Einsatz der Zytologie und Histologie im Vergleich
 

Bei Abwägung der Vorteile und Nachteile der Zytologie im Verhältnis zur Histologie kommen einige Aspekte zusammen, sehr oft wird es auf beide Techniken mit ihren jeweiligen Vorteilen und Nachteilen hinauslaufen. 
 

Arbeitsablauf

1. Die Zytologie ist eine typische „Soforttechnik“, d.h. man kann unmittelbar nach der Entnahme zu einem Ergebnis kommen, auch bei Einsendung in ein Labor liegt das Ergebnis einen Tag eher als die Histologie vor, da keine Einbettung erforderlich ist. Eine schnellere (sofortige) Reaktion ist daher möglich. Der technische Aufwand ist gering, Färbelösungen können leicht und kostengünstig vorrätig gehalten werden.
 
2. Die Probenentnahme ist sehr schonend und zumindest am äußeren Tierkörper ohne jeden Aufwand und Narkosemaßnahmen durchführbar. 
  

Diagnostik

1. Wegen der Schnelligkeit der Diagnostik wird die Zytologie in sehr vielen Fällen allein aus diesem Grund eingesetzt. Insbesondere kann das zytologische Ergebnis die weitere Vorgehensweise, vor allem im Hinblick auf die Entnahme histologischer Proben, erheblich beeinflussen. Von vielen Untersuchern wird daher eine zytologische Untersuchung als unerlässliche Sofortmaßnahme bei Zubildungen angesehen.
  
2. Zelluläre Merkmale können oft besser als in der Histologie bewertet werden, da auch bei optimaler Formalinfixierung die zellulären Strukturen immer etwas leiden. Der luftgetrocknete, qualitativ gute Ausstrich ermöglicht die beste Zellerhaltung. Wichtige zelluläre Merkmale könnten Malignitätskriterien oder auch zelluläre (Erreger-) einschlüsse sein. 
 

Aufgrund gewisser Unsicherheiten und sonstiger Nachteile wird in vielen Fällen die Zytologie einleitend durchgeführt, später dann aber durch die Histologie bestätigt, ergänzt, präzisiert oder sogar korrigiert.
 
1. Ein sicher positiver zytologischer Befund ist beweisend, ein negativer ist es in aller Regel nicht. 
    Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, dass eine Untersuchung falsch negativ sein kann.
 
2. Die Histologie kann durch die Anschnitte kompletter Gewebe eher etwas ausschließen.
 
3. Die Abwesenheit von Strukturen im Gewebe kann nur histologisch festgestellt werden.
 
4. Die Histologie kann oft weitreichendere Aussagen machen (Grad der Gewebeschädigung, Invasivität 
    von Tumoren, Metastasierung).
 
5. In der Histologie stehen mehr Spezialfärbungen zur Verfügung.
 
6. Bei der histologischen Probenentnahme kann in vielen Fällen auch gleichzeitig die Entfernung des
     Prozesses vorgenommen werden und zwar unabhängig von der Dignität.
 
7. Das zytologische Ergebnis befähigt den Operateur einen operativen Eingriff im Voraus zu planen 
    und optimal durchzuführen (Abstand des Schnittrandes vom Tumor etc.)
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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