr Hunde und Katzen gro\u00dfe Gefahren bergen. Hier z. B. sehr wichtig: <strong>Avocados <\/strong>\u2013 auf keinen Fall an Hunde und Katzen verf\u00fcttern. <strong>Birkenzucker <\/strong>(Xylit), immer beliebter als \u201eZuckerersatz\u201c oder als S\u00fc\u00dfungsmittel in \u201ezuckerfreien\u201c Produkten, ist sehr gef\u00e4hrlich f\u00fcr Hunde. Bereits geringe Mengen k\u00f6nnen zu Vergiftungen f\u00fchren.<br \/>\nAuch <strong>Kakao <\/strong>(besonders dunkle Schokolade) und z. B. Weintrauben k\u00f6nnen bei empfindlichen Individuen teils schwere Vergiftungserscheinungen verursachen.<\/p>\n<p><strong>Drogen <\/strong>(drugs of abuse) \u2013 stellen eine seltene, aber immer wieder vorkommende Quelle von Vergiftungen dar. Quellen k\u00f6nnen hier Passivrauchen, versehentliche Aufnahmen im Haushalt, aber auch beim Spaziergang z. B. in Gro\u00dfstadt-Parks sein. Symptome \u00e4hneln i. d. R. denen bei menschlichem Konsum bis hin zu schweren Vergiftungserscheinungen. Schnelltests f\u00fcr Urin aus der Humanmedizin\/Apotheke k\u00f6nnen hier bei einer schnellen Identifikation hilfreich sein.<\/p>\n<p><strong>(Gift-)K\u00f6der, Pestizide und Rodentizide <\/strong>\u2013 das traurigste Thema im Bereich Vergiftungen. So genannte \u201eSch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmittel\u201c stellen generell eine gro\u00dfe direkte und indirekte Gefahr f\u00fcr z. B. Freig\u00e4nger-Katzen aber auch Hunde beim Spaziergang dar.<\/p>\n<p>Hier muss jedoch klar unterschieden werden, zwischen der \u201enormalen\u201c Anwendung gegen Sch\u00e4dlinge und dem gezielten Versuch, Haustiere zu vergiften.<\/p>\n<p>Die Anwendung von Rodentiziden (Gifte gegen Nagetiere) ist je nach Land mehr oder weniger gut reguliert. Wer Hund und Katze in der N\u00e4he von landwirtschaftlichen Betrieben, St\u00e4llen oder Lebensmittel-verarbeitenden Betrieben frei laufen l\u00e4sst, sollte sich bewusst sein, dass hier teilweise sogar die gesetzliche Pflicht der Betreiber besteht, Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung durchzuf\u00fchren. Hier ist es wichtig sich zu informieren, wo evtl. K\u00f6derboxen (diese sollten fachgerecht vor dem Zugriff von z. B. Hunden und Katzen gesch\u00fctzt sein) aufgestellt werden, sodass diese Orte gezielt vermieden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig kommen so genannte <strong>Cumarinderivate <\/strong>(Blutgerinnungshemmer) zum Einsatz. Durch zunehmende Regulierung dieser Giftklasse ist jedoch der Einsatz eines eigentlich sehr alten Stoffes, <strong>alpha-Chloralose <\/strong>(Wirkung narkotisierend), leider wieder in Mode gekommen. Da der Wirkstoff alpha-Chloralose aktuell in Europa im Vergleich zu Cumarinderivaten nur sehr wenig gesetzlich reguliert ist, kann er leicht z. B. in Bau- und Gartenm\u00e4rkten und Online-Shops als K\u00f6derpaste frei gekauft werden. Bei Rodentiziden kann es in seltenen F\u00e4llen nicht nur durch direkte Aufnahme der Gifte, sondern auch durch die Aufnahme verendeter Nagetiere zu Vergiftungserscheinungen kommen.<\/p>\n<p>Diese beiden h\u00e4ufigen Stoffgruppen lassen sich am besten indirekt (bei Cumarinderivaten durch die \u00dcberpr\u00fcfung der Blutgerinnung und Besserung durch Gabe von Vitamin K) oder direkten Nach- weis (bei alpha-Chloralose aus Serum oder Harn) best\u00e4tigen.<\/p>\n<p><strong>Giftk\u00f6der, gezielt gegen Hunde oder Katzen, <\/strong>kommen leider immer wieder vor. Hier sollte immer die Polizei oder zumindest das Veterin\u00e4ramt informiert werden. Die Untersuchung von K\u00f6dermaterial durch private Labors ist zwar teilweise m\u00f6glich, jedoch sind die Ergebnisse einer privat genommen und nicht an staatlicher Stelle untersuchten Probe vor Gericht leicht anfechtbar. Wir raten hier bei konkretem Verdacht zun\u00e4chst Kontakt mit den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden aufzunehmen.<\/p>\n<h2>Allgemeine Ma\u00dfnahmen bei Vergiftungen bzw. dem entsprechenden Verdacht<\/h2>\n<p><strong>Wichtige Informationsquellen im Notfall:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Giftnotrufzentralen <\/strong>\u2013 die Telefonnummer der \u00f6rtlich zust\u00e4ndigen Giftnotrufzentrale sollte jeder Praxis bekannt sein. Hier k\u00f6nnen f\u00fcr konkrete Gifte entsprechende Gegenma\u00dfnahmen im Notfall erfragt werden, auch f\u00fcr Tiere!<\/p>\n<p>Auf <strong><a href=\"http:\/\/www.clinitox.ch\/\">www.clinitox.ch<\/a> <\/strong>k\u00f6nnen Sie sich zum Thema Vergiftungen und Gifte bei Tieren im deutsch- sprachigen Raum informieren.<\/p>\n<h2>Dekontamination &amp; Stabilisierung<\/h2>\n<p>Falls das Gift bekannt ist \u2013 gezielt, falls Gift unbekannt, vorsichtig mit symptomatischer Therapie vorgehen.<\/p>\n<p>Die Stabilisierung der Herz-Kreislauf-Funktionen des Patienten hat oberste Priorit\u00e4t. Ist diese gesichert oder der Patient bei Eintreffen in der Praxis noch munter, sollten umgehend Dekontaminationsma\u00dfnahmen ergriffen werden, um den \u00dcbertritt von Toxinen aus dem Magen-Darm-Trakt in den Organismus zu begrenzen bzw. die m\u00f6gliche Ausscheidung zu forcieren. Je nach Zustand des Patienten und aufgenommenem Gift \u2013 Erbrechen lassen (CAVE, z. B. nicht bei Laugen!), Aktivkohle oral verabreichen, infundieren, Magen\/Darmsp\u00fclung erw\u00e4gen, Verabreichung von \u00d6len\/Paraffin\u00f6l bei fettl\u00f6slichen Stoffen oder Seifen u. v. m.<\/p>\n<p>Hier gilt, wie immer: \u201eDie Dosis macht das Gift\u201c. Je mehr schnell aus dem K\u00f6rper entfernt werden kann oder erst gar nicht resorbiert wird, desto besser.<\/p>\n<p>Wichtig ist den Organismus bei der Verstoffwechselung bzw. Ausscheidung des Toxins und der nat\u00fcrlichen Entgiftungsfunktion zu unterst\u00fctzen. Nur in wenigen F\u00e4llen gibt es \u201eechte\u201c Gegengifte, wie z. B. Vitamin K bei Cumarinen.<\/p>\n<h2>Klinisch \u00fcberwachen bis zur Genesung und Material f\u00fcr eventuelle Ursachenforschung asservieren<\/h2>\n<p>Ist der Patient stabilisiert und dekontaminiert, soweit dies praktisch m\u00f6glich war, sollte dieser unbedingt zun\u00e4chst, je nach Zustand, unter Beobachtung der Besitzer oder station\u00e4r in der Klinik bleiben. Der allgemeine Gesundheitszustand, aber besonders die Funktionen von Leber und Nieren sollten wiederholt kontrolliert werden. F\u00fcr nahezu alle Toxine sind Leber und\/oder Nieren f\u00fcr die Ausscheidung essenziel und k\u00f6nnen durch die Intoxikation in Mitleidenschaft gezogen werden bzw. muss ihre physiologische Funktion evtl. therapeutisch unterst\u00fctzt werden, um die Ausscheidung der Gifte z\u00fcgig zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ist das verursachende Gift unbekannt bzw. besteht ein genereller Vergiftungsverdacht unklarer Genese und soll dies evtl. zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in einem Labor gekl\u00e4rt werden, so muss Probenmaterial wie Erbrochenes (mit K\u00f6derverdacht), Serum oder Urin m\u00f6glichst zeitnah zu den beobachteten Symptomen oder vor der Erstbehandlung bzw. Untersuchung gewonnen und gelagert werden (Gefrierfach). Gerade bei unklarem Geschehen ist Urin (m\u00f6glichst mehr als 1 \u2013 2 ml), welcher zeitnah zu auftretenden Symptomen gewonnen wurde, das wichtigste Material. Die meisten Giftstoffe bzw. deren Abbauprodukte lassen sich in diesem Material nachweisen, w\u00e4hrend oder nachdem Symptome aufgetreten sind, in Blut oder Serum k\u00f6nnen zu diesem Zeitpunkt oft schon keine Nachweise mehr m\u00f6glich sein (im Zweifel Serum und Urin einfrieren). Sollten die Besitzer sich zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt f\u00fcr eine weitere Untersuchung des Materials auf Giftstoffe entscheiden, liegt dieses dann bereits vor. Die Untersuchung von Material von Tieren, die zu dem Zeitpunkt schon l\u00e4nger keine klinische Symptomatik mehr zeigen, bleibt i. d. R. erfolglos.<\/p>\n<p><strong>Die Pr\u00e4vention von Vergiftungen durch Aufkl\u00e4rung der Tierhalter ist die wichtigste Ma\u00dfnahme, um Hunde und Katzen zu sch\u00fctzen!<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Simon Franz M\u00fcller<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1679397883256{margin-bottom: 20px !important;margin-left: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-right: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;padding-left: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<ul>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #808080;\">Bille L, Toson M, Mulatti P, Dalla Pozza M, Capolongo F, Casarotto C, Ferr\u00e8 N, Angeletti R, Gallocchio F, Binato G. Epidemiology of animal poisoning: An overview on the features and spatio-temporal distribution of the phenomenon in the north-eastern Italian regions. Forensic Sci Int. 2016 Sep;266:440-448. doi: 10.1016\/j.forsciint.2016.07.002.<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #808080;\">Berny P, Caloni F, Croubels S, Sachana M, Vandenbroucke V, Davanzo F, Guitart R. Animal poisoning in Europe. Part 2: Companion animals. Vet J. 2010 Mar;183(3):255-9. doi: 10.1016\/j.tvjl.2009.03.034.<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><strong><span style=\"color: #808080;\">Gupta RC. Veterinary Toxicology. Academic Press Inc; 2018.<\/span><\/strong><\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713266845988{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713266854723{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713266876518{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F10%2FLA_Oktober_2023_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20OKTOBER%202023|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713266863810{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713266886274{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/LA_Oktober_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Intoxikationen bei Hunden und Katzen \u2013<br \/>\nh\u00e4ufigste Ursachen und Hinweise zu Pr\u00e4vention, Therapie &amp; Diagnostik<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Intoxikationen von Hunden und Katzen sind immer wieder Thema in der Praxis &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1450720,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[491],"tags":[],"class_list":["post-1451290","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2023-de-at","category-491","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1451290","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1451290"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1451290\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1470657,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1451290\/revisions\/1470657"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1450720"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1451290"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1451290"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1451290"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}