{"id":1337120,"date":"2021-03-10T15:49:48","date_gmt":"2021-03-10T14:49:48","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/fieber-unbekannter-genese-das-equine-coronavirus-als-differenzialdiagnose-bei-adulten-pferden-eine-neu-auftretende-viruserkrankung\/"},"modified":"2025-11-21T13:21:05","modified_gmt":"2025-11-21T12:21:05","slug":"fieber-unbekannter-genese-das-equine-coronavirus-als-differenzialdiagnose-bei-adulten-pferden-eine-neu-auftretende-viruserkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/fieber-unbekannter-genese-das-equine-coronavirus-als-differenzialdiagnose-bei-adulten-pferden-eine-neu-auftretende-viruserkrankung\/","title":{"rendered":"Fieber unbekannter Genese: Das equine Coronavirus als Differenzialdiagnose bei adulten Pferden \u2013 eine neu auftretende Viruserkrankung?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Als Tier\u00e4rzte sind wir uns der Bedeutung von neu auftretenden Viruserkrankungen bewusst. Besonders, wenn sie sich schnell ausbreiten und die therapeutischen M\u00f6glichkeiten begrenzt sind. Das equine Coronavirus ist seit Langem als Verursacher von Durchfallerkrankungen bei Fohlen bekannt, wurde aber in den letzten Jahren auch mit Erkrankungen bei erwachsenen Pferden in Verbindung gebracht.<\/p>\n<p>Coronaviren sind einzelstr\u00e4ngige, nicht segmentierte, beh\u00fcllte RNA-Viren, die zur Familie der Coronaviridae geh\u00f6ren. Sie kommen bei zahlreichen S\u00e4ugetier- und Vogelarten vor, wo sie verschiedene enterische, respiratorische, hepatische oder neurologische Erkrankungen verursachen. Das equine Coronavirus (ECoV) wird zusammen mit dem bovinen Coronavirus (BCoV) in die Gattung Betacoronavirus 1 eingeordnet. ECoV unterscheidet sich jedoch genetisch vom menschlichen SARS-CoV-2, und es gibt bisher keine Hinweise, dass sich Pferde damit infizieren oder SARS-CoV-2 auf andere Tiere oder Menschen \u00fcbertragen k\u00f6nnten. Durch die hohe Speziesspezifit\u00e4t der Coronaviren erscheint auch eine \u00dcbertragung auf andere Tierarten oder umgekehrt als sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>Die Ausscheidung des Virus erfolgt \u00fcber den Kot von erkrankten oder asymptomatischen Pferden, sodass \u00fcberwiegend der f\u00e4kal-orale \u00dcbertragungsweg bei der Verbreitung eine Rolle spielt. In gro\u00dfen Best\u00e4nden mit engem Pferdekontakt ist auch eine vektorenabh\u00e4ngige \u00dcbertragung m\u00f6glich. Das ECoV als klinisch relevantes Pathogen spielt sowohl bei Einzeltieren als auch bei Pferdebest\u00e4nden eine Rolle; Ausbr\u00fcche treten \u00fcberwiegend w\u00e4hrend der kalten Jahreszeit auf.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1337120 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;i&gt;Quelle: Pixabay&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"792\" data-large_image_height=\"527\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Pferd-Fieber.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"792\" height=\"527\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Pferd-Fieber.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1322742\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Pferd-Fieber.jpg 792w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Pferd-Fieber-300x200.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Pferd-Fieber-768x511.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 792px) 100vw, 792px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1322742'>\n\t\t\t\t\t<i>Quelle: Pixabay<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell Pferd | &lt;i&gt;Quelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1600\" data-large_image_height=\"900\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002-1024x576.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-1322740\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002-300x169.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002-768x432.jpg 768w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/IMG-20200623-WA0002.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1322740'>\n\t\t\t\t\t<i>Quelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1613991659864{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>Symptome<\/h2>\n<p>Vor 11 Jahren wurde in Japan ein ungew\u00f6hnlicher Ausbruch von Fieber und gastrointestinalen Symptomen bei 2 \u2013 4 Jahre alten Rennpferden beobachtet. Von den 132\/600 (22 %) erkrankten Pferden zeigten nur 10 % enterische Symptome. Auf derselben Rennbahn kam es 3 Jahre sp\u00e4ter zu einem weiteren Ausbruch mit \u00e4hnlichen Symptomen. Ausbr\u00fcche wurden seitdem in ganz Europa und den USA beobachtet.<\/p>\n<p>Aufgrund der kurzen <strong>Inkubationszeit<\/strong> kann bereits 72 \u2013 96 Stunden nach der Inokulation ECoV-RNA nachweisbar sein und sie kann zudem bis zu 10 \u2013 14 Tage post infectionem und bis zu 25 Tage nach dem ersten Auftreten klinischer Symptome detektiert werden.<\/p>\n<p>H\u00e4ufige <strong>Symptome<\/strong> bei klinisch erkrankten Tieren sind hohes Fieber, Anorexie, Lethargie und\/oder gastrointestinale Symptome (Kolik oder Durchfall), wobei letztere nur in etwa 10 % der F\u00e4lle auftreten.<\/p>\n<p>Die Abwesenheit von gastrointestinalen <strong>Symptomen<\/strong> wie Koliken und\/oder Ver\u00e4nderungen der Kotkonsistenz kann mit dem vom Virus betroffenen Darmabschnitt zusammenh\u00e4ngen. ECoV kann nachweislich sowohl bei Fohlen als auch bei erwachsenen Pferden eine diffuse nekrotisierende Enteritis verursachen. W\u00e4hrend die Enteritis bei Fohlen haupts\u00e4chlich mit Durchfall einhergeht, hat sie bei infizierten erwachsenen Pferden m\u00f6glicherweise keinen Einfluss auf den Kotcharakter, da diese, wenn \u00fcberhaupt, nur Koliksymptome zeigen. Die Morbidit\u00e4tsrate liegt Berichten zufolge sehr variabel zwischen 17 und 57 %, wobei die Mortalit\u00e4t sehr gering ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Interessant ist die Beobachtung, dass die klinische Auspr\u00e4gung der ECoV-Infektion altersabh\u00e4ngig zu sein scheint, wobei auch <strong>Fohlen<\/strong> selten eine klinische Erkrankung entwickeln. Wie bei einigen anderen Viruserkrankungen (z.B. EHV4 &amp; 5) scheint das ECoV haupts\u00e4chlich in Jungpferde- oder Fohlengruppen zu zirkulieren, ohne klinische Symptome zu verursachen. In Anbetracht des Fehlens dokumentierter Ausbr\u00fcche in gro\u00dfen Zuchtbetrieben scheint das zirkulierende Virus unter Fohlen und Zuchttieren einen Schutz vor klinischer Krankheit zu bieten. Treten allerdings Co-Infektionen mit den Erregern typischer Jungtiererkrankungen auf (z.B. Rotavirus oder Rhodococcus), ist mit eher schwereren Krankheitsverl\u00e4ufen zu rechnen.<\/p>\n<p>Bei erkrankten Pferden h\u00e4ufig festgestellte <strong>h\u00e4matologische Ver\u00e4nderungen<\/strong> sind Leukopenie mit Neutropenie und\/oder Lymphopenie, die zwar nicht ECoV-spezifisch sind, aber durchaus auf eine Viruserkrankung hindeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Bei adulten Pferden treten <strong>Komplikationen<\/strong> eher selten auf und \u00e4u\u00dfern sich haupts\u00e4chlich durch eine St\u00f6rung der gastrointestinalen Schleimhautbarriere bei Durchfallpatienten, die zu Endotox\u00e4mie, Septik\u00e4mie und Enzephalopathie aufgrund einer intestinalen Hyperammon\u00e4mie f\u00fchren kann. Diese Pferde fallen mit Ataxie, Kreiswandern oder Kopfpressen auf. Das Auftreten von Komplikationen geht dementsprechend mit einer h\u00f6heren Mortalit\u00e4t einher (bis zu 27 %). Je nach Komplikation k\u00f6nnen entsprechende Ver\u00e4nderungen in klinisch-chemischen Parametern auftreten (erh\u00f6hte Leberenzymaktivit\u00e4ten, erh\u00f6hte Nierenwerte, Hypoprotein\u00e4mien oder Elektrolytimbalancen).<\/p>\n<p>Kommt es bei den Patienten infolge einer ECoV-Erkrankung zu systemischen Entz\u00fcndungen oder Stoffwechselst\u00f6rungen, kann eine intensive <strong>Therapie<\/strong> notwendig sein. Die meisten infizierten erwachsenen Pferde erholen sich jedoch mit minimaler oder sogar ohne medikament\u00f6se Behandlung innerhalb von 2 \u2013 4 Tagen. Bei Einzeltiererkrankungen scheint die Krankheitsdauer etwas k\u00fcrzer zu sein (etwa 1 Woche) als bei einem Bestandsausbruch (etwa 3 Wochen). Generell ist aber nur eine symptomatische Therapie mit nicht-steroidalen Antiphlogistika, Fl\u00fcssigkeitssubstitution, Adsorbentien, Laktulose und bei Endotox\u00e4mie eine Hufreheprophylaxe indiziert. Bei schweren Verl\u00e4ufen kann eine antibiotische Behandlung zur Verhinderung von Sekund\u00e4rinfektion angeraten sein. Informationen zur Wirksamkeit einer antiviralen Therapie sind bisher nicht beschrieben.<\/p>\n<p><strong>Differenzialdiagnostisch<\/strong> m\u00fcssen andere fieberhafte Erkrankungen sowie Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts in Betracht gezogen werden, die mit Fieber, Kolik und\/oder Durchfall einhergehen.<\/p>\n<h2>Diagnostik von ECoV<\/h2>\n<p>Das Fehlen von gastrointestinalen Symptomen verleitet den Pferdepraktiker oft dazu, einen enterischen Erreger auszuschlie\u00dfen. Die festgestellte Leukopenie aufgrund von Neutropenie und\/oder Lymphopenie ist zwar nicht spezifisch f\u00fcr ECoV, sollte aber die Diagnostik auf eine Viruserkrankung lenken.<\/p>\n<p><strong>RT-PCR<\/strong> wird zum Nachweis von ECoV in F\u00e4kalien verwendet und hat sich als empfindlicher und spezifischer erwiesen als andere Testmethoden wie z.B. Elektronenmikroskopie und Antigen-Capture-ELISAs. Der RT-PCR-Test hat eine schnellere Durchlaufzeit und ist au\u00dferdem kosteng\u00fcnstiger. Das ECoV scheint wenig Tropismus f\u00fcr respiratorische Epithelzellen (im Gegensatz beispielsweise zum BCoV) aufzuweisen und wird daher eher selten in Nasentupfern nachgewiesen. Zu ber\u00fccksichtigen ist, dass das ECoV auch bei asymptomatischen Pferden im Kot nachgewiesen werden kann und somit gesunde Ausscheidertiere eine Infektionsquelle darstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es scheint, dass bei klinisch erkrankten Pferden eine l\u00e4ngere Dauer und h\u00f6here Spitzenwerte der Virusausscheidung beobachtet werden als bei nicht klinisch erkrankten Pferden, obwohl beide Gruppen zur Kontamination der Umwelt und zur \u00dcbertragung des Virus beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu ber\u00fccksichtigen ist, dass eventuell in der fr\u00fchen Phase der Infektion das Virus noch nicht im Kot nachgewiesen werden kann. Eine Wiederholung der Untersuchung nach beispielsweise 2 Tagen ist daher angeraten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend mehrere Faktoren, wie z.B. der Virusstamm, das Alter des Patienten und die Co-Morbidit\u00e4t, den Ausgang der Infektion beeinflussen, konnte in einer k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrten Studie die mittels RT-qPCR gemessene ECoV-Viruslast mit der Mortalit\u00e4t in Verbindung gebracht werden, wie dies auch bei anderen Coronaviren, z.B. dem felinen Coronavirus (FCoV) und dem menschlichen SARS-CoV-2, beobachtet wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <strong>Diagnostik<\/strong> <strong>post mortem<\/strong> ist es aufgrund der schnellen Autolyse des Gastrointestinaltrakts wichtig, eine schnelle Sektion f\u00fcr die Probenentnahme durchzuf\u00fchren. Geeignet sind hierf\u00fcr z.B. Kot- oder Gewebeproben von Magen- oder Darmschleimhaut, die f\u00fcr den ECoV-Nachweis eingefroren (Kot) und zur pathologischen Beurteilung in Formalin eingelegt werden (Gewebe). Die PCR kann auch aus Gewebeproben durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<h2>Prophylaxe<\/h2>\n<p>Es gibt noch <strong>keine Impfstoffe<\/strong> gegen ECoV, und spezifische vorbeugende Ma\u00dfnahmen sind kaum vorhanden. Aufgrund der engen genetischen Homologie von ECoV mit BCoV wurden k\u00fcrzlich serologische Reaktionen auf BCoV-Impfstoffe untersucht, die messbare Antik\u00f6rper gegen BCoV zeigten. Diese werden aufgrund fehlender Wirksamkeitsdaten derzeit nicht zur Anwendung empfohlen.<\/p>\n<p>Eckpfeiler der ECoV-Pr\u00e4vention sind konsequente <strong>Hygienema\u00dfnahmen<\/strong>, die darauf abzielen, das Risiko der Einschleppung und Verbreitung von ECoV auf dem Betriebsgel\u00e4nde zu reduzieren. Die Tenazit\u00e4t von Coronaviren ist gering: So \u00fcberlebt das ECoV in der Umgebung nur wenige Tage, die \u00dcberlebensrate steigt allerdings mit sinkenden Temperaturen. Es wurde gezeigt, dass SARS-CoV-2 bis zu 2 Tage in Abwasser und entchlortem Leitungswasser, 3 Tage in F\u00e4kalien und 17 Tage in Urin bei Raumtemperatur \u00fcberleben kann. Die \u00dcberlebensdauer des Virus ist bei niedrigeren Temperaturen sogar noch l\u00e4nger. G\u00e4ngige Desinfektionsmittel sind in der Lage, ECoV zu inaktivieren.<\/p>\n<p>Betroffene Pferde sollten schon fr\u00fchzeitig isoliert gehalten werden, um eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern. Es empfiehlt sich eine regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle der inneren K\u00f6rpertemperatur der \u00fcbrigen Tiere. Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen bei einem Bestandsausbruch sollten f\u00fcr mindestens 6 Wochen nach dem letzten Auftreten klinischer Symptome aufrechterhalten werden.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Bei der Aufarbeitung von Fieberpatienten mit Anorexie und Lethargie, mit oder ohne gleichzeitige enterische Symptome, sollte das equine Coronavirus als Differenzialdiagnose ber\u00fccksichtigt werden. Isolationsma\u00dfnahmen sollten getroffen werden, bis ECoV sowie andere potenzielle Infektionserreger (z.B. Influenza-A-Virus, Equines Herpesvirus 1 und 4, Streptococcus equi equi) durch eine PCR-Untersuchung ausgeschlossen worden sind. Die Diagnostik bei fieberhaften Erkrankungen unklarer Genese stellt eine Ausschlussdiagnostik dar, bei der man nur mit der korrekten Probenentnahme zum Ziel gelangt. Nicht nur die Art der Probe, sondern auch der Entnahmezeitpunkt und die Lokalisation sollten bei der Interpretation der Laborbefunde ber\u00fccksichtigt werden. Es empfiehlt sich, zus\u00e4tzlich zu einer EDTA-Vollblutprobe (f\u00fcr die H\u00e4matologie und Erreger-PCR) immer zeitgleich einen tiefen Nasentupfer (besser nasopharyngeal) ohne Medium und einen Tupfer aus Faeces zu entnehmen und f\u00fcr ein PCR-Profil in das Labor zu senden. Besonderheiten bei der Tupferprobenentnahme bez\u00fcglich Lokalisation und Material f\u00fcr spezielle Erregernachweise sind in Tabelle 1 aufgef\u00fchrt. Wird in dem eingesandten Untersuchungsmaterial kein Erreger nachgewiesen, ist eine Nachtestung wenige Tage sp\u00e4ter und\/oder eine Beprobung mehrerer Tiere desselben Bestandes anzuraten. Dies kann sinnvoll sein, um auch subklinisch infizierte Individuen aufzudecken, die das Virus ebenfalls asymptomatisch ausscheiden.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass Pferdepraktiker von den Erkenntnissen profitieren k\u00f6nnen, die in den letzten 10 Jahren auf dem Gebiet von ECoV bei erwachsenen Pferden und Fohlen gewonnen wurden. Obwohl weitere Untersuchungen erforderlich sind, haben wir mehr Einblicke in die Krankheit, ihr klinisches Bild, verf\u00fcgbare Diagnoseinstrumente und Behandlungsmodalit\u00e4ten, um eine erfolgreiche Diagnose und Behandlung von mit ECoV infizierten Pferden durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><em><strong>Tabelle 1:<\/strong> Darstellung verschiedener beim Pferd relevanter Infektionserreger und die richtigen Probenmaterialien f\u00fcr die optimale Diagnostik<\/em><\/p>\n<table width=\"668\">\n<tbody valign=\"top\">\n<tr style=\"color: #ffffff;\" bgcolor=\"e51e1e\">\n<td width=\"136\"><strong>Erreger<\/strong><\/td>\n<td width=\"208\"><strong>Probenmaterial<\/strong><\/td>\n<td width=\"160\"><strong>Besonderheiten<\/strong><\/td>\n<td width=\"164\"><strong>Untersuchungsmethode<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">EHV 1 und 4<\/td>\n<td width=\"208\">Fieber\/resp. Symptome: EDTA-Vollblut + Nasentupfer<br \/>\nAbort: Abortmaterial, Plazenta, Fruchtwasser<br \/>\nEHM: Liquor, Gehirn<\/td>\n<td width=\"160\">Tupfer ohne Medium<\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">EHV 2 und 5<\/td>\n<td width=\"208\">EHV2: Abstrich Kornea<br \/>\nEHV5: Nasentupfer, TBS, BAL-Fl\u00fcssigkeit, Lungengewebe<\/td>\n<td width=\"160\">Tupfer ohne Medium<br \/>\nAuge: Cytobrush m\u00f6glich<\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Influenza-A-Virus<\/td>\n<td width=\"208\">Nasentupfer<\/td>\n<td width=\"160\"><\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Strep. equi equi\/ zooepidemicus<\/td>\n<td width=\"208\">Nasentupfer, Luftsack- oder Rachensp\u00fclprobe, Abszessmaterial<\/td>\n<td width=\"160\">PCR: Tupfer ohne Medium, Kultur: Tupfer mit Medium<\/td>\n<td width=\"164\">PCR oder kulturelle Anzucht<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Rhodococcus equi<\/td>\n<td width=\"208\">Nasentupfer, Abszessmaterial, Faeces<\/td>\n<td width=\"160\">Tupfer ohne Medium<\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Equines Coronavirus<\/td>\n<td width=\"208\">Faeces, Gewebe (Darm)<\/td>\n<td width=\"160\">Tupfer ohne Medium, Gewebeproben nativ<\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Lawsonia intracellularis<\/td>\n<td width=\"208\">Faeces<\/td>\n<td width=\"160\">Tupfer ohne Medium<\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"136\">Equines Arteritisvirus<\/td>\n<td width=\"208\">Akut: Nasentupfer, Konjunktivaltupfer, Vaginalabstrich, Abortmaterial + EDTA-Vollblut<br \/>\nHengste: Samen ohne Verd\u00fcnner<\/td>\n<td width=\"160\">Tupfer ohne Medium, am besten Tupfer von verschiedenen Entnahmelokalisationen<\/td>\n<td width=\"164\">PCR<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Charlotte Hoffmann-Timmol, DVM und Dr. Svenja M\u00f6ller<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; 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