{"id":1449407,"date":"2023-09-22T09:21:35","date_gmt":"2023-09-22T07:21:35","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/magen-darm-parasiten-bei-der-katze-worauf-ist-zu-achten\/"},"modified":"2024-04-18T13:33:55","modified_gmt":"2024-04-18T11:33:55","slug":"magen-darm-parasiten-bei-der-katze-worauf-ist-zu-achten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/magen-darm-parasiten-bei-der-katze-worauf-ist-zu-achten\/","title":{"rendered":"Magen-Darm-Parasiten bei der Katze \u2013 worauf ist zu achten?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]Parasiten haben unterschiedliche \u00dcberlebensstrate\u00adgien entwickelt. Neben der oralen Aufnahme von infekti\u00f6sen Stadien spielen teilweise auch andere \u00dcbertragungswege eine Rolle, um den Entwicklungszyklus zu schlie\u00dfen. Dieses Wissen ist wichtig, um Bek\u00e4mpfungsstrategien zu entwickeln. Alter und Haltungsformen (Freig\u00e4nger, reine Wohnungskatze) haben ebenfalls einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Das Verf\u00fcttern von rohem Fleisch oder Innereien kann das Infektionsrisiko ebenfalls erh\u00f6hen. Freig\u00e4ngerkatzen k\u00f6nnen auch Wildnager und Aas fressen. Auch eine \u00dcbertragung auf den Menschen ist bei einigen Parasiten der \u00adKatze m\u00f6glich. Das Wissen \u00fcber Ansteckungsm\u00f6glichkeiten und Pr\u00e4vention erm\u00f6glicht es, die \u00adGefahr f\u00fcr Mensch und Tier zu minimieren, aber auch Diagnostik und eine passende Therapiewahl sind wichtige Themen.<br \/>\nNachfolgend sind Magen-Darm-Parasiten der Katze n\u00e4her beschrieben, die mehrere bzw. besondere \u00dcbertragungswege haben bzw. bei denen ein Zoonosepotential in Europa besteht.<\/p>\n<h2>Toxocara cati<\/h2>\n<p><em>Toxocara cati<\/em> ist ein Spulwurm, der bei Katzen vorkommt (Abbildung 1). Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten, wie sich eine Katze infiziert und somit der Entwicklungszyklus des Parasiten geschlossen und aufrechterhalten wird.<\/p>\n<p>\u00dcbertragungswege bei der Katze:<\/p>\n<ul>\n<li>oral durch Aufnahme embryonierter Eier<\/li>\n<li>galaktogene \u00dcbertragung<\/li>\n<li>paratenische Wirte \u2013 Fressen von:\n<ul>\n<li>Nagern und V\u00f6geln<\/li>\n<li>nicht ausreichend erhitztem Fleisch<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1449407 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Abb. 1: Toxocara cati-Ei &lt;br&gt;Bildquelle: Laboklin\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"900\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxocara-cati-Ei.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxocara-cati-Ei.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1449341\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxocara-cati-Ei.jpg 1200w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxocara-cati-Ei-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxocara-cati-Ei-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxocara-cati-Ei-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1449341'>\n\t\t\t\t\tAbb. 1: Toxocara cati-Ei <br>Bildquelle: Laboklin\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Abb. 2: Toxoplasma gondii-Oozysten &lt;br&gt;Bildquelle: Laboklin\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"900\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxoplasma-gondii-Oozysten.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"900\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxoplasma-gondii-Oozysten.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1449324\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxoplasma-gondii-Oozysten.jpg 1200w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxoplasma-gondii-Oozysten-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxoplasma-gondii-Oozysten-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LABOKLIN-aktuell-09.2023-Toxoplasma-gondii-Oozysten-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1449324'>\n\t\t\t\t\tAbb. 2: Toxoplasma gondii-Oozysten <br>Bildquelle: Laboklin\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text]Neben der oralen Aufnahme embryonierter Eier aus der Umgebung spielt bei Toxocara cati auch die galaktogene \u00dcbertragung eine Rolle. Bei einer Infektion im letzten Tr\u00e4chtigkeitsdrittel oder am Anfang der Laktation kann es zu einer \u00dcbertragung von Larven auf die Welpen mit der Milch kommen. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen sich Katzen durch paratenische Wirte anstecken. Paratenische Wirte sind Tiere, in denen sich ein Parasit aufh\u00e4lt und \u00fcberlebt, aber nicht weiterentwickelt. Bei Toxocara cati fungieren z.\u2009\u2009B. Nager und V\u00f6gel als paratenische Wirte, die sich mit Eiern infiziert haben. Durch Fressen infizierter Nager nimmt die Katze die Larven auf, welche sich dann im Katzenk\u00f6rper weiterentwickeln. Auch nicht ausreichend erhitztes Fleisch von Nutztieren (z. B. Schafen, Schweinen, Gefl\u00fcgel) kann infekti\u00f6se Larven enthalten. Im Gegensatz zu Toxocara canis beim Hund gibt es keine pr\u00e4natale Infektion.<\/p>\n<p><strong>Zoonose<\/strong><br \/>\nAuch der Mensch kann als paratenischer Wirt bzw. Fehlwirt fungieren. Er kann sich infizieren, jedoch kommt es nicht zur Weiterentwicklung und Vollendung des Entwicklungszyklus, da der Parasit nicht durch den Endwirt aufgenommen werden kann.<\/p>\n<p>\u00dcbertragungswege bei Menschen:<\/p>\n<ul>\n<li>oral durch Aufnahme embryonierter Eier aus Umgebung<\/li>\n<li>kontaminiertes Wasser\/Lebensmittel<\/li>\n<li>Verzehr paratenischer Wirte (unzureichend \u00adgegartes Fleisch)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Menschen k\u00f6nnen sich durch Aufnahme von Sand oder Erde (z. B. Sandk\u00e4sten, Parks), wo Katzen Kot abgesetzt haben, infizieren. Ebenfalls beschrieben sind z. B. kontaminiertes Wasser oder Gem\u00fcse. Die Bedeutung des Verzehrs von roher Leber oder anderer Innereien von Nutztieren als Infektionsweg ist in Europa unbekannt. Erkenntnisse fehlen zur Bedeutung der lebensmittelbedingten \u00dcbertragung im Vergleich zu anderen \u00dcbertragungswegen. Serologische Tests zum Nachweis von Antik\u00f6rpern gegen Toxocara beim Menschen zeigen meistens eine Kreuzreaktivit\u00e4t und unterscheiden daher nicht zwischen <em>Toxocara canis<\/em> und <em>Toxocara cati<\/em>.<\/p>\n<p>Nach Aufnahme infekti\u00f6ser Eier kommt es zu einer Wanderung von Larven im menschlichen K\u00f6rper. Die Krankheitsbilder variieren je nach betroffener Lokalisation:<\/p>\n<ul>\n<li>Larva migrans visceralis<\/li>\n<li>okul\u00e4re Larva migrans<\/li>\n<li>verdeckte Toxokarose<\/li>\n<li>Neurotoxokarose<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Pr\u00e4vention:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Minimierung der Umweltkontamination mit Eiern\n<ul>\n<li>Kot einsammeln und sachgerecht entsorgen<\/li>\n<li>Behandlung infizierter Tiere<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>wiederholte Behandlung der K\u00e4tzin und ihrer \u00adWelpen w\u00e4hrend Laktation und nach dem Ab\u00adsetzen\n<ul>\n<li>tr\u00e4chtige K\u00e4tzin\n<ul>\n<li>zur Verhinderung der laktogenen \u00dcber\u00adtragung von Larven auf Jungtiere (z. B. Emodepsid einmalig ca. 7 Tage vor voraussichtlicher Geburt)<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>s\u00e4ugende K\u00e4tzin\n<ul>\n<li>zeitgleich mit 1. Behandlung der Welpen<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Welpen\n<ul>\n<li>ab einem Alter von 3 Wochen<\/li>\n<li>alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem \u00adAbsetzen<\/li>\n<li>danach monatlich bis zum Alter von 6 Monaten<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Vermeidung einer Infektion durch Futter\n<ul>\n<li>kein unzureichend erhitztes oder nicht tiefge\u00adfrorenes Fleisch<\/li>\n<li>keine Beutetiere<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Umz\u00e4unung von Spielpl\u00e4tzen, Abdeckung von Sandk\u00e4sten, regelm\u00e4\u00dfiges Aufbringen von neuem Sand bzw. Wechsel 1 bis 2x pro Jahr<\/li>\n<li>H\u00e4ndehygiene<\/li>\n<li>Abwaschen von Produkten aus dem Garten<\/li>\n<li>Vermeidung von Geophagie bei Kindern<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Toxascaris leonina<\/h2>\n<p><em>Toxascaris leonina<\/em> ist ebenfalls ein Spulwurm bei der Katze. Eine Infektion erfolgt nur durch orale Aufnahme von Eiern oder durch Fressen paratenischer Wirte.<\/p>\n<h2>Ancylostoma tubaeforme<\/h2>\n<p>Bei dem Hakenwurm Ancylostoma tubaeforme entwickelt sich nach Ausscheidung der Eier im Kot die L1-Larve, welche aus dem Ei schl\u00fcpft und sich zur L3-Larve weiterentwickelt. Die infekti\u00f6se L3-Larve wird von der Katze oral aufgenommen. Eine perkutane Infektion ist ebenfalls m\u00f6glich. Im Gegensatz zu Ancylostoma caninum beim Hund spielt Ancylostoma tubaeforme bei der Larva migrans cutanea des Menschen eine untergeordnete Rolle.<\/p>\n<h2>Isospora<\/h2>\n<p><em>Isospora felis<\/em> und<em> Isospora rivolta<\/em> sind streng wirtsspezifisch. Die Katzen infizieren sich meist durch Aufnahme sporulierter Oozysten aus der Umwelt. Paratenische Wirte wie Nagetiere und Wiederk\u00e4uer k\u00f6nnen infekti\u00f6se Stadien (Dormozoiten) intrazellul\u00e4r in verschiedenen Organen beherbergen.<\/p>\n<h2>Toxoplasma gondii<\/h2>\n<p><em>Toxoplasma gondii<\/em> geh\u00f6rt zu den Protozoen (Abbildung 2). Die Katze ist der Endwirt. Als Zwischenwirt k\u00f6nnen S\u00e4ugetiere und V\u00f6gel sowie der Mensch fungieren. Sehr viele Katzen machen in ihrem Leben eine Infektion durch. Antik\u00f6rper bei bis zu 74 % der adulten Katzen sind in der Population beschrieben. Nach der Erstinfektion scheiden die Tiere \u00adOozysten f\u00fcr 7 \u2013 21 Tage aus. Bei einer erneuten Infektion kommt es in der Regel nicht zu einer Oozysten\u00adausscheidung.<br \/>\n\u00dcbertragungswege bei der Katze:<\/p>\n<ul>\n<li>sporulierte Oozysten in der Umwelt<\/li>\n<li>intrauterin durch Tachyzoiten (selten laktogen)<\/li>\n<li>Bradyzoiten im Fleisch (Gewebezysten) von Beute\u00adtieren oder bei Rohfleischf\u00fctterung<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zoonose<\/strong><br \/>\nAuch der Mensch kann sich \u00fcber verschiedene Infektionswege anstecken.<\/p>\n<p>\u00dcbertragungswege beim Menschen:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufnahme von Oozysten aus der Umwelt (Erde, Wasser, ungekochtes Gem\u00fcse)<\/li>\n<li>Verzehr von nicht durchgegartem oder rohem Fleisch<\/li>\n<li>Kontakt mit infekti\u00f6sem Katzenkot<\/li>\n<li>intrauterine \u00dcbertragung auf den F\u00f6tus bei erstmaliger Infektion w\u00e4hrend Schwangerschaft<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Verzehr von nicht durchgegartem oder rohem Fleisch (besonders Schwein, Schaf, Ziege) mit Gewebezysten ist eine M\u00f6glichkeit der Ansteckung. Auch die Aufnahme der Oozysten vom Boden, im Wasser oder auf Gem\u00fcse spielt eine Rolle. Dies sollten vor allem Schwangere bei der Gartenarbeit bedenken. Eine \u00dcbertragung auf den F\u00f6tus w\u00e4hrend der Schwangerschaft tritt selten auf (&lt; 0,1 %). Der Katzenkot mit Oozysten ist nur infekti\u00f6s, wenn die Oozysten sporuliert sind. Die Sporulation dauert ca. 48 Stunden. Reine Wohnungskatzen, die nicht mit Rohfleisch gef\u00fcttert werden, stellen kein Risiko f\u00fcr den Menschen dar. Bei Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft eine Infektion durchgemacht haben und daher einen positiven Antik\u00f6rpertiter haben, besteht kein Risiko bez\u00fcglich einer \u00dcbertragung auf das ungeborene Kind.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4vention:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>t\u00e4gliche Reinigung der Katzentoiletten zum Verhindern einer Sporulation der Oozysten (ca. nach 48 Stunden)<\/li>\n<li>Entsorgung des Kots \u00fcber den Restm\u00fcll und nicht \u00fcber die Toilette (Verringerung der Kontamination der Umwelt)<\/li>\n<li>F\u00fctterung der Katzen mit Fertigfutter<\/li>\n<li>Verzehr von ausreichend erhitztem (70 \u00b0C Kerntemperatur \u00fcber 5 \u2013 10 Minuten) oder vorher eingefrorenem (- 20 \u00b0C f\u00fcr mindestens 2 Tage) Fleisch<\/li>\n<li>Hygiene beim Umgang mit rohem Fleisch in der K\u00fcche<\/li>\n<li>Hygiene bei Gartenarbeit (z. B. Tragen von Handschuhen)<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Giardien<\/h2>\n<p><em>Giardia duodenalis<\/em> geh\u00f6rt zu den Protozoen, infiziert eine gro\u00dfe Bandbreite an verschiedenen S\u00e4ugetieren und den Menschen. Die \u00dcbertragung erfolgt \u00fcber die orale Aufnahme von infekti\u00f6sen Zysten aus der Umwelt.<\/p>\n<p><strong>Zoonose<\/strong><br \/>\nEs gibt zurzeit 8 Genotypen. Diese haben unterschiedliche Wirtsspektren. Assemblage A und B sind wirts\u00fcbergreifend und verf\u00fcgen daher \u00fcber zoonotisches Potential. Die anderen Assemblagen scheinen wirtspezifisch zu sein. Bei Katzen domi\u00adniert der Genotyp F, die zoonotisch relevanten Assemblagen werden nur zu einem geringen Prozentsatz nachgewiesen. Bei Menschen dominieren die zoonotischen Assemblagen.<br \/>\nGiardieninfektionen beim Menschen sind meldepflichtig in Deutschland. 2019 wurden 3291 F\u00e4lle \u00adregistriert (0,004 % der deutschen Bev\u00f6lkerung).<br \/>\nDie Inzidenz von 4 auf 100 000 Einwohner ist \u00adniedrig. Bei 2303 F\u00e4llen wurde eine Angabe zum Infektionsland angegeben. Mit 51 % der Infektionen im Ausland ist die Giardiose eine klassische reiseassoziierte Krankheit. Eine Auswertung des RKI von 2013 zeigte, dass sich die meisten Menschen in Asien angesteckt hatten (22 %), gefolgt von Afrika und Amerika.<br \/>\nDas Risiko einer \u00dcbertragung von Katzen auf Menschen wird als sehr gering eingesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4vention:<\/strong><\/p>\n<p>Beseitigung von infekti\u00f6sem Kot<\/p>\n<ul>\n<li>strikte Hygienema\u00dfnahmen besonders in L\u00e4ndern mit erh\u00f6hten Infektionsrisiko wie Asien\n<ul>\n<li>H\u00e4ndehygiene<\/li>\n<li>Vermeidung von eventuell kontaminiertem Wasser oder Lebensmitteln<\/li>\n<li>Abkochen oder Filtern von Wasser aus der Umwelt<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Echinococcus multilocularis<\/h2>\n<p>Eine Infektion mit dem Bandwurm <em>Echinococcus multilocularis<\/em> tritt bei Katzen nur gelegentlich auf. Katzen stecken sich durch Fressen von Nagern an, welche als Zwischenwirt fungieren. Bei einer Infek\u00adtion der Katze ist die Wurmlast gering und es werden nur wenige Eier ausgeschieden, wodurch das Zoonosepotential, im Gegensatz zu jenem bei F\u00fcchsen und Hunden, als gering eingesch\u00e4tzt wird.<br \/>\nDie infekti\u00f6sen Eier sind sehr widerstandsf\u00e4hig und k\u00f6nnen bis zu 8 Monate in der Umwelt \u00fcberleben. Vektoren wie Fliegen, aber auch z. B. Reifen, Schuhe und Tierpfoten, k\u00f6nnen die Eier verbreiten.<\/p>\n<p>\u00dcbertragungswege bei der Katze:<\/p>\n<ul>\n<li>Fressen von Zwischenwirten (kleine S\u00e4ugetiere) mit infekti\u00f6sen Stadien (Metacestoden) in Organen<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Zoonose<\/strong><br \/>\nBei Menschen verursacht<em> Echinococcus multilocularis<\/em> die alveol\u00e4re Echinokokkose. Menschen infizieren sich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren bzw. durch kontaminiertes Wasser, Erde oder Lebensmittel wie Fr\u00fcchte und Pilze.<\/p>\n<p>\u00dcbertragungswege bei Menschen:<\/p>\n<ul>\n<li>orale Aufnahme der Eier\n<ul>\n<li>direkter Kontakt mit infiziertem Endwirt<\/li>\n<li>kontaminierte Lebensmittel, Wasser, Erde<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Pr\u00e4vention f\u00fcr Menschen in Endemiegebieten:<\/p>\n<ul>\n<li>Waschen oder noch besser Kochen von niedrig wachsenden Wild- und Kulturpflanzen sowie Fallobst vor Verzehr<\/li>\n<li>H\u00e4ndewaschen nach Erdkontakt<\/li>\n<li>Vorsicht beim Umgang mit potenziell infizierten F\u00fcchsen und anderen Endwirten<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Dipylidium caninum<\/h2>\n<p><em>Dipylidium caninum<\/em>, der Gurkenkernbandwurm, ben\u00f6tigt Fl\u00f6he, L\u00e4use oder Haarlinge als Zwischenwirt zur Vollendung des Entwicklungszyklus. Durch Fressen eines infizierten Flohs nimmt die Katze die infekti\u00f6sen Stadien (Cysticercoide) auf, wodurch sich der Bandwurm dann im Darmtrakt der Katze zum adulten Wurm entwickeln kann. Bei Nachweis der Eier oder Bandwurmglieder sollte die Katze zus\u00e4tzlich gegen Fl\u00f6he behandelt werden sowie eine Umgebungsbehandlung durchgef\u00fchrt werden. Das Zoonoserisiko f\u00fcr den Menschen ist sehr gering und ist durch orale Aufnahme infizierter Fl\u00f6he m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auch bei anderen Bandwurmarten der Katze, sowie beim Katzenleberegel <em>Opisthorchis felineus<\/em> (Zwischen\u00adwirt [ZW] Fische, Mensch auch Endwirt m\u00f6glich) wird immer ein Zwischenwirt ben\u00f6tigt. Zu den weiteren Bandwurmarten z\u00e4hlen z. B.: <em>Taenia taeniaeformis<\/em> (ZW Nager),<em> Diphyllobothrium latum<\/em> (ZW Fische, Mensch auch Endwirt m\u00f6glich), <em>Spirometra erinaceieuropaei<\/em> (ZW Amphibien, Reptilien, V\u00f6gel und Kleins\u00e4uger, Mensch sehr selten Fehlwirt), <em>Mesocestoides<\/em> spp. (ZW Amphibien, Reptilien, V\u00f6gel und Kleins\u00e4uger, Mensch sehr selten Fehlwirt).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Dr. Jacqueline Csokai<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713439953838{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<ul>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Baneth G, Thamsborg SM, Otranto D, Guillot J, Blaga R, Deplazes P, Solano-Gallego L. Major Parasitic Zoonoses Associated with Dogs and Cats in Europe. J Comp Pathol. 2016;155(1 Suppl 1):S54-74. doi: 10.1016\/j.jcpa.2015.10.179. Epub 2015 Dec 11.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Deplazes P, Eckert J, von Samson-Himmelstjerna G, Zahner H. Lehrbuch der Parasitologie f\u00fcr die Tiermedizin. 3. Auflage Stuttgart: Thieme Verlag; 2013<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>ESCCAP. Worm control in Dogs and Cats. Guidline 01 Sixth Edition. 2021<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>ESCCAP. Bek\u00e4mpfung von intestinalen Protozoen bei Hunden und \u00adKatzen. Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 6. 2017<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713440003001{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713440018511{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F09%2FLA_September_2023_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20SEPTEMBER%202023|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713440009521{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713440031025{padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/LA_September_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Magen-Darm-Parasiten bei der Katze \u2013 worauf ist zu achten?<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Parasiten haben unterschiedliche \u00dcberlebensstrate\u00adgien entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1449341,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[491],"tags":[],"class_list":["post-1449407","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2023-de-at","category-491","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1449407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1449407"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1449407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1470866,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1449407\/revisions\/1470866"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1449341"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1449407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1449407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1449407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}