{"id":1336832,"date":"2022-08-08T14:30:44","date_gmt":"2022-08-08T12:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/laboklin.de\/labordiagnostik-bei-schildkroeten\/"},"modified":"2024-10-25T16:02:12","modified_gmt":"2024-10-25T14:02:12","slug":"labordiagnostik-bei-schildkroeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/labordiagnostik-bei-schildkroeten\/","title":{"rendered":"Labordiagnostik bei Schildkr\u00f6ten"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;2\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]Schildkr\u00f6ten sind popul\u00e4re Haustiere, die, wenn sie entsprechend gehalten werden, ein hohes Alter erreichen k\u00f6nnen. Neben den h\u00e4ufig gehaltenen europ\u00e4ischen Arten, wie der Griechischen Landschildkr\u00f6te (<em>Testudo hermanni<\/em>) (Abb. 1), werden von erfahrenen Haltern auch gerne exotische Arten wie Stern- (<em>Astrochelys radiata<\/em>) oder Pantherschildkr\u00f6ten (<em>Stigmochelys pardalis<\/em>) gehalten. Da Schildkr\u00f6ten bei Erkrankungen oft erst sehr sp\u00e4t und nur sehr unspezifisch klinische Symptome zeigen, stellt die Laboruntersuchung neben der klassischen klinischen Untersuchung und der Bildgebung das wichtigste Diagnostikum dar, um schnell und fr\u00fchzeitig eine genaue Diagnose stellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dies ist besonders im Sp\u00e4tsommer bei Tieren aus gem\u00e4\u00dfigten Klimazonen wichtig, da hier vor dem Winterschlaf eine ausf\u00fchrliche Diagnostik angeraten ist, um das \u201eb\u00f6se Erwachen\u201c bzw. Nicht-Erwachen w\u00e4hrend und nach dem Winterschlaf m\u00f6glichst zu vermeiden. Zu den hilfreichen Laboruntersuchungen geh\u00f6ren vor allem die H\u00e4matologie und Biochemie, Parasitologie, Molekularbiologie und Serologie.<\/p>\n<h2>Blutuntersuchungen bei Schildkr\u00f6ten<\/h2>\n<p>F\u00fcr die Blutuntersuchung bei Schildkr\u00f6ten (Abb. 2) eignet sich am besten Lithium-Heparinblut. Die klinische Chemie ist besonders wichtig zur \u00dcberpr\u00fcfung der Organfunktionen. Denn besonders w\u00e4hrend des Winterschlafs k\u00f6nnen Beeintr\u00e4chtigungen der Leber oder Niere f\u00fcr die Tiere gef\u00e4hrlich werden.<\/p>\n<p>Bei den klinisch-chemischen Parametern kann es abh\u00e4ngig von Spezies, Geschlecht, Jahreszeit und Temperatur zu Ver\u00e4nderungen der einzelnen Parameter kommen, die beachtet werden m\u00fcssen. Auch die Beimengung von Lymphe f\u00fchrt unter anderem zu erniedrigten Proteinen, Leberassoziierten Enzymen, Harns\u00e4urewerten und zu einer Verschiebung der Elektrolyte. Traumata bei der Blutentnahme, zum Beispiel durch mehrfach missgl\u00fcckte Venenpunktion, k\u00f6nnen zu einer Erh\u00f6hung der alkalischen Phosphatase und der Kreatinkinase f\u00fchren.<\/p>\n<p>Aufgrund der starken Variation der Normalwerte bei einigen Spezies empfiehlt es sich, Blutuntersuchungen auch bei gesunden Tieren durchzuf\u00fchren, um die Ergebnisse dann im Krankheitsfall besser vergleichen und interpretieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Nierenerkrankungen<\/h2>\n<p>Als wichtigstes Endprodukt des Protein- und Purinstoffwechsels bei terrestrischen Arten dient die Harns\u00e4ure als Hauptindikator f\u00fcr Nierenerkrankungen. Starke Erh\u00f6hungen kommen bei diversen Nierenerkrankungen, Gicht, Nierenfunktionsst\u00f6rungen durch Bakteri\u00e4mie und Septik\u00e4mie sowie bei Nierennekrosen durch nephrotoxische Medikamente wie Aminoglykoside und Sulfonamide vor. Durch die F\u00fctterung tierischer Kost wie zum Beispiel physiologischerweise bei einigen Wasserschildkr\u00f6tenarten kann es auch zu einer Erh\u00f6hung der Harns\u00e4ure kommen. Erniedrigte Werte kommen im Zusammenhang mit Lebererkrankungen vor.<\/p>\n<p>Harnstoff spielt bei terrestrischen Arten nur eine untergeordnete Rolle, da die Werte auch bei hohen Harns\u00e4urewerten lange Zeit im Normbereich bleiben. Bei aquatilen Arten dient auch der Harnstoff als Ausscheidungsprodukt des Proteinstoffwechsels, wodurch er hier auch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle f\u00fcr die Diagnostik von Nierenerkrankungen spielt. Bei Nierenerkrankungen kommt es auch zum Anstieg des Phosphatgehaltes im Blut, jedoch kann eine Hyperphosphat\u00e4mie auch durch exzessive Zufuhr mit der Nahrung, Hypervitaminose D und H\u00e4molyse bedingt sein. Bei Jungtieren ist der Phosphatgehalt neben dem Calcium und der alkalischen Phosphatase durch das Knochenwachstum physiologisch erh\u00f6ht.<\/p>\n<h2>Lebererkrankungen<strong>\u00a0<\/strong><\/h2>\n<p>Als Indikator f\u00fcr Leberzellsch\u00e4den dient vor allem die GLDH (Glutamatdehydrogenase), diese kommt nat\u00fcrlicherweise in den Mitochondrien der Leberzellen vor und wird erst durch Zerst\u00f6rung der Zellen ins Blut freigesetzt. Weitere Enzyme, die auch in den Leberzellen vorkommen sind die ALT (Alanin- Amino-Transferase), die AP (alkalische Phosphatase) und die AST (Aspartat-Amino-Transferase).<\/p>\n<p>Diese Enzyme sind jedoch nicht nur in der Leber, sondern auch in anderen Organen des K\u00f6rpers zu finden, sodass sie nicht so spezifisch sind und im Zusammenhang mit anderen Blutwerten und physiologischen Zust\u00e4nden interpretiert werden m\u00fcssen. Als Leberfunktionsparameter dienen Stoffe, die nat\u00fcrlicherweise von der Leber synthetisiert werden und bei einer St\u00f6rung der Leberfunktion erniedrigt oder erh\u00f6ht sind. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Gallens\u00e4ure zu nennen, diese kann jedoch auch durch die F\u00fctterung, eine Verlegung der Galleng\u00e4nge und Dehydration ver\u00e4ndert sein. Weitere Funktionsparameter sind die Eiwei\u00dffraktionen im Blut, welche jedoch auch durch die Nahrungsaufnahme und die Nierenfunktion beeinflusst werden. Zur Diagnostik von Leberzellverfettungen kann es sinnvoll sein, den Triglyzerid- und Cholesterinspiegel im Blut zu bestimmen, da diese in diesem Zusammenhang erh\u00f6ht sind. Zu beachten ist jedoch, dass diese bei Weibchen w\u00e4hrend der Eianbildung (Vitellogenese) physiologisch erh\u00f6ht sind.[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n\n\t\t\t<style type='text\/css'>\n\t\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\t\twidth: 100%;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t\t}\n\t\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='dt-gallery-container gallery galleryid-1336832 gallery-columns-1 gallery-size-large'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 1:&lt;\/b&gt; Griechische Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni) &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: PD Dr. Rachel E. Marschang&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1024\" data-large_image_height=\"768\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Griechische-Landschildkroete-Testudo-hermanni.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Griechische-Landschildkroete-Testudo-hermanni.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Griechische-Landschildkr\u00f6te-(Testudo-hermanni)\" aria-describedby=\"gallery-1-1330501\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Griechische-Landschildkroete-Testudo-hermanni.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Griechische-Landschildkroete-Testudo-hermanni-300x225.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Griechische-Landschildkroete-Testudo-hermanni-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1330501'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 1:<\/b> Griechische Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni) <br><i>Bildquelle: PD Dr. Rachel E. Marschang<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 2:&lt;\/b&gt; Blutentnahme aus der dorsalen Schwanzvene bei einer Breitrandschildkr\u00f6te (Testudo marginata) &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: PD Dr. Rachel E. Marschang&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"608\" data-large_image_height=\"744\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutentnahme-aus-der-dorsalen-Schwanzvene-bei-einer-Breitrandschildkroete.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"608\" height=\"744\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutentnahme-aus-der-dorsalen-Schwanzvene-bei-einer-Breitrandschildkroete.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Blutentnahme-aus-der-dorsalen-Schwanzvene-bei-einer-Breitrandschildkr\u00f6te\" aria-describedby=\"gallery-1-1330495\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutentnahme-aus-der-dorsalen-Schwanzvene-bei-einer-Breitrandschildkroete.jpg 608w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutentnahme-aus-der-dorsalen-Schwanzvene-bei-einer-Breitrandschildkroete-245x300.jpg 245w\" sizes=\"auto, (max-width: 608px) 100vw, 608px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1330495'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 2:<\/b> Blutentnahme aus der dorsalen Schwanzvene bei einer Breitrandschildkr\u00f6te (Testudo marginata) <br><i>Bildquelle: PD Dr. Rachel E. Marschang<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 3:&lt;\/b&gt; Blutausstrich einer Rotwangenschmuckschildkr\u00f6te (Trachemys scripta elegans). Zu sehen sind ein Lymphozyt (roter Pfeil), ein eosinophiler Granulozyt (schwarzer Pfeil) sowie zwei Thrombozyten (schwarzer, unterbrochener Pfeil) und zum Teil F\u00e4rbeartefakte in den Erythrozyten &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"1024\" data-large_image_height=\"744\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutausstrich-einer-Rotwangenschmuckschildkroete.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"744\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutausstrich-einer-Rotwangenschmuckschildkroete.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Blutausstrich-einer-Rotwangenschmuckschildkr\u00f6te\" aria-describedby=\"gallery-1-1330497\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutausstrich-einer-Rotwangenschmuckschildkroete.jpg 1024w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutausstrich-einer-Rotwangenschmuckschildkroete-300x218.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Blutausstrich-einer-Rotwangenschmuckschildkroete-768x558.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1330497'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 3:<\/b> Blutausstrich einer Rotwangenschmuckschildkr\u00f6te (Trachemys scripta elegans). Zu sehen sind ein Lymphozyt (roter Pfeil), ein eosinophiler Granulozyt (schwarzer Pfeil) sowie zwei Thrombozyten (schwarzer, unterbrochener Pfeil) und zum Teil F\u00e4rbeartefakte in den Erythrozyten <br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 4:&lt;\/b&gt; Graphik einer Kapillarelektrophorese aus Plasma einer gesunden Griechischen Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni) &lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: Laboklin&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"886\" data-large_image_height=\"768\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Graphik-einer-Kapillarelektrophorese-aus-Plasma-einer-gesunden-Griechischen-Landschildkroete.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"886\" height=\"768\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Graphik-einer-Kapillarelektrophorese-aus-Plasma-einer-gesunden-Griechischen-Landschildkroete.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin: Graphik einer Kapillarelektrophorese aus Plasma einer gesunden Griechischen Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni)\" aria-describedby=\"gallery-1-1330499\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Graphik-einer-Kapillarelektrophorese-aus-Plasma-einer-gesunden-Griechischen-Landschildkroete.jpg 886w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Graphik-einer-Kapillarelektrophorese-aus-Plasma-einer-gesunden-Griechischen-Landschildkroete-300x260.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Graphik-einer-Kapillarelektrophorese-aus-Plasma-einer-gesunden-Griechischen-Landschildkroete-768x666.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 886px) 100vw, 886px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1330499'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 4:<\/b> Graphik einer Kapillarelektrophorese aus Plasma einer gesunden Griechischen Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni) <br><i>Bildquelle: Laboklin<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t\t<a class=\"rollover rollover-zoom dt-pswp-item\" title=\"\" data-dt-img-description=\"LABOKLIN aktuell | &lt;b&gt;Abb. 5:&lt;\/b&gt; Rachentupferentnahme bei einer Griechischen Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni)&lt;br&gt;&lt;i&gt;Bildquelle: PD Dr. Rachel E. Marschang&lt;\/i&gt;\" data-large_image_width=\"798\" data-large_image_height=\"768\"href='https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Rachentupferentnahme-bei-einer-Griechischen-Land-schildkroete.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"798\" height=\"768\" src=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Rachentupferentnahme-bei-einer-Griechischen-Land-schildkroete.jpg\" class=\"attachment-large size-large\" alt=\"Laboklin Rachentupferentnahme bei einer Griechischen Landschildkr\u00f6te\" aria-describedby=\"gallery-1-1330493\" srcset=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Rachentupferentnahme-bei-einer-Griechischen-Land-schildkroete.jpg 798w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Rachentupferentnahme-bei-einer-Griechischen-Land-schildkroete-300x289.jpg 300w, https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Rachentupferentnahme-bei-einer-Griechischen-Land-schildkroete-768x739.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 798px) 100vw, 798px\" \/><\/a>\n\t\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-1330493'>\n\t\t\t\t\t<b>Abb. 5:<\/b> Rachentupferentnahme bei einer Griechischen Landschildkr\u00f6te (Testudo hermanni)<br><i>Bildquelle: PD Dr. Rachel E. Marschang<\/i>\n\t\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t\t<\/div>\n\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1650632075890{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h2>H\u00e4matologie<\/h2>\n<p>Durch die Bestimmung des H\u00e4matokrits kann eine An\u00e4mie oder Dehydration diagnostiziert werden. Die h\u00e4matologische Untersuchung kann auch wichtige Informationen im Hinblick auf Entz\u00fcndungen liefern. Verschiebungen in der Zellzahl fallen bei Reptilien geringer aus als bei S\u00e4ugern und sind daher schwieriger zu interpretieren. Aber auch hier k\u00f6nnen bakterielle und parasit\u00e4re Infektionen sowie Stress zu einem Anstieg der heterophilen Granulozyten f\u00fchren. Die eosinophilen Granulozyten sind bei parasit\u00e4ren Infektionen und einer Stimulation des Immunsystems erh\u00f6ht. Erh\u00f6hte Lymphozytenzahlen kommen bei Wundheilung, Entz\u00fcndungen sowie parasit\u00e4ren und viralen Infektionen vor. Ver\u00e4nderungen in der Morphologie der einzelnen Zellen k\u00f6nnen auch Hinweise auf Infektionen geben. Im Ausstrich k\u00f6nnen zudem auch Parasiten oder Einschl\u00fcsse durch virale oder bakterielle Infektionen diagnostiziert werden, welche aber nicht mit Artefakten verwechselt werden d\u00fcrfen, die z. B. durch die Herstellung oder Trocknung des Ausstrichs entstanden sind. Spezies, Geschlecht, Alter und physiologischer Zustand des Tieres beeinflussen auch die Anzahl und das Verh\u00e4ltnis der verschiedenen Leukozyten. Wichtig zu beachten ist aber auch, dass es physiologisch zu starken saisonalen Schwankungen in der Zellverteilung kommen kann.<\/p>\n<h2>Elektrophorese<\/h2>\n<p>Neben der H\u00e4matologie kann auch die Plasmaelektrophorese n\u00fctzliche Informationen \u00fcber den Gesundheitszustand der Schildkr\u00f6te liefern. Zum einen liefert sie zuverl\u00e4ssige Albuminwerte, zum anderen k\u00f6nnen durch die Auftrennung der Globuline Aussa- gen dar\u00fcber getroffen werden, ob es sich bei einem kranken Tier eher um einen akuten (Erh\u00f6hung der alpha- und beta-Globuline) oder einen chronischen Prozess (Erh\u00f6hung der gamma-Globulinfraktion) handelt. Wichtig zu beachten ist jedoch, dass sich die Elektrophoresekurven sehr stark zwischen den einzelnen Arten unterscheiden und auch viele weitere Faktoren wie das Geschlecht und die Jahreszeit einen Einfluss auf die Proteine haben.<\/p>\n<h2>Parasitologische Untersuchungen bei Schildkr\u00f6ten<\/h2>\n<p>Darmparasiten k\u00f6nnen das Tier w\u00e4hrend des Winterschlafs durch Sch\u00e4digung der Darmw\u00e4nde, Blutentzug und die Freisetzung toxischer Stoffwechselprodukte schw\u00e4chen. Daher sollte bei allen Tieren im Sp\u00e4tsommer eine Kotprobe auf einen m\u00f6glichen Parasitenbefall untersucht werden. Wichtig zu beachten ist, dass es nach einer medikamentellen Behandlung bis zu 6 Wochen dauern kann, bis alle Medikamentenr\u00fcckst\u00e4nde verstoffwechselt wurden und das Tier sorgenfrei in den Winterschlaf gehen kann.<\/p>\n<h2>Molekularbiologische Untersuchungen bei Schildkr\u00f6ten<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend der Winterruhe ist die Funktion des Immunsystems stark eingeschr\u00e4nkt, sodass die Abwehr gegen Infektionserreger stark verringert ist. Damit es nicht zur \u00dcbertragung und Ausbruch von Erkrankungen kommt, sollten die Tiere frei von den h\u00e4ufigsten Infektionserregern sein. Hierzu geh\u00f6ren Herpes-, Rana- und Torchi-(Picorna-) viren. Herpesviren werden v. a. in Rachentupfern nachgewiesen. Ranaviren k\u00f6nnen in Rachen- und Kloakentupfern nachgewiesen werden, allerdings sind Gewebeproben sensitiver. Torchiviren k\u00f6nnen in Rachen- und Kloakentupfern nachgewiesen werden. Mykoplasmen kommen bei Schildkr\u00f6ten h\u00e4ufig vor und k\u00f6nnen in Rachentupfern und Nasensp\u00fclproben nachgewiesen werden. Intranukle\u00e4re Kokzidien (TINC) k\u00f6nnen ebenfalls mittels PCR nachgewiesen werden. Sie kommen v. a. bei tropischen Schildkr\u00f6ten (v. a. Sternschildkr\u00f6ten) vor, k\u00f6nnen aber auch viele andere Spezies betreffen. Sie werden in Rachen- und Kloakentupfern sowie Gewebeproben nachgewiesen.<\/p>\n<h2>Serologische Untersuchungen bei Schildkr\u00f6ten<\/h2>\n<p>Die bei Schildkr\u00f6ten eingesetzten serologischen Untersuchungen weisen Antik\u00f6rper gegen bestimmte Erreger nach und k\u00f6nnen somit auf l\u00e4ngere Zeit zur\u00fcckliegende Infektionen hinweisen. Bisher stehen nur f\u00fcr Landschildkr\u00f6ten serologische Untersuchungen zur Verf\u00fcgung. Plasma von diesen Tieren kann im Labor auf Antik\u00f6rper gegen die am h\u00e4ufigsten vorkommenden Herpesviren, testudinid Herpesvirus 1 (TeHV-1) und TeHV-3, untersucht werden. Da Herpesviren latente Infektionen verursachen, sollen alle Tiere, bei denen Antik\u00f6rper gegen ein Herpesvirus nachgewiesen werden, unabh\u00e4ngig vom Gesundheitsstatus als dauerhafte Tr\u00e4ger angesehen werden.<\/p>\n<p>Neben den Herpesviren k\u00f6nnen auch Antik\u00f6rper gegen Torchiviren (Familie der <em>Picornaviridae<\/em>) bei Landschildkr\u00f6ten nachgewiesen werden. Diese Viren k\u00f6nnen besonders bei Jungtieren zu Nierenerkrankungen und einer Erweichung des Panzers f\u00fchren.<\/p>\n<h2>Mikrobiologische Untersuchungen bei Schildkr\u00f6ten<\/h2>\n<p>Viele verschiedene Bakterien und Pilze, die kulturell nachgewiesen werden k\u00f6nnen, k\u00f6nnen ebenfalls relevant f\u00fcr die Gesundheit der Schildkr\u00f6ten sein. Allerdings sind viele hiervon fakultativ pathogen und kommen auch bei gesunden Tieren vor, sodass solche Untersuchungen nur bei kranken Tieren und spezifischen Lokalisationen sinnvoll sind.<\/p>\n<h2>Schildkr\u00f6tendiagnostik in der Zukunft<\/h2>\n<p>Um auch in Zukunft die bestm\u00f6gliche Diagnostik bei Schildkr\u00f6ten zu gew\u00e4hrleisten, sind wir st\u00e4ndig darum bem\u00fcht, unser Leistungsspektrum zu erweitern, daher k\u00f6nnen in Zukunft auch neue PCR-Tests, Hormon-, Vitamin- und Mineralstoffwerte eine wichtige Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>PD Dr. Rachel E. Marschang,<br \/>\nDr. Christoph Leineweber<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=&#8220;vc_default&#8220; gap=&#8220;10&#8243; equal_height=&#8220;yes&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713769814380{margin-top: 30px !important;}&#8220;][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_column_text css=&#8220;&#8220;]<\/p>\n<h5><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/h5>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Hyndman T, Marschang RE. Infectious diseases and immunology. In: Doneley B, Monks D, Johnson R, Carmel B, Hrsg. Reptile Medicine and Surgery in Clinical Practice. Oxford, UK: Wiley Blackwell; 2018. 197-216.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>Innis C, Knotek Z. Tortoises and freshwater turtles. In: Heatley JJ, Russell KE, Hrsg. Exotic Animal Laboratory Diagnosis. Hoboken, NJ, USA: Wiley Blackwell; 2020. 255-289.<\/strong><\/span><\/h6>\n<h6><span style=\"color: #808080;\"><strong>McArthur S, Barrows M. General care of chelonians. In: McArthur S, Wilkinson R, Meyer J, Hrsg. Medicine and Surgery of Tortoises and Turtles. West Sussex, UK: Blackwell Publishing, Chichester; 2004. 87-108.<\/strong><\/span><\/h6>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_row_inner equal_height=&#8220;yes&#8220; content_placement=&#8220;middle&#8220; gap=&#8220;10&#8243;][vc_column_inner width=&#8220;1\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713769940955{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_icon icon_fontawesome=&#8220;fas fa-file-pdf&#8220; color=&#8220;custom&#8220; size=&#8220;xl&#8220; align=&#8220;center&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1713770006953{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220; custom_color=&#8220;#e51e1e&#8220; link=&#8220;url:https%3A%2F%2Flaboklin.de%2Fwp-content%2Fuploads%2F2022%2F08%2FLA_August_2022_DE_FINAL.pdf|title:LABOKLIN%20aktuell%20AUGUST%202022|target:_blank&#8220;][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=&#8220;3\/4&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1713769948746{background-color: #e7e7e7 !important;}&#8220;][vc_column_text css=&#8220;.vc_custom_1713769933083{margin-top: 20px !important;margin-bottom: 20px !important;}&#8220;]<a href=\"https:\/\/laboklin.de\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/LA_August_2022_DE_FINAL.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Labordiagnostik bei Schildkr\u00f6ten<\/strong><\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schildkr\u00f6ten sind popul\u00e4re Haustiere, die, wenn sie entsprechend gehalten werden, ein hohes Alter erreichen k\u00f6nnen. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1330501,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_robots_follow":"","_seopress_robots_imageindex":"","_seopress_robots_snippet":"","_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_robots_breadcrumbs":"","_seopress_robots_freeze_modified_date":"","_seopress_robots_custom_modified_date":"","_seopress_robots_canonical":"","_seopress_social_fb_title":"","_seopress_social_fb_desc":"","_seopress_social_fb_img":"","_seopress_social_fb_img_attachment_id":0,"_seopress_social_fb_img_width":0,"_seopress_social_fb_img_height":0,"_seopress_social_twitter_title":"","_seopress_social_twitter_desc":"","_seopress_social_twitter_img":"","_seopress_social_twitter_img_attachment_id":0,"_seopress_social_twitter_img_width":0,"_seopress_social_twitter_img_height":0,"_seopress_redirections_value":"","_seopress_redirections_enabled":"","_seopress_redirections_enabled_regex":"","_seopress_redirections_logged_status":"both","_seopress_redirections_param":"","_seopress_redirections_type":301,"_seopress_analysis_target_kw":"","footnotes":""},"categories":[476],"tags":[],"class_list":["post-1336832","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-laboklin-voegel-reptilien-de-at","category-476","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1336832","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1336832"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1336832\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1471289,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1336832\/revisions\/1471289"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1330501"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1336832"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1336832"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/laboklin.de\/de-at\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1336832"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}