{"id":1442871,"date":"2023-07-03T13:22:15","date_gmt":"2023-07-03T11:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/interessantes-aus-der-laboklin-expertenrunde-zum-thema-hypothyreose\/"},"modified":"2024-04-19T10:03:14","modified_gmt":"2024-04-19T08:03:14","slug":"interessantes-aus-der-laboklin-expertenrunde-zum-thema-hypothyreose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/interessantes-aus-der-laboklin-expertenrunde-zum-thema-hypothyreose\/","title":{"rendered":"Interessantes aus der Laboklin &#8211; Expertenrunde  zum Thema Hypothyreose"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text]Die Hypothyreose ist eine h\u00e4ufig vorkommende \u00adEndokrinopathie beim Hund. Wir haben Ihnen \u00ad wichtige Fragen und Antworten aus der Expertenrunde zum Thema Hypothyreose \u00adzusammengestellt.<\/p>\n<p><strong>Teilnehmer der Expertenrunde waren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li><strong>Dr. Astrid Wehner,<\/strong> Dipl. ECVIM-CA (Leitung der endokrinologischen Abteilung, Medizinische Kleintierklinik der LMU M\u00fcnchen),<\/li>\n<li><strong>Dr. Florian Zeugswetter,<\/strong> (Leitung der endokrinologischen Abteilung der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Kleintiere Wien),<\/li>\n<li><strong>Alenka \u00adHrovat,<\/strong> PhD, Dipl. ECVIM-CA (Pride Veterinary \u00adCenter, University of Nottingham, UK) \u2013 sie hat \u00fcber den Zusammenhang von Verhaltens\u00e4nderungen und Hypothyreose publiziert,<\/li>\n<li><strong>Prof. Andrea Fischer,<\/strong> Dipl. ECVN, Dipl. ACVIM (Leitung der Abteilung Neurologie, Medizinische Kleintierklinik der LMU M\u00fcnchen) \u2013 sie besch\u00e4ftigt sich mit dem Zusammenhang von Hypothyreose und neurologischen \u00adSymptomen und<\/li>\n<li><strong>Prof. Wolfgang B\u00e4umer<\/strong>, Dipl. ECVPT (Institut f\u00fcr Pharmakologie und Toxikologie, Fachbereich \u00adVeterin\u00e4rmedizin, FU Berlin) \u2013 er ist Mitglied des Bundestier\u00e4rztekammer-Ausschusses f\u00fcr Arznei- und Futtermittelrecht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1442871 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Abb. 1: Myx\u00f6dem und Fellverf\u00e4rbung bei einem Hund  mit Hypothyreose&lt;br&gt;  Bildquelle: Dr. Jennifer von Luckner\" data-large_image_width=\"642\" data-large_image_height=\"800\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Myxoedem-und-Fellverfaerbung-bei-einem-Hund-mit-Hypothyreose.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"642\" height=\"800\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Myxoedem-und-Fellverfaerbung-bei-einem-Hund-mit-Hypothyreose.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1442469\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Myxoedem-und-Fellverfaerbung-bei-einem-Hund-mit-Hypothyreose.jpg 642w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Myxoedem-und-Fellverfaerbung-bei-einem-Hund-mit-Hypothyreose-241x300.jpg 241w\" sizes=\"auto, (max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1442469'>\n\t\t\t\t\tAbb. 1: Myx\u00f6dem und Fellverf\u00e4rbung bei einem Hund  mit Hypothyreose<br>  Bildquelle: Dr. Jennifer von Luckner\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | Abb. 2: Border Terrier mit Hypothyreose und Mukozele \u2013  eine h\u00e4ufige Kombination bei dieser Rasse  &lt;br&gt; Bildquelle: Dr. Jennifer von Luckner\" data-large_image_width=\"1500\" data-large_image_height=\"844\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Border-Terrier-mit-Hypothyreose-und-Mukozele_eine-haeufige-Kombination-bei-dieser-Rasse.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"844\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Border-Terrier-mit-Hypothyreose-und-Mukozele_eine-haeufige-Kombination-bei-dieser-Rasse.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1442435\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Border-Terrier-mit-Hypothyreose-und-Mukozele_eine-haeufige-Kombination-bei-dieser-Rasse.jpg 1500w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Border-Terrier-mit-Hypothyreose-und-Mukozele_eine-haeufige-Kombination-bei-dieser-Rasse-300x169.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Border-Terrier-mit-Hypothyreose-und-Mukozele_eine-haeufige-Kombination-bei-dieser-Rasse-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Border-Terrier-mit-Hypothyreose-und-Mukozele_eine-haeufige-Kombination-bei-dieser-Rasse-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1442435'>\n\t\t\t\t\tAbb. 2: Border Terrier mit Hypothyreose und Mukozele \u2013  eine h\u00e4ufige Kombination bei dieser Rasse  <br> Bildquelle: Dr. Jennifer von Luckner\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Ist das Hypothyreose oder nicht?<\/h2>\n<blockquote><p><em><strong>Eine niedrige Serum T4-Konzentration ist nicht unbedingt mit Hypothyreose gleich\u00adzusetzen. \u00adInsbesondere andere Erkrankungen k\u00f6nnen zu Reduktionen f\u00fchren. Wie kann solch ein Wert \u00addarauf hin \u00fcberpr\u00fcft werden, ob er \u00adtats\u00e4chlich eine Hypothyreose anzeigt oder lediglich aufgrund einer anderen, nicht-thyreoidalen \u00adErkrankung reduziert ist?<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: left;\">Dr. Astrid Wehner betont den Wert der <strong>klinischen Untersuchung.<\/strong> Zeigt der Hund keinen typischen Vorbericht wie Gewichtszunahme bei normaler Futteraufnahme und Leistungsminderung und fallen bei der Allgemeinuntersuchung keine \u00adklassischen Ver\u00e4nderungen wie verdickte Haut, schlechte \u00adFellqualit\u00e4t, ggf. auch Alopezie auf, ist Skepsis \u00adangezeigt.<br \/>\nDr. Florian Zeugswetter best\u00e4tigt, dass ein <strong>vollst\u00e4ndiges Schilddr\u00fcsenprofil<\/strong> helfen kann, Licht ins Dunkle zu bringen. Insbesondere die \u00adKombination von T4 und TSH sei bekannterma\u00dfen extrem wertvoll. Ist T4 niedrig bei gleichzeitig erh\u00f6htem TSH, k\u00f6nnen wir uns relativ sicher sein, dass eine Hypothyreose vorliegt. Leider ist bei ca. 30 % der \u00adhypothyreoten Hunde das TSH in der Norm.<\/p>\n<p>Die <strong>Thyreoglobulin-Antik\u00f6rper (ATG)<\/strong> k\u00f6nnen ebenfalls eine Hilfestellung geben. Sind sie positiv, liegt eine Schilddr\u00fcsenpathologie vor und kann in Grenzf\u00e4llen den Verdacht einer Hypothyreose best\u00e4rken. Allerdings hei\u00dft das nicht automatisch, dass eine Hypothyreose vorhanden ist. Viele \u00adHunde bilden im Laufe ihres Lebens Antik\u00f6rper gegen \u00adThyreoglobulin, T4 oder T3, aber nur ein relativ geringer Prozentsatz entwickelt in Folge eine manifeste Hypothyreose. Das Wissen \u00fcber die Antik\u00f6rper hat jedoch noch eine weitere Bedeutung: T4-Konzentrationen k\u00f6nnen durch die Interferenz mit Antik\u00f6rpern verf\u00e4lscht sein. Dabei ist nicht nur eine falsch hohe, sondern auch eine falsch \u00adniedrige Messung m\u00f6glich. Somit ist Vorsicht bei der \u00adInterpretation der T4-Konzentration geboten, wenn ATG nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich schloss sich die Frage nach dem <strong>Wert der Messung von freiem T4 (fT4)<\/strong> an. Dr. Florian Zeugswetter weist auf den Unterschied \u00adzwischen den unterschiedlichen Messmethoden hin. Der Goldstandard ist weiterhin die so genannte \u00adEquilibrium Dialyse mit nachfolgender Bestimmung des \u00adgefilterten fT4 mittels Radioimmunassay (RIA). Mit dieser Methode gemessenes fT4 wird weniger von nicht-thyreoidalen Erkrankungen beeinflusst als Gesamt-T4. F\u00fcr das mittels anderer Verfahren bestimmte fT4 gilt dies nur bedingt. Da die Dialyse-RIA Technik nur noch von einzelnen Laboren in den USA angeboten wird, m\u00fcssen wir uns allerdings meist mit den mittels so genannter CLIA-Verfahren bestimmten Werten begn\u00fcgen. Wir sollten dabei unbedingt im Hinterkopf behalten, dass diese ebenfalls von anderen Erkrankungen und Medikamenten beeinflusst werden.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang kam es zu einer \u00adDiskussion bez\u00fcglich<strong> beeinflussender Medikamente.<\/strong> Solche Medikamente sind z. B. Glukokortikoide aber auch Antikonvulsiva wie Phenobarbital.<\/p>\n<p>Prof. Andrea Fischer erkl\u00e4rt, dass wir gerade beim Phenobarbital vor gro\u00dfen Problemen stehen. Die mit Phenobarbital behandelten Hunde sind klinisch oft \u00e4hnlich tr\u00e4ge wie hypothyreote Patienten. \u00adPhenobarbital reduziert T4 und kann sogar die TSH-Konzentration erh\u00f6hen (allerdings meist nur innerhalb des Referenzintervalls).<br \/>\nOptimal wird bei solchen Patienten ein Funktionstest durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Es ist bekannt, dass der TSH-Stimulationstest zwar sehr aussagekr\u00e4ftig, aber leider f\u00fcr den Routine-\u00adeinsatz zu teuer ist. Die Szintigraphie ist nur in \u00adSpezialzentren m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Dr. Astrid Wehner wei\u00df zu berichten, dass eine Neuinterpretation des kosteng\u00fcnstigen und \u00adeinfach durchf\u00fchrbaren TRH-Tests an der Universit\u00e4t \u00adUtrecht \u00fcberpr\u00fcft wurde. In der Studie bewies ein mindestens 57%iger Anstieg von TSH 45 Minuten nach Injektion von TRH (10 ug\/kg i. v.) eine physiologische Funktion der Schilddr\u00fcse, w\u00e4hrend der TSH-Anstieg bei hypothyreoten Hunden geringer ausfiel. Noch fehlt die klinische Erfahrung, um diese Resultate f\u00fcr den praktischen Alltag zu best\u00e4tigen. Die Expertenrunde ist sich aber einig, dass der Test sehr n\u00fctzlich erscheint.<br \/>\nAlenka Hrovat verweist auf den<strong> Therapieversuch<\/strong> als valide M\u00f6glichkeit in der Praxis. Allerdings sollte dieser nicht nur aufgrund einer niedrigen T4-\u00adKonzentration, sondern immer nur bei begr\u00fcndetem Verdacht erfolgen.<\/p>\n<p>Dr. Florian Zeugswetter wirft ein, dass insbesondere bei Hunden mit Verhaltensauff\u00e4lligkeiten \u00adbeachtet werden muss, dass Thyroxin ein \u00adpsychotroper Wirkstoff ist. Unabh\u00e4ngig von einer Hypothyreose-\u00adinduzierten Symptomatik wird die Gabe zu Verhaltens\u00e4nderungen f\u00fchren. Dies kann interessanterweise auch die Reduktion von Aktivit\u00e4t sein, was bei hyperaktiven\/\u00e4ngstlichen Junghunden zu Fehl\u00adinterpretationen f\u00fchren kann.<\/p>\n<blockquote><p><em><strong>K\u00f6nnen Junghunde eine Hypothyreose haben?<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Dr. Astrid Wehner h\u00e4lt die oft gesehene Praxis der Supplementierung mit Schilddr\u00fcsenhormonen von verhaltensauff\u00e4lligen Junghunden, die keine \u00adklassischen Symptome einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion zeigen und deren T4-Konzentrationen in der Regel im Normbereich liegen, f\u00fcr problematisch. Diagnostisch ist zu beachten, dass insbesondere junge und gesund-erscheinende Hunde immer eine TSH-Erh\u00f6hung aufweisen w\u00fcrden, wenn ein \u00adMangel an T4 besteht. Zeigt ein Junghund keine TSH-\u00adErh\u00f6hung, ist eine Hypothyreose \u00adunwahrscheinlich. Eine isoliert niedrige T4-Konzentration bei einem Junghund ist sehr verd\u00e4chtig f\u00fcr eine nicht-\u00adthyreoidale Erkrankung.<\/p>\n<p>Subklinische Hypothyreose ist definiert als eine TSH-Erh\u00f6hung bei noch normaler T4-Konzentration und stellt damit ein fr\u00fches Stadium einer Schild\u00addr\u00fcsenerkrankung dar. Symptome gibt es in der \u00adRegel in diesem Stadium nicht (daher der \u00adBegriff \u201esubklinisch\u201c). Ein Monitoring sollte \u00aderfolgen, um solche Hunde, die im Verlauf eine klinische \u00adHypothyreose entwickeln, von denen, die euthyreot bleiben, zu unterscheiden. Leider wird der Begriff oft falsch verwendet und soll Tiere \u00adbeschreiben, die unter Verhaltensauff\u00e4lligkeiten leiden und \u00adphysiologische TSH- und T4-Konzentrationen \u00adaufweisen.<\/p>\n<p>Es gibt pr\u00e4disponierte Rassen, wie Rhodesian \u00adRidgeback oder Golden Retriever und es ist \u00adm\u00f6glich, dass sich eine Hypothyreose bereits im Jungtieralter entwickelt. Diese Hunde sollten \u00adjedoch die klassischen Diagnostik-Kriterien (klinische \u00adSymptomatik + niedriges T4 + hohes TSH) erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Auch Alenka Hrovat f\u00fcrchtet, dass viele Jung\u00adhunde mit Verhaltensauff\u00e4lligkeiten unbegr\u00fcndet mit Schilddr\u00fcsenhormonen supplementiert werden. Wissenschaftlich konnte bisher nicht nachgewiesen werden, dass \u00c4ngstlichkeit oder Aggressivit\u00e4t mit einer Hypothyreose in Verbindung stehen.<\/p>\n<h2>Die vielen Gesichter der Hypothyreose<\/h2>\n<p>Prof. Andrea Fischer ist \u00e4hnlicher Meinung und weist darauf hin, dass es eher andere Symptomkomplexe aus der Neurologie sind, wo die Hypothyreose als immunmediierte Begleiterkrankung oder Ursache f\u00fcr eine Muskelschw\u00e4che eine Rolle spielen kann. Beispiele sind Myopathie, Polyneuropathie, Myasthenia gravis, Larynxparalyse, Fazialisparese, Megaoesophagus und sehr selten auch das \u00adVestibularsyndrom. Au\u00dferdem kann eine Hypothyreose eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr einen Infarkt (Schlaganfall) sein.<\/p>\n<h2>Die Therapie<\/h2>\n<blockquote><p><em><strong>Es herrscht Unsicherheit \u00fcber das neue Arzneimittelgesetz und den Umgang mit den Herstellerangaben. Was tun, wenn der eine Hersteller eine einmal und der andere eine zweimal t\u00e4gliche Dosierung angibt?<\/strong><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Wolfgang B\u00e4umer kann hier beruhigen. \u00adSolange im Beipackzettel eine Dosierungs\u00adempfehlung und keine explizite Dosierungsvor\u00adgabe angegeben wird, sind wir Tier\u00e4rzte nicht daran gebunden. Die Pr\u00e4parate k\u00f6nnen unabh\u00e4ngig von der Herstellerempfehlung <strong>ein- oder zweimal<\/strong> t\u00e4glich gegeben werden.<\/p>\n<p>Die Frage dr\u00e4ngt sich auf, ob die Pr\u00e4parate, f\u00fcr die unterschiedliche Angaben seitens des Herstellers gemacht werden, sich in ihrer Pharmakokinetik unterscheiden?<\/p>\n<p>Hier erl\u00e4utert Prof. Wolfgang B\u00e4umer, dass dies nicht der Fall sein muss. Aufgrund der relativ \u00adkurzen Halbwertszeit des Thyroxins erscheint aus \u00adpharmakologischer Sicht eine zweimal t\u00e4gliche Gabe sinnvoll. Dabei k\u00f6nnen klinische \u00adSymptome sicherlich in vielen F\u00e4llen auch mit der einmal \u00adt\u00e4glichen Gabe behoben werden. Interessant ist \u00adallerdings, dass in der Humanmedizin diskutiert wird, den Wechsel von Pr\u00e4paraten w\u00e4hrend der \u00adBehandlung m\u00f6glichst zu vermeiden.<br \/>\nDr. Florian Zeugswetter gibt Schilddr\u00fcsenhormone immer auf <strong>n\u00fcchternen Magen.<\/strong> Er ist davon \u00fcberzeugt, dass sie sonst nicht ausreichend resorbiert werden. Prof. Wolfgang B\u00e4umer best\u00e4tigt grunds\u00e4tzlich die bessere Resorption bei n\u00fcchternem Patienten, gibt aber zu bedenken, dass es f\u00fcr den Hund individuelle Abweichungen geben k\u00f6nnte. Alenka Hrovat merkt an, dass die Compliance von Hund und Halter bei der Medikamentengabe mit dem Futter besser sei. Sie bevorzugt daher diese Variante und hat damit im klinischen Alltag wenig Probleme bez\u00fcglich der Einstellung. Alle Experten sind sich einig, dass das gew\u00e4hlte Schema am Tag der Blutentnahme f\u00fcr das Monitoring beibehalten werden muss.<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Wie sieht es nun mit der Dauermedikation aus rechtlicher Sicht aus?<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Prof. Wolfgang B\u00e4umer weist darauf hin, dass auch ein Patient mit einer Dauermedikation regel\u00adm\u00e4\u00dfig zur klinischen Untersuchung vorstellig werden muss. Was genau regelm\u00e4\u00dfig bedeutet, ist allerdings nicht eindeutig im Tierarzneimittelgesetz gekl\u00e4rt. Sp\u00e4testens alle 3 Monate sollte jedoch eine entsprechende Vorstellung dokumentiert werden.<\/p>\n<p>Leider ist auch im Fall einer Dauermedikation der postalische Versand nicht zul\u00e4ssig!<\/p>\n<p>Auch darf das Medikament nicht im Auftrag eines anderen Kollegen (z. B. wenn die Halter im Urlaub die Tabletten vergessen haben) ohne Untersuchung des Hundes abgegeben werden. Eine \u00dcberpr\u00fcfung der Diagnose durch Anforderung der Schilddr\u00fcsenbefunde ist jedoch nicht vorgeschrieben.<\/p>\n<h2>Monitoring<\/h2>\n<blockquote><p><strong><em>Was, wenn die T4-Konzentration unter \u00adSubstitution nicht ansteigt?<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Dr. Astrid Wehner r\u00e4t dringend dazu, in einem solchen Fall die Diagnose nochmal ins Visier zu nehmen. Wurde eine nicht-thyreoidale Erkrankung \u00fcbersehen? Solche Erkrankungen k\u00f6nnen zu einer Fehldiagnose gef\u00fchrt haben. Es ist auch m\u00f6glich, dass weitere Erkrankungen zus\u00e4tzlich zur Hypothyreose bestehen, und die Einstellung erschweren. Ein \u00e4hnliches Problem kann bei Interferenzen mit bestimmten Medikamenten auftreten. Zudem \u00adreduzieren Medikamente, die die Magens\u00e4urebildung hemmen oder Calcium beinhalten, die Thyroxin\u00ad-Resorption. Das gilt auch f\u00fcr im Magen vorhandene Nahrung.<\/p>\n<p>Prof. Wolfgang B\u00e4umer wirft ein, dass aus pharmakologischer Sicht unbedingt der zeitliche Abstand zur Tablettengabe beachtet werden sollte. Wird ein Zeitabstand von 4 \u2013 6 Stunden nach Tablettengabe \u00fcberschritten wird die T4-Konzentration bereits wieder deutlich abfallen.<\/p>\n<p>Alenka Hrovat erinnert daran, dass der<strong> Zielbereich f\u00fcr T4 im oberen Referenzbereich liegen sollte.<\/strong><\/p>\n<p>Wie es mit der zus\u00e4tzlichen Bestimmung von TSH und\/oder Thyreoglobulin-Antik\u00f6rpern im Rahmen des Monitorings aussieht, wei\u00df Dr. Florian Zeugswetter zu berichten. Eine TSH-Messung kann zur<strong> \u00dcberpr\u00fcfung des Therapieerfolges<\/strong> Sinn machen, wenn das TSH bei Diagnosestellung erh\u00f6ht war. Dabei sollte eine TSH-Konzentration im Referenzbereich angestrebt werden. Das Absinken der Thyreoglobulin-Antik\u00f6rper unter Therapie hat keine Aussagekraft hinsichtlich des Therapieerfolges. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Antik\u00f6rper die T4-Konzentrationen verf\u00e4lschen k\u00f6nnen. Das kann eine Rolle spielen, wenn Laborergebnis und klinischer Zustand des Patienten voneinander abweichen. Hunde mit Autoantik\u00f6rpern ben\u00f6tigen in der Regel nicht mehr L-Thyroxin als andere Patienten!<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Jennifer von Luckner<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713513791609{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713513750444{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713513710952{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F07%2FLA_Juli_2023_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20JULI%202023|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713513733548{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713513721978{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/LA_Juli_2023_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Interessantes aus der Laboklin &#8211;<br \/>\nExpertenrunde zum Thema Hypothyreose<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Hypothyreose ist eine h\u00e4ufig vorkommende \u00adEndokrinopathie beim Hund. 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