{"id":1337094,"date":"2021-05-18T14:34:45","date_gmt":"2021-05-18T12:34:45","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/hautgeschabsel-abklatsch-oder-doch-ein-trichogramm-leitfaden-zur-mikroskopischen-untersuchung-der-hautoberflaeche\/"},"modified":"2024-04-24T13:43:50","modified_gmt":"2024-04-24T11:43:50","slug":"hautgeschabsel-abklatsch-oder-doch-ein-trichogramm-leitfaden-zur-mikroskopischen-untersuchung-der-hautoberflaeche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/hautgeschabsel-abklatsch-oder-doch-ein-trichogramm-leitfaden-zur-mikroskopischen-untersuchung-der-hautoberflaeche\/","title":{"rendered":"Hautgeschabsel, Abklatsch oder doch ein Trichogramm? Leitfaden zur mikroskopischen Untersuchung der Hautoberfl\u00e4che"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Die Haut als gr\u00f6\u00dftes Organ des K\u00f6rpers ist f\u00fcr diverse Untersuchungen leicht zug\u00e4nglich, dennoch kann sich die diagnostische Aufarbeitung von dermatologischen Patienten \u00fcberaus frustrierend gestalten. Daher ist es ratsam, Hautpatienten immer nach einem festgelegten diagnostischen Plan zu untersuchen. Einer ausf\u00fchrlichen Anamnese \u2013 am besten anhand eines Anamnesebogens \u2013 und einer klinisch-dermatologischen Untersuchung folgt die eingehendere Begutachtung der Ver\u00e4nderungen, die im dermatologischen Untersuchungsgang festgestellt wurden. Am Beginn der weiterf\u00fchrenden Diagnostik steht die mikroskopische Untersuchung von Material der Hautoberfl\u00e4che bzw. von Haaren. So k\u00f6nnen Bakterien, Pilze, Hefen oder Parasiten sowie Entz\u00fcndungszellen schnell identifiziert werden.<\/p>\n<p>Die Probenentnahme hierzu ist im Allgemeinen leicht durchf\u00fchrbar, die Effizienz der m\u00f6glichen Untersuchungen h\u00e4ngt allerdings stark von der Auswahl des richtigen Probenmaterials sowie der Art der Probenentnahme ab.<\/p>\n<p>Die beste Methode zum Nachweis von <strong>Cheyletiellen <em>(Abb. 1)<\/em><\/strong> ist der <strong>Klebestreifen-Abklatsch<\/strong>. Diese Milben verursachen eine trockene Seborrhoe v.a. am R\u00fccken. Durch das mehrmalige Andr\u00fccken des Klebestreifens auf betroffene Hautstellen wird das Probenmaterial gewonnen. Alternativ k\u00f6nnen Schuppen zuerst mit einem Kamm gesammelt werden bzw. kann bei massiver Schuppung das Material auch direkt vom Untersuchungstisch aufgenommen werden. Anschlie\u00dfend wird ein Tropfen Paraffin\u00f6l auf einen Objekttr\u00e4ger aufgebracht und der Klebestreifen dar\u00fcber geklebt. Das Pr\u00e4parat wird mit dem 4x-Objektiv bei weggeklapptem\/gesenktem Kondensor komplett durchgemustert, da meistens nur wenige Milben vorhanden sind.<\/p>\n<p>Zum Nachweis von <strong>Sarcoptesmilben<\/strong> und den seltener auftretenden <strong>Notoedresmilben<\/strong> bei Katzen wird ein <strong>oberfl\u00e4chliches Hautgeschabsel <\/strong>angefertigt. Cheyletiellen, die auch an der Hautoberfl\u00e4che leben, k\u00f6nnen mitunter im oberfl\u00e4chlichen Hautgeschabsel nachgewiesen werden; weniger h\u00e4ufig sind auf diese Weise Demodexmilben oder pilzbefallene Haare zu finden.<\/p>\n<p>Mit einer gebrauchten\/stumpfen Skalpellklinge (zur Minimierung der Verletzungsgefahr) und Paraffin\u00f6l werden an den zuvor geschorenen Hautarealen m\u00f6glichst viele Schuppen abgeschabt. Da Sarcoptesmilben meist nur in geringer Zahl vorliegen, empfiehlt es sich das Probenmaterial an mehreren Stellen (besonders an den Ohrr\u00e4ndern und am Ellbogen) sowie gro\u00dffl\u00e4chig zu gewinnen. Au\u00dferdem erh\u00f6ht die Beprobung von frischen Papeln die diagnostische Treffsicherheit.<\/p>\n<p>Die gewonnene Probe wird mit einem weiteren Tropfen Paraffin\u00f6l auf einen Objekttr\u00e4ger verbracht, mit einem Deckgl\u00e4schen versehen und im Mikroskop durchgemustert (4x- oder 10x-Objektiv mit weggeklapptem oder gesenktem Kondensor).<\/p>\n<p>Zur Diagnose einer Sarcoptesr\u00e4ude stehen au\u00dferdem eine PCR aus einem Hautgeschabsel (ohne Paraffin\u00f6l) bzw. eine Antik\u00f6rper-Titer-Bestimmung aus dem Serum zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Das <strong>tiefe Hautgeschabsel <\/strong>dient der Diagnose der <strong>Demodikose<\/strong>.<\/p>\n<p>Mit einer Skalpellklinge oder auch einem scharfen L\u00f6ffel und Paraffin\u00f6l zur Befeuchtung wird so lange in Haarwuchsrichtung \u00fcber die Haut geschabt, bis eine kapill\u00e4re Blutung entsteht. Zwischen den Schabungen sollte die Haut immer wieder gequetscht werden, um die Milben aus der Tiefe der Haarfollikel an die Oberfl\u00e4che zu bef\u00f6rdern. Beprobt werden am besten jene Stellen, die Effloreszenzen wie R\u00f6tung, Alopezie, Schuppung oder Komedonen bzw. Keratinmanschetten zeigen. Das abgeschabte Material wird sogleich auf einen Objekttr\u00e4ger gestrichen und gut mit dem \u00d6l\u00a0 vermengt, weil das Probenmaterial durch die Blutung zu Klumpen gerinnen kann und somit schlechter beurteilbar wird. Mit einem Deckgl\u00e4schen versehen wird das Material mit dem 4x- oder 10x-Objektiv untersucht. Demodexmilben <em><strong>(Abb. 2)<\/strong><\/em> sind teilweise in gro\u00dfer Anzahl vorhanden und oft auch am Pr\u00e4parat noch entlangder Haarwurzeln zu finden.<\/p>\n<p>Neben dem mikroskopischen Nachweis gibt es zur Diagnose der Demodikose auch eine PCR, die alle bei Hund (D. <em>canis<\/em>, D. <em>injai<\/em>, D. <em>cornei<\/em>) und Katze (D. <em>cati<\/em>, D. <em>gatoi<\/em>, D. <em>felis<\/em>) beschriebenen Arten erfasst.<\/p>\n<p>Fallweise wird das Hautgeschabsel auch f\u00fcr zytologische Untersuchungen empfohlen, wenn die Hautoberfl\u00e4che unversehrt ist. Diese Pr\u00e4parate sind allerdings oft nicht diagnostisch, weil die Zellen durch die Probenentnahme meistens v\u00f6llig zerst\u00f6rt werden.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1337094 gallery-columns-1 gallery-size-full'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Pelzmilbe (Cheyletiella spp.); Cheyletiellen leben auf der Hautoberfl\u00e4che und ern\u00e4hren sich von Gewebsfl\u00fcssigkeiten. Der gesamte Entwicklungszyklus findet am Wirt statt, daher k\u00f6nnen auch die Eier der Milben an den Haaren gefunden werden. &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"750\" data-large_image_height=\"568\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.1_Cheyletiella-MK.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"568\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.1_Cheyletiella-MK.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin:\" aria-describedby=\"gallery-1-1323738\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.1_Cheyletiella-MK.jpg 750w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.1_Cheyletiella-MK-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1323738'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Pelzmilbe (Cheyletiella spp.); Cheyletiellen leben auf der Hautoberfl\u00e4che und ern\u00e4hren sich von Gewebsfl\u00fcssigkeiten. Der gesamte Entwicklungszyklus findet am Wirt statt, daher k\u00f6nnen auch die Eier der Milben an den Haaren gefunden werden. <br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Haarbalgmilbe (Demodex canis); Demodexmilben leben in den Haarfollikeln und ern\u00e4hren sich von Talg und abgesto\u00dfenem Zellmaterial. In geringer Anzahl k\u00f6nnen sie bei vielen gesunden Tieren (und auch beim Menschen) gefunden werden.\" data-large_image_width=\"750\" data-large_image_height=\"568\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.2_Demodex-canis.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"568\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.2_Demodex-canis.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Haarbalgmilbe (Demodex canis); Demodexmilben leben in den Haarfollikeln und ern\u00e4hren sich von Talg und abgesto\u00dfenem Zellmaterial. In geringer Anzahl k\u00f6nnen sie bei vielen gesunden Tieren (und auch beim Menschen) gefunden werden.\" aria-describedby=\"gallery-1-1323740\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.2_Demodex-canis.jpg 750w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.2_Demodex-canis-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1323740'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Haarbalgmilbe (Demodex canis); Demodexmilben leben in den Haarfollikeln und ern\u00e4hren sich von Talg und abgesto\u00dfenem Zellmaterial. In geringer Anzahl k\u00f6nnen sie bei vielen gesunden Tieren (und auch beim Menschen) gefunden werden.\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Pyodermie; neben reichlich degenerierten Neutrophilen sind auch intrazellul\u00e4re Kokken zu sehen\" data-large_image_width=\"750\" data-large_image_height=\"568\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.3_Pyodermiekokken.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"568\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.3_Pyodermiekokken.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Pyodermie; neben reichlich degenerierten Neutrophilen sind auch intrazellul\u00e4re Kokken zu sehen\" aria-describedby=\"gallery-1-1323742\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.3_Pyodermiekokken.jpg 750w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.3_Pyodermiekokken-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1323742'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Pyodermie; neben reichlich degenerierten Neutrophilen sind auch intrazellul\u00e4re Kokken zu sehen\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 4:&lt;\/b&gt; Dermatophytose; der Haarschaft ist von Pilzhyphen durchzogen, am Rand sind runde Pilzsporen erkennbar (Stern)\" data-large_image_width=\"750\" data-large_image_height=\"568\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.4_Pilzhaar.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"568\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.4_Pilzhaar.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: der Haarschaft ist von Pilzhyphen durchzogen, am Rand sind runde Pilzsporen erkennbar (Stern)\u2003\" aria-describedby=\"gallery-1-1323744\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.4_Pilzhaar.jpg 750w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.4_Pilzhaar-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1323744'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4:<\/b> Dermatophytose; der Haarschaft ist von Pilzhyphen durchzogen, am Rand sind runde Pilzsporen erkennbar (Stern)\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 5:&lt;\/b&gt; Farbmutantenalopezie (Color Dilution Alopezie, CDA); in den Haarsch\u00e4ften liegen Makromelanosomen, die zum Abbrechen des Haares f\u00fchren k\u00f6nnen\" data-large_image_width=\"750\" data-large_image_height=\"568\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.5_Makromelanosomen.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"750\" height=\"568\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.5_Makromelanosomen.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"Laboklin: Farbmutantenalopezie (Color Dilution Alopezie, CDA); in den Haarsch\u00e4ften liegen Makromelanosomen,Probleme:\" aria-describedby=\"gallery-1-1323746\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.5_Makromelanosomen.jpg 750w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Abb.5_Makromelanosomen-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1323746'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5:<\/b> Farbmutantenalopezie (Color Dilution Alopezie, CDA); in den Haarsch\u00e4ften liegen Makromelanosomen, die zum Abbrechen des Haares f\u00fchren k\u00f6nnen\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1713959028348{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1713959022019{margin-top: 10px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<strong>Abklatschpr\u00e4parate<\/strong> f\u00fcr die <strong>zytologische Beurteilung<\/strong> der Hautoberfl\u00e4che werden besonders im Hinblick auf die <strong>Art einer vorliegenden Entz\u00fcndung<\/strong> oder vorhandene <strong>Sekund\u00e4rinfektionen<\/strong> <em><strong>(Abb. 3)<\/strong> <\/em>angefertigt. Ein Objekttr\u00e4ger wird auf die ver\u00e4nderte Hautstelle angedr\u00fcckt und anschlie\u00dfend luftgetrocknet. Beim Abklatsch ist darauf zu achten, dass mit dem Objekttr\u00e4ger keinesfalls \u00fcber die Hautver\u00e4nderungen gewischt wird, da auf diese Weise die Zellen zerst\u00f6rt werden und mikroskopisch nur noch Kernreste und Chromatinf\u00e4den zu sehen sind. Wie in der Chirurgie gilt auch hier die Devise \u201etupfen, nicht wischen\u201c. Im Mikroskop wird das Pr\u00e4parat zun\u00e4chst mit geringer Vergr\u00f6\u00dferung (10x- oder 20x-Objektiv) gescannt, um aussagekr\u00e4ftige Stellen zu finden und diese werden dann mit hoher Vergr\u00f6\u00dferung (40x bis 100x, \u00d6limmersion) eingehend beurteilt.<\/p>\n<p>Sind diese Stellen aber <strong>schwer zug\u00e4nglich<\/strong> (z.B. Zwischenzehenbereich) oder so <strong>trocken<\/strong>, dass am Objekttr\u00e4ger kein Material haften bleibt, kann mit der <strong>Klebestreifen-Methode <\/strong>gearbeitet werden. Der transparente Klebestreifen wird mehrfach auf das betroffene Hautareal gedr\u00fcckt, bis ausreichend Material haftet und der Streifen nicht mehr klebt. Bei der F\u00e4rbung wird auf die Fixierung verzichtet, da die Probe durch den Kleber ohnehin fixiert ist und au\u00dferdem die alkoholische Fixierl\u00f6sung viele Klebestreifen tr\u00fcbt. Zwischen den gef\u00e4rbten Klebestreifen und den Objekttr\u00e4ger wird ein Tropfen \u00d6l verbracht und mikroskopisch nach Mikroorganismen (Bakterien\/St\u00e4bchen\/Kokken oder Hefen) und Entz\u00fcndungszellen gesucht.<\/p>\n<p>In sehr seltenen F\u00e4llen k\u00f6nnen mittels Klebestreifen-Methode auch Hinweise auf andere Hauterkrankungen gefunden werden (z.B. kutanes Lymphom, Pemphigus). Da die Beurteilbarkeit der Zellen am Klebestreifen aber deutlich schlechter ist als am Objekttr\u00e4ger, sollte der Klebestreifenabklatsch der Untersuchung auf Sekund\u00e4rinfektionen und entz\u00fcndliche Reaktionen vorbehalten bleiben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die <strong>Trichoskopie <\/strong>werden Haare mit einer Klemme oder Pinzette ausgezupft, mit etwas \u00d6l auf einen Objekttr\u00e4ger verbracht und nach dem Abdecken mit einem Deckgl\u00e4schen im Mikroskop begutachtet. Bei jedem Patienten mit Verdacht auf eine Hautpilzerkrankung sollten zeitgleich mit der Probenentnahme f\u00fcr die Kultur oder PCR die Haare auch mikroskopisch untersucht werden <em><strong>(Abb. 4)<\/strong><\/em>.<\/p>\n<p>In einigen F\u00e4llen kann die Diagnose <strong>Dermatophytose<\/strong> prompt gestellt und die Therapie unverz\u00fcglich eingeleitet werden. Eine kulturelle Untersuchung oder PCR ist jedoch immer durchzuf\u00fchren: Einerseits weil die Sensitivit\u00e4t des mikroskopischen Nachweises nicht sehr hoch ist, andererseits kann trichoskopisch die Art des Dermatophyten nicht bestimmt werden.<\/p>\n<p>Zur Untersuchung von symptomlosen Tieren bzw. zur Therapiekontrolle nach Abheilung der Effloreszenzen wird das Material f\u00fcr die Pilzkultur am besten mittels McKenzie-Brush-Methode gewonnen. Mit einer neuen Zahnb\u00fcrste wird das Fell mindestens f\u00fcnf Minuten lang geb\u00fcrstet, bei Therapiekontrollen vor allem an jenen Stellen, die urspr\u00fcnglich betroffen waren.<\/p>\n<p>Auch <strong>Demodexmilben<\/strong> k\u00f6nnen mittels Trichoskopie nachgewiesen werden, wenn die Anfertigung eines tiefen Hautgeschabsels aufgrund der Lokalisation oder fehlender Compliance des Patienten nicht m\u00f6glich ist. Die Sensitivit\u00e4t eines tiefen Hautgeschabsels ist jedoch deutlich h\u00f6her. Da die Demodexmilben direkt im Haarfollikel an den Haarwurzeln leben, k\u00f6nnen sie oft mit den Haaren ausgezupft werden. Allerdings sollte man die Haut nicht wie beim Geschabsel quetschen, da auf diese Weise die Milben aus dem Haarfollikel gedr\u00fcckt werden und nicht mehr an der Wurzel der ausgezupften Haare sitzen.<\/p>\n<p>Ein <strong>Trichogramm<\/strong> im engeren Sinne (eingehende trichoskopische Untersuchung der Morphologie von Haaren) kann vor allem in der Diagnostik von <strong>nicht entz\u00fcndlichen Alopezien<\/strong> hilfreich sein. Mit einer Klemme oder Pinzette, deren Spitzen mit Gummischl\u00e4uchen \u00fcberzogen sind um eine iatrogene Besch\u00e4digung der Haare zu vermeiden, werden Haare von ver\u00e4nderten Lokalisationen ausgezupft. Streng genommen sollten 100 Haare mit Paraffin\u00f6l parallel auf einen Objekttr\u00e4ger gebettet und mit einem Deckgl\u00e4schen versehen werden. Die Wurzeln, Haarsch\u00e4fte und die Haarspitzen werden im Mikroskop mit niedriger Vergr\u00f6\u00dferung (4x- oder 10x-Objektiv) beurteilt. Viele Haarwurzeln im Telogenstadium weisen auf das Vorliegen einer endokrinen Erkrankung (Hypothyreose, Hyperadrenokortizismus) hin. Missgebildete Haarwurzeln lenken die Verdachtsdiagnose in Richtung einer Follikeldysplasie.<\/p>\n<p>Patienten mit Alopezie der Farbmutanten und Alopezie der schwarzen Haare zeigen in den Haarsch\u00e4ften Melaninklumpen<strong><em> (Abb. 5)<\/em><\/strong>, die schlussendlich zum Abbrechen der betroffenen Haare f\u00fchren. Das Aussehen der Haarspitzen liefert wichtige Hinweise darauf, ob eine Alopezie m\u00f6glicherweise durch <strong>Automutilation<\/strong> entstanden ist. Besonders Katzen zeigen ihren juckreizbedingt gesteigerten Putztrieb h\u00e4ufig nicht vor dem Besitzer. Findet man im Trichogramm abgebrochene Haarspitzen und Spliss, kann man davon ausgehen, dass doch eine juckende Erkrankung vorliegt.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Hauterkrankungen erfordern immer eine systematische diagnostische Aufarbeitung. Mithilfe von einfach durchzuf\u00fchrenden und kosteng\u00fcnstigen Basisuntersuchungen k\u00f6nnen teilweise sehr rasch Diagnosen gestellt oder zumindest Hinweise f\u00fcr das weitere Vorgehen gewonnen werden. Besonders hoch ist die diagnostische Treffsicherheit, wenn f\u00fcr die entsprechende Untersuchung auch die richtige Art der Probenentnahme angewendet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Dr. Maria Christian<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody valign=\"top\">\n<tr style=\"color: #ffffff;\" bgcolor=\"#e51e1e\">\n<td><strong>Verdachtsdiagnose<\/strong><\/td>\n<td><strong>Probenentnahme<\/strong><\/td>\n<td><strong>Kommentar<\/strong><\/td>\n<td><strong>weitere Untersuchungen<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sarcoptes<\/td>\n<td>oberfl\u00e4chliches Hautgeschabsel<\/td>\n<td>frische Papeln, Schuppen Ohrr\u00e4nder + Ellbogen<\/td>\n<td>PCR aus Geschabsel und Ak-Titer-Bestimmung aus Serum<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Cheyletiella<\/td>\n<td>Klebestreifenabklatsch, evtl. oberfl\u00e4chliches Hautgeschabsel<\/td>\n<td>v.a. am R\u00fccken<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Demodex<\/td>\n<td>tiefes Hautgeschabsel, evtl. ausgezupfte Haare\/Trichoskopie<\/td>\n<td>Stellen, die ger\u00f6tet\/haarlos sind oder Komedonen bzw. Keratinmanschetten zeigen<\/td>\n<td>PCR aus Geschabsel\/Haaren<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Dermatophyten<\/td>\n<td>ausgezupfte Haare\/Trichoskopie evtl. oberfl\u00e4chliches Hautgeschabsel, McKenzie-Brush-Methode<\/td>\n<td>bei asymptomatischen Tieren McKenzie-Brush-Methode<\/td>\n<td>immer mit kultureller Untersuchung oder PCR<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sekund\u00e4rinfektionen<\/td>\n<td>Objekttr\u00e4gerabklatsch, Klebestreifenabklatsch bei trockener\/unver\u00e4nderter Hautoberfl\u00e4che oder an schwer zug\u00e4nglichen Stellen<\/td>\n<td>Geschabsel sind wegen der Zellzerst\u00f6rung wenig geeignet<\/td>\n<td>bakteriologische und mykologische Untersuchung<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>nicht entz\u00fcndliche Alopezie<\/td>\n<td>Trichogramm (ca. 100 Haare mit Wurzel und Spitze)<\/td>\n<td>Klemme\/Pinzette mit Gummischlauch \u00fcberziehen<\/td>\n<td>Hormonprofile, Pathohistologie (Biopsie)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Automutilation<\/td>\n<td>Trichogramm (ca. 100 Haare mit Wurzel und Spitze)<\/td>\n<td>Klemme\/Pinzette mit Gummischlauch \u00fcberziehen<\/td>\n<td>Juckreizabkl\u00e4rung<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713958131747{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713958140297{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713958435585{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2021%2F05%2FLA_Mai_2021_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%2005.2021|target:_blank&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;5\/6&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713958147288{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713958167837{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/LA_Mai_2021_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Hautgeschabsel, Abklatsch oder doch ein Trichogramm?<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Haut als gr\u00f6\u00dftes Organ des K\u00f6rpers ist f\u00fcr diverse Untersuchungen leicht zug\u00e4nglich, dennoch kann sich die diagnostische Aufarbeitung von dermatologischen Patienten \u00fcberaus frustrierend gestalten. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1323738,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[272],"tags":[],"class_list":["post-1337094","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-aktuell-2021-de-at","category-272","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1337094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1337094"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1337094\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1471956,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1337094\/revisions\/1471956"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1323738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1337094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1337094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1337094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}