{"id":1430175,"date":"2016-08-25T12:09:55","date_gmt":"2016-08-25T10:09:55","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/histopathologische-tumorgradingsysteme-in-der-tiermedizin-2\/"},"modified":"2025-02-24T10:33:42","modified_gmt":"2025-02-24T09:33:42","slug":"histopathologische-tumorgradingsysteme-in-der-tiermedizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/histopathologische-tumorgradingsysteme-in-der-tiermedizin\/","title":{"rendered":"Histopathologische Tumorgradingsysteme in der Tiermedizin"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Was sind histopathologische Gradingsysteme?<\/h2>\n<p class=\"bodytext\">Neben der Bestimmung von Tumorart, -ausbreitung und Dignit\u00e4t bietet die histologische Untersuchung die M\u00f6glichkeit, einigen Neoplasien einen histologischen Grad (im Englischen:<em> tumor grade<\/em>) zuzuordnen. Diese Graduierungen (in Anlehnung an die englische Bezeichnung als \u2018Gradingsysteme\u2018 bezeichnet) sollen dabei anhand von tumorspezifisch festgelegten Kriterien eine bessere Einsch\u00e4tzung von Prognose und Therapieoptionen erm\u00f6glichen. Die Graduierung der Neoplasien erfolgt dabei lichtmikroskopisch am HE-gef\u00e4rbten, histologischen Schnitt und bedient sich verschiedener, morphologischer Kriterien, wie zum Beispiel:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">Differenzierungsgrad der Tumorzellen<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Mitoseindex (Angabe von Anzahl der Mitosen pro 1 bzw. 10 Gesichtsfeld(ern) in der 400fachen Vergr\u00f6\u00dferung)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Invasivit\u00e4t (expansives, invasives oder gef\u00e4\u00dfinvasives Wachstum)<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Vorhandensein und Ausbreitung von Nekrosen<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Gr\u00f6\u00dfe der Zellen oder Kerngr\u00f6\u00dfe<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Grad der zellul\u00e4ren Pleomorphie, Kernatypien sowie Anzahl und Gr\u00f6\u00dfe von Nukleolen<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Zelldichte\/Zellularit\u00e4t der Neoplasie<\/li>\n<li class=\"bodytext\">Lokalisation und Ausdehnung der Neoplasie<\/li>\n<li class=\"bodytext\">stromale oder lymphoide Gewebsreaktionen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gradingsysteme sind dabei jeweils auf Tierspezies und Tumorart eng festgelegt. Die Anzahl der zu beurteilenden Kriterien (siehe oben) variiert von Gradingsystem zu Gradingsystem. Es werden teilweise einzelne Kriterien, die im Rahmen eines Tumorgradings beurteilt werden, mittels eines Punktesystems (sogenannter \u2018Score\u2018) eingestuft und zu einer Gesamtpunktzahl (\u201aGesamtscore\u2018) zusammengefasst. Dieser Gesamtscore bestimmt die Zuordnung zum Tumorgrad.<br \/>\nJe nach Gradingsystem werden zwei (z.B. gut differenziert\/schlecht differenziert), drei (z.B. Grad I bis III, gut\/m\u00e4\u00dfig\/schlecht differenziert), selten auch mehr Grade unterschieden. Meist sind in numerischen Systemen h\u00f6here Grade mit einer schlechteren Differenzierung und damit ung\u00fcnstigeren Prognose verbunden.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1430175 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Histologisches Erscheinungsbild eines Mastzelltumors Grad I (links) und eines Mastzelltumors Grad III in der HE-F\u00e4rbung\" data-large_image_width=\"619\" data-large_image_height=\"437\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-20.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"619\" height=\"437\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-20.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Histologisches Erscheinungsbild eines Mastzelltumors Grad I (links) und eines Mastzelltumors Grad III in der HE-F\u00e4rbung\" aria-describedby=\"gallery-1-1430130\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-20.jpg 619w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/1-20-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 619px) 100vw, 619px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1430130'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Histologisches Erscheinungsbild eines Mastzelltumors Grad I (links) und eines Mastzelltumors Grad III in der HE-F\u00e4rbung\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Histologisches Erscheinungsbild eines Weichteilsarkoms Grad 1 (links) und eines Weichteilsarkoms Grad 2 in der HE-F\u00e4rbung\" data-large_image_width=\"656\" data-large_image_height=\"464\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-19.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"656\" height=\"464\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-19.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Histologisches Erscheinungsbild eines Weichteilsarkoms Grad 1 (links) und eines Weichteilsarkoms Grad 2 in der HE-F\u00e4rbung\" aria-describedby=\"gallery-1-1430147\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-19.jpg 656w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/2-19-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 656px) 100vw, 656px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1430147'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Histologisches Erscheinungsbild eines Weichteilsarkoms Grad 1 (links) und eines Weichteilsarkoms Grad 2 in der HE-F\u00e4rbung\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1730191202804{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Tumorgrading vs. Tumorstaging<\/h2>\n<p>Wichtig ist die Abgrenzung des Tumorgrades (Grading) zum klinischen Tumorstadium (Staging).<br \/>\nW\u00e4hrend die Graduierung nach g\u00e4ngigen Gradingsystemen ausschlie\u00dflich durch einen Pathologen am histologischen Schnitt des Tumorgewebes erfolgen kann, muss ein Tumorstaging mittels klinischer Untersuchung am Tier erfolgen. Das Tumorstaging beschreibt die lokale Tumorausbreitung bzw. das Wachstumsverhalten und gibt Auskunft \u00fcber die eventuell bereits erfolgte Metastasierung. Das bekannteste und gebr\u00e4uchlichste Stagingsystem ist das TNM-System, welches Tumorgr\u00f6\u00dfe und -wuchsform, Ver\u00e4nderungen der region\u00e4ren Lymphknoten und das Vorhandensein von Metastasen erfasst. Das Tumorstaging dient der standardisierten Dokumentation von Befunderhebung und Behandlungserfolgen. Es soll neben der Hilfestellung bei Prognosestellung und Therapieplanung des Einzelpatienten auch die Vergleichbarkeit von Resultaten in Studien oder Fallsammlungen verschiedener Institutionen verbessern.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">M\u00f6glichkeiten und Einschr\u00e4nkungen von histopathologischen Gradingsystemen<\/h2>\n<p>Das Tumorgrading soll eine M\u00f6glichkeit zur besseren prognostischen Einsch\u00e4tzung und Beurteilung der Therapieoptionen bieten. Dabei sind Gradingsysteme vor allem interessant f\u00fcr Neoplasien, die eine gr\u00f6\u00dfere Bandbreite von histologischen Erscheinungsbildern und eine gewisse Variabilit\u00e4t der klinischen Verl\u00e4ufe zeigen.<br \/>\nUm eine Verkn\u00fcpfung von histologischen Kriterien mit therapeutischen und\/oder prognostischen Daten statistisch zu sichern, sind wissenschaftliche Studien mit gro\u00dfen Fallzahlen erforderlich. Im Gegensatz zur Humanmedizin gibt es jedoch f\u00fcr die Tiermedizin zum Teil nur wenige oder l\u00fcckenhafte Daten. Um statistisch relevante Fallzahlen zu erreichen, sind mitunter langj\u00e4hrige Studien oder retrospektive Arbeiten n\u00f6tig. Die Standardisierung der Daten (inklusive Tumorstaging, \u00dcberlebenszeit etc.) kann dabei problematisch sein.<br \/>\nAu\u00dferdem m\u00fcssen Gradingsysteme f\u00fcr die Tiermedizin f\u00fcr jede Tierart einzeln entwickelt werden. Dabei werden entweder bereits bestehende Gradingsysteme aus der Humanmedizin modifiziert und an die jeweilige Tierart angepasst oder es werden Gradingsysteme eigens f\u00fcr die Tiermedizin und die jeweiligen Tierarten entwickelt. Die \u00dcbertragbarkeit ist nicht immer gegeben und muss in wissenschaftlichen Studien belegt und st\u00e4ndig neu evaluiert werden.<br \/>\nMit zunehmenden Fallzahlen kann es zu Modifikationen der zu bewertenden Parameter kommen. Diskussionsw\u00fcrdig bleibt dabei auch, wie exakt die Aussagekraft eines Gradingsystems zu belegen ist und welche Fallzahlen bzw. Studien n\u00f6tig sind, um die Richtigkeit eines Gradingsystems zu sichern. Die \u00dcbernahme von Gradingsystemen in den diagnostischen Alltag kann sich somit verz\u00f6gern. Da viele der zu bewertenden Kriterien g\u00e4ngige histologische Malignit\u00e4tskriterien darstellen, erscheint eine Korrelation zum klinischen Verhalten sehr wahrscheinlich,auch wenn die prognostische Bedeutung des Gradings f\u00fcr eine Tierart\u00a0 m\u00f6glicherweise noch nicht ausreichend belegt ist.<br \/>\nErst eine Anwendung dieser Systeme kann in der Praxis dazu f\u00fchren, dass die mit dem Gradingsystem verbundenen prognostischen Annahmen best\u00e4tigt werden k\u00f6nnen bzw. notwendige Modifikationen des Gradingsystems erfolgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Limitationen bestehen auch aufgrund der Heterogenit\u00e4t, die bei einigen Neoplasien im Tumorgewebe auftritt. So k\u00f6nnen v.a. Differenzierungsgrad der Zellen und Mitosezahl innerhalb des Tumorgewebes stark variieren. Es sollen beim Tumorgrading stets die am schlechtesten differenzierten Areale bzw. die Bereiche mit den h\u00f6chsten Mitosezahlen beurteilt werden. Ein Grading ist daher problematisch, wenn nur Tumorteile oder -bioptate zur Beurteilung zur Verf\u00fcgung stehen.<br \/>\nAuch bei Teileinsendungen k\u00f6nnen relevante Ver\u00e4nderungen wie zum Beispiel Nekroseareale gegebenenfalls nicht enthalten sein und den Tumorgrad ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Weiterhin m\u00fcssen sogenannte <em>interobserver differences<\/em>, welche subjektive Unterschiedein der Beurteilung verschiedener Untersucher beschreiben, kritisch beurteilt werden. Um diese Unterschiede im Falle des Tumorgradings so gering wie m\u00f6glich zu halten, sind m\u00f6glichst objektive, bestenfalls messbare bzw. ausz\u00e4hlbare Kriterien wichtig.<br \/>\nObwohl also auch ein Tumorgradig gewissen subjektiven Schwankungen unterliegt, zeigen Studien aus der Humanmedizin, dass solche <em>interobserver differences<\/em> in der Regel nicht ausreichend sind, um die Korrelation von Grad und prognostischer Aussagekraft zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Nicht zuletzt ist ein histopathologisches Grading einer Neoplasie allein nicht ausreichend zur umfassenden prognostischen Absch\u00e4tzung und wird nie zu einer 100%igen diagnostischen Sicherheit f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nEine Beurteilung im klinischen Kontext ist unumg\u00e4nglich. Nicht zuletzt sollte f\u00fcr eine optimale Diagnostik und Therapieplanung eine enge Verkn\u00fcpfung von Ergebnissen der klinischen Untersuchung (inklusive Tumorstaging), der bildgebenden Untersuchungsmethoden (Ultraschall, R\u00f6ntgen, evtl. CT oder MRT) sowie der Ergebnisse der histologischen Untersuchungen (ggf. auch zytologischen und immunhistologischen Untersuchungen) erfolgen. Goldstandard in der Tumordiagnostik ist nach wie vor die Ermittlung von Tumorart, -dignit\u00e4t und Tumorgrenzen mittels Histologie.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">G\u00e4ngige histopathologische Gradingsysteme in der Tiermedizin<\/h2>\n<p><strong>Mastzelltumore des Hundes<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr kanine Mastzelltumoren existieren gleich zwei g\u00e4ngige Gradingsysteme. Das \u00e4lteste Gradingsystem nach Patnaik et al. (1984) unterscheidet drei Tumorgrade (Grad I gut differenziert, Grad II m\u00e4\u00dfig differenziert und Grad III schlecht differenziert). Die prognostische Korrelation dieser Graduierung ist vor allem f\u00fcr Neoplasien von Grad I und Grad III aussagekr\u00e4ftig. Kanine Mastzelltumoren mit Grad II nach Patnaik et al. verhalten sich variabler und eine prognostische Einsch\u00e4tzung ist schwieriger. Es wurde deshalb ein weiteres zweistufiges Gradingsystem eingef\u00fchrt, welches zwischen sogenannten<em> low grade-<\/em> und <em>high grade-<\/em>Mastzelltumoren unterscheidet (Kiupel et al. 2011). <em>High grade<\/em> Mastzelltumoren zeigen prognostisch k\u00fcrzere \u00dcberlebenszeiten und entwickeln schneller Rezidive und Metastasen.<br \/>\nBeide Gradingsysteme k\u00f6nnen nebeneinander verwendet werden. Dar\u00fcber hinaus sind jedoch auch weitere Faktoren au\u00dferhalb der bestehenden Gradingsysteme von prognostischer Bedeutung. Zum Beispiel ist beschrieben, dass ausschlie\u00dflich in der Unterhaut gelegene, gut abgegrenzte, nodul\u00e4re Mastzelltumoren prognostisch g\u00fcnstiger einzustufen sind als solche mit dermaler Beteiligung. Weiterf\u00fchrend sind auch immunhistologische Untersuchungen m\u00f6glich. Das Verteilungsmuster des c-kit-Rezeptors und die Anzahl Ki67-positiver Tumorzellen geben Auskunft \u00fcber Differenzierungsgrad und Proliferationsaktivit\u00e4t der Neoplasie.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Maligne Lymphome<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr maligne Lymphome gibt es verschiedene Klassifizierungssysteme, die bei derbhistologischen Diagnostik Anwendung finden. Nach Valli et al. (2011 f\u00fcr kanine Lymphome, 2000 f\u00fcr feline Lymphome) kann ein Lymphomgrading im Rahmen der histologischen Diagnostik anhand der Bestimmung von Zellmorphologie und Kerngr\u00f6\u00dfe (<em>small, intermediate, large nuclear size<\/em>) sowie Mitosezahl erfolgen. Lymphome werden abh\u00e4ngig von der Mitosezahl pro Gesichtsfeld in der 400fachen Vergr\u00f6\u00dferung als <em>low grade, medium grade<\/em> oder<em> high grade<\/em> angesprochen. Zur Spezifizierung weiterer Lymphomsubtypen ist zus\u00e4tzlich neben anderen histologischen Kriterien (nodul\u00e4res oder diffuses Wachstum, Kernmorphologie, Anzahl und Verteilung der Nukleolen) vor allem auch der Ursprung der neoplastischen Zellen (sog. Immunotyp, B- oder T-Zelllymphom) von Bedeutung. Eine Differenzierung kann weiterf\u00fchrend mittels immunhistologischer Untersuchung am Paraffinschnitt oder mittels Lymphozytenklonalit\u00e4tsbestimmung (PARR, <em>PCR for antigen receptor rearrangement<\/em>) aus Paraffinmaterial oder zytologischen ausstrichen erfolgen.<br \/>\nAus den Informationen des Gradings, Immunotyps und histologischen Subtyps k\u00f6nnen prognostische Aussichten und Therapieoptionen abgeleitet werden (Valli et al. 2013).<br \/>\nNichtsdestotrotz m\u00fcssen die Befunde dieser Untersuchungen bei der Lymphomdiagnostik immer im klinischen Kontext und unter Ber\u00fccksichtigung aller klinischen Informationen und Ergebnisse weiterf\u00fchrender Laboruntersuchungen betrachtet werden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Weichteilsarkome des Hundes<\/strong><br \/>\nBei Weichteilsarkomen des Hundes handelt es sich um eine Gruppe von potentiell malignen Neoplasien, die zwar eine unterschiedliche Histiogenese haben, sich jedoch klinisch \u00e4hnlich verhalten. Fibrosarkome, periphere Nervenscheidentumore und Sarkome der Gef\u00e4\u00dfwand geh\u00f6ren in diese Gruppe. Das Tumorgrading (McSporran 2009) erfolgt modifiziert nach einem humanmedizinischen Gradingsystem (Trojani et al. 1984) und unterscheidet drei Tumorgrade (Grad 1,<em> low grade<\/em>, Grad 2<em> medium grade<\/em>, Grad 3 <em>high grade<\/em>). Neoplasien, die als Grad 1 diagnostiziert werden, haben in der Regel eine g\u00fcnstigere Prognose mit niedrigerem Metastasierungspotential im Vergleich zu Tumoren, die als Grad 3 eingestuft werden. Auch steigt mit dem Tumorgrad das Rezidivrisiko. Eine Assoziation mit der \u00dcberlebenszeit ist nicht beschrieben.<br \/>\n\u00dcber das Grading hinaus ist bei kaninen Weichteilsarkomen die Vollst\u00e4ndigkeit der chirurgischen Entfernung ebenfalls ein wichtiger prognostischer Faktor (Dennis et al. 2011).<br \/>\nDar\u00fcber hinaus gibt es Gradingsysteme f\u00fcr weitere Neoplasien wie <strong>kanine<\/strong> und<strong> feline Mammakarzinome, kanine Osteosarkome<\/strong> und <strong>kanine \u00dcbergangsepithelkarzinome<\/strong> der Harnblase sowie tumor\u00e4hnliche Ver\u00e4nderungen wie den<strong> kaninen fibrohistiozyt\u00e4ren<\/strong> Knoten der Milz. Bei anderen Neoplasien wie felinen Mastzelltumoren, kaninen melanozyt\u00e4ren Neoplasien sind einzelne histologische Kriterien (z.B. histologische Subtypen, Mitoseindex usw.) signifikant mit prognostischen Aussagen assoziiert.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auch f\u00fcr nicht-neoplastische L\u00e4sionen wie zum Beispiel die Ver\u00e4nderungen der Uterusschleimhaut bei Stuten (Schoon et al. 1992) existieren Gradingsysteme.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Zusammenfassend kann gesagt werden, dass histologische Gradingsysteme bei bestimmten Tumorerkrankungen hilfreich sein k\u00f6nnen, um prognostische Aussichten und Therapieoptionen besser einzusch\u00e4tzen. Histologische Gradings stellen jedoch nur einen Baustein in der Diagnostik dar und m\u00fcssen st\u00e4ndig nach Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse kritisch gepr\u00fcft und modifiziert werden.<br \/>\nEine Betrachtung und Einordnung im klinischen Kontext unter Einbeziehung aller weiteren klinischen Informationen und Untersuchungsergebnisse ist deshalb unbedingt erforderlich.<\/p>\n<p class=\"news-date\" style=\"text-align: right;\">08 \/ 2016<\/p>\n<p class=\"news-catRootline\" style=\"text-align: right;\">LABOKLIN Aktuell<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1676288375114{margin-top: 20px !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Literatur:<\/strong><\/h5>\n<ul>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Dennis, M. M. et al. (2011): Prognostic factors for cutaneous and subcutaneous soft tissue sarcomas in dogs, Vet Pathol 48 (1): 73-84.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Kessler, M. (2013): Kleintieronkologie, 3., vollst\u00e4ndig \u00fcberarbeitete und erweiterte Auflage; Enke Verlag, Stuttgart.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Kiupel, M. et al. (2011): Proposal of a 2-tier histologic grading system for canine cutaneous mast cell tumors to more accurately predict biological behavior, Vet Pathol 48 (1): 147-155.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Maxie, M.G. (2016): Jubb, Kennedy, and Palmer\u2019s Pathology of Domestic Animals, Sixth edition, Elvesier, Inc.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>McSporran, K.D. (2009): Histological grade predicts recurrence for marginal excised canine subcutaneous soft tissue sarcomas, Vet Pathol 46 (5): 928-933.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Patnaik, A.K. et al. (1984): Canine cutaneous mast cell tumor: Morphologic grading and survival time in 83 dogs, Vet Pathol 21 (5): 469-474.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Schoon, H.A. et al. (1992): Uterusbiopsien als Hilfsmittel f\u00fcr Diagnose und Prognose von Fertilit\u00e4tsst\u00f6rungen der Stute, Pferdeheilkunde 8: 355-362.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Trojani, M. et al. (1984): Soft-tissue sarcomas of adults; study of pathological prognostic variables and definition of a histopathological grading system, Int J Cancer 33(1):37-42.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Valli, V. E. et al. (2000): The histologic classification of 602 casses of feline lymphoproliferative diseases using the National Cancer Institute working formulation, J Vet Diagn Invest 12: 295-306.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Valli, V. E. et al. (2011): Classification of canine malignant lymphomas according to the World Health Organization criteria, Vet Pathol 48 (1): 198-211.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<li class=\"bodytext\">\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Valli, V. E. et al. (2013): Canine lymphomas: Association of classification type, disease stage, tumor subtype, mitotic rate, and treatment with survival, Vet Pathol 50 (5): 738-748.<\/strong><\/span><\/h6>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1730190028003{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1730190043696{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1730190065389{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2023%2F03%2Flab_akt_1609-min-1.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20FEBRUAR%202023|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1730190054118{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1730190077643{margin-top: 10px !important;margin-bottom: 10px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;}&#8220;]<\/p>\n<div class=\"fancy-title-head hgroup\">\n<p class=\"fancy-title entry-title color-accent start-animation-done start-animation\"><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/lab_akt_1609-min-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Histopathologische Tumorgradingsysteme in der Tiermedizin<\/strong><\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfahren Sie mehr \u00fcber Tumorgradingsysteme: ein auf morphologischen Kriterien basierendes Hilfsmittel zur besseren Einsch\u00e4tzung der Prognose von Tumoren.<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":1430147,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"%%post_title%%","_seopress_titles_desc":"Erfahren Sie mehr \u00fcber Tumorgradingsysteme: ein auf morphologischen Kriterien basierendes Hilfsmittel zur besseren Einsch\u00e4tzung der Prognose von Tumoren.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[318],"tags":[],"class_list":["post-1430175","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2016-de-at","category-318","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1430175","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1430175"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1430175\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1510297,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1430175\/revisions\/1510297"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1430147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1430175"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1430175"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1430175"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}