{"id":1337202,"date":"2020-08-18T16:56:13","date_gmt":"2020-08-18T14:56:13","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/durchfallerkrankungen-beim-kaninchen-und-meerschweinchen-labordiagnostische-moeglichkeiten\/"},"modified":"2024-04-29T11:58:11","modified_gmt":"2024-04-29T09:58:11","slug":"durchfallerkrankungen-beim-kaninchen-und-meerschweinchen-labordiagnostische-moeglichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/durchfallerkrankungen-beim-kaninchen-und-meerschweinchen-labordiagnostische-moeglichkeiten\/","title":{"rendered":"Durchfallerkrankungen beim Kaninchen und Meerschweinchen \u2013 labordiagnostische M\u00f6glichkeiten"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Durchfallerkrankungen stellen bei Kleins\u00e4ugern ein h\u00e4ufig vorkommendes Problem dar. Wie auch bei anderen Tierarten ist Durchfall gekennzeichnet durch Kotabsatz mit erh\u00f6htem Wassergehalt und\/oder erh\u00f6hter Frequenz. Gerade bei Kaninchen kommt es allerdings seitens des Besitzers nicht selten zur Verwechslung von Blinddarmkot und Durchfall \u2013 typischer Vorbericht hierbei ist \u201eintermittierender Durchfall\u201c. Fehlinterpretationen k\u00f6nnen auch bei adip\u00f6sen, geschw\u00e4chten und\/oder ataktischen\/paretischen Tieren vorkommen, die nicht in der Lage sind, ihren Blinddarmkot aufzunehmen, sowie bei Verunreinigungen der Anogenitalregion durch Harn.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Ursachen von Durchfall sind vielf\u00e4ltig, lassen sich bei gr\u00fcndlicher und strukturierter diagnostischer Aufarbeitung jedoch gut ermitteln. Zun\u00e4chst sollte immer eine komplette Anamnese (Dauer, Verlauf, Menge, Beimengungen) erstellt werden, gefolgt von einer vollst\u00e4ndigen klinischen Untersuchung (Gewicht, Adspektion, Auskultation, Palpation). Zum Ausschluss gastrointestinaler Ursachen bietet eine gezielte Kotuntersuchung die beste diagnostische M\u00f6glichkeit und ist somit Mittel der Wahl bei der Aufarbeitung einer Durchfallerkrankung. Wenn Verdacht auf extragastrointestinale Ursachen (organisch, metabolisch-toxisch, neoplastisch) besteht, sollte eine h\u00e4matologische Blutuntersuchung sowie eine Bestimmung der klinisch-chemischen Parameter erfolgen und es sollten ggf. bildgebende Verfahren herangezogen werden (Abb. 1).<sup>1<\/sup><\/p>\n<h2>Kotuntersuchung<\/h2>\n<p>Die Gewinnung von Kotproben ist denkbar einfach. Um ein leichteres Absammeln zu gew\u00e4hrleisten, sollte m\u00f6glichst wenig saugende Einstreu verwenden werden. Zur Einsendung in ein Labor ist es sinnvoll, geeignete Probengef\u00e4\u00dfe zu verwenden (1 Probenr\u00f6hrchen pro Tier, ca. \u00be gef\u00fcllt) und diese in einer entsprechenden Umverpackung zu versenden, um einen hygienischen Versand zu gew\u00e4hrleisten (Abb. 2).[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1337202 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Durchfallursachen beim Kaninchen und Meerschweinchen (MS) (modifiziert nach Hein 2017)\" data-large_image_width=\"853\" data-large_image_height=\"616\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/LA_Aug_2020_1.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"853\" height=\"616\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/LA_Aug_2020_1.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1321404\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/LA_Aug_2020_1.jpg 853w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/LA_Aug_2020_1-600x433.jpg 600w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/LA_Aug_2020_1-300x217.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/LA_Aug_2020_1-768x555.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 853px) 100vw, 853px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1321404'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Durchfallursachen beim Kaninchen und Meerschweinchen (MS) (modifiziert nach Hein 2017)\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Kotr\u00f6hrchen mit Umverpackung\" data-large_image_width=\"1200\" data-large_image_height=\"1389\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Versandmaterial_14.Kotroehrchen.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"885\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Versandmaterial_14.Kotroehrchen-885x1024.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1322226\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Versandmaterial_14.Kotroehrchen-885x1024.jpg 885w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Versandmaterial_14.Kotroehrchen-259x300.jpg 259w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Versandmaterial_14.Kotroehrchen-768x889.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Versandmaterial_14.Kotroehrchen.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 885px) 100vw, 885px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1322226'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Kotr\u00f6hrchen mit Umverpackung\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1714378213916{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Diagnostische M\u00f6glichkeiten in der Praxis\/Frischkot<\/h2>\n<p>Sie k\u00f6nnen in der Praxis schon erste Hinweise auf die Durchfallursache erhalten, wenn Sie zum einen eine makroskopische Kotuntersuchung (tierartspezifische Gr\u00f6\u00dfe und Form sowie Farbe, Konsistenz und Beimengungen) durchf\u00fchren und zum anderen die frische (!) Kotprobe mikroskopisch direkt vor Ort untersuchen.<\/p>\n<p><strong>Nativpr\u00e4parat<\/strong><\/p>\n<p>Beim Nativpr\u00e4parat reicht in der Regel eine erbsengro\u00dfe Menge Frischkot aus. Mit \u2013 im Idealfall warmer \u2013 physiologischer Kochsalzl\u00f6sung oder Wasser wird eine Kotsuspension hergestellt. F\u00fcr die mikroskopische Betrachtung wird ein Tropfen hiervon auf einen Objekttr\u00e4ger verbracht und mit einem Deckgl\u00e4schen abgedeckt. Eine Untersuchung aus geringerer Probenmenge ist zwar generell m\u00f6glich, birgt jedoch das Risiko einer reduzierten Sensitivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Im Nativpr\u00e4parat lassen sich Hefen, wie zum Beispiel Cyniclomyces guttulatus, sowie Einzeller (Tab. 1) und vereinzelt auch Wurmeier sehr gut nachweisen.<\/p>\n<p>Eine der h\u00e4ufigsten Durchfallursachen ist die Dysbiose \u2013 eine Verschiebung der eher grampositiven Darmflora hin zu vermehrt gramnegativen Bakterien, Clostridien und Hefen. Ursachen sind oftmals di\u00e4tischer Natur (nicht artgerechte F\u00fctterung mit dadurch bedingtem Rohfasermangel und\/oder Kohlenhydrat\u00fcberschuss), Zahnfehlstellungen jeglicher Art oder auch Parasitosen. Ein erster und schneller Hinweis auf einen dysbiotischen Zustand ist das vermehrte Auftreten von Hefen (&gt;15\/Gesichtsfeld) in der 100-fachen Vergr\u00f6\u00dferung.<\/p>\n<p>Flagellaten, wie Giardien, sind zwar im Frischkot diagnostizierbar, allerdings sehr selten zu finden. Entsprechende Befunde in Frischkotproben sind nur im positiven Fall beweisend. Ein geeigneteres Testverfahren hierf\u00fcr ist ein Giardien-ELISA.<\/p>\n<p><b>Tab. 1<\/b>: Endoparasiten bei Kaninchen und Meerschweinchen<\/p>\n<table class=\"contenttable\">\n<thead>\n<tr style=\"color: #ffffff;\" bgcolor=\"#e51e1e\">\n<th scope=\"col\"><\/th>\n<th scope=\"col\">Kaninchen<\/th>\n<th scope=\"col\">Meerschweinchen<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody valign=\"top\">\n<tr>\n<td>Einzeller<\/td>\n<td><i>Eimeria-spp.<\/i>-Oozysten<br \/>\nGiardien mit\u00a0 Trophozoiten und Zysten (sehr selten, kaum klin. Bedeutung)<\/td>\n<td><i>Eimeria-caviae-Oozysten<\/i><br \/>\nGiardien mit Trophozoiten und Zysten (sehr selten, kaum klin. Bedeutung)<br \/>\nPhysiologische Darmkommensalen (<i>Trichomonas<br \/>\ncaviae, Entamoeba caviae, Balantidium coli<\/i>)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nematodeneier<\/td>\n<td><i>Passalurus ambiguus<br \/>\n<\/i>(meist asymptomatisch) Strongyliden (<i>Graphidium strigosum, Trichostrongylus retortaeformis<\/i>)<br \/>\n<i>Strongyloides spp., Trichuris leporis<\/i><\/td>\n<td><i>Paraspidodera uncinata<br \/>\nTrichuris gracilis<\/i><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zestodeneier<\/td>\n<td>Anaplocephalidae<br \/>\n(selten)<\/td>\n<td><i>Hymenolepis nana, Hymenolepis diminuta<\/i><br \/>\n(selten)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Trematodeneier<\/td>\n<td>\n<p class=\"bodytext\"><i>Fasciola hepatica<br \/>\nDicrocoeliumdendriticum<\/i> (selten)<\/p>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Klebestreifenmethode<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die Klebestreifenmethode \u2013 Abklatsch vom Perianalbereich mittels Klebestreifen \u2013 ist eine schnelle und einfache Untersuchungsmethode, die ebenso vor Ort durchgef\u00fchrt werden kann. Sie empfiehlt sich v.a. zum Nachweis von Oxyureneiern und -larven (Passalurus ambiguus). Der Nachweis mittels Flotation f\u00e4llt oft negativ aus, da Oxyureneier aufgrund ihrer hohen Dichte die Tendenz haben zu sinken. Mitunter sind jedoch Larvenfragmente von Passalurus ambiguus in der Flotation zu finden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><strong>Sammelkot<\/strong><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Eine Sammelkotprobe von 3 Tagen erh\u00f6ht generell die Sensitivit\u00e4t der Kotuntersuchung auf Parasiten (Ausnahme Flagellaten). Bei der Einsendung von Kaninchen oder Meerschweinchenkotproben stehen unterschiedliche Testverfahren zur Verf\u00fcgung: Flotation, Sedimentation (SAFC-Verfahren), bakteriologische Untersuchung, Giardien-ELISA und die PCR (erregerspezifisch).<\/p>\n<p><strong>Flotation<\/strong><\/p>\n<p>Das Testprinzip der Flotation basiert darauf, dass Parasitenstadien mit geringer Dichte in L\u00f6sungen mit h\u00f6herem spezifischem Gewicht an die Oberfl\u00e4che transportiert werden.<br \/>\nDiese Untersuchungsmethode eignet sich bei Kaninchen und Meerschweinchen neben der Anreicherung von Kokzidienoozysten auch f\u00fcr die Anreicherung von speziesspezifischen Nematoden- und Zestodeneiern (Tab. 1) und ist mit kommerziell erh\u00e4ltlichen Testkits auch in der Praxis durchf\u00fchrbar.<\/p>\n<p><strong>Sedimentation<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen der Sedimentation lagern sich Parasitenstadien mit hoher Dichte in leichterer L\u00f6sung im Sediment ab. Mit dieser Untersuchungsmethode k\u00f6nnen beim Kaninchen v.a. Trematodeneier (Fasciola hepatica, Dicrocoelium dendriticum) nachgewiesen werden. Zum Teil gelingt auch der Nachweis von Nematodeneiern, allerdings ist hier die Flotation aufgrund der h\u00f6heren Sensitivit\u00e4t zu bevorzugen.<br \/>\nTrematodeneier sind beim Meerschweinchen bisher nicht beschrieben.<\/p>\n<p><strong>Bakteriologische Untersuchung<\/strong><\/p>\n<p>Die Anzucht von Bakterien im Kot gibt Hinweise auf die Pathogenese und erm\u00f6glicht eine gezielte Therapie durch die Erstellung eines Antibiogramms. Kaninchen und Meerschweinchen als herbivore Blinddarmverdauer haben physiologischerweise eine vor allem grampositive Flora mit mehreren hundert verschiedenen Bakterienarten, Hefen, Anaerobiern und Einzellern. Eine Keimdifferenzierung mit nachfolgender Antibiogrammerstellung ist bei ihnen vor allem bei lebensmittelliefernden Tieren sowie bei Verdacht auf humanpathogene Keime angebracht, ist bei den oft di\u00e4tisch bedingten Dysbiosen sonst aber wenig zielf\u00fchrend.<\/p>\n<p>Verschiebungen hin zur gramnegativen Darmflora sollten immer im Kontext zu F\u00fctterungsfehlern und\/oder Parasitosen betrachtet werden. Denn der Nachweis einer bestimmten Bakterienspezies ist kein Beweis daf\u00fcr, dass diese auch die Durchfallursache ist \u2013 ausgenommen hiervon sind pathogene Bakterien (v.a. Toxinbildner) (Tab. 2).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Tab. 2<\/b>: Pathogene Bakterien beim Kaninchen und Meerschweinchen<\/p>\n<table class=\"contenttable\">\n<thead>\n<tr style=\"color: #ffffff;\" bgcolor=\"#e51e1e\">\n<th scope=\"col\"><\/th>\n<th scope=\"col\">pathogene Keime<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody valign=\"top\">\n<tr>\n<td>Kaninchen<\/td>\n<td><i>E. coli, Pseudomonas spp., Salmonella spp., Clostridium perfringens, Clostridium spiroforme (Enterotox\u00e4mie), Clostridium piliforme (Tyzzer\u2019s disease), Lawsonia intracellularis (proliferative Enteropathie)<\/i><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Meerschweinchen<\/td>\n<td><i>Clostridium piliforme, Lawsonia intracellularis, Salmonella, Yersinia pseudotuberculosis, Listeria monocytogenes<\/i><br \/>\nEin geringer Gehalt von E. coli ist physiologisch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><b>Polymerase-Kettenreaktion<\/b><\/p>\n<p>Die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ist ein Verfahren zum Nachweis von speziellen Erregern, wie z.B. Lawsonia intracellularis. Vorteil ist die hohe Sensitivit\u00e4t, Nachteil, dass man vorher wissen muss, welchen Erreger man sucht und dass nur ein positives Ergebnis beweisend ist. Ein negatives Ergebnis kann eine Infektion nicht vollst\u00e4ndig ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<h2 class=\"bodytext\">Blutuntersuchung<\/h2>\n<p>Durchfall bei Kaninchen und Meerschweinchen kann auch extragastrointestinale Ursachen haben. Hierbei k\u00f6nnen, je nach Tierart, verschiedene Ursachen in Betracht kommen, wie zum Beispiel organische, metabolische oder toxische St\u00f6rungen sowie Hypovol\u00e4mien oder Neoplasien (Abb. 1). Eine Blutuntersuchung (Heimtierprofil inklusive gro\u00dfem Blutbild) deckt nahezu alle Differenzialdiagnosen ab und sollte bei vorausgegangener negativer Kotuntersuchung somit zur Standarddiagnostik bei Durchfall geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Im Rahmen der h\u00e4matologischen Untersuchung von dysbiotischen Patienten und Patienten mit Durchfall wird oftmals eine sog. Pseudolinksverschiebung (Verschiebung vom lymphozyt\u00e4ren zum neutrophilen Blutbild) feststellt. Ein Differentialblutbild kann also auch hier bei der Diagnosestellung helfen. Bei Meerschweinchen deutet eine Leukozytose mit Lymphozytose auf ein Lymphom und eine Eosinophilie auf eine Parasitose als m\u00f6gliche Durchfallursache hin. Bei Kaninchen ist dies leider nicht der Fall; sie haben zumeist aleuk\u00e4mische Lymphome und zeigen keine Eosinophilie aufgrund von Parasiten.<br \/>\nAuch zur Abkl\u00e4rung von organisch-metabolischen oder endokrinen Durchfallursachen (z.B. Hyperthyreose des Meerschweinchens) ist eine Blutuntersuchung geeignet. Hepatopathien (GLDH, AST, ALT, Bilirubin, Gallens\u00e4uren, Triglyceride, Cholesterin) und Nephropathien (Harnstoff, Kreatinin) als Durchfallursache sowie Elektrolytverschiebungen (Na, K, P), Eiwei\u00df- (Gesamteiwei\u00df, Albumin) und\/oder Blutverluste (Erythrozytenzahl, H\u00e4matokrit, Gesamteiwei\u00df, Albumin, Harnstoff) lassen sich leicht feststellen.<\/p>\n<p>Eine Blutuntersuchung kann sogar bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Ileus oder Obstruktion mehr als hilfreich sein: Die Glukosekonzentration dient in dem Fall als prognostischer Faktor. Je h\u00f6her sie ist, umso wahrscheinlicher ist ein Ileus als Ursache und umso schlechter ist die Prognose.<sup>2<\/sup> Wenn man nun noch Natrium zus\u00e4tzlich in der Interpretation beachtet, kann man eine noch genauere Prognose abgeben, denn zus\u00e4tzliche Hyponatri\u00e4mie verdoppelt die Mortalit\u00e4tsrate.<sup>3<\/sup><\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Die Kotuntersuchung gepaart mit einer h\u00e4matologischen und klinisch-chemischen Untersuchung deckt nahezu alle Differenzialdiagnosen einer Durchfallerkrankung ab und kann somit der schnellen und zielgerichteten Therapieeinleitung dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Jana Liebscher<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714378248850{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5 class=\"bodytext\"><b>Literatur:<\/b><\/h5>\n<h6 class=\"bodytext\"><span style=\"color: #808080;\"><strong><sup>1<\/sup>Hein J. (2017): Durchfallerkrankungen bei Kleins\u00e4ugern. Hannover, Schl\u00fctersche.<br \/>\n<sup>2<\/sup>Harcourt-Brown F M, Harcourt-Brown S F (2012): Clinical value of blood glucose measurement in pet rabbits. Vet Rec., 170(26):674.<br \/>\n<sup>3<\/sup>Bonvehi C et al. (2014): Prevalence and types of hyponatraemia, its relationship with hyperglycaemia and mortality in ill pet rabbits. Vet Rec., 174(22):554.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714378416153{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1714378435936{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2021%2F02%2FLa_August_2020_DE_FINAL.pdf|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1714378423122{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1714376677122{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<strong><a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/La_August_2020_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Durchfallerkrankungen beim Kaninchen und Meerschweinchen \u2013 labordiagnostische M\u00f6glichkeiten<\/a><\/strong>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Durchfallerkrankungen stellen bei Kleins\u00e4ugern ein h\u00e4ufig vorkommendes Problem dar.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1322226,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Durchfallerkrankungen stellen bei Kleins\u00e4ugern ein h\u00e4ufig vorkommendes Problem dar.","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[285],"tags":[],"class_list":["post-1337202","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2020-de-at","category-285","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1337202","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1337202"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1337202\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1472590,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1337202\/revisions\/1472590"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1322226"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1337202"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1337202"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1337202"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}